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Karlsruhe Einmal tief durchatmen - trotz Feinstaub? So sauber ist die Luft in Karlsruhe wirklich

Für die Augen meist nicht sichtbar und doch von großer Bedeutung: Der Feinstaub und die weiteren Schadstoffe in der Luft sind in vielen Städten Deutschlands ein großes Thema. Auch in Karlsruhe werden die Werte Tag für Tag gemessen - wie sauber ist die Luft der Fächerstadt wirklich? Und steht sogar das nächste Silvesterfeuerwerk auf der Kippe?

Zahlreiche Baustellen und viel Verkehr - das ist in Karlsruhe Alltag. Überall dort geraten kleinste Teilchen als Feinstaub in die Luft. Während die Landeshauptstadt Stuttgart regelmäßig den "Feinstaubalarm" ausruft, ist es in Karlsruhe eher still rund um das Thema Luftqualität. Wie sauber ist die Luft der Fächerstadt?

Wie misst Karlsruhe die Luftqualität?

Zwei Messstationen für Feinstaub gibt es in Karlsruhe: Eine liegt in der Innenstadt in der Reinhold-Frank-Straße, die zweite in der Nordweststadt. Die Kästen mit dem Metallgehäuse sammeln rund um die Uhr Daten. Sie "atmen" die Luft ein und leuchten durch sie hindurch - je mehr Feinstaub darin ist, umso stärker wird das Licht gebrochen. 

Feinstaub I
Das Feinstaubmessgerät Fidas auf einer Autobahnbrücke | Bild: Palas GmbH

Doch wie viel ist zu viel Feinstaub? Für die meisten Luftschadstoffe gibt es europaweite Grenzwerte. Sie basieren auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Werte unterscheiden sich, je nachdem, wie groß die Feinstaubteilchen sind.

Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub

Die "größeren" Partikel sind höchstens ein Hundertstel eines Millimeters groß - oder bildlich gesprochen: Fünf davon passen aufgereiht auf den Durchmesser eines Haares. Der Tagesgrenzwert  für diese Teilchen wurde im Jahr 2018 in der Karlsruher Innenstadt dreimal, in der Nordweststadt zweimal überschritten.

 

 

Das klingt im ersten Moment vielleicht so, als hätte die Fächerstadt ein Feinstaubproblem. Doch es muss beachtet werden: Der Tagesgrenzwert (50 Mikrogramm pro Kubikmeter) wurde so festgelegt, dass er an 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf.

Mit zwei und drei Tagen liegt Karlsruhe damit weit unter dem kritischen Punkt. Das gilt auch für die kleineren Feinstaubteilchen mit einem Durchmesser von unter 2,5 Mikrometern. "Die Luftqualität in Karlsruhe ist vergleichbar mit anderen Ballungsräumen ähnlicher Größe in Baden-Württemberg", teilt Eva Mannhardt von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) mit.

Südtangente Stau
Viel Verkehr gibt es rund um Karlsruhe - hat das einen Einfluss auf die Luftqualität? (Symbolbild) | Bild: Tim Carmele

Stickstoffoxide und Ozon: Was sagen die Messwerte?

Neben dem Feinstaub, der aus festen oder flüssigen Teilchen besteht - zum Beispiel aus Ruß, oder Reifenabrieb - gibt es noch weitere Luftschadstoffe. Unter anderem sind das Stickstoffoxide, die bei Verbrennungen entstehen, beispielsweise im Kraftfahrzeugverkehr - oder bodennahes Ozon. Hält Karlsruhe auch hier die Grenzwerte ein?

"Für Ozon legt Deutschland keine Immissionsgrenzwerte sondern lediglich Zielwerte fest. Eine direkte Verpflichtung für die zuständigen Behörden diesbezüglich Luftreinhaltepläne zu erstellen, gibt es nicht", so die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) auf Nachfrage von ka-news.

Südtangente Stau
Viel Verkehr sorgt für viel Lärm, wie hier auf der Südtangente. | Bild: Tim Carmele

Werden beim Ozon allerdings bestimmte Grenzwerte überschritten, müssen die Bürger informiert werden. "In Karlsruhe wurde die Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahr 2018 an vier Tagen insgesamt sieben Mal überschritten. Die etwas darüber liegende Alarmschwelle wurde seit Jahren nicht mehr erreicht", sagt Eva Mannhardt von der LUBW.

Wird Karlsruhe das Silvesterfeuerwerk verbieten?

Ein Tag, an dem die Feinstaubwerte Jahr für Jahr in die Höhe schnellen, gibt es aber doch: Neujahr. Dann, in der Nacht nach dem Silvesterfeuerwerk, sind besonders viele Partikel in der Luft. Zum Jahreswechsel 2015/2016 kletterte der Wert besonders hoch: 222 Mikrogramm pro Kubikmeter wurden damals in der Innenstadt gemessen. Am Morgen nach der letzten Silvesternacht waren es immerhin 65 Mikrogramm.

Die Grünen in Karlsruhe sehen das kritisch: "Der beim Silvesterfeuerwek freigesetzte Feinstaub kann Atem- und Herzprobleme verursachen", argumentiert die Grünen-Fraktion im März in einer Anfrage an die Stadt. Könnte zukünftig in der Innenstadt eine "böllerfreie Zone" eingerichtet werden?

Gartenschau Bad Herrenalb 2017
Nach dem Silvesterfeuerwerk steigen die Feinstaubwerte jedes Jahr deutlich an. | Bild: Gartenschau Bad Herrenalb 2017

"Bereits zu Beginn des Jahres wurde eine dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe eingesetzt und es wird derzeit noch geprüft, ob die rechtlichen Voraussetzungen für den Erlass eines örtlich begrenzten Böllerverbotes vorliegen", so die Stadt Karlsruhe in ihrer Stellungnahme. Bis jetzt wurde eine Ausweitung der Verbote nicht für erforderlich gehalten.

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Kommentare (83)
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  •   barheine
    (139 Beiträge)

    19.06.2019 10:05 Uhr
    Warum nur Diesel-Fahrverbot?
    Das Thema Feinstaub geht jeden an, also auch die Benziner. Gemeint ist vermutlich die Stickoxidbelastung.
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  •   Der_dunkle_Turm
    (639 Beiträge)

    19.06.2019 16:36 Uhr
    Und sogar die neuen e-autos produzieren jede Menge Feinstaub.
    Reifen- und Bremsenabrieb. Und ob die tollen Straßenbahnen nicht zusätzlich noch jede Menge Schwermetallabrieb verursachen, wurde tendenziös-medial auch noch nicht beleuchtet. Ich meine da mal was gelesen zu haben.
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  •   10tacle
    (274 Beiträge)

    18.06.2019 15:46 Uhr
    Stimmt
    Straßen werden total überbewertet, das wussten schon die alten Römer. Für Handel und kulturellen Austausch reicht heute das Internet. Und der notwendige Computer/Tablet/Smartphone kommt aus China per......... Lieferdrohne. :-D
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  •   kritiker_2014
    (343 Beiträge)

    17.06.2019 19:04 Uhr
    Messung der Feinstaubwerte
    Der Feinstaubwert von 40 Mikrogramm wurde von der Bundesregierung auf 50 erhöht.
    Die Festsetzung des Grenzwertes wurde damals von der WHO einfach geschätzt ohne wissenschaftlichen Hintergrund.Es gibt keine einheitliche Vorschrift wie Messstationen aufgestellt werden.Es gibt nur Empfehlungen.Prof. Matthias Klingner vom Fraunhofer Institut hat z.B. nachgewiesen dass die Messstation am Stuttgarter Neckartor nur dort steht damit man hohe Messwerte erhält.
    Völlig falscher Standort.Die Messstation steht in einer Nische an einer Ampel und in einer Senke.
    Prof. Klingner hält das das für reine Panikmache.
    Auch auf Grund der Behauptungen des Abmahnvereins DUH die behauptet,durch die Feinstaubbelastung und NOx Belastung gebe es über 5000 Tot in Deutschland ohne wissenschaftliche Begründung.[http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Exclusiv-im-Ersten-Das-Diesel-Desaster/Video?bcastId=799280&documentId=59193682]Das Diseldesaster[/url]
    Interessant ist dazu auch die die Doku
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  •   dipfele
    (5497 Beiträge)

    18.06.2019 14:43 Uhr
    Luftkurort....
    … Karlsruhe !! Die Leute hier argumentieren wie Süchtige. Weil der Alkoholiker Alkohol braucht, der kettenrauche Zigaretten, so braucht der Autofahrer Strassen. Alle negativen Folgen der Sucht werden weggewischt. Hauptsache ich-ich- ich.
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  •   Der_dunkle_Turm
    (639 Beiträge)

    19.06.2019 22:51 Uhr
    Ich weiß nicht was Sie haben,
    die Luft in Karlsruhe war noch nie so gut wie heute. Okay, zur Zeiten des Markgraf war Sie eventuell noch besser. Eventuell. Die ganzen Kamin- und Gülleausdünstungen waren nach heutiger Auffassung sicher auch nicht gerade der ökologische Bringer. Für mich ist das Jammern auf hohem Niveau. Okay, besser geht es immer, aber man muss doch nicht gleich unsere Mitbürger enteignen.
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  •   kritiker_2014
    (343 Beiträge)

    17.06.2019 20:21 Uhr
    Der Link läuft leider ins leere
    hier nochmal Das Dieseldesaster
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  •   Iglaubsnet
    (303 Beiträge)

    18.06.2019 12:47 Uhr
    Das
    "Dieseldesaster" haben wir der Inkompetenz der Grünen zu verdanken. Diese Leute haben immer eine ideologisch verquastete Energiesparpolitik gefordert. Das immer sparsamere Auto "3Liter-Auto" kommt doch aus grünen Hirnen. Die ach so blöden Ingenieure mit ihrer Technik müssen nur von den Grünen Sozialschnullis in die Spur gebracht werden.
    Deshalb sind die Abgaswerte schlechter geworden.
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  •   Krawallradler
    (507 Beiträge)

    18.06.2019 13:03 Uhr
    Ja nee, is klar.
    Mit dem Dieselbetrug haben die Autohersteller nichts zu tun. Es waren die Grünen...

    Warum kann man die Mehrfachaccounts der rechte Trolle nicht einfach sperren? Einen können sie ja gerne behalten.

    Iglaubsnet = der dunkle Turm = irgendwas mit Medien = Mähdrescher = Kruppstahl = Beobachter = Winston Smith? und viele mehr.

    Auch auf die Gefahr dass ich mich irre: aber das ist immer nur eine Person oder eine, die sich maximal mit einer zweiten abspricht. Immer das gleiche Thema: Grünenbashing. Immer die gleichen Fehler, immer der gleiche Stil. Und die Nicks treten immer zusammen auf, außer die, die gerade wegen Beleidigung o.a. gesperrt wurden.
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  •   Beobachter
    (86 Beiträge)

    19.06.2019 10:39 Uhr
    Iglaubsnet = der dunkle Turm = irgendwas mit Medien = Mähdrescher = Kruppstahl = Beobachter =...
    Ja lieber Krawaller, da wagen es doch einige dem letzten lebenden Universalgenie, der nicht nur alles, sondern auch noch besser weis zu widersprechen. Da sollte doch wirklich die Redaktion zu Hilfe eilen und "diese rechten Trolle" sperren. Ihrer "Demokratie" und der einzig wahren (linken) Lehre wäre damit sicher sehr geholfen.
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