Hamburg/Stuttgart Eine Folge des langen Sommers: Deutlich mehr Ertrunkene im vergangenen Jahr

In Baden-Württemberg sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen ertrunken als im Jahr davor. Wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Hamburg bekanntgab, starben 62 Menschen in baden-württembergischen Gewässern und Schwimmbädern - das sind 24 mehr als im Jahr 2017.

Nur Bayern (89) und Nordrhein-Westfalen (63) hatten demnach mehr Todesfälle durch Ertrinken zu beklagen.

Die Zahl der Ertrunkenen ist im Jahr 2018 in ganz Deutschland gestiegen: Die DLRG zählte bundesweit 504 Tote - das ist ein Anstieg von knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Rettungsorganisation führte den starken Anstieg unter anderem auf den langen Sommer zurück. Mehr als die Hälfte der Todesfälle in Baden-Württemberg ereigneten sich demnach allein in den Sommermonaten Juni, Juli und August. Auch bundesweit ertranken die meisten Menschen im Sommer.

47 Badetote in Baden-Württemberg waren männlich, 14 weiblich. Bei einer Person konnte die DLRG das Geschlecht nicht klären. «Ertrinken scheint ein männliches Problem zu sein», sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese am Donnerstag. Deutschlandweit waren mehr als 80 Prozent der Todesopfer männlich.

Die meisten Menschen kamen an ungesicherten Badestellen ums Leben - vor allem in Binnengewässern, teilte die DLRG weiter mit. In Baden-Württemberg zählte man 52 Tote an Flüssen, Seen und Teichen. Eine große Risikogruppe sind nach Angaben der DLRG weiterhin ältere Menschen: Mehr als 40 Prozent aller Ertrunkenen in Deutschland waren demnach 55 Jahre alt oder älter. Baden-Württemberg hatte 27 Tote in diesem Alter zu beklagen.

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