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Karlsruhe Ein Spuk in Weiß: Karlsruher Picknicker bitten zum zweiten "Dîner en Blanc"

"Ganz in weiß, nur mit einem Blumenstrauß...", das Lied von Roy Black liegt nahe, wenn man an das "Dîner en Blanc" denkt. Ein bisschen mehr als ein Blumenstrauß darf es in Karlsruhe dann aber doch sein: Geschirr, Decken, Tische, Stühle, Dekoration und Kleidung von rund 450 Personen werden am kommenden Samstag wieder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn die Gesellschaft in Weiß zu Tisch bittet.

Der Grundgedanke des gemeinsamen Abendessens in Weiß kommt aus Frankreich: Erzählungen zufolge entstand das Massenpicknick aus einer überfüllten Privatparty in den 1980er Jahren, die kurzerhand in einen nahegelegenen Pariser Park verlegt worden ist. Daraus entstand ein jährliches Picknick an einem öffentlichen aber bis zuletzt geheim gehaltenen Ort.

An dieser Grundregel haben auch die vier Freundinnen aus Karlsruhe nichts gerüttelt:  Sie haben im vergangenen Jahr zum ersten Mal das "Dîner en Blanc" in die Fächerstadt geholt.  Die "Spielregeln" des gemeinsamen Abendessen sind gleich geblieben: Weißes Outfit, in Gruppen Tische und Stühle organisieren, weiße Tischtücher und Geschirr, ein Drei-Gänge-Menü und richtige Gläser.

Ein Spuk in Weiß

"Bitte kein Papier, Pappe oder Plastik", das ist den Veranstaltern besonders wichtig. Denn: "Wenn der Abend sich dem Ende zuneigt, packt eure Sachen komplett ein, vergesst nichts und lasst keinen Müll zurück." Das Dîner soll so spukhaft vorbei sein wie es begonnen hat und keine Spuren zurücklassen.

Großen Wert legen die Freundinnen auch auf einen nicht kommerziellen Charakter der Veranstaltung: "Es gibt Beispiele aus anderen Städten, bei denen Veranstalter Tickets verkaufen und Getränke oder Essen anbieten", stellt Veranstalterin Silvia Teschner gegenüber ka-news klar, "das entspricht unserer Ansicht nach aber nicht dem eigentlichen Gedanken des Dîner en Blanc. Daher gestalten wir es in Karlsruhe eher in dem ursprünglichen, klassischen Sinne."

Ort bleibt geheim

Ein kleines Extra haben die vier Freundinnen aus Karlsruhe "ihrem" Dîner en Blanc dann doch hinzugefügt: "Wir freuen uns, wenn ihr beim Drei-Gänge-Menü auf regionale und saisonale Bio-Lebensmittel zurückgreift." Im vergangenen Jahr speiste die weiße Gesellschaft auf der Hirschbrücke - wo am kommenden Samstag getafelt wird, darüber bewahren die Veranstalter ganz nach Tradition Stillschweigen.

Damit das Massenpicknick auch eines wird, bekommen alle Teilnehmer am Freitagabend eine SMS mit Ort und Zeit geschickt. Bis Freitagmorgen hatten sich 444 Personen angemeldet. "Wir sind uns sicher, dass es - nicht zuletzt auch aufgrund des nun gemeldeten guten Wetters für morgen - noch ein paar mehr werden", sagt Teschner.

Ein "Dîner en blanc" soll es auch 2015 geben: "Da haben wir dann ja auch noch den speziellen Umstand des Stadtgeburtstages. Da wird also die Herausforderung sein, einen geeigneten Termin zu finden, damit wir nicht mit den offiziellen Feierlichkeiten kollidieren. Aber wir sind uns sicher, dass wir das hinbekommen", so Teschner.

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  • unbekannt
    (2354 Beiträge)

    08.09.2014 17:49 Uhr
    Tasächlich auf den Bildern nur Weisse zu sehen
    Für ein paar Farbtupfer hätten sicher noch ein paar farbige Bedienstete gesorgt.
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  •   Mathias
    (88 Beiträge)

    06.09.2014 12:10 Uhr
    SchülerN
    ...
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  •   Mathias
    (88 Beiträge)

    06.09.2014 12:07 Uhr
    Auch Lehrer ...
    .. können kreativ sein - lernen sie ja von ihren Schüler bei jeder Klassenarbeit! zwinkern

    Wie wird Essen vom Lieferservice gebracht? In einer Warmhaltebox - was quasi eine umfunktionierte Kühlbox ist, die fast jeder z.H. hat.
    (Mit einem Stövchen auf dem Tisch kann man es noch perfektionieren.)
    Und die Suppe kommt in die Thermoskanne - warme Vorspeise.
    Dessert ist eh meist kalt.

    Also, wo ist das Problem? (Nein, ich habe noch nicht an einem solchen Event teilgenommen sondern nur kurz "nachgedacht"!)
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  • unbekannt
    (2 Beiträge)

    05.09.2014 23:37 Uhr
    joar...
    Lehrer sind bestimmt dabei. Bei 450 Leuten statistisch nicht mal unwahrscheinlich. Andererseits sind ja noch Ferien, da sind die ja alle weg meistens. Die Erfahrung von letztem Jahr zeigt außerdem, dass Tupperdosen tatsächlich ein probates Mittel zum Transport von Lebensmitteln sind. Solange man Geschirr dabei hat, um seine Erzeugnisse darauf zu leeren, ist es ja stilistisch nicht relevant. Generell geht es ja auch eher darum, was man daraus macht.
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  • unbekannt
    (793 Beiträge)

    06.09.2014 02:42 Uhr
    Aber
    das ist doch dann kalt...
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  • unbekannt
    (2 Beiträge)

    06.09.2014 08:53 Uhr
    Ist auch nix...
    für ne Currywurst. Es gibt aber genug speisen, die auch kalt oder lauwarm schmecken. Ne schöne Quiche zum Beispiel.
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  • unbekannt
    (793 Beiträge)

    05.09.2014 21:41 Uhr
    Abgesehen
    davon, dass ich es albern finde:

    Wo kommt denn das Essen her? Ein Dreigänger aus Tupperschüsseln?

    Ich wette, dass die Hälfte der Teilnehmer Lehrer sind. Mindestens. grinsen
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