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Karlsruhe Ein Kostendeckel "ist nicht realistisch" - wird die Staatstheater-Sanierung bald noch teurer?

Das Badische Staatstheater wird saniert und bekommt einen Anbau - das ist schon seit Jahren beschlossene Sache. Zu Beginn waren Kosten von 125 Millionen Euro angepeilt, je zur Hälfte von der Stadt Karlsruhe und dem Land getragen. Mittlerweile stehen 320 Millionen Euro im Raum. Nun fordert die Gemeinderatsfraktion Freie Wähler/Für Karlsruhe, einen Kostendeckel zu beschließen, damit es für die Steuerzahler nicht zu teuer kommt. Ob das gut geht?

Die Sanierung der Stadthalle kostet knapp 80 Millionen Euro, der Neubau im Wildpark über 120 Millionen, für die Sanierung der Europahalle sind 30 Millionen angesetzt. Und das Badische Staatstheater schlägt mit etwa 320 Millionen Euro zu Buche, davon muss die Stadt Karlsruhe laut Staatsvertrag die Hälfte übernehmen.

Die Gemeinderäte der Freien Wähler und Für Karlsruhe kritisieren allerdings, dass Oberbürgermeister Frank Mentrup die 320 Millionen an Kosten als "Worst Case" bezeichnet hatte. "Dieser Betrag muss jetzt auch so als Obergrenze eingefordert werden", schreiben Jürgen Wenzel, Friedemann Kalmbach und Petra Lorenz in ihren Antrag an die Stadt. 

Kostendeckel nur mit Landeszustimmung

Sie führen als gutes Beispiel den Stadionneubau an: "Für Mehrleistungen und Sonderwünsche müssen an anderer Stelle Einsparungen stehen und das sollte bei diesem Millionenprojekt ebenso umgesetzt werden. Es geht hier um eine Gleichbehandlung und um Fairness und um Steuergelder", heißt es in dem Antrag weiter. 

Die Stadtverwaltung ihrerseits verweist auf den Staatsvertrag, nach dem sich Stadt und Land die Kosten teilen. "Eine Deckelung der Vollkosten könnte nur mit Zustimmung des Landes festgelegt werden", schreibt die Stadt in ihrer Stellungnahme.

Dem Anliegen der Fraktion werde bereits schon jetzt Rechnung getragen: "Es gibt ein genehmigtes Nutzerbauprogramm und bei zusätzlichen Wünschen des Nutzers wird an anderer Stelle nach einer Kompensation gesucht."

Ein kleiner Fleck ist vom Bauzaun umgeben - mehr sieht man noch nicht von der kommenden Sanierung.
Ein kleiner Fleck ist vom Bauzaun umgeben - mehr sieht man noch nicht von der kommenden Sanierung. | Bild: Hammer Photographie

"Keine Zusage über Kosten"

Der aktuelle Kostenrahmen von 270 bis 320 Millionen Euro wurde 2017 dem Gemeinderat vorgestellt und daher, so erklärt die Stadt, "kann jetzt keine zuverlässige Aussage über die Entwicklung des Baukostenindex in den kommenden Jahren getroffen werden. Ob sie auf einen Zeitraum von rund zwölf Jahren gehalten werden können, kann nicht garantiert werden!"

Aufgrund der langen Bauzeit von 2020 bis 2032 und der "Komplexität des Projekts" sei eine Kostendeckelung "nicht realistisch", schreibt die Stadt als Antwort auf den Antrag. Allerdings verweist sie auf den Verwaltungsrat, der 2017 eingerichtet wurde. Ab dem kommenden Jahr wird dieser regelmäßig tagen und auch der Bauausschuss wird regelmäßig vom Land über alle Entwicklungen - auch über Kosten und Zeitplan - informiert werden.

Aus diesen Gründen empfiehlt die Stadt Karlsruhe ihren Gemeinderäten den Antrag der Freien Wähler und Für Karlsruhe abzulehnen. Über 20 Minuten wurde am Dienstagabend in der Sitzung der Stadträte noch diskutiert - mit dem Ergebnis, dass das Thema in die zuständigen Ausschüsse verwiesen wird.

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Kommentare (25)
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  •   Schlappedengler
    (364 Beiträge)

    12.12.2019 20:31 Uhr
    Kostendeckel?
    Hört auf, den gibt es doch nur für das neue KSC Stadion. 😉
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  •   andi79
    (2954 Beiträge)

    12.12.2019 19:58 Uhr
    natürlich wirds teurer
    wie alles. Zusätzlich zu den direkten kosten gibts die jährliche subventionierung von 20Mio Euro... damit also 240 Mio Euro wärend der Bauzeit. Nur für dieses Geld könnte man alle restlichen Theater in Karlsruhe bestimmt 100 Jahre lang finanzieren.... beim Stadion kommt ja wenigstens noch Geld rein, aber dieses Thema ist ein extremes Fass ohne Boden.
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  •   Beiertheimer
    (1166 Beiträge)

    12.12.2019 17:10 Uhr
    Man was macht ihr rum
    In Stuttgart kostet es das 2-3 fach und hier kriegt man schon bei 300 mille ein feuchtes Höschen.
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  •   ALFPFIN
    (7393 Beiträge)

    12.12.2019 17:26 Uhr
    Ja für Stutgart geben die Schwaben
    schon das Geld aus, auch wenn man es nicht hat. Aber ins Badische hinein wird da schon argumentiert,
    "mir habet nix un mir gäbet au nix". 😉 Das Staatstheater ist ja in erster Linie Landesangelegenheit.
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  •   ALFPFIN
    (7393 Beiträge)

    12.12.2019 17:09 Uhr
    Natürlich wird
    die Sanierung des Staatstheaters noch teurer. wie wurde uns immer gesagt "aus de Reih gedanzt, wird
    net. ".
    Eine Einhaltung des Kostenplanes oder zumindest eine nur moderates Überziehen des Voranschlages gibt es doch schon lange nicht mehr. Maßlose Kostensteigerungen haben bei uns ja schon eine Tradition, eben "aus der Reih gedanzt wird net", also nach Kostenplan zu bauen, das kann man sich gar nicht mehr leisten, weder im Bund, Land noch der Kommune, Imageschaden!! 😊
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