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Karlsruhe Ein Jahr Ticket für die Kurzstrecken: Zahl der Nutzer ist überschaubar

2,50 Euro kostet ein KVV-Ticket als Einzelfahrschein. Seit einem Jahr geht es aber auch günstiger, mit dem "eTarif", einer Art Kurzstreckenticket. Berechnet wird die Fahrtstrecke als Luftlinie. Der Tarif wird genutzt, wenn auch vergleichsweise wenig.

Vor genau einem Jahr hat der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) mit leichten Startschwierigkeiten den "eTarif" eingeführt. Ursprünglich schon für den 1. Juni 2017 angekündigt, ist es seit mittlerweile einem Jahr möglich, die im Karlsruher Nahverkehr tatsächlich gefahrene Strecke abzurechnen. Hierfür wird mit dem Handy ein Startpunkt ausgewählt und schließlich der Endpunkt angegeben - eine App berechnet die Luftlinien-Entfernung und berechnet anhand derer den zu zahlenden Preis.

Auf Anfrage von ka-news bestätigt Sarah Fricke, Sprecherin des KVV, dass sich das Angebot mittlerweile etabliert hat. Rund 13.000 Fahrscheine im "eTarif" würden derzeit monatlich abgesetzt. Der Marktanteil des "eTarifs" am gesamten Einzelfahrscheinverkauf sei aber sehr gering. "In Bezug auf die herkömmlichen Einzelfahrscheine in Karlsruhe kann aber definitiv nicht von einer Verdrängung oder Ähnlichem gesprochen werden", so Fricke weiter. Insgesamt verkauft der KVV im gesamten Netz rund 700.000 Einzelfahrscheine pro Monat.

eTarif KVV
Der e-Tarif ist ab sofort über eine App buchbar. | Bild: ka-news

Ticket wird am Automat weiterhin nicht zu kaufen sein

Auch nach einem Jahr heißt es vom KVV, dass man noch in der Erprobungsphase sei. Daher ist aktuell auch noch keine Ausweitung des Tarifs, beispielsweise auf einen Verkauf am Automaten, geplant. So bleibt das Ticket weiterhin an die App "ticket2go" gebunden. "Der Vorteil des Systems besteht gerade in der Flexibilität für den Fahrgast, durch die Technologie 'Check-In/Check-Out' je nach Bedürfnis ein- und auszusteigen", führt Fricke aus. Gleichzeitig kündigt sie aber eine Prüfung der gesamten Tarifbedingungen in den kommenden Monaten an, und da werde man "natürlich auch den 'eTarif' betrachten".

Offen ist auch die Frage, ob sich der Preis zum großen Fahrplanwechsel im Dezember verändern wird. "Dazu kann ich aktuell nichts sagen, über die Tarifentwicklung stimmt der KVV-Aufsichtsrat in der Sitzung Ende Juni ab", so Fricke. Derzeit das Luftstreckenticket im Grundpreis einen Euro, 25 Cent kommen je Kilometer hinzu.

ticket2go, KVV.mobil, KVV.ticket: Welche App brauchen Karlsruher Nahverkehrsnutzer?

Der KVV bietet seine Leistungen auf mehreren Apps an. Warum wird nicht alles in einem Angebot gebündelt? KVV-Pressesprecherin Sarah Fricke: "Einerseits möchten wir den Kunden individuelle Angebote bieten, um ohne große Komplexität genau die Bedürfnisse zu bedienen. So kann neben einer reinen Fahrtauskunft die automatisierte Fahrpreisermittlung ('eTarif') im Vordergrund stehen, oder es soll ein elektronisches Ticket im Vorverkauf gekauft werden können. Fährt er verbundübergreifend? Oder nutzt er neben dem ÖPNV auch Stadtmobil und Fächerrad und will alles mit einer App buchen? Andererseits bietet auch gerade der Einsatz mehrerer Systeme ein gewisse Unabhängigkeit vom Systemhersteller. So wird der Wettbewerb zwischen den Systemen gefördert."

"ticket2go" bietet den Vorteil, dass man keinerlei Tarifkenntnisse braucht. Die App berechnet immer automatisch den günstigsten Preis. Nur mit ticket2go kann man den "eTarif" innerhalb Karlsruhes nutzen, bei dem die tatsächlich gefahrenen Luftlinienkilometer berechnet werden. Mit "ticket2go" kann man auch verbundübergreifend in vielen baden-württembergischen Verbünden fahren.

"KVV.ticket" ist quasi die bequeme Basic-App, der Fahrkartenautomat für die Hosentasche. Erhältlich sind die Angebote Einzelfahrkarte Erwachsene (auch mit BahnCard-Ermäßigung) und Kind, 1. Klasse-Zuschlag sowie die Tageskarten Citysolo, Cityplus, Regiosolo und Regioplus und die Ergänzungskarte.

"KVV.mobil" von moovel zeigt die Abfahrtszeiten von Bus und Bahn in Echtzeit an. Tickets für Bus und Bahn und auch das Fächerrad und Stadtmobil können über ein Konto in der App gebucht werden.

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Kommentare (9)
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  •   dipfele
    (4767 Beiträge)

    11.06.2018 23:52 Uhr
    So wie sich das anlässt....
    … ist doch eine Vergünstigung gar nicht gewollt. Grosser Nachteil ist, dass man erst Elektronik braucht.
    Vielen wäre sicher schon geholfen, wenn die Grosswaben Karlsruhe und Baden- Baden halbiert werden würden, es stark rabattierte Einzelfahrkarten gäbe und die 24 Stundenkarte wieder eingeführt werden würde.
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  •   Suedweschter
    (308 Beiträge)

    11.06.2018 19:58 Uhr
    Vorschlag
    Der KVV führt auch 10-er und 50-ger Karten ein und gut is. Die 50-ger Karten sollten preislich unter der Monatskarte bleiben; so würden viele vom Auto absehen.
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  •   ruejo
    (117 Beiträge)

    10.06.2018 14:58 Uhr
    e-Tarif
    Dass der e-Tarif noch nicht einmal über die eigenen KVV- Ticket App buchbar ist, zeigt doch schon, dass man an der Verbreitung diese Tarifs gar nicht interessiert ist.
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  •   Nerolino
    (21 Beiträge)

    08.06.2018 19:55 Uhr
    Ticket2go ist im ganzen Netz gültig!
    Ich fahre öfters mit dem online-ticket. Das ist wirklich praktisch. Bei mehreren Fahrten am gleichen Tag werden die Fahrten unter einem passenden Tarif zusammenfasst, falls das möglich ist.
    Leider wird im Normalfall der Tarif für einen Einzelfahrschein abgerechnet. Finde ich ärgerlich, da die Jungs fast keinen Aufwand (zum Beispiel: Wartung von Fahrkartenautomaten) haben. Fair wäre der Tarif der 4er Karten.
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  •   IchKA
    (496 Beiträge)

    08.06.2018 18:06 Uhr
    Genauso ist es gewollt
    "Zahl der Nutzer überschaubar". Kein Wunder, wenn das noch nicht am Fahrscheinbautomaten funktioniert. Da will man halt noch ein bisschen auf Zeit spielen und weiter mehr kassieren, bis man irgendwann das anbietet, was andere Städte schon lange anbieten. Die Karlsruher Verzögerungstaktik scheint zu funktionieren, denn hier braucht man noch eine "Erprobungsphase" und das bringt schlichtweg G e l d für die kleinste U-Bahn der Welt.
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  •   kuba
    (975 Beiträge)

    08.06.2018 13:49 Uhr
    Ticket wird am Automat weiterhin nicht zu kaufen sein
    Genau, das dokumentiert die "Kundenfreundlichkeit"der Verkehrsbetriebe insbesondere gegenüber älteren Kunden, genau so wie die Weigerung, die Karte ab 65 den Erfordernissen anzupassen.
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  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    08.06.2018 09:10 Uhr
    KVV-Ticket
    Wenn es funktionieren würde wär das nicht schlecht, öfters versucht - geht nicht
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  •   elisuS
    (150 Beiträge)

    08.06.2018 07:56 Uhr
    Das gibt es ja nur für das Stadtgebiet Karlsruhe
    Wenn das ticket to go im gesamten KVV Gebiet gelten würde, hätte es sicher auch mehr Nutzer.
    Die 700 000 Einzeltickets werden ja auch im gesamten KVV verkauft.
    Die Zahlen nur aus der Wabe 100, dem Stadtgebiet Karlsruhe, wären hier besser zu vergleichen.
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  •   patrickkk
    (1131 Beiträge)

    08.06.2018 07:23 Uhr
    Muss man sagen
    "Der Vorteil des Systems besteht gerade in der Flexibilität für den Fahrgast, durch die Technologie 'Check-In/Check-Out' je nach Bedürfnis ein- und auszusteigen", führt Fricke aus.

    Ist bei Straßenbahnen wirklich eine Revolution!
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