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Stuttgart Eilmeldung: Baden-Württemberg schließt ab Dienstag alle Schulen und Kitas bis Ostern

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, schließen im Südwesten alle Schulen und Kitas bis nach Ostern. Die Zwangsferien haben massive Folgen. Elternvertreter warnen vor Chaos.

Wegen der Coronavirus-Pandemie schließt Baden-Württemberg von Dienstag an alle Schulen und Kindertagesstätten bis zum Ende der Osterferien. Das teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Freitag in Stuttgart mit. Auch andere Bundesländer hatten zuvor angekündigt, landesweit alle Schulen und Kindertagesstätten bis Ostern zu schließen.

Die baden-württembergische Landesregierung beschloss die Maßnahme am Freitag bei einer Sondersitzung des Kabinetts. In Baden-Württemberg besuchen derzeit rund 1,5 Millionen Schüler allgemeinbildende oder berufliche Schulen. Rund 444.000 Kinder wurden 2019 in Kindertageseinrichtungen betreut.

"Sind nach wie vor in der Steinzeit"

Das Land ist aus Sicht des Elternbeirates auf allgemeine Schulschließungen bis Ostern absolut nicht vorbereitet. "Wir haben keine Möglichkeiten, auf digitale Bildungsangebote auszuweichen, weil wir nach wie vor in der Steinzeit sind", sagte der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Carsten Rees, der Deutschen Presse-Agentur vor der Kabinettssitzung.

Rees wies auf die Lage von Schülern hin, die mitten in Prüfungsvorbereitungen steckten, etwa aufs Abitur lernen. Der Elternbeirat erwarte umfassende Antworten von der Regierung.

Entscheidung hätte früher kommen müssen

Die Schließung aller Schulen und Kindergärten im Land hätte nach Ansicht der Gymnasiallehrer deutlich früher beschlossen werden müssen. "Das Bewusstsein für den Ernst der Lage ist bei der Landesregierung erst langsam gereift", sagte Ralf Scholl, der Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg. Die Schulen hätten zu lange für sich und unterschiedlich entschieden.

Die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung seien dringend nötig, damit sich in den kommenden Wochen in Baden-Württemberg nicht Zehntausende infizierten. Kultusministerin Eisenmann hatte sich bislang gegen pauschale Schulschließungen ausgesprochen und die Forderung des Philologenverbands nach einer präventiven Schließung aller Schulen als "unverantwortlich" bezeichnet.

Zweiter Corona-Virus-Toter im Land

Die Zahl der Infizierten im Land stieg bis Donnerstagabend auf 454. Nach einem 67-Jährigen ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Es handele sich um einen 80-Jährigen aus Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen), der in einer Klinik behandelt wurde und positiv auf das neuartige Virus getestet worden war, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Der Mann sei der zweite Tote in Zusammenhang mit der Pandemie in Baden-Württemberg.

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  •   Gegengerade1975
    (227 Beiträge)

    14.03.2020 11:56 Uhr
    Vorletzte Woche..
    ... hat die Anzahl der nachgewiesenen Infizierten, also etwa entsprechend den Erkrankten in D bereits TÄGLICH um 40% zugenommen. Unsere Politiker haben wohl im Mathe Unterricht nicht aufgepasst (?). In einer Woche haben wir (optimistisch eine tägliche Zunahme von ca 25% vorausgesetzt) italienische Verhältnisse von ca 15000 Infizierten. Dann werden hoffentlich die Zahlen langsamer steigen, wenn die Lock-Down Maßnahmen beginnen zu greifen - wegen der Inkubationszeit ca. eine knappe Woche. Das ganze wird uns noch ein einige Monate beschäftigen - wie gesagt, optimistisch gedacht.
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  •   Riewespitz
    (94 Beiträge)

    14.03.2020 11:45 Uhr
    Das ist
    aber eine echt schräge Einstellung. Es macht Eltern bestimmt keinen Spass eine Betreuung zu organisieren. In vielen Fällen ist eben niemand da. Und gerade so zuhause zu bleiben geht auch nicht. Es steht zwar im BGB, dass man in so einem unverschuldeten Fall versuchen kann, ein paar Tage bezahlt freigestellt zu werden. Aber danach muss man vom Jahresurlaub nehmen oder auch unbezahlten Urlaub. Das muss aber alles mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden. Wenn der nicht zustimmt, ist man aufgeschmissen.
    Und bei Eltern die eine Betreuungsmöglichkeit finden, müssen auch wieder raus und sich der Gefahr an Covid-19 Infektion aussetzen. Das hat doch nichts damit zu tun ob man Kinder hat oder nicht.
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  •   Berty87
    (871 Beiträge)

    14.03.2020 07:43 Uhr
    Schon
    Mal drüber nachgedacht was die Leute ohne Kinder machen. Die müssen raus und sich Covi 19 Aussetzen und die Eltern müssen bzw. können daheim bleiben und auf die Kinder aufpassen.

    Aber kommt immer die doofe Antwort. Mach dir welche.
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  •   Philosoph
    (1 Beiträge)

    13.03.2020 19:45 Uhr
    Weiter denken!
    Das die Schulen und Kitas reagieren ist vollkommen richtig um weitere Infektionswege zu stoppen! ABER, die ganze Situation kam nicht von gestern auf heute! Man hätte sich schon viel früher damit auseinandersetzen müssen, welche Alternativen es geben würde, wenn es dazu kommt, sobald Kitas und Schulen schließen! Was machen Alleinerziehende Mütter die aber voll berufstätig sind? Gerade die Menschen die im Gesundheitswesen Arbeiten sind in solcher Situation unentbehrlich! Senioren müssen weiterhin versorgt werden.... Der Pflege Fachkraft Mangel ist jetzt schon enorm und in solcher Situation ist es ein unzumutbarer Zustand!!!!! Wie soll das System so aufrecht erhalten bleiben????? Ohne Worte!!!!
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  •   Riewespitz
    (94 Beiträge)

    13.03.2020 19:04 Uhr
    Vielen Dank
    dafür. 👍
    Gerade weil Kinder wohl kaum Symptome zeigen, ist die Schließung mehr als gerechtfertigt. Das kann bestimmt dazu beitragen, die Verbreitung des Virus zu verzögern.
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  •   Kruppstahl
    (1225 Beiträge)

    13.03.2020 17:18 Uhr
    Sehr clever
    Jetz werden die Kinder zur Betreuung bei den alten und schwächeren Großeltern zum Hüten abgegeben, damit die Eltern zur Arbeit gehen können. Wenn das mal gut geht.
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  •   Riewespitz
    (94 Beiträge)

    13.03.2020 18:26 Uhr
    Opa und Opa
    sind doch heute schon sehr aktiv in der Betreuung ihrer Enkelkinder. Es wird nur nicht entsprechend beachtet und in der Gesellschaft nicht wirklich gewürdigt. Es bieten bei weitem nicht alle Kitas den ganzen Tag Betreuung an. Großeltern sind da tagtäglich gefragt , erst die Kleinen zu hüten ,die noch nicht in die Kita gehen ,und nachmittags dann die größeren Kinder zusätzlich die aus der Kita kommen. Klar, durch die Schließungen steigen die Herausforderungen an Opa und Oma. 5 Wochen ohne Kita sind für die Kinder aber auch nicht einfach. Aber wenn beide Elternteile arbeiten müssen, wird sich an der Situation, dass wir Großeltern helfen dürfen, nichts ändern. Wir machen es dennoch sehr gerne. Und schwach sind wir nicht. Opas und Omas werden das nachvollziehen können.
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  •   Weichei
    (781 Beiträge)

    13.03.2020 19:32 Uhr
    Opa und Opa
    Nun ich bin schon 40 Jahre weg. Gleichgeschlechtliche Ehen, gibt es die schon so lange bei euch?
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  •   Riewespitz
    (94 Beiträge)

    13.03.2020 19:38 Uhr
    🤦
    Sollte Opa und Oma lauten.
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  •   Route66
    (2826 Beiträge)

    13.03.2020 18:42 Uhr
    Und das ehrt Euch Omis
    und Opis auch. Aber jetzt müsst Ihr Euch schützen, weil Ihr die Gruppe seid, die am meisten gefährdet ist (ausser die Menschen mit Vorerkrankungen). Die Kinder können den Virus schon unentdeckt in sich tragen und Euch infizieren. Passen Sie auf sich auf. 😉
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