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Karlsruhe Drohendes Aus für KIT-Gewächshäuser: "Wir wurden bitter enttäuscht"

Großer Andrang im "Zukunftsraum" in der Rintheimer Straße: Am Donnerstagabend wurde hier diskutiert, wie es mit dem Botanischen Garten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) weitergehen soll. Dieser soll zum Ärger der Anwohnern Neubauten weichen - und die Fronten sind nach wie vor verhärtet.

Nach aktueller Planung soll in dem Areal, auf sich derzeit noch die Gewächshäuser des Botanischen Insituts befinden, fünf Neubauten entstehen. Anders als im ersten Entwurf sollen drei Gebäude nur noch dreigeschössig werden. Die beiden Bauten am Adenauerring sollen fünf Stockwerke bekommen. Der Bebauungsplan wird derzeit weiter bearbeitet. Im Frühjahr, so der Plan, soll der Gemeinderat dann grünes Licht für die Pläne geben. 

Neue Planungen landen im Gemeinderat

"Das KIT hat Raumbedarf", betont Gerhard Schmidt, Leiter des Zukunftscampus am Institut. In der Vergangenheit sei es immer öfter notwendig geworden, Räumlichkeiten anzumieten. Eines betont er aber: Es werde keine Discounter, Ladengeschäfte und Gaststätte in den Neubauten geben.

Des Weiteren gibt er zu bedenken, dass der Botanische Garten des KIT nicht mehr sanierbar sei. Die Elektrik sei anfällig, die Heizung veraltet und die Instandhaltungskosten hoch. "Der Botanische Garten kann nicht so eingesetzt werden, wie wir es brauchen", so der KIT-Mitarbeiter. Nicht alle im Oststadt-Treff sind aber so überzeugt wie Schmidt. 

Diskussion in der Oststadt Nachbarschaft
Viel los beim Bürgergespräch: Bauingenieur Jürgen Scherle vom Oststadt-Treff klärt über die wichtigsten Fragen auf - und äußert ebenfalls Kritik. | Bild: Ramona Holdenried

Anwohner und Stadträte machen sich für Garten stark

Kritikpunkte gibt es an diesem Abend aber einige - und zwar nicht nur an den Plänen an sich, sondern auch an dem Vorgehen der Stadt. Bereits im vergangenen Jahr hatten Anwohner ihren Unmut über das Projekt zum Ausdruck gebracht. Weder das KIT noch die Verantwortlichen bei der Stadt konnten die Sorgen zerstreuen. "Wir wurden bitter enttäuscht", erklärt Günter Ketterer, Anwohner und Mitgründer der Initiative "Grüner Campus". 

Es habe bis heute keinen echten Dialog zwischen den Anwohnern und den Verantwortlichen gegeben. Ein weiterer Kritikpunkt: Die geplante Bebauung sei nicht nur unangemessen, sondern stünde dem KIT am Ende gar nicht vollständig zur Verfügung. Warum man den Botanischen Garten nicht in die Planung integrieren könne, erschließt sich dem sichtbar verärgerten Ketterer ebenfalls nicht: "Ja, er ist marode - aber nur, weil er über Jahre systematisch vernachlässigt wurde."  

Unterstützer haben die Anwohner unter den Stadträten bereits gefunden: die Kult-Fraktion. Lüppo Cramer, der an diesem Abend zusammen mit seinen Fraktionskollegen Erik Wohlfeil und Uwe Lancier zur Diskussion gekommen ist, bekräftigt, dass sich die Kult-Fraktion weiter für den Erhalt des Botanischen Gartens am Adenauerring stark machen werde.

So sei es grundsätzlich möglich, den Botanischen Garten aus dem Bebauungsplan auszugliedern. Seine Fraktion werde einen entsprechenden Antrag in den Gemeinderat einbringen. Ob die anderen Stadträte sich dieser Haltung anschließen, wird sich im Frühjahr im Gemeinderat zeigen.

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Kommentare (3)
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  • unbekannt
    (427 Beiträge)

    15.01.2017 10:47 Uhr
    Es ist eben so,
    dass es der Botanische Garten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist und nicht ein Botanischer Garten für die Anwohner.
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  •   InKa
    (816 Beiträge)

    14.01.2017 14:00 Uhr
    Bürgerbeteiligung
    Mitsprache nicht erwünscht...ja.. so läuft es
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  •   Lupo
    (2 Beiträge)

    14.01.2017 13:53 Uhr
    Das erinnert mich ....
    an die Abwicklung vom EDEKA-Fleischwerk in Rheinstetten
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