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Karlsruhe Digitale Fächerstadt oder Schlange stehen vor dem Schwimmbad: Können die Karlsruher bald per App ins Freibad?

Mit 26 Grad maximaler Durchschnittstemperatur im Juli und August lockt Karlsruhe in den Sommermonaten besonders viele Freibadbesucher an. Die Folge: lange Schlangen an den Drehkreuzen der vier großen Freibäder. In einem Antrag fordert die Grünen-Fraktion eine Eintritts-App im Rahmen des Projekts "digital@KA", um die Wartezeit vor den Bädern an heißen Tagen zu verkürzen.

Karlsruher Sommer locken aufgrund der durchschnittlich hohen Temperaturen viele Besucher in die Bäder. Lange Schlangen mit Wartezeiten von über einer halben Stunde sind an heißen Tagen und zu den Stoßzeiten oft die unangenehme Folge, so auch an einem schönen Sommertag am Turmbergbad. Wenn es nach den Grünen geht, soll das durch eine App für das Smartphone künftig verbessert werden. 

 

 

"Gerade einer Technologiestadt wie Karlsruhe würde eine solche App als innovative Idee gut zu Gesicht stehen. Diese kann lange Warteschlangen verringern", begründete Stadtrat Niko Riebel den Antrag seiner Fraktion in der Gemeinderatssitzung im September.

Handy statt Geldbeutel zücken
An vielen Stellen kann man bereits per Smartphone bezahlen - ob mit einer App oder der Kreditkarte. (Symbolbild) | Bild: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Konkret fordern die Grünen in ihrem Antrag, dass die Verwaltung die technische und organisatorische Umsetzbarkeit einer Smartphone-App für den Eintritt in städtische Einrichtungen wie Schwimmbäder, Kultureinrichtungen und Ähnliches prüft und darüber hinaus wie ein solches Angebot umgesetzt und beworben werden kann. Außerdem soll durch die Verwaltung das Angebot des KA-WLAN-Zugangs geprüft oder gegebenenfalls ausgearbeitet werden.

Leichter und attraktiver Zugang per App

Aus Sicht der Grünen-Fraktion würde die Bereitstellung einer solchen App Besuchern von Karlsruher Einrichtungen alles aus einer Hand bieten und den Zugang zu Freizeitaktivitäten leichter zugänglich und damit attraktiver machen. Die Grünen empfehlen ein solches Konzept im Rahmen des Projekts "digital@ka" einzuarbeiten.

Im Karlsruher Stadtgarten gibt es bereits ein ähnliches Konzept. So wurden Ende 2018 am Zoo automatisierte Zugänge in Betrieb genommen. Außerdem geht im zweiten Halbjahr 2019 der neue Zoo-Webshop online, womit dann zum Beispiel per Smartphone vorab Tickets gekauft werden können.

Karlsruher Zoo
Die Kassenhäuschen des Karlsruher Zoos sind teilweise schon digital. (Symbolbild) | Bild: Zoo Karlsruhe

Für einen ersten Probebetrieb sei deshalb insbesondere der Zoo geeignet, da dort die datentechnische Infrastruktur sowie auch das eingesetzte Kassensystem durch das städtische Amt für Informationstechnik und Digitalisierung bereitgestellt werden. An den jeweiligen Zugängen und der Seebühne werden zudem bereits KA-WLAN-Hotspots betrieben.

CDU und SPD begrüßen Digitalisierungsidee

Auch in der CDU und SPD steht man dem Antrag positiv gegenüber. "Ich würde gerne zeitnah, das heißt für mich, wenn die Freibäder nächstes Jahr wieder öffnen, diese App zur Verfügung stellen", forderte SPD-Stadträtin Irene Moser eine möglichst schnelle Umsetzung.

Kritik gibt es hingegen von der AfD. "Dieser Antrag sieht vor, sehr viel Geld für etwas auszugeben, das nur sehr selten auftritt", kritisiert Stadtrat Paul Schmidt und gibt zu Bedenken, dass man durch eine solche App längst nicht alle Besucher erreichen werde.

Schwimmbad Turmbergbad
Das Durlacher Turmbergbad. (Symbolbild) | Bild: Karlsruher Bäder GmbH

In ihrer Stellungnahme bestätigt die Verwaltung, dass man die Einführung einer Eintritts-Funktion innerhalb des Projektes "digital@KA" beabsichtige. Da es von einem breiten Partnerkonsortium getragen werde, garantiere es dadurch die Anbindung unterschiedlichster Dienste sowie deren Bezahlfunktion, zum Beispiel am Zoologischen Stadtgarten, ÖPNV oder dem ZKM.

Bei entsprechender Akzeptanz sei auch ein Ausbau auf weitere Einrichtungen wie Bäder oder Theater möglich. Das Marketingkonzept und die Entwicklung der Betreibung sind zudem Arbeitsprozesse innerhalb des Projektes.

Die Möglichkeiten des Ausbaus des kostenlosen städtischen WLAN werden regelmäßig geprüft, untermauert die Stadt zudem. Der Ausbau richtet sich nach vermuteter Nutzerakzeptanz sowie der wirtschaftlichen und technischen Machbarkeit.

Organisation und Umsetzung genau regeln

Oberbürgermeister Frank Mentrup gibt bei aller Euphorie aber auch zu Bedenken, dass neben der App-Entwicklung vor allem die Organisation und Umsetzung komplex sei. "Deswegen glaube ich, ist es ein guter Plan, dass wir jetzt eben nicht mal schnell eine App auf den Markt werfen, aber diese an den Eingängen gar nicht umgesetzt bekommen, denn wenn der mit App in der selben Schlange steht, wie der ohne App, dann nutzt das auch nichts", so Mentrup.

Das Stadtoberhaupt begrüßt allerdings das Vorhaben, das aus seiner Sicht über die Freibäder hinaus gehen sollte: "Ich glaube, das ist eine gute Zielvorgabe, das hat nicht nur etwas mit dem ZKM und den Bädern zu tun, sondern eigentlich müsste man versuchen, dieses System bei möglichst vielen Institutionen, wo man mit Jahreskarten oder buchbaren Einzeleintrittskarten zu tun hat, dann auch anzuwenden. Vielen Dank für die positive Rückmeldung."

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  •   107
    (420 Beiträge)

    17.11.2019 15:24 Uhr
    Edward Snowdon und Julian Assange
    schütteln, bar jeglichen Verständnisses, nur noch mit ihren Köpfen.

    "big brother is watching you."
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  •   Avatar
    (268 Beiträge)

    17.11.2019 17:48 Uhr
    Bi brother
    is watching jeden der ein Smartphone hat, egal ob ein- oder ausgeschaltet. Genau das hat Snowden zum Nachdenken gebracht. Die NSA weiß wer sich wo aufhält. Aber der moderne Mensch gibt ja sowieso freiwillig alles von sich Preis, dazu muss keiner mehr die Daten einer Schwimmbad-App auswerten.
    Und wenn dann zuhause noch Siri und Alexa stehen und ein hochmoderner Fernseher dann werden sogar die Gespräche im Raum mitverfolgbar. Brave New World. Und ohne Zwang und Diktatur, ein Träumchen.
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  •   maehdrescher
    (1250 Beiträge)

    17.11.2019 18:58 Uhr
    Der "Bi Brother"
    m/w/d...? grinsen
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  •   FG1961
    (280 Beiträge)

    17.11.2019 08:02 Uhr
    Ich war seit Jahren nicht mehr im Freibad
    Gibt es keine Kassenautomaten?
    Falls es zusätzlich mit einer App funktionieren soll, gibt es bereits fertige Lösungen:
    Barcode und Drehkreuz, beispielsweise.
    Zumindest sollte es einen gesonderten Zugang für die digitale Variante geben,
    damit nicht diejenigen mit einer Karte in der Hand warten müssen.
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  •   DerSpinner
    (2040 Beiträge)

    17.11.2019 00:32 Uhr
    Diese krampfhafte Zwangsdigitalisierung
    ist nur noch peinlich. Datenerhebungen um jeden Preis. Aber unsere Bevölkerung hat ja nichts zu verbergen, gelle?
    Dann kommt mal ein Stromausfall (mit dem Handy einchecken geht grad nicht!). Auf die dummen Gesichter bin ich gespannt.
    Selbst die Offerta war nur noch mit Onlinekarten im Vorverkauf zu erhalten. Da haben die älteren Besucher aber dumm aus der Wäsche geschaut. Dieser Schwachsinn wird maßlos übertrieben.
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  •   malerdoerfler
    (5899 Beiträge)

    16.11.2019 18:43 Uhr
    Wie oft ist es denn passiert, dass
    die Leute so lange warten mussten?

    Hier stellt sich wirklich die Frage nach Aufwand und Nutzen.
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  •   Dalli_Klick
    (387 Beiträge)

    16.11.2019 13:44 Uhr
    Von den Grünen
    hätte ich eher den Antrag erwartet, die Freibäder zu schließen. Die Becken zu heizen ist nämlich nicht klimafreundlich.
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  •   malerdoerfler
    (5899 Beiträge)

    16.11.2019 18:40 Uhr
    Naja
    ganz weltfremd sind nun auch die Grünen nicht.
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  •   Kiwi
    (307 Beiträge)

    16.11.2019 13:21 Uhr
    Wisch-Phone ausschalten
    In den letzten Monaten musste ich verschiedene Arztpraxen aufsuchen in jedem Wartezimmer hängt ein Schildchen - Handy bitte ausshalten -

    Manche Menschen sind zu dumm um zu die Kisten auszuschalten.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11531 Beiträge)

    16.11.2019 11:27 Uhr
    alles Käse, weil: ein Handy sollte man tunlichst nicht
    mit ins Freibad nehmen, ebenso wie überflüssige andere Wertgegenstände, da es ja bekanntlich

    1. dort leicht zu entwenden ist (die Versicherung wird ihre Freude haben)
    2. in manchen Bädern sogar verboten ist (Privatsphäre / Fotografierverbot)
    3. durch häufiges Bimmeln die anderen Badegäste daneben stört, sollte es nicht aus- oder auf Stumm geschaltet sein.
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