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Karlsruhe Diese Karlsruher quälen sich durch den härtesten Triathlon der Welt: "Hawaii hat einen einzigartigen Spirit!"

Einmal im Jahr wird die Südseeinsel Hawaii (USA) zum Schauplatz des wohl härtesten Sportwettbewerbs der Welt: Beim 'Ironman Hawaii' messen sich die besten Triathleten der Welt über die Langdistanz in 3,8 Kilometer schwimmen, 180,2 Kilometer Rad fahren und 42,195 Kilometer laufen. Auch Karlsruhe und die Region sind bei der Triathlon-WM am 12. Oktober vertreten: ka-news hat vier Männer und eine Frau aus der Region vor ihrem Abflug nach Hawaii getroffen.

Drei der Herren treffen wir im Sonnenbad, wo Thilo Schmalkoke (46), Volkmar Roth (55) und Moritz Gmelin (44) in den letzten Zügen der Vorbereitung sind und ihre Bahnen im Becken ziehen. Die Triathlon-WM über die Langdistanz in Kailua-Kona ist das größtmögliche Ziel für einen Triathleten und nur denen vorbehalten, die sich in ihrer Altersklasse für die Startplätze auf Hawaii qualifizieren können.

Karlsruher Triathlet
Im Becken des Sonnenbades ziehen die Triathleten Moritz Gmelin, Thilo Schmalkoke und Volkmar Roth ihre Bahnen. | Bild: Eric Reiff

In den verschiedenen Altersgruppen gibt es immer nur eine bestimmte Anzahl an Qualifikationsslots, die die Athleten belegen müssen. Insgesamt wird beim Langdistanz-Triathlon in wenigen Stunden eine Gesamtstrecke von 226 Kilometern im Wasser, auf dem Rad und zu Fuß zurückgelegt. Das entspricht eine Strecke von Karlsruhe bis etwa nach Konstanz am Bodensee. Doch das Ganze findet an einem Ort mit extremen klimatischen Bedingungen statt.

Liebe zum Sport brachte Silke und Christian zusammen

Bei allen drei Männern funkeln aber die Augen, wenn sie über ihre Erlebnisse und Gefühle auf Hawaii sprechen. Thilo Schmalkoke ist zum zweiten Mal qualifiziert, Volkmar Roth zum vierten Mal und Moritz Gmelin aus Ettlingen steht bereits vor seiner fünften Teilnahme auf Hawaii. Ergänzt wird das Karlsruher Triathlon-Trio durch das Ehepaar Silke (34) und Christian Piri (32), die auf Hawaii an den Start gehen.

Triathlon-Paar Piri
Christian (Startnummer 1997) startet bei den Herren 30 bis 34, eine Klasse für die eine Qualifikation sehr schwierig ist, da es viele Athleten in dieser Altersklasse gibt. Ehefrau Silke (2207) startet bei den Frauen 30-34 Jahre. | Bild: Privat

Auf ihrer Homepage beschreiben sich die Beiden als Triathlonverrückt. "Wenn wir nicht unserer Arbeit nachgehen, findet ihr uns beim Schwimmen, Rad fahren oder Laufen rund um Karlsruhe". Dieser Eindruck bestätigt sich, als ka-news sie in ihrer Wohnung in Karlsruhe trifft: Fahrräder, Radtrikots und Helme begrüßen akkurat angeordnet den Besucher.

Beide verbindet die gemeinsame Leidenschaft für den Extremsport, über den sich die beiden einst auch kennengelernt haben. Über gemeinsame Trainingseinheiten ist man sich näher gekommen, in Hawaii gehen die Piris erstmals gemeinsam an den Start. Für Christian ist es Premiere, Silke qualifizierte sich 2016 erstmals. Im gleichen Jahr schlossen sie auf Hawaii, dem Sehnsuchtsort für Triathleten, auch den Bund fürs Leben und heirateten.

Karlsruhe - eine ideale Trainingsumgebung 

Monatelange Vorbereitung liegen hinter allen Karlsruher Athleten, die den Triathlon-Sport alle als Hobby neben einem Vollzeitjob machen. "Man versucht natürlich so gut es geht die Trainingseinheit um den Job herumzulegen", erklärt Volkmar Roth. So radelt er zur Arbeit, geht in seiner Mittagspause laufen und vor oder nach der Arbeit zieht er seine Bahnen.

Thilo Schmalkoke arbeitete früher in der Pfalz und radelte zu dieser Zeit immer mit dem Fahrrad ins rund 53 Kilometer entfernte Neustadt. "Es können auch schon mal alle drei Disziplinen an einem Tag absolviert werden", erzählt Christian Piri. So geht es für ihn nach seiner Schicht bei der Berufsfeuerwehr ins Sonnenbad, Mittags auf das Rennrad und Abends wartet nochmal eine Laufstrecke von 15 bis 20 Kilometern.

Bis zu 25 Trainingsstunden pro Woche investieren die Amateursportler in ihr Hobby. Durch die Nähe zum Schwarzwald, ins Elsass oder den Kraichgau bietet Karlsruhe ein nahezu ideale Trainingsumgebung, bestätigen die Athleten im Gespräch. "Auch die Bäderlandschaft ist sehr vielfältig", ergänzt Piri.

Inzwischen haben alle ihre Trainingsintensität etwas zurückgefahren. "Das ist üblich, denn niemand will sich wenige Tagen vor dem großen Ziel noch eine schwere Verletzung zuziehen", erklärt Volkmar Roth. Die Angst vor einer Verletzung oder Erkältung, die eine Teilnahme am Rennen verhindern könnte ist bei allen Beteiligten groß. Moritz kämpft noch mit seinem Knie, an dem er sich im August eine Verletzung zugezogen hat. "Ich habe mir beim hoch- und runter Rennen auf einer Skipiste im Urlaub das Knie verdreht." Durch regelmäßige Besuche beim Physiotherapeuten, Saunagänge und Kühlung will er aber rechtzeitig fit werden, um in Kona seine Bestleistung abzurufen und sich für die harte Vorbereitung zu belohnen.

Karlsruher Triathlet
Moritz Gmelin vom SSV Ettlingen gilt als besonders starker Schwimmer. Er hat die meiste Erfahrung im Triathlon, ist seit seinem 16. Lebensjahr dabei. Er startet in der Klasse Männer 40-44. Startnummer: 1285 | Bild: Eric Reiff

"Ein Privileg dabei zu sein!" 

Bis auf Volkmar haben auf Hawaii alle das klar formulierte Ziel, noch bei Tageslicht als 'Daylight Finisher' die Ziellinie zu erreichen. Ansonsten versuchen sie das Gefühl vor Ort zu genießen und aufzusaugen. Es ist ein Privileg, in Kona dabei zu sein, in den Genuss kommen nicht viele. Nur knapp 3.000 Athleten von hunderttausenden Sportlern können sich für die Startplätze qualifizieren. "Hawaii hat einfach einen einzigartigen Spirit!", da sind sich die Karlsruher Athleten ausnahmslos einig.

Karlsruher Triathlet
"Dabei sein und einfach nur genießen!", ist das Motto von Volkmar Roth beim Ironman. Die Zeit ist für ihn nur nebensächlich. Er startet bei der Herren-Altersklasse 55-59. Startnummer: 442 | Bild: Eric Reiff

Ihre Erfahrungen im Triathlon-Sport sind ganz unterschiedlich. Moritz ist bereits seit er 16 dabei und hat inzwischen fast 30 Jahre Triathlon-Erfahrung. Volkmar kam vor über 15 Jahren über einen Arbeitskollegen zum Extremsport und war zuvor in Ballsportarten und im Turnen aktiv. Thilo und Christian spielten zuvor Fußball, das hohe Verletzungsrisiko brachte die beiden zum Triathlon, da beide ursprünglich nach einer sportlichen Aktivität suchten um fit und schlank zu bleiben. Silke war ursprünglich beim Leistungsturnen, ehe sie über einen Volkstriathlon ihre Liebe zu dem Sport entdeckte.    

"Sponsoring gestaltet sich schwierig"

Der Trip nach Hawaii ist teuer: 4.000 Euro sollte die Reisekasse umfassen, um den Wettkampf auf die Pazifik-Insel zu finanzieren. Auch wenn man über ein Qualifikationsrennen einen der begehrten Slots beim 'Ironman Hawaii' ergattert, beträgt die Teilnahmegebühr dort über 500 Euro. Dazu kommen die Kosten für Flug, Hotel und Lebenshaltungskosten vor Ort sowie gegebenenfalls Kosten für den Radtransport. Sponsorengelder helfen, dass nicht nur zeit- und trainingsintensive, sondern auch teure Hobby, zu finanzieren.   

Karlsruher Triathlet
Im Gespräch mit ka-news berichten die Karlsruher Triathleten von ihren Erlebnissen mit dem Extremsport. | Bild: Eric Reiff

Doch anders als den Stars der Branche Sebastian Kienle, Jan Frodeno oder Patrick Lange fliegen den Freizeitsportlern keine Sponsorenverträge zu. "Wir müssen schon sehr proaktiv auf Sponsoren und Ausrüster zugehen", erzählt Christian Piri von seinen Erfahrungen bei der schwierigen Suche nach Sponsoren. Er und seine Frau können für die Hawaii-Reise auf die Unterstützung ihres Hauptsponsors, ein Steuerbüro, zählen, der einen Großteil der anfallenden Kosten übernimmt. "Dafür sind wir sehr dankbar, da es keine Selbstverständlichkeit ist", sagt Silke Piri im Gespräch mit ka-news.

Vom 'Hawaii-Spirit' zehren die Karlsruher Athleten das ganze Jahr

Ansonsten verbindet das Ehepaar seinen Jahresurlaub mit Trainingslagern und Rennen weltweit, denn zwei Wochen am Strand liegen, das geht für sie nicht. Stattdessen erkunden sie ihre Urlaubsziele bei einem ausgedehnten Morgenlauf oder einer Radtour. Im Frühjahr waren die Beiden beispielsweise in Südafrika beim Triathlon. Auch für die kommende Saison suchen Christian und Silke schon nach neuen Zielen, an denen sie ihrer Leidenschaft nachgehen können. Thilo, Volkmar und Moritz hingegen suchen und finden im Urlaub auch mal die Gelegenheit ganz runter zu fahren und die Zeit mit Frau oder Kindern zu genießen.

Karlsruher Triathlet
Thilo Schmalkoke ist seit 2010 beim Triathlon und startet zum zweiten Mal in Folge beim 'Ironman Hawaii' in der Männerklasse 45-49 Jahre. Startnummer: 1004 | Bild: Eric Reiff

Nach den kräftezehrenden und mentalen Querelen, auf den 225 Kilometern durch den Pazifik, dem Highway durch Lavawüsten und dem Zieleinlauf auf dem 'Alii Drive' in Kona, heißt es für alle Karlsruher Sportler danach: Abschalten, Seele baumeln lassen und die Erlebnisse vom 'Mythos Hawaii' aufzusaugen und davon zu zehren! Doch wer Volkmar, Moritz, Thilo sowie Christian und Silke kennt, der weiß, das sie schon bald wieder im Wasser, auf dem Rad und dem Asphalt rund um Karlsruhe unterwegs sein werden.     

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Kommentare (11)
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  •   Lipa
    (428 Beiträge)

    13.10.2018 20:10 Uhr
    schlechtes
    Benehmen, wo gibts denn sowas.
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  •   runner
    (403 Beiträge)

    08.10.2018 20:16 Uhr
    Zensur
    Zitat von ka-news +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++

    Was an meinem Beitrag beleidigend gewesen sein soll erschließt sich höchstens dem Zensor.
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  •   negativ_hoch_zwei
    (1 Beiträge)

    07.10.2018 15:21 Uhr
    Schade
    dass bei den bisherigen Kommentaren es keiner geschafft hat, die Leistung der Sportlerin und der Sportler anzuerkennen. Stattdessen wird über die Rechtschreibung und die Ökobilanz diskutiert. Ich gratuliere den Teilnehmern für die Qualifikation zum Ironman Hawaii, dies ist bereits eine super Leistung, und wünsche viel Erfolg für den Wettkampf.
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  •   Malerdoerfler
    (4563 Beiträge)

    07.10.2018 11:43 Uhr
    Klar - einzigartiger Spirit
    An die Ökobilanz will ich mal gar nicht denken.
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  •   Samoht500
    (560 Beiträge)

    13.10.2018 21:03 Uhr
    Quatsch!
    Unüberlegten Kommentar! Weil diese herausragenden Sportler jeden Tag stundenlang trainieren, laufen, schwimmen, Radfahren und in diesen unzähligen Stunden somit eine hervorragende "Ökobilanz" aufweisen, weil sie in dieser Zeit kein Auto fahren, fast nichts konsumieren, keinen Strom verbrauchen usw.....muss man diesen Menschen ganz sicher keine Ökobilanz vorhalten. Deshalb dürfen sie "sehr gerne nach Honolulu fliegen"! Meinen Respekt haben diese Sportler!
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  •   betablocker
    (3331 Beiträge)

    07.10.2018 13:15 Uhr
    Die
    interessiert auch keinen. Wer sich auf dieses moderne Totschlagargument einlässt hat sowieso schon verloren. Damit können einem die Sauertöpfe JEDEN Spass an jedweden Dingen verderben.
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  •   betablocker
    (3331 Beiträge)

    06.10.2018 11:02 Uhr
    Da muss
    man schon ganz schöne extrem drauf sein, wenn man das Trainingsprogramm so liest.

    Ich fang das jetzt auch an. Zunächst gehe ich duschen, dann laufe ich in die Garage und schwinge mich dort aufs Motorrad. Ist ja im Prinzip das Gleiche. grinsen
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  •   ALFPFIN
    (6253 Beiträge)

    06.10.2018 11:57 Uhr
    So gesehen, habe ich heute morgen auch schon geübt,
    mit der Bahn ging es am Albtalbahnhof nicht mehr weiter, Fahrer wusste auch nicht warum, also aus der Bahn raushüpfen, bei Rot quer rüber gehechtet, so dass ich die Bahn Richtung Mühlburg noch bekam. (Bei Grün kann ja jeder rüberspringen). Gut bis Hawaii hätte ich noch ein bissle weiterspringen müssen.
    betablocker, wo muss ich denn da in Mühlburg dann abbiegen? grinsen
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  •   betablocker
    (3331 Beiträge)

    06.10.2018 12:07 Uhr
    Das kommt
    jetzt drauf an aus welcher Richtung du dich Hawaii annähern willst. Wenn von Westen, dann steigst du am besten am Lameyplatz aus und fährst dann vom Mühlburger Bahnhof aus Richtung Pfalz. Wenn du die östliche Richtung bevorzugst steigst du am Entenfang in die S2/S5 Richtung Mühlacker.
    Aber nimm was zu essen und trinken mit, das kann etwas dauern. grinsen
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  •   bier2
    (828 Beiträge)

    06.10.2018 09:27 Uhr
    sie zerren davon das
    ganze Jahr. ...was zerren die denn?
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