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Karlsruhe Die liebe Not mit der Notdurft: "Eine Garantie, welche Bahn eine Toilette besitzt, gibt es nicht"

Vor allem in unpassenden Momenten überkommt es uns oft: Das dringende Bedürfnis nach einer Toilette. Problematisch vor allem dann, wenn man in einer Bahn der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) unterwegs ist. Diese verfügen nämlich oft nicht über ein stilles Örtchen, so die Kritik einer Leserin, die sich an ka-news wendet.

AVG-Pressesprecher Nicolas Lutterbach jedoch dementiert die Vorwürfe: "Die Bereitstellung von Toiletten ist Bestandteil der Verkehrsverträge - und damit gesetzlich verpflichtend." Doch finde ich tatsächlich in jeder AVG-Bahn eine Toilette?

"Eine Garantie, welche Bahn eine Toilette besitzt, gibt es nicht"

Laut Lutterbach werden diese vor allem auf den Ausflugsrouten eingesetzt. Das bedeutet: Fährt man mit der S4 nach Heilbronn, mit der S51 in die Südpfalz, mit der S7/S71 nach Achern oder mit der S8/S81 nach Freudenstadt, hat man nach Meinung des AVG-Sprechers gute Chancen, eine Bahn mit Toilette zu erwischen, aber: "Eine Garantie, welche Bahn eine Toilette besitzt, gibt es nicht", gibt er im Gespräch mit ka-news zu.

Bahntoiletten
Nicht alle Bahnen sind, wie hier, mit einer Toilette ausgestattet. | Bild: AVG

Das kritisiert auch Wolfgang Melchert, Vorstandsmitglied des Kreisverbandes Karlsruhe des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Seiner Ansicht nach ist vor allem die Pfinztalstrecke in Richtung Pforzheim und Bad Wildbad von Toiletten-Mangel betroffen. 

Lückenlose Versorgung bleibt schwierig

Insbesondere in der Hauptverkehrszeit sei es schwierig, lückenlos Bahnen mit stillem Örtchen garantieren zu können, da dann auch alze Fahrzeuge ohne Toilette eingesetzt werden müssen. "Das Angebot an Fahrten mit Toilette ist natürlich unzureichend", sagt er gegenüber ka-news. Er fordert deshalb, insbesondere auf der langen Kraichgau-Strecke zuverlässig in jedem Zug eine Toilette bereitzustellen. 

Symbolbilder Bahn in Karlsruhe
In Stoßzeiten gestaltet sich die nahtlose Versorgung der Bahnen mit Toilettenzugang schwierig. (Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

Aber: "Alle Strecken wird man derzeit wohl nicht mit Toiletten abdecken können", erklärt das Karlsruher VCD-Vorstandsmitglied. Der Grund: Neue Fahrzeuge, die standardmäßig mit Toilette geliefert werden, sind teuer und die älteren Bahnen ohne sanitäre Anlagen bleiben auch weiterhin in Betrieb. 

Hinzu kommen die Einschränkungen, die durch die Versorgung und Entleerung der Anlagen entstehen. Hierzu sind spezielle Absaug-Stationen notwendig, von denen es laut AVG-Sprecher Lutterbach aber nur vier Stück gibt. Diese werden von den Bahnen alle zwei bis drei Tage angefahren, die Entleerung dauert eine gute Stunde.

Der Trick mit der Wagennummer

Was können Bahnfahrer in Zukunft beachten, damit sie unter den zirka 160 AVG-Stadtbahnen dennoch sicher eine der rund 65 mit Toilette erwischen? Vor Fahrtantritt wirklich ersichtlich ist das nämlich nicht, das räumt auch Nicolas Lutterbach im Gespräch mit ka-news ein. Dennoch gibt es eine einfache Merkregel.

AVG Bahn
Bild: Eric Dewald

Alle Wagen, die eine 900er-Nummer tragen - das sind die der neueren und die neuesten Generationen - verfügen über ein stilles Örtchen. Wagen mit niedrigern Nummern, also die AVG-Züge im 800er-Bereich, sind nur zu einem kleinen Teil mit Toiletten ausgestattet.

AVG-Sprecher Lutterbach hat zum Abschluss noch einen praktischen Tipp, damit das dringende Bedürfnis gar nicht erst zum Problem wird: "Am besten ist es, wenn einfach jeder vor Fahrtantritt nochmal auf die Toilette geht." 

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Kommentare (45)
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  •   mueck
    (10437 Beiträge)

    10.11.2018 13:00 Uhr
    !
    ... und nur bissele Gas geben, 100 im Ort bspw., und man ist viel schneller im Gebüsch in der Kurve ...
    Sieht man ja ständig im Straßenverkehr, dass die Autos so schnell sind, wohl alles ältere Männer drin ...
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11072 Beiträge)

    10.11.2018 13:43 Uhr
    aber, hör mal,
    da muß ich uns ältere Generation in Schutz nehmen, denn nicht wenige junge Hüpfer kommen aus der Disco und fahren los, um die Ecke, wo sie hinp..., um dann wieder zurückzufahren.
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  •   BMWFahrer
    (199 Beiträge)

    10.11.2018 18:12 Uhr
    Welcher junge Mensch geht in eine Disco ?
    Das ist sowas von out. Es gibt doch Facebook, Twitter, Instagram usw.
    Da muss man sich nicht mehr aus dem Haus bemühen.

    A65, Akra, Katakombe, Unverschämt, ... - alles Geschichte
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  •   Hartz4Bomber
    (619 Beiträge)

    10.11.2018 09:36 Uhr
    Chaosladen AVG,
    auf der Linie S 5 fallen regelmäßig Bahnen aus, gestern wieder zwei hintereinander. In der Schule meiner Tochter nehmen die es mir schon gar nicht mehr ab, wenn ich wieder mal anrufen muss um ihre Verspätung zu entschuldigen.
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  •   BMWFahrer
    (199 Beiträge)

    10.11.2018 18:14 Uhr
    Diese Beitrag
    geht leider völlig am Thema vorbei.
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  •   MeisterProper
    (29 Beiträge)

    10.11.2018 14:59 Uhr
    Ja!
    Da kann ich nur zustimmen. Am Europa-Gymnasium in Wörth ist es inzwischen ein geflügeltes Wort geworden: Wenn irgendetwas kaputt geht, fehlt oder sonst irgendetwas nicht stimmt, ... "KVV".

    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen, aber wenn ich sehe, wie viele Schülerinnen und Schüler sich auf der Strecke zwischen Maximiliansau/West und Wörth Bürgerpark (in beiden Richtungen) immer öfter die Beine in den Leib stehen, gefühlt fast jeden Tag, man erst überhaupt ab der zweiten Stunde in der Schule sinnvoll arbeiten kann, weil einfach nicht sichergestellt werden kann, dass die betroffenen Schülerinnen und Schüler vor der 2. Stunde überhaupt anwesend sind, dann ist das ein Zustand, der von allen Beteiligten weitestgehend kommentarlos hingenommen wird.

    Jede Kritik verschwindet im Nirwana der KVV/AVG-Textbausteine. Wenn man schon sonst nichts hinbekommt, das kann man. Das hat man perfektioniert.
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  •   Route66
    (1732 Beiträge)

    10.11.2018 22:02 Uhr
    Einfach mal
    alle Eltern auf die Barrikaden wegen dieser Zustände. Einschreiben mir Rückschein, Anwälte (Eltern schicken ja gerne mal Anwälte in die Schule, damit der Sprössling sein Recht ääh.. die bessere Note bekommt und ich finde hier wäre mal ein guter Grund für den Einsatz eines Anwalts), die Presse einschalten mit Dokumentation wann und wie oft die Kinder zu spät kamen wegen Ausfall oder Verspätung der Bahn... Mir fällt da so einiges ein. Aber nur jammern, mit Verlaub, das hilft nicht. Der Kunde hat die Macht etwas zu ändern. Immer.
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  •   MeisterProper
    (29 Beiträge)

    11.11.2018 00:51 Uhr
    (2)
    ... "Abweichungen von Fahrplänen durch Verkehrsbehinderungen, Betriebsstörungen oder -unterbrechungen sowie Platzmangel begründen keine Ersatzansprüche; insoweit wird auch keine Gewähr für das Einhalten von Anschlüssen übernommen." Fahrermangel, z.B., wird als Betriebsstörung deklariert und das war es dann auch schon. Seit zig Jahren.
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  •   MeisterProper
    (29 Beiträge)

    11.11.2018 00:49 Uhr
    (1)
    Seit Jahren eigentlich beschwert man sich gezielt, inkl. Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis, die sich mehrfach laut zu Wort gemeldet haben. Die Regionalpresse berichtete. Aber (mein Eindruck), wenn sich ein Großteil der Kunden mit den Verhältnissen arrangiert hat, dann kommt dabei wenig heraus. Zudem laut Beförderungsbedingungen KVV/AVG nur garantieren, dass man Geld für die Beförderung zahlen muss. Alles andere ist ausgeschlossen. Da bringen Anwälte wenig.
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  •   suedoschtkarle
    (187 Beiträge)

    10.11.2018 08:05 Uhr
    Toiletten sollten...
    ...vor allem auf den längeren und oft Bahnhofsfernen Strecken eingebaut sein/werden.
    Einfach mal an die Verträge und Gesetze halten, Zitat: "Die Bereitstellung von Toiletten ist Bestandteil der Verkehrsverträge - und damit gesetzlich verpflichtend."
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