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Karlsruhe Die Krux mit den "guten Vorsätzen": Warum es mir so schwer fällt, durchzuhalten

Jedes Jahr das gleiche Theater: Kurz vor dem Jahreswechsel kommt fest jeder der Freunde mit einem "guten Vorsatz" um die Ecke. Es scheint so, als hatten alle zwischen den Jahren zu viel Zeit, sich für 2019 etwas vorzunehmen - was dann aber allzu oft doch nicht funktioniert. Auch ich habe immer wieder im Sinn, zum neuen Jahr etwas zu ändern und scheitere dann doch an mir selbst. Ein Kommentar von Anya Barros.

Mehr Sport, mit dem Rauchen aufhören und weniger Alkohol trinken, weniger Zeit am Handy und dafür mehr mit der Familie und Freunden verbringen. Das sind nur fünf der beliebtesten Neujahrsvorsätze laut einer Umfrage der Krankenkasse DAK. Auf Platz 1: 62 Prozent möchten im neuen Jahr Stress vermeiden und abbauen. Ein Dauerbrenner, schon im Vorjahr stand das ganz oben auf der Hitliste.

 

 

 

 

Infografik: Die guten Vorsätze für 2019 | Statista

 

Auch ich finde mich in diese Hitliste wieder: Mehr Sport, weniger Smartphone und mehr Sparen - das sind meine guten Vorsätze für das Jahr 2019. Zumindest in Sachen Sparsamkeit habe ich schon angefangen: Jede Kalenderwoche wandert ein Euro mehr ins Sparschwein. In Kalenderwoche (KW) Eins ein Euro, KW2 zwei Euro und so weiter.

Geld
Jede Woche Geld zur Seite legen - für einen schönen Urlaub? (Symbolbild) | Bild: Julia Wessinger

Eben jenes Sparschwein steht schön präsent in der Küche, ist quietschrot und ich kann es gar nicht übersehen. Dazu hake ich die jeweilige Kalenderwoche ab - sollte also passen und zum Schluss fast 1.400 Euro zusammenkommen. Mehr Sorgen machen mir die anderen beiden Vorhaben.

Weniger Smartphone, mehr Freunde in der Realität

Beruflich brauche ich öfters am Tag mein Smartphone. Da beißt die Maus keinen Faden ab und auch privat surfe ich nach Feierabend gerne mit dem Handy durch das große, weite Internet. Ein bisschen Instagram hier, ein wenig Facebook da und kurz vor dem Schlafen nochmal die News-App angeschaut.

Das summiert sich auf Dauer und nervt mich selbst irgendwie. Also möchte ich abends einfach auch mal das Telefon ausmachen. Tut ja nicht weh! Muss ich mich nur dran gewöhnen. Und die Freunde, die man in der Realität auf ein Bierchen oder eine Apfelschorle trifft, freut es auch, wenn ich weniger an dem Gerät hänge. 

Surfen mit dem Smartphone
Weniger am Handy hängen (Symbolbild). | Bild: pixabay.com © Pexels

Dann ist da die Sache mit dem Sport... Hui, ja... Ich drücke mich sogar jetzt darum, dabei schreibe ich nur darüber. Der Schweinehund ist nach der Arbeit aber so groß und gerade im Winter möchte man (also ich) einfach nur heim und nicht in ein stickiges Sportstudio. Und im Sommer ist es draußen auch schöner als im stickigen Sportstudio.

Jeder Zweite hält nur durch? Da gehöre ich dazu!

Ein Teufelskreis also und da kommt der Neujahrsvorsatz gerade recht. Kann ja so schwer nicht sein, sich abends statt auf den Heimweg ins Fitnessstudio aufzumachen. Warum ist es mit den guten Vorsätzen immer so schnell dahin?

Bild Fitnessstudio SSC
Ein Fitnessstudio in Karlsruhe (Symbolbild). | Bild: SSC Karlsruhe

Laut der Krankenkassenumfrage gelingt es gerade mal jedem Zweiten, länger als vier Monate durchzuhalten. Halten es 50 Prozent mit ihren Sportvorsätzen also wie Oscar Wilde, der einst sagte: "Gute Vorsätze sind nutzlose Versuche, in wissenschaftliche Gesetze einzugreifen. Ihr Ursprung ist pure Eitelkeit. Ihr Resultat gleich null."? Möglich.

Gute Vorsätze? Nein Danke! 

Bei mir sieht das allerdings anders aus: Zu Jahresbeginn bin ich hoch motiviert, gehe zum Sport - das weiß ich jetzt schon. Und es macht auch Spaß, ohne Zweifel. Doch dann passiert etwas mit mir. Ich verliere meine Willenskraft!Die ist bei mir nur begrenzt. Doch wenn mich wenige Tage nach Neujahr der Alltag wieder hat und ich in meine Routinen verfalle, dann war's das mit dem Gang ins Fitnessstudio, dann greife ich auch wieder zum Smartphone.

Smartphone im Test
Bild: Sebastian Gollnow

Also, für dieses Jahr - pardon, nächstes Jahr - weiß ich jetzt nun besser und nehme mir einfach keine "guten Vorsätze", denn die sind nicht für die Ewigkeit. Doch vielleicht versuche ich es dann einfach häppchenweise: mal vier Wochen auf Alkohol verzichten, am Wochenende mal das Handy ausschalten und mich auf Arbeit  nicht stressen lassen.

Und wenn das nichts hilft, dann fahre ich von meinem wöchentlich gesparten Geld am Ende des Jahres 2019 einfach richtig fett in den Urlaub - das sollte Motivation für meine Willenskraft genug sein!

 


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  •   Route66
    (1762 Beiträge)

    01.01.2019 12:28 Uhr
    Gute Vorsätze
    Man kann jeden Tag in seinem Leben entscheiden etwas zu ändern. Dazu braucht man keinen 01.01.
    Ist doch ganz einfach: man will wirklich etwas ändern, dann macht man es auch. Alles andere ist Selbstbetrug.
    In diesem Sinne: Ein gutes Neues Jahr.
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  •   Kiwi
    (293 Beiträge)

    01.01.2019 16:19 Uhr
    Ich habe es geschafft
    Man benötigt keinen 1.1. für eine Änderung des Lebens. Nach über 55 Jahren Qualmerei habe ich am 3. September 2014 mit dem Rauchen aufgehört. Ohne irgendwelche Hilfsmittel, es muss im Kopf ein Schalter umgelegt werden dann klappt es.
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  •   hajmo
    (4172 Beiträge)

    01.01.2019 11:26 Uhr
    So viel zum Thema:
    Ich habe mir zu Beginn des letzten Jahres vorgenommen 10 kg abzunehmen - fehlen jetzt nur noch 14 kg.

    OK, ich geb's zu - uralt....
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  • unbekannt
    (1273 Beiträge)

    02.01.2019 13:46 Uhr
    Jedoch noch sau gut
    der Spruch.
    Habe keine neuen Vorsätze. Die alten wurden noch nicht mal angetastet.
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