13  

Karlsruhe/Pforzheim/Rastatt Die Bilanz der Silvesternacht: Gefährliche Böller, brennende Mülleimer und Schlägereien

Der vergangene Silvesterabend verlief laut Angaben des Polizeipräsidiums Karlsruhe im gesamten Einsatzgebiet zunächst ruhig, ab Mitternacht kam es immer wieder zu kleineren Bränden insbesondere von Mülleimern oder Altkleidercontainern, Bäumen und auch zu Körperverletzungsdelikten und Ruhestörungen. Die Beamten wurden zu insgesamt 535 Einsätzen gerufen, bei der Karlsruher Feuerwehr gingen zwischen 23 und 3 Uhr über 350 Anrufe ein.

Die Polizei führte bereits am frühen Abend Präsenz- und Kontrollmaßnahmen durch. Die Bilanz: Insgesamt waren über 230 Polizisten unterwegs, die 535 Einsätze zu bewältigen hatten.

65 Ruhestörungen waren zu verzeichnen. Weiterhin wurden 25 Körperverletzungsdelikte, neun Diebstähle und neun Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz angezeigt. Es mussten insgesamt 42 Platzverweise ausgesprochen werden.

Zwei Jugendliche wurden erheblich alkoholisiert angetroffen. Eine sexuelle Beleidigung kam in der Nacht bei der Polizei zur Anzeige. 17 Personen wurden festgenommen, 25 Personen mussten die Nacht im Polizeigewahrsam verbringen.

Schlossplatz: Böller schießen in Menschenmenge

Wie auch zum vergangenen Jahreswechsel versammelten sich im Stadtgebiet Karlsruhe mehrere tausend Personen auf den öffentlichen Plätzen. Auf dem Schlossplatz konnten laut Polizeiangaben rund 2.000 Personen gezählt werden, etwa 1.000 davon mit Migrationshintergrund, die insbesondere durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern auffielen und diese auch gezielt in die Menschenmenge schossen.

Dabei erlitt ein 3-jähriges Mädchen eine Augenverletzung und musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Vermutlich aufgrund der Gefährdung durch die Feuerwerkskörper habe ein Großteil der Besucher den Platz vor dem Schloss verlassen.

Bei einem Einsatz wegen einer Schlägerei zwischen fünf Personen am späten Montagabend in Durlach mussten die Beamten Pfefferspray anwenden. Es kam zum Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Dabei erlitt ein Polizeibeamter eine Knieverletzung.

Am Dienstgebäude der Generalbundesanwaltschaft in der Brauerstraße wurde der Ausfahrtsspiegel durch bislang Unbekannte beschädigt.

Feuerwehr musste Brände löschen

In der Integrierten Leitstelle der Feuerwehr gingen in der Nacht 356 Anrufe ein, darunter 146 über die Notrufnummer 112. Die Feuerwehr rückte zu 15 Einsätzen aus. Den größten Anteil hatten hierbei laut Pressemeldung der Feuerwehr brennende Müllbehälter. Wie die Polizei mitteilt, gingen acht Stück in Flammen auf - in der Ebertstraße musste deswegen zeitweise ein Mehrfamilienhaus evakuiert werden, da das Feuer einer brennenden Tonne auf die hölzerne Hinterhoftür übergegriffen hatte. Laut Polizeibericht ist die Brandursache noch unklar.

Ein Fahrzeug in der Waldstadt brannte komplett aus. Im Landkreis Karlsruhe standen außerdem mehrere Bäume in Flammen. Ein abgebranntes Feuerwerk setzte vermutlich einen Carport und das darin abgestellte Fahrzeug in Pfinztal in Brand. Der Schaden wird auf rund 15.000 Euro geschätzt. 

Mit Messer bedroht: Raubbanden trieben in Pforzheim ihr Unwesen

In Pforzheim hielten geschätzt zwei Tätergruppen die Polizei in Atem, die insgesamt fünf Raubstraftaten im Stadtgebiet begingen. Zwei Jugendliche sollen in der Östlichen Karl-Friedrich-Straße nach Faustschlägen und unter Vorhalten eines Messers 20 Euro von einer Person geraubt haben, in der Leopoldstraße hielten zwei Täter ihrem Opfer ein Messer vor und entnahmen ihm zwei Euro.

Kleinere Bargeldbeträge erbeuteten außerdem zwei Täter jeweils durch Vorhalten eines Messers bei drei Raubstraftaten im weiteren Bereich des Bahnhofplatzes. Die Ermittlungen hierzu dauern laut Polizei an.

Kurz nach dem Jahreswechsel kam es im Bereich des Leopoldplatzes in Anwesenheit von 500 Personen, zum großen Teil mit Migrationshintergrund, zu erheblichen Störungen, wobei eingesetzte Kräfte mit Feuerwerk beschossen wurden und dabei ihre Dienstkleidung beschädigt wurde. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand.

Rastatt/Baden-Baden: Kleinere Verstöße, keine Verletzten

Im Landkreis Rastatt und Baden-Baden wurden in der Silvesternacht insgesamt 16 Brände gemeldet. In den meisten Fällen handelte es sich um brennende Abfälle von Silvesterfeuerwerk oder brennende Mülltonnen, berichtet die Polizei. Die kleinen Brände gingen zum Teil von alleine aus oder wurden von den eingesetzten Feuerwehren gelöscht.

Etliche Anrufer teilten über Notruf mit, dass Jugendliche unsachgemäß mit Feuerwerk umgingen. Von den eingesetzten Streifen wurden nur kleinere Verstöße festgestellt. Zu verletzten Personen sei nichts bekannt. Insgesamt wurden zehn kleinere Schlägereien gemeldet. Die Beteiligten waren alle alkoholisiert. Die Situation sei durch die eingesetzten Beamten bereinigt worden. Zu schweren Verletzungen kam es nicht.

Aufgrund von mehrfachen Verstößen gegen unsere Kommentarregeln sowie die Netiquette, musste die Diskussion leider geschlossen werden.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen