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Karlsruhe Der Bernhardusplatz im Osten der Stadt wird sich verändern: Vom umtosten Bahnsteig zum kleinen Marktplatz?

Sie markieren das östliche Ende des U-Strab-Tunnels: der Bernhardusplatz und das Durlacher Tor. Jahrelang war diese Stelle der Hotspot der Bauarbeiten zur Kombilösung. Hier lagerten die Tübbinge, von hier aus machte sich Giulia auf den Weg durch die Kaiserstraße und noch heute stehen hier zahlreiche Baucontainer. Doch bald werden auch die verschwinden. Und was passiert dann mit der großen Freifläche vor der Kirche St. Bernhard? In einer Infoveranstaltung am Donnerstag wurde das nun vorgestellt.

Die Durlacher Allee ist einer der Hauptzufahrtsstraßen von Osten her kommend. Schon seit Jahren wird entlang dieser Achse viel gebaut, die Areale entlang der Straße aufgewertet. Seit 2012 gibt es daher ein Konzept in der Stadt Karlsruhe. Unter dem Namen "Entwicklungsachse Durlacher Allee" werden Aufgaben und Ziele zusammengefasst. 

Durlacher Tor St. Bernhard
Die Kirche St. Bernhard um 1910. | Bild: Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS XIVc 9

Das Durlacher Tor und der Platz bekommen neues Gewand

Nun soll Durlacher Allee an ihrem Ursprung, am Durlacher Tor und am Bernhardusplatz, ebenfalls ein neues Aussehen bekommen. Während das Durlacher Tor schon fast wieder wie früher, also vor dem Baubeginn der Kombilösung aussieht - die Bahnsteige sind schon gebaut und auch die Straßen haben wieder einen mehr oder weniger gewohnten Verlauf - fehlt nun noch der Bernhardusplatz. 

Durlacher Tor St. Bernhard
Bild: Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 3 III 7

Wie das Areal in einigen Jahren aussehen soll, wurde nun in einer Infoveranstaltung am Donnerstag vorgestellt - und mit den Bürgern der Oststadt diskutiert. Rund 100 Anwohner und Interessierte sind gekommen. "Mit diesem Andrang haben wir nicht gerechnet", sagt Cornelia Lutz, Leiterin des Gartenbauamtes, in ihrer Begrüßung. Doch die vielen Neugierigen wollen wissen, was mit dem Platz passiert. Vor den Plänen bilden sich Grüppchen, es wird viel über den Entwurf von Mettler Landschaftsarchitekten gesprochen. Teilweise auch geschimpft. 

Entwurf Bernhardusplatz
Bild: Mettler Landschaftsarchitekten

Bernhardusplatz muss viele Anforderungen erfüllen

Denn der Entwurf sieht vor, auf dem Bernhardusplatz zwei Rasenschollen zu bauen, dazu ein Wasserspiel. Und viele Bäume sollen den Platz schattig und angenehm machen. "Es soll eine neue Aufenthaltsqualität geschaffen werden", so Cornelia Lutz weiter. Eine kleine "grüne Oase" inmitten des Verkehrsknotens, der begrenzt ist von einem Bahnsteig und einer Busspur. Durch den Wegfall der Bertholdstraße vor der Kirche St. Bernhard eröffne sich so eine ganz neue Fläche mit viel Potential. 

Kirche St. Bernhard | Bild: Peter Eich

"Der Bernhardusplatz ist ein Stadtplatz mit den Anforderungen eines Verkehrsknotenpunkt, trotzdem wollen wir einladende Treppen, die hoch zur Kirche führen, viel Grün und ein Wasserspiel installieren. Das ist gut für Kinder zum Spielen und für das Kleinstklima", sagt Kai Beschorner von Mettler Landschaftsarchitekten. Ebenfalls ist ein kleines Toilettenhäuschen vorgesehen.

Mettler Landschaftsarchitekten Kai Beschorner
Bild: ka-news

"Die neuen Grünflächen sind außerdem ein Alleinstellungsmerkmal und ein Brunnen ist eine Bereicherung für den Platz!" Doch weder der vom Bürgerverein Oststadt geforderte Kiosk, noch der Stadtteilmarkt findet in der Planung Beachtung. 

Infoveranstaltung Bernhardusplatz
Bild: ka-news

Viele Fragen wollen geklärt und gehört werden

In der Diskussionsrunde wird deutlich, wie wichtig den Oststädtern ein schöner Platz mit guter Aufenthaltsqualität ist. "Was fehlt, ist ein schöner Stadtteilmarkt, denn der hat für uns große Bedeutung", sagt Jürgen Scherle, Vorstand des Bürgervereins Oststadt in seiner Anmerkung an die Planer. "Für einen Markt braucht man aber Beschicker, aber das Marktamt hat Probleme, welche zu finden", entgegnet Cornelia Lutz. 

Infoveranstaltung Bernhardusplatz
Bild: Mettler Landschaftsarchitekten

Viel Diskussionsstoff liefert auch das geplante Wasserspiel am Rande des Platzes. "Sollte das nicht eher im hinteren, ruhigeren Bereich sein?", fragt eine Dame im Publikum? Der Applaus gibt ihr Recht, andere denken ebenfalls so. "Das Wasserspiel tut etwas gegen den Lärm der Straße, weil es selbst Lärm macht, deswegen ist es an der belebten Durlacher Allee geplant", sagt Georg Gerardi vom Stadtplanunsgamt. 

Infoveranstalttung Bernhardusplatz
Bild: ka-news

"Gut, dass es so Grün wird"

Worin sich viele Redner aus der Nachbarschaft einig sind: Es ist gut, dass der neue Bernhardusplatz so grün ist - auch wenn er für manche noch grüner sein könnte. "Das möglichst viele Bäume gepflanzt werden, das gefällt mir", sagt ein Mann aus dem Publikum. "Wie wäre es mit zusätzlichen Ranken als Lärm- und Sichtschutz zur Straße hin, das wäre auch gut für Insekten", regt eine andere Frau an. 

Durlacher Tor
Bild: Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A14a/124/2/7

Nach gut zwei Stunden, in denen viele Bürger ihre Ideen und Fragen eingebracht haben, findet die Infoveranstaltung ein Ende. "Doch ich lade Sie heute schon ein für unser nächstes Treffen", so Cornelia Lutz vom Gartenbauamt. "Und wir werden die heutigen Vorschläge alle mitnehmen und diskutieren und sehen, was wir an diesem Entwurf verändern können. Denn noch haben wir was die Gestaltung angeht, viel Freiraum!" Immerhin beginnen die Bauarbeiten frühestens 2021 oder 2022. 

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  •   de.schwule.sascha
    (191 Beiträge)

    03.12.2018 18:23 Uhr
    @Rio
    Eben deshalb, der Platz ist in Bewegung, Straßenbahn, Verkehr, es gibt was zu sehen wieso den nicht, in anderen Städten ist das auch nicht viel anderster.
    Ein paar kleine Änderungen müssten vorgenommen werden, mehr nicht.
    Aber es wird sowieso nicht passieren, da mach' ich mir keine Hoffnungen : /
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  •   Skudder
    (429 Beiträge)

    03.12.2018 07:40 Uhr
    Mag sein
    dass in Karlsruhe ein Boulevard, auf dem nachts auch was los ist, fehlt, aber gerade der Bernhardusplatz taugt da auch als Anfang überhaupt nicht. Drumherum sind hauptsächlich viele breite Straßen und Schienen. In der Haid- und Neu-Straße sind dort fast nur Bürogebäude. Da kann man nicht wirklich was ändern.

    Einiges los ist zumindest im Sommer z.B. auf dem Ludwigsplatz, der ja fast nur aus Kneipen besteht. OK, nachts um drei auch nicht mehr. Dafür gibts halt die Clubs (neudeutsch für Disco).
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  •   de.schwule.sascha
    (191 Beiträge)

    03.12.2018 18:39 Uhr
    @Skudder
    Ich sehe das komplett umgekehrt, gerade mit der Kirche St. Bernhard wirkt der Platz fast schon spektakulär, daß außenrum gefällt mir besonderst gut.
    Es ist wie ein Ameisenhaufen, Straßenbahnen, Verkehr, nebendran die Brunnenstraße, schmudelliges Erotik Kino/Striprease, daß Cap ist unweit, die Uni, ein paar Bars/Studentkneipen, sogar ne' Gaybar mit Prinz, auf der anderen Seite die Oststadt, dieser Platz ist so geteilt und zerstückelt, es wäre gerade deshalb einen Versuch wert, in anderen Städten gibt es das auch und ich finde es geil!
    Natürlich mach ich mir keine Illusionen, es wird nie passieren.
    Außerdem finde ich daß Karlsruhe unbedingt mehr wie nur eine "Waldstraße" benötigt. Die Waldstraß hat eigentlich alles aber zu kurz geraten, in 10-15mins ist man durch bis zum Schloß.
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  •   Skudder
    (429 Beiträge)

    02.12.2018 19:33 Uhr
    Scheint
    wohl so Saschas Idee zu sein. Ansonsten hat er ja nur herumproletelt, statt eine sinnvolle Antwort zu geben.

    Mir gefällt der Entwurf.
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  •   de.schwule.sascha
    (191 Beiträge)

    02.12.2018 22:19 Uhr
    Nee @ Skudder,
    d' verschtohsch oifach moi schproch ned.
    Mir gefällt der Entwurf nun mal nicht, ödet mich an, mehr nicht, noch n' Kronenplatz muß nich sein, ich prolete dann mal und Du langweilst schön weiter.
    Setz dich doch auf deiner Parkbank mit dem Springbrunnen und glotz in die Sonne.
    Die Stadt ist Nachts sooo langweilig, aber jemand wie Skudder kann das leider nicht akzeptieren, da so n' Skudder nachts schlafen möchte.
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  •   Route66
    (1765 Beiträge)

    03.12.2018 06:48 Uhr
    Es soll
    in unserer langweiligen Stadt tatsächlich noch Leute geben, die arbeiten gehen müssen und daher nachts schlafen müssen. Die Studis und Schüler haben ihre Locations.
    Und ernsthaft: aus Karlsruhe machst Du nicht Köln oder Düsseldorf. Bei den Badenern herrscht auch eine andere Mentalität. Wenn Du in einer Stadt hauptsächlich Party willst musst Du halt umziehen.
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  •   reinhardo48
    (20 Beiträge)

    01.12.2018 17:56 Uhr
    ALTERNATIV
    Mir persönlich gefällt der hier vorgestellte Entwurf nicht wirklich!
    Das Charakteristische dieses Platzes ist seine DREIECKSFORM, ein fast gleichschenkliges Dreieck.
    Durch die Möblierung und Bepflanzung lässt sich dieser DREIECKSRAUM nicht erleben.
    Mein VORSCHLAG:
    Der Dreiecksraum braucht erst einmal eine MITTE, zum Beispiel in Form eines großen kreisförmigen als MOSAIK gestalteten MANDALAS, der auch der tatsächlichen Mitte des Dreiecks entsprechen sollte.
    Die begrenzenden drei Seiten könnten mit einer abgrenzenden Bepflanzung zur Durlacher Allee, zur Straßenbahn und auch zur Bernharduskirche und einer SITZMÖBLIERUNG, die zur Mitte des Platzes ausgerichtet ist, gestaltet werden.
    Die ECKPUNKTE des Dreieckraums könnten durch auffallende KUNSTOBJEKTE oder höhere Bäume akzentuiert werden.
    WICHTIG: Der Innenraum bleibt frei, für Märkte, oder kleinere Events, wobei ich die Zielgruppe
    für diese nicht nur in den Bewohnern der Oststadt sehe, sondern auch in den KIT-Studierenden.
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  •   DonHasi
    (996 Beiträge)

    04.12.2018 07:21 Uhr
    Niveau
    Schöner Vorschlag:
    Auch hier könnte man ja zur Gestaltung der Freifläche die Majolika zu Rate ziehen oder mal den Herrn Lüpertz fragen.
    Bedeutet das aber nicht auch: Kiffen mit Ambiente, Herumlungern mit Still, Nichtstun mit Niveau.
    Die Unterhaltung und Reinhaltung des Platzes wird sicherlich einiges an Geld kosten.
    Insofern ist eine "dauerhafte Bewirtschaftung" durch Marktstände, Konzerte und kleine Lesungen sicherlich kein schlechter Ansatz.
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  •   NeoTiger
    (685 Beiträge)

    01.12.2018 14:54 Uhr
    Finde den Entwurf gelungen
    Der Wasserbrunnen sollte ruhig möglichst mittig in den Platz platziert werden, denn wenn er nachts beleuchtet ist, ist er so vom Adenauerring und der Kapellenstraße aus gesehen schon von der Ferne ein schöner Hingucker. Außerdem hält es ihn als Geräuschquelle von den Häusern fern und wenn er mittig zwischen den Haltestellen platziert ist hilft auch deren Öffentlichkeit vor Vandalismus.

    Ob man nun etwas mehr Platz für Markt- und Schaubuden vorsehen könnte, darüber lässt sich sicherlich diskutieren, aber gerade die guten Erfahrungen mit dem Christkindlesmarkt auf dem Ludwigplatz zeigt doch, dass das erleuchtete Dach von Bäumen solchen Märkten noch mehr Charme verleiht. Außerdem hat der Stadtteil mit dem Gottesauerplatz doch schon einen Wochenmarkt.

    Und Kiosk ... wäre ich eher dagegen. Zeitschriften und Zeitungen gehen wegen Internet eh zurück, solche Läden werden dann schnell zu Tabak-, Alkohol- und Imbissbuden umfunktioniert um sich zu rentieren.
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  •   Svetogor
    (322 Beiträge)

    01.12.2018 13:02 Uhr
    .
    Die werden es schon schaffen, den Platz zu versauen - daran hab ich keine Zweifel.
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