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Karlsruhe Denkmal in Karlsruhe: Wird die Kriegsstraße zur "Friedensmahnstraße"?

In Karlsruhe soll ein neues Denkmal entstehen. Ein Friedensdenkmal. Erste Vorschläge gibt es bereits: Der Karlsruher Bildhauer Andreas Helmling will eine Plastik zum "Warschauer Kniefall" Willi Brandts wahlweise am Bahnhofsvorplatz oder in der Kriegsstraße aufstellen. Doch dies ist nur eine erste Idee, wo und wie ein Friedensdenkmal für Karlsruhe zustande kommen könnte.

Hinter der Idee des Friedensdenkmals steckt die gleichnamige Initiative "Friedensdenkmal für Karlsruhe". Sie gründete sich im Juni vergangenen Jahres - derzeit besteht der erweiterte Kreis aus 14 Personen. Zu den prominenteren Unterstützern aus Karlsruhe gehören unter anderem Bürgermeister Klaus Stapf, Dekan Thomas Schalla und die Stadträte Michael Borner und Parsa Marvi.

Der Anlass der Initiative war ein Doppelter: "Die Kombilösungs-Baustelle vor der Christuskirche lenkte unsere Aufmerksamkeit wieder einmal auf das unerträgliche Denkmal für die Leibdragoner. Und die Erinnerung an den 'Ausbruch' des Ersten Weltkrieges erinnerte uns daran, dass Kriege nicht ausbrechen, sondern gemacht werden", so Initiator Ulrich Beer-Bercher gegenüber ka-news, "auch Frieden ist kein Naturzustand - wie Krieg wird er von Menschen gemacht. In langen Friedenszeiten gerät das manchmal in Vergessenheit - bis sich plötzlich wie in der Ukraine bewaffnete Militärblöcke gegenüberstehen."

Denkmal soll 2018 fertig sein

Der Standort sowie das genaue Aussehens des Denkmals ist noch vollkommen offen. Neben Bildhauer Helmling, haben laut der Initiative auch Petra Faulhaber, Bernd Hentschel und Clemens Hegler erste Vorschläge eingereicht. Derzeit steht die Grundidee einer "Friedensmahnstraße" zur Diskussion auf der Homepage.

Dies sei jedoch eine erste Idee, die Diskussion noch nicht abgeschlossen, stellt die Initiative klar. Ziel ist es in erster Linie, einen Prozess einzuleiten und Aktionen sowie Gespräche zum Thema Frieden zu befördern. "Wir wollen durch den Bau des Denkmals und begleitende Informationsveranstaltungen daran erinnern, dass dauernde Anstrengungen notwendig sind, die Konflikte, die sich aus den unterschiedlichen Interessen und Lebensverhältnissen ergeben, gewaltfrei zu lösen", so Beer-Bercher.

Geht es nach Künstler Helmling, stünde der "Warschauer Kniefall" entweder auf dem Bahnhofsvorplatz oder im Verlauf der Kriegsstraße. Zu seinem Engagement sagt er: "Frieden ist mir, gerade zur Zeit, auch sehr wichtig." Letztendlich soll der Standort des Denkmals wie auch seine Form durch eine breite Diskussion, die alle beteiligten  Bürger, Vereine, Interessengemeinschaften, Parteien und Religionsgemeinschaften einbezieht, gefunden werden - so die Idee der Initiative.

Offen ist auch die Finanzierung: Sie ist - wie die Initiative - ein Frage bürgerschaftlichen Engagements. Es soll im Wesentlichen durch Sponsoren und Spender finanziert werden. Fest steht hingegen der Zeitpunkt: 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs, am 11. November 2018.

ka-news Hintergrund:

Der Bildhauer Andreas Helmling, der in Karlsruhe bereits das "Ettlinger Tor" realisiert hat (derzeit wegen der Baustelle am Ettlinger Torplatz an die Südtangente, Abfahrt 3 hinter dem Hauptbahnhof ausgelagert) hat einen Vorschlag für ein Friedensdenkmal in Karlsruhe vorgelegt: Er will eine Plastik zum "Warschauer Kniefall" Willy Brandts in Karlsruhe aufstellen.

Der Kniefall Brandts sei das dichteste Symbol für Brandts neue Ostpolitik gewesen, die zur Entspannung und letztlich zur Aussöhnung zwischen Deutschland und den osteuropäischen Staaten geführt habe, führte Ulrich Beer-Bercher von der Initiative für eine Friedensdenkmal in Karlsruhe aus. Die Initiative plant den Bau eines Denkmals, um an die Notwendigkeit zu erinnern, sich nachhaltig für gewaltfreie Konfliktlösungen zu erinnern. Enthüllt werden soll es am 11. November 2018, wenn sich das Ende des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal jährt.

Mehr Informationen zum "Friedensdenkmal für Karlsruhe" gibt es hier (Link führt auf externe Seite).

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Kommentare (52)
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  •   Zwerchfell
    (118 Beiträge)

    16.09.2015 09:00 Uhr
    Warum nicht
    Verständnisstraße?
    Verständnis füreinander verhindert Kriege, ist Anlass für Diskussionen, hilft bei der Lösung von Problemen und regt zum Nachdenken und helfen an.
    Friedensmahnstraße ist ein wirklich doofer Begriff.
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  •   hochstapler
    (164 Beiträge)

    16.09.2015 13:28 Uhr
    Friedensmahnstrasse
    ist wohl eine ziemliche holprige Wortschöpfung von ka-news, im Artikel findet sich nichts über die Umbennung der Kreigsstrasse. Es geht lediglich um ein Mahnmal, das in der Kriegsstrasse aufgestellt werden soll.
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  •   haku
    (4086 Beiträge)

    16.09.2015 08:36 Uhr
    Also...
    Das Leibdragonerdenkmal halte ich nicht für unerträglich, sondern regt, wie andere Denkmäler aus jenen Zeiten, zum Nachdenken auf die heute so andere Sicht auf Krieg, Frieden und Nationalismus an.
    Die Kriegsstraße heißt nicht Kriegsstraße, weil damit irgendwie Krieg verherrlicht werden sollte, soindern weil sie gebaut wurde, die unangenehmen Begleiterscheinungen von Kriegen, nämlich durch die Stadt ziehende Truppen, wenn auch "befreundete", zu vermeiden. Also eine eher negative Konnotation.
    Und ein Denkmal in Form des Brandt'schen Kniefalls gibt es in Warschau und da gehört es hin. Aber hier in Karlsruhe? Wo ist der Bezug?
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  •   Zyniker
    (498 Beiträge)

    16.09.2015 09:28 Uhr
    der Bezug ist einfach:
    Karlsruhe ist eben WELTSTADT, nicht gewusst?
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  •   Petzi
    (247 Beiträge)

    16.09.2015 10:24 Uhr
    Den knieenden Willi...
    ...können sie getrost vergessen, den gibt es ja schon. Aber Karlsruhe ist eine Weltstadt??? Seit wann den das, oder hab ich was verpasst?? Grübel, grübel....
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  •   Zyniker
    (498 Beiträge)

    16.09.2015 10:37 Uhr
    ab und zu sollte der Leser meiner Kommentare..
    ..auch mein NN beachten.
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  •   Hassowa
    (829 Beiträge)

    16.09.2015 08:23 Uhr
    Nichts anderes als grüne Ideologie
    Es gibt in Karlsruhe schon eine Friedenstraße. Nämlich zwischen Gartenstraße und Mathystraße. Deshalb muss ein so sperriger Begriff wie "Friedensmahnstraße" her. Schon diese Wortschöpfung ist eine Zumutung. Zeigt aber, dass man hier mit aller Gewalt einen Gegenpart zur Kriegstraße konstruieren möchte. Aber der Gegenpart zur Kriegstraße heißt eben Friedenstraße und die gibt es schon. Und warum soll gerade ein Brandtdenkmal für Frieden stehen? Das ist aus meiner Sicht auch nicht ganz schlüssig.
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  •   dipfele
    (5554 Beiträge)

    16.09.2015 14:44 Uhr
    nicht Ideologie...
    .. sondern Naivität.
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  •   Hassowa
    (829 Beiträge)

    16.09.2015 08:34 Uhr
    Manchmal brauch ich halt etwas länger...
    Jetzt erst hab ichs kapiert: den Grünen stinkt die Kriegstraße schon lange. Die heutige Friedenstraße ist ihnen zu klein. Jetzt wollen sie was größeres und damit die SPD mitmacht, sonst bekommen sie keine Mehrheit dafür, soll dann in der neuen "Friedensmahnstraße" ein SPDler mit einem Denkmal geehrt werden. So einfach kann Politik sein - eben so, wie der kleine Max sie sich vorstellt. Reicht der SPD denn nicht die Willy-Brandt-Allee? Läßt sich die SPD hier wirklich vor den grünen Karren spannen ????
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  •   wolkenschauer
    (1350 Beiträge)

    16.09.2015 14:17 Uhr
    Assoziationen
    Traditionell vernünftiger Geschichtsunterricht ? Oje klingt ganz nach Guido Knopp...Oder gehts wieder um den Schwerpunkt Jahreszahlenpauken, 50ger Folklore und andere Reduzierungen. Verdrängungen, Schlussstriche, die zB auf geschichtsträchtiger Einzeltäterei, bestenfalls geschichtsträchtig irren Machtcliquen polarisieren und im wesentlichen nur verführte Mitläufervölkchen und den Schwerpunkt dt. Heimatvertriebener akzentuieren ?

    Es würden also bundesweit womögl. muttiaufgeklärt (also neuländisch grinsen ) keine Häuser für Flüchtlinge mehr brennen ? Und dann spielt man nicht mehr modisch-gehässig mit den Begriffen (naiver) 'Gutmensch' und 'political correctness' um wieder argumentfrei abwerten zu können ? Das geht dann einfachso ?

    Aha... grinsen

    So so und' *jeder wäre sich der Geschichte und den begangenen F E H L E R N bewusst' ? Also tendenz. auf niedrigem, nicht hinterfragenden Niveau abgefunden bzw. gleichgeschaltet ?
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