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Karlsruhe Debatte um Hochhaus: Bleibt das Landratsamt stehen oder nicht? (mit Video)

Sanieren oder abreißen und neu bauen- das ist die Frage, die über das Schicksal des denkmalgeschützten Karlsruher Landratsamt-Hochhauses entscheiden soll. Bis das Landesdenkmalamt darüber geurteilt hat, sollen die Bürger zusammen mit vier Planungsbüros in einem "offenen und transparenten" Werkstattverfahren unterschiedliche Gestaltungskonzepte diskutieren. Doch nun wurde bekannt: Das Hochhaus ist hochgradig schadstoffbelastet - ist eine Sanierung da überhaupt noch sinnvoll?

Es ist etwas Außergewöhnliches, was die Stadt Karlsruhe und das Landratsamt bezüglich der Zukunft des Landratsamt-Gebäudes versuchen: In die Planungen sollen von Anfang an die Karlsruher Bürger mit eingebunden werden. Das hat der Hauptausschuss des Gemeinderates am Dienstag beschlossen. "Schließlich geht es hier um eine große Identitätsfrage der Stadt Karlsruhe", sagt Baubürgermeister Daniel Fluhrer bei einem Pressetermin am Mittwoch. 

Landrat Christoph Schnaudigel, Oberbürgermeister Frank Mentrup und Baubürgermeister Daniel Fluhrer (v.l.).
Landrat Christoph Schnaudigel, Oberbürgermeister Frank Mentrup und Baubürgermeister Daniel Fluhrer (v.l.). | Bild: Melissa Betsch

In vier Workshopterminen soll dieses sogenannte Werkstattverfahren von Januar bis Juli 2020 durchgeführt werden. Neben den Bürgern und vier Planungsbüros soll auch ein Begleitgremium aus Vertretern des Landkreises, Stadt und Gemeinderat, Land sowie externen Fachleuten und Vertretungen bürgerschaftlicher Gruppierungen über die Konzeptvorschläge mitdiskutieren. 600.000 Euro soll das Werkstattverfahren insgesamt kosten.

Oberbürgermeister Frank Mentrup in Interview

Da das denkmalrechtliche Verfahren über Sanierung oder Abriss noch nicht entschieden wurde, sollen die Planungen beide Szenarien miteinbeziehen. Das Ergebnis des Werkstattverfahrens Mitte 2020 soll dann die Grundlage für ein Bebauungsplanverfahren bilden. 

Das städtebauliche Entwicklungskonzept Ettlinger Tor - Südwestseite.
Das städtebauliche Entwicklungskonzept Ettlinger Tor - Südwestseite. | Bild: Stadt Karlsruhe

Nun allerdings wurde bekannt: Das Landratsamt ist mit Schadstoffen wie Blei, Asbest und Formaldehyd belastet und müsste bei einer Sanierung "bis auf das Rohbaugerippe abgetragen werden", so Landrat Christoph Schnaudigel.

Ob das überhaupt denkbar wäre und was letztendlich konkret auf dem Areal entstehen könnte - ka-news.de hat Oberbürgermeister Frank Mentrup im Video-Interview gefragt:

 

Dieser Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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  •   Maverick
    (209 Beiträge)

    08.11.2019 07:42 Uhr
    Praktisch jedes unsanierte
    Gebäude aus dieser Zeit ist schadstoffbelasted.
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  •   Iglaubsnet
    (759 Beiträge)

    07.11.2019 19:58 Uhr
    Wie belastet ist vder Schuppen?
    Wird die Belastung mal wieder vorgeschoben von den Beamten um sich mal wieder einen Nobelarbeitsplatz zu schaffen.
    Asbest und Blei ist mit Sicherheit gebunden und wird nur durch den Abriss frei. Formaldehyd ist wahrscheinlich längst ausgegast und nur noch in Spuren nachweisbar.
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  •   Karlsruher1986
    (472 Beiträge)

    07.11.2019 16:37 Uhr
    Ganz nach dem Motto....
    Wenn man nicht mehr weiter weiß –
    gründet man 'nen Arbeitskreis.
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  •   barheine
    (296 Beiträge)

    07.11.2019 13:53 Uhr
    Von Christo verpacken lassen und derweil von innen alles entkernen und entsorgen.
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  •   Mathias
    (99 Beiträge)

    07.11.2019 09:38 Uhr
    600.000€
    vorab nur für das Werkstattverfahren!?
    Und andere (soziale) Einrichtungen und Vereine müssen betteln, wenn sie 10.000€ für einen guten Zweck benötigen.
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  •   Mondgesicht
    (2333 Beiträge)

    07.11.2019 11:29 Uhr
    Korrekt.
    Es ist traurig, wie hier wieder Steuergelder verpulvert werden. Was soll denn dieses Verfahren bringen? Wenn da ein hässliches Hochhaus durch ein anderes hässliches Hochhaus ersetzt wird, ändert sich doch für die Bürger ohenhin nichts. Und ein derart schadstoffbelastetes Gebäude stehen lassen geht eh nicht.

    Oder geht es einfach um maximale Verzögerung, damit Herr Dr. Mentrup während des OB-Wahlkampfes nicht mit dem Thema konfrontiert wird?
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  •   Beobachter
    (153 Beiträge)

    07.11.2019 12:33 Uhr
    hässlich
    Hässlich oder nicht? Das Landratsamt gehört bestimmt nicht zu dieser Kategorie. Es gibt ja zwei verschiedene Verwendungen. Hochäuser zum bewohnen und zum arbeiten. Ich jedenfalls würde Hochhäuser vom Typ Landratsamt dem Enbw, dem DM , oder Weißenburger den Vorzug geben. Wieviel Freiflächen hätte man da erhalten können? Das gilt selbst für Dommermuth am Bahnhof. Viele der benötigten Quadratmeter wären in der Höhe besser untergebracht als in der Länge oder Breite. Bei Ihnen scheint es einen zwanghaften Zusammenhang von Hässlichkeit und Höhe zu geben. Die Grenze scheint in etwa zu liegen, wenn ein Gebäude die nächste ( noch nicht entfernte) Telefonzelle überragt.
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  •   andip
    (10376 Beiträge)

    07.11.2019 08:34 Uhr
    Was soll das eigentlich?
    Ich dachte, der Abriss und Neubau sei längst beschlossene Sache.
    Jetzt fängt man mit Workshops etc. an und verzögert das wieder bis zum St. Nimmerleinstag, was vermutlich auch die Kosten wieder in die Höhe schnellen lässt.
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  •   Nachteule
    (789 Beiträge)

    07.11.2019 08:08 Uhr
    Sofort evakuieren !!!
    Wenn das alles sooooo schlimm ist, warum arbeiten denn da immer noch Leute???
    Bekommen die denn jetzt ab sofort eine Gefahrenzulage für ihre lebensgefährliche Arbeit am Schreibtisch???
    grinsen grinsen grinsen
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  •   yokohama
    (3433 Beiträge)

    07.11.2019 02:40 Uhr
    Kann mir jetzt schon denken
    welche "Bürger" da mitdiskutieren wollen. Am Ende siegen Tiefstapelei und Belanglosigkeit, weil selbst ernannte Hochhaus-Bedenkenträger anderen ihren Kleingeist aufzwingen wollen. Dabei ist das Gebäude seit 50 Jahren fester Bestandteil der Karlsruher Skyline.
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