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Karlsruhe Das Katzencafé Karlsruhe wird zwei Jahre alt: So geht es Knuffel, Snoopy, Baghira und Co heute

Kaffee trinken, Kuchen essen, Katzen streicheln: Das ist das Katzencafé in Karlsruhe. 13 Stubentiger sind hier zu Hause und genießen ihr Leben unter den Gästen. Die Tiere haben einen weiten Weg hinter sich, denn sie stammen von der russischen Tierhilfe St. Petersburg. Vor kurzem feierte das Café zweijähriges Jubiläum, ka-news.de hat zu diesem Anlass Inhaberin Corinna Hönes und ihrer "Samtpfotenmannschaft" einen Besuch abgestattet.

Knuffel, Snoopy und Baghira - so heißen einige der Mitarbeiter des Katzencafé im Karlsruher Passagehof - achso, natürlich nicht die menschlichen, sondern die Stubentiger, die das Café ihr Zuhause nennen. Sie klettern an den Wänden entlang, liegen unter den Bänken und ab und an wagt sich auch die ein oder andere Pfote - verbotenerweise - auf den Tisch. Wer dort einen Kaffee trinkt oder eine Kleinigkeit isst, kommt fast nicht um eine Streicheleinheit umhin. 

Cats Café
Bild: Needham|Mohawkvisuals

Vor zwei Jahren war es so weit: Das Katzencafé in Karlsruhe öffnete zum ersten Mal seine Türen - als einziges in ganz Baden-Württemberg. Vorgemacht hat es das kleine Land Taiwan: Hier eröffnete vor rund 20 Jahren das erste Katzencafé, seitdem verbreitet sich die Idee um die ganze Welt - auch in der Fächerstadt.

Die Tiere haben ein beschwerliches Leben hinter sich

Sieben Katzen empfingen hier vor zwei Jahren die ersten, neugierigen Besucher. Seitdem hat sich die Truppe vergrößert. "Zuerst habe ich mir eine Grenze von zehn Tieren gesetzt ... und sie überschritten", sagt Inhaberin Corinna Hönes im Gespräch mit ka-news.de mit einem Schmunzeln, denn heute zählt das Katzencafé insgesamt 13 Katzen. "Mehr werden es jetzt definitiv nicht."

Ein großer Kratzbaum steht in der Mitte des Raumes, an den Wänden schlängeln sich Tunnel und Kletter-Elemente entlang. Den Katzen hier im Katzencafé scheint es auf den ersten Blick an nichts zu fehlen. Doch die Tiere haben einen weiten und beschwerlichen Weg hinter sich, nahezu alle stammen aus der Tierhilfe in Russland. 

Cats Café
Corinna Hönes, Inhaberin des Katzencafé Karlsruhe. | Bild: Needham|Mohawkvisuals

Bis sie in Karlsruhe ankommen, sind die Katzen zwei Tage unterwegs. "Sie werden mit einem zertifizierten Transporter nach Deutschland gebracht", so Corinna Hönes im Gespräch mit ka-news.de. Mit Katzenklos, Decken und Spielzeug sei das Fahrzeug tiergerecht ausgestattet. 

Allerdings ist nicht jede Katze für solch ein "zweites Leben" im Katzencafé geeignet. Von 180 Katzen der russischen Katzenhilfe kamen letztendlich nur 17 in Frage. Der Grund: Die Tiere brauchen den richtigen Charakter, damit sie in einem solchen Umfeld zurechtfinden, müssen menschenbezogen und  kinderlieb sein und auch mit anderen Katzen gut zurechtkommen.

Cats Café
Rückzugsraum: In diesem Bereich die Katzen unter sich. | Bild: Needham|Mohawkvisuals

Gerade der letzte Punkt, das gemeinsame Miteinander, fällt Kater "Lucky" schwer. Er ist das aktuelle Sorgenkind von Corinna Hönes, denn er macht "Knuffel" - der eigentlich an erster Stelle der Rangordnung steht - den Platz streitig. "Für Lucky suche ich jetzt ein neues Zuhause, wo er am besten alleine Katze sein kann", so Hönes. Dass Katzen von Besuchern adoptiert werden, sei allerdings nicht vorgesehen.

"Den Katzen fehlen die Gäste"

Ist der Trubel und die Hektik in einem Café das richtige für die Tiere? "Viele Menschen verstehen das nicht, dass es Katzen gibt, die einen genau solchen Charakter haben und das Leben im Café genießen", so Hönes.

"Wir haben montags Ruhetag, wenn wir dienstags den Laden wieder öffnen, stürmen die Katzen los - ihnen fehlen die Gäste." Möchten die Katzen doch einmal ihr Ruhe, können sie sich in ein separates Zimmer zurückziehen. Ernste Auseinandersetzungen mit dem Tierschutz habe es bislang nicht gegeben.

Cats Café
Die Kuchen werden, sicher vor den Katzen, in einer Glasvitrine aufbewahrt. | Bild: Needham|Mohawkvisuals

Kaffee, Kuchen und Katzen: Damit das Nebeneinander funktioniert, gibt muss das Katencafé spezielle Regeln beachten: Die Kaffeemaschine darf nicht in dem Raum stehen, in dem sich die Katzen aufhalten, die Kuchen dürfen nur bereits aufgeschnitten in die Glasvitrine - sonst dürfen sie nicht herausgegeben werden. Das Wohl der Katzen prüft in regelmäßigen Abständen das Veterinäramt, für die Gastronomie ist die Lebensmittelüberwachung zuständig. 

"Das Problem ist, dass ich die Gäste nicht erziehen kann"

Auch Hygiene ist ein wichtiges Thema im Katzencafé - jeden Morgen steht ein Großputz an. Zwei bis drei Stunden lang werden alle Decken und Körbchen von den Haaren befreit, die Katzenklos gereinigt. Jeden Abend, nachdem sich die letzten Gäste auf den Heimweg gemacht haben, wird der Teppichboden dampfgereinigt. 

Cats Café
Die Katzen dürfen auf Nachfrage gefüttert werden, von dem Essen der Gäste bekommen sie allerdings nichts. | Bild: Needham|Mohawkvisuals

Auch für die Besucher gibt es Regeln: Wer das Café betritt und wieder verlässt, muss am Eingang seine Hände desinfizieren. Eigene Katzen dürfen nicht mit hinein, auch das sei schon einmal vorgekommen. Und, ganz wichtig: Die Katzen dürfen nicht auf den Tisch.

"Mein Problem ist nicht, dass ich die Katzen nicht erziehen kann, sondern dass ich die Gäste nicht erziehen kann", sagt Corinna Hönes gegenüber ka-news.de. "Manche füttern die Katzen leider auch dann, wenn sie auf den Tischen sind."

Kleine Neuerungen zum Zweijährigen

Anfang November feierte das Katzencafé sein zweijähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass stehen ein paar kleine Neuerungen an, zum einen auf der Speisekarte, zum anderen im Café selbst: Ein großes Katzenmotiv soll künftig die Wand im Flur zieren. Auch vor der Toilette macht die Katzendekoration nicht Halt. "Wir haben uns Klobürsten in Form von Katzen und Klopapierabroller in Form von Käse gekauft", sagt Hönes mit einem Augenzwinkern. 

Cats Café
Bild: Needham|Mohawkvisuals

Viel Liebe zum Detail zeichnet das Café aus. Katzenbilder an den Wänden, die Lebensgeschichten der Tiere stehen zum Nachlesen auf den Tischen. Das Schönste an der Arbeit dort ist für Corinna Hönes allerdings etwas anderes: "Die Menschen kommen gestresst hier an und sobald sie die Katzen sehen, fangen sie an zu lächeln. Das ist das absolut Beste an meinem Job!"

 

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  •   Suedweschter
    (398 Beiträge)

    01.12.2019 18:19 Uhr
    Warum Katzen aus Russland?
    Dieser extrem weite Transport nur aus kommerziellen Zwecken, ist eine reine Tierquälerei! Außerdem gibt es in den regionalen Katzentierheimen gerade genug Samtpfoten, die niemand haben will. Die Frage ist natürlich, ob diese sie für sowas abgeben würden? Vermutlich nicht. Aber es wäre vielleicht eine Idee, die sie selbst umsetzen könnten und würde ihnen bei ihrer Finanzierung helfen. Da würde ich hingehen, aber in diesen Laden nicht. Mich wundert immer noch, dass die Stadt das genehmigt hat. Katzenhaltung ohne Auslauf in's Freie sollte überhaupt grundsätzlich verboten sein, da zwar ein Riesengeschäft, aber alles andere als artgerecht.
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  •   malerdoerfler
    (5899 Beiträge)

    29.11.2019 16:30 Uhr
    Es ist schon erstaunlich wer oder was immer
    "ein beschwerliches Leben" hinter sich hat.
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  •   Amerikaner_mit_Zuggerguss
    (46 Beiträge)

    29.11.2019 16:28 Uhr
    Katzen, die auf dem Tisch rumrennen.
    Pfui Deibel, da würde ich niemals hingehen.
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  •   Route66
    (1915 Beiträge)

    30.11.2019 12:27 Uhr
    Musst Du auch nicht
    Dahin gehen nur Katzenliebhaber.
    Obwohl die Katzen bescheren den Besuchern ein Lächeln und die Besucher sind sofort entstresst...also vielleicht doch ein Besuch?
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  •   mueck
    (11094 Beiträge)

    29.11.2019 22:20 Uhr
    !
    Dann lädst Du Dich besser nie bei mir zu Besuch ein! zwinkern
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