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Peking/Paris Coronavirus erreicht Europa: Erste Erkrankungen in Frankreich

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Coronavirus Europa erreicht. Nun ist die von dem Erreger ausgelöst Lungenkrankheit erstmals in der EU aufgetreten. Derweil steigt die Zahl der Todesopfer und Infizierten in China rasant an.

Das aus China stammende Coronavirus lässt immer mehr Menschen an einer neuen Lungenkrankheit sterben und hat inzwischen auch Europa erreicht.

Das chinesische Staatsfernsehen berichtete am Samstag über mittlerweile 41 Todesopfer und knapp 1300 Infizierte in der Volksrepublik - rund ein Drittel mehr als noch am Vortag. Inzwischen gibt es auch in Frankreich als erstem Land der EU bestätigte Infektionen.

Temperaturkontrolle in Peking
Schlechte Nachrichten: Gesundheitsministerin Agnes Buzyn bestätigt zwei Fälle der neuen Lungenkrankheit in Frankreich. | Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Drei Patienten befinden sich in Frankreich derzeit unter Quarantäne im Krankenhaus, wie das französische Gesundheitsministerium mitteilte. Ein Fall trat demnach in Bordeaux auf, die anderen beiden Lungenerkrankungen wurden in Paris diagnostiziert. Alle Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten, hieß es. Jeder, der in engem Kontakt mit den drei Infizierten stand, solle überprüft werden. Die Regierung werde alles unternehmen, um eine Ausbreitung des Erregers einzudämmen, sagte Gesundheitsministerin Agnès Buzyn. "Wir müssen eine Epidemie behandeln wie einen Flächenbrand."

In Bordeaux handelt es sich den Angaben zufolge um einen 48-jährigen Mann, der über Wuhan aus China zurückgekehrt war. In der chinesischen Millionenmetropole waren Anfang des Jahres die ersten Fälle der neuen Lungenkrankheit aufgetreten.

Schutz vor dem Virus
Menschen in Wuhan tragen beim Einkaufen Mundschutz-Masken. | Bild: Uncredited/CHINATOPIX/AP/dpa

Virus breitet sich weltweit aus

Bestätigte Fälle wurden zuletzt auch aus anderen asiatischen Ländern wie Japan, Thailand, Vietnam, Singapur und Taiwan gemeldet. Aus den US-Großstädten Seattle und Chicago wurde bis Freitag jeweils eine Erkrankung gemeldet. Am Samstag bestätigte dann auch Australien einen Fall der vom neuen Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit: Der Erreger sei bei einem Chinesen nachgewiesen worden, der vergangene Woche aus China nach Melbourne gereist und zuvor in Wuhan gewesen sei, sagte Gesundheitsministerin Jenny Mikakos.

Einsatz in Hongkong
Inzwischen wurden auch in Hongkong erste Fälle bestätigt. | Bild: Miguel Candela/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Frankreichs Gesundheitsministerin Buzyn rief zur Achtsamkeit auf und appellierte an alle aus China zurückkehrenden Reisenden, genau darauf zu achten, ob sie Lungenprobleme oder Fieber bekämen. Im Fall der Fälle sollten sie unter keinen Umständen einen Arzt oder Notdienst aufsuchen, sondern den Notdienst kontaktieren. Dieser würde die Betroffenen zu Hause abholen und direkt ins Krankenhaus bringen.

Effektive Schnelltests

Buzyn schloss bereits am frühen Abend nicht aus, dass es noch weitere Fälle geben könnte. Die bisher Erkrankten seien aufgrund der effektiven Schnelltests zügig identifiziert worden. Man werde nun täglich über die laufenden Entwicklungen informieren. Frankreichs Außenministerium erklärte, in Wuhan werde ein Busdienst eingerichtet, mit dem französische Staatsbürger die Großstadt verlassen könnten.

Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, hat China den 43 Millionen Bewohnern von zwölf Städten in der schwer betroffenen Provinz Hubei drastische Restriktionen auferlegt. Nah- und Fernverkehr wurden gestoppt, Ausfallstraßen gesperrt, zudem sollen in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden. In Wuhan gibt es besonders viele Infektionen, weil das Virus dort - vermutlich auf einem Markt - von einer Wildtierart auf den Menschen übersprang.

Corona-Virus in China
In der zentralchinesischen Provinz Anhui decken sich Menschen auf einem Markt mit Dekoration für das Neujahrsfest ein - und tragen Mundschutz. | Bild: Xiong Qi/XinHua/dpa

Wie chinesische Medien berichteten, erreichten am Samstag mehr als 400 Ärzte des Militärs per Flugzeug die Stadt, um im Kampf gegen das Virus zu helfen. Auch zusätzliches medizinisches Personal aus Shanghai und anderen Städten kam demnach in der Metropole an. Wie das Staatsfernsehen berichtete, gehörte zu den jüngsten Opfern der Lungenkrankheit auch ein 62-Jähriger Arzt, der sich während der Arbeit in einem Wuhaner Krankenhaus infiziert hatte. 

Die USA kündigten an, das Personal ihres Generalkonsulats und deren Familien aus Wuhan abzuziehen. Die Anordnung erfolge wegen der Ausbreitung des Coronavirus, der logistischen Probleme durch Verkehrseinschränkungen und der "überwältigten Krankenhäuser" der Stadt, sagte ein Botschaftssprecher.

Verkehrswege gesperrt
In Wuhan soll innerhalb kürzester Zeit ein neues Spezialkrankenhaus für mit dem Virus Infizierte errichtet werden - es soll schon Anfang Februar fertig sein. | Bild: Uncredited/The Paper/dpa

US-Präsident Donald Trump bescheinigte den Behörden der Volksrepublik großes Engagement im Kampf gegen die Verbreitung des Erregers: "China hat sehr hart daran gearbeitet, das Coronavirus einzudämmen. Die Vereinigten Staaten schätzen die Bemühungen und Transparenz sehr", schrieb er auf Twitter. Es werde sich alles gut entwickeln.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts relativierte die länderübergreifende Gefahr durch das neue Virus. "Außerhalb Chinas gibt es bisher keine großen Infektionsketten", sagte Lothar Wieler am Freitagabend im "Heute Journal" des ZDF. Allerdings betonte der Mikrobiologe, man könne die Schwere der dadurch verursachten Erkrankung noch nicht genau beurteilen. "Wir haben keine vollständigen Informationen", sagte Wieler.

Flughafen Heathrow
Medizinische Mitarbeiter des Krankenhauses "Zhongnan" in Wuhan: Binnen sechs Tagen hat China ein Krankenhaus zur Behandlung von Patienten bauen lassen, die mit dem neuen Virus infiziert sind. | Bild: Steve Parsons/PA Wire/dpa

Die weltweiten Vorsichtsmaßnahmen begründete er unter anderem damit, dass der neue Erreger dem Sars-Virus genetisch sehr ähnlich sei und über die Atemwege verbreitet werde. An Sars (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) waren 2002/2003 etwa 800 Menschen gestorben. "Die Schwere, die Krankheitslast der Grippe ist schwerer", sagte Wieler.

Deutschland soll sich vorbereiten

Politiker forderten Behörden und Kliniken in Deutschland auf, sich für eine Ausbreitung des Coronavirus auch hierzulande einzustellen. "Wichtig ist, dass deutsche Kliniken sich bereits jetzt darauf vorbereiten, solche Patienten behandeln zu können", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses, Erwin Rüdel (CDU), der "Rheinischen Post". SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der Zeitung, derzeit seien Fiebermessungen bei China-Reisenden auf deutschen Flughäfen zwar noch nicht sinnvoll. "Grundsätzlich sollte aber ein solcher Einsatz der Messungen vorbereitet werden", empfahl Lauterbach. Denn das könne "in den nächsten Wochen notwendig werden".

Ärzte in Wuhan äußerten den Verdacht, dass sich dort schon wesentlich mehr Menschen angesteckt haben dürften als offiziell angegeben. Auch sei offenkundig weitaus mehr Krankenhauspersonal betroffen als jene 15 Beschäftigten, von denen bislang offiziell die Rede sei. "Es lassen sich infizierte Krankenhausmitarbeiter in fast allen größeren Krankenhäusern in Wuhan finden", sagte ein Arzt der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post".

Ministerin Buzyn
Schlechte Nachrichten: Gesundheitsministerin Agnes Buzyn bestätigt zwei Fälle der neuen Lungenkrankheit in Frankreich. | Bild: Alain Jocard/AFP POOL/dpa

Chinesische Staatsmedien berichteten, in der elf Millionen Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Wuhan werde ein neues Krankenhaus mit 1000 Betten errichtet - in nur sechs Tagen. Der Gebäudekomplex wird demnach aus vorproduzierten Bauteilen zusammengesetzt. Das Krankenhaus soll Anfang Februar die ersten Patienten aufnehmen.

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  •   bingobongo
    (315 Beiträge)

    27.01.2020 09:40 Uhr
    An einer Grippewelle sterben in Deutschland so 12.000 Leute
    Nur mal um die Zahlen einzuordnen.
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  •   DreiBindestriche
    (82 Beiträge)

    26.01.2020 15:11 Uhr
    Greta kann zu Hause bleiben.
    Die Natur wehrt sich selbst gegen den schlimmsten Parasiten des Planeten. Dieser Virus könnte die Anzahl von Menschen drastisch reduzieren. Somit gibt es auch weniger Klimaschädlinge. Wir brauchen keine Greta und ihre Klimajünger . Die Erde erledigt das selbst.
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  •   DreiBindestriche
    (82 Beiträge)

    26.01.2020 15:14 Uhr
    Hehe
    Ein Klimaschutzvirus...
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  •   Maverick
    (200 Beiträge)

    26.01.2020 12:14 Uhr
    Die Chinesen schotten.....
    das betroffene Landesteil ab, um die Verbreitung einzudämmen. In Europa ist man der Meinung, dass Abschottung nichts bringe. zwinkern
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  •   BMWFahrer
    (248 Beiträge)

    25.01.2020 15:29 Uhr
    Ein Krankenhaus mit 1000 Betten bauen die Chinesen in 6 Tagen
    In Deutschland schafft man das nicht mal in 6 Jahren
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  •   HerrNilson
    (1279 Beiträge)

    25.01.2020 15:35 Uhr
    Joa
    Klar...entspricht sicherlich der Wahrheit und auch den Sicherheitstandards. In dem Fall eher zu vernachlässigen bei der Dringlichkeit aber langfristig gesehen baut keiner ein Krankenhaus, was sicher ist, in ein paar Monaten. Aber weiß was ich schon, ich bin ja kein Architekt, Bauingeneur oder Sicherheitsexperte.., der das ganze Zeugs mal studiert hat.
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  •   stoersender
    (1363 Beiträge)

    26.01.2020 08:30 Uhr
    Deutschland
    bekommts ja schon nicht hin, innerhalb von 15 Jahren nen Flughafen zu bauen. Das Land hat fertig. Würde hier so ein Virus ausbrechen, dann aber gute Nacht im Merkelstaate.
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  •   teflon
    (2780 Beiträge)

    26.01.2020 22:22 Uhr
    Die Raute des Schreckens
    Lässt durch ihre Claqueure ja verbreiten, dass Deutschland gut vorbereitet sei. Bei dem, was Mdme & ihre Clique in den letzten 15 Jahren so abgeliefert hat, fehlt mir dazu jeglicher Glaube. Zudem ists schon vollkommen panisch, wie China reagiert- also muss das Problem noch viel größer sein, als man es bislang offiziell bestätigt hat.
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  •   HerrNilson
    (1279 Beiträge)

    26.01.2020 09:16 Uhr
    Aha
    +++ Das Posting ist themenfremd und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   schmidmi
    (2216 Beiträge)

    25.01.2020 14:37 Uhr
    Panik unangebracht
    Man sollte sich eher Gedanke über die jährliche Grippewelle machen. Da hätten wir z.B. in der Saison 2017/2018 25.000 Tote in D. Hat sich da jemand groß aufgeregt? Eben!
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