Karlsruhe Chaos am Oststadt-"Kreisel": "Der Top-Unfallschwerpunkt in Karlsruhe!"

So mancher Autofahrer kommt ins Schwitzen, wenn er sich ihm nähert: Über den Oststadt-"Kreisel" ärgern sich Autofahrer regelmäßig, von manchen Einheimischen wird er auch liebevoll "Horrorkreisel" genannt. In einer Anfrage stellt die Karlsruher FDP-Fraktion die Sicherheit des "unechten Kreisels", der eigentlich eine Kreuzung ist, in Frage: Sieht die Stadt hier Verbesserungsbedarf?

Wie ist es um die Sicherheit bei der runden Kreuzung, auch bekannt als Oststadtkreisel, nahe der Ludwig-Erhard-Allee bestellt? Diese Frage will die FDP-Fraktion des Karlsruher Gemeinderates beantwortet wissen. "Aus der Bevölkerung heraus wurden wir mehrfach auf die Gefahren des unechten Kreisverkehrs hingewiesen", erklären die Stadträte in einer Anfrage.

Die kritischen Stimmen zur Kreuzung würden sich mehren. "Wenn die dortige Verkehrsführung den Verkehr hemmt und eine Gefahrenquelle darstellt, sollte schnell gehandelt werden", so die FDP weiter. Aber sieht die Stadt überhaupt Handlungsbedarf?

"Es ist überdurchschnittlich und erschreckend"

Eine Stellungnahme vonseiten der Stadtverwaltung zur Anfrage der FDP-Fraktion liegt derzeit noch nicht vor. Die Sorge über den Oststadtkreisel ist mit Blick auf die aktuellen Zahlen der Karlsruher Polizei durchaus gerechtfertigt. "Im vergangenen Jahr gab es an dieser Stelle 41 Verkehrsunfälle", erklärt Joachim Zwirner, Leiter des Referats Verkehr, im Gespräch mit ka-news. 83 Verkehrsteilnehmer waren bei den Unfällen involviert.

Nicht immer gingen diese glimpflich aus: "2014 zählten wir 12 leicht verletzte und drei schwer verletzte Personen bei Unfällen an dieser Kreuzung", so Zwirner weiter. Zum Vergleich: 2011 hatte die Polizei noch 25 Unfälle am Oststadtkreisel registriert.

Hat die, die Kreuzung passierende, Südostbahn die Situation verschlimmert? "Im Wesentlichen bleibt die Tendenz gleich", meint Zwirner, "die Bahn zeigt keinen verschlechternden Einfluss auf die Verkehrssituation."

Glücklicherweise blieb es meist bei Blechschäden, meint der Experte. Nichtsdestotrotz sind Unfallzahlen am Oststadtkreisel aus Sicht des Referatsleiters für Karlsruhe nicht nur überdurchschnittlich, sondern auch erschreckend. Am häufigsten kracht es nach den Aufzeichnungen der Polizei zwischen 12 und 14 Uhr sowie am Wochenende zwischen 19 und 20 Uhr. "Der Oststadtkreisel ist der Top-Unfallschwerpunkt in der Fächerstadt", urteilt Zwirner.

Wenn das Navi dem Autofahrer einen Streich spielt

Aber wie kommt es denn, dass es am Oststadtkreisel immer wieder kracht? Schuld ist laut Zwirner die falsche Annahme, es handle sich bei der runden Kreuzung in der Oststadt um einen Kreisverkehr. Viele Verursacher würden nicht aus der Fächerstadt stammen - und vor Ort dann nicht erkennen, dass die Verkehrsführung nicht der eines Kreisverkehrs entspräche. Verstärkt werde dieser Eindruck auch durch das eigene Navigationsgerät: "Das Navi macht hier oft falsche Angaben, indem es bei der Ankündigung von einem Kreisverkehr spricht."

Möglichkeiten, die Situation zu verbessern, gibt es laut Zwirner einige. "Wenn die Kreuzung aussieht wie ein Kreisverkehr, könnte man auch die Verkehrsführung dementsprechend anpassen", lautet ein Vorschlag. Das Problem bei dieser Variante: "Wir haben ein hohes Verkehrsaufkommen auf der B10 und ein vergleichsweise geringeres Verkehrsaufkommen von der Stuttgarter Straße." Diese Regelung hätte extreme Staus auf beiden Seiten zur Folge.

Möglich wäre laut Zwirner auch eine Stopstelle im Oststadtkreisel. Doch auch hier gibt es einen entscheidenden Nachteil: "Das wäre bei Nacht allerdings unnötig und würde den Verkehr aufhalten." Bevor allerdings etwas an der gegenwärtigen Verkehrssituation am Oststadtkreisel geändert werden kann, muss erst eine Unfallkommission bestehend aus Mitarbeitern des Ordnungs-, des Tiefbauamts und des Polizeipräsidiums eine Prüfung durchführen.

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