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Karlsruhe Castor-Transport Karlsruhe-Lubmin: Elf Festnahmen bei Protesten

Seit dem frühen Morgen demonstrieren mehrere Greenpeace-Aktivisten gegen den bevorstehenden Castor-Transport von Karlsruhe nach Lubmin. Einige haben sich an die Gleise gekettet. Die Polizei nahm bereits elf Personen fest. Die Lage sei bisher aber friedlich, so die Polizei.

Gegen den bevorstehenden Castor-Transport nach Lubmin protestieren seit dem frühen Morgen etwas 35 Greenpeace-Aktivisten. Das bestätigte die Polizei Karlsruhe gegenüber ka-news. Auf den Gleisen zur ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage in Karlsruhe (WAK) haben die Atomkraftgegener einen Container mit einer ausfahrbaren Arbeitsplattform und einem Banner "Stopp Castor nach Lubmin!" abgesetzt. Einige der Aktivisten haben sich an die Schienen sowie Tore und Zäune der WAK gekettet. Die Polizei habe bisher elf Personen in Gewahrsam genommen, so ein Polizeisprecher.

Die Polizei ist mit mehreren Streifenwagen und Antikonfliktteams vor Ort. Die Lage sei friedlich, so die Polizei. Ob es zu Verzögerungen kommt und der Castor-Transport wie geplant in der kommenden Nacht die WAK verlassen kann, dazu konnte die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen.

Bannmeile von 50 Metern

Bereits gestern hatte das Verwaltungsgerichts Karlsruhe zwei eingegangene Eilanträge gegen das anlässlich des Castor-Transports angeordnete, zeitlich und räumlich beschränkte Versammlungsverbot der Stadt Karlsruhe abgelehnt. Die Stadt hatte für die Zeit des Transports eine Bannmeile von 50 Metern an der Bahnstrecke erlassen. Damit sind Versammlungen und Demonstrationen in einem Bereich von 50 Metern an beiden Seiten der Stadtbahnstrecke S1/S11 und der weiteren Transportstrecke im Gemeindegebiet verboten. Die Bannmeile wurde für den Zeitraum vom 15. Februar, 0 Uhr, bis zum 16. Februar , 24 Uhr, erlassen.

 "Die von der Stadt Karlsruhe angeordneten Maßnahmen sind völlig unverhältnismäßig und in dieser Form weder erforderlich noch angemessen. Den Interessen der Atomwirtschaft wurde in unzulässiger Weise Vorrang gegenüber den Interessen der Veranstalter und Versammlungsteilnehmer eingeräumt", empört sich der Landtagskandidat der Grünen im Wahlkreis Ettlingen, Christoph Vollbrecht.

"Solche unnötigen Transporte von strahlendem Müll quer durch die Republik müssen vermieden werden", fordert Greenpeace- Atomexperte Heinz Smital. Greenpeace erwartet mindestens 300 Blockierer in der kommenden Nacht.

56 Tonnen Atomsuppe auf S-Bahn-Gleisen

Als Verschiebeaktion in ein Zwischenlager, die kein Problem löst, bezeichnet Regina Schmidt- Kühner, Landtagskandidatin und Mitglied des Kreisvorstands der SPD Karlsruhe, den Castor-Transport. Noch immer gebe es kein Endlager für den Atommüll, noch immer wisse keiner, wie auch nur annähernd die Sicherheit für den Jahrtausende strahlenden Müll hergestellt werden könne, so die SPD-Politikerin. Es sei daher verantwortungslos durch den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke zusätzlichen radioaktiven Müll zu produzieren. Die SPD Karlsruhe unterstütze aus diesem Grund friedliche Protestaktionen gegen Atomkraft.

Der Abtransport des Atommülls vom Betriebsgelände der Wiederaufarbeitungsanlage erfolgt laut Unternehmensangaben auch über Schienen, die normalerweise für den Personenverkehr genutzt werden. Die fünf Behälter mit verglastem hochradioaktivem Abfall aus der Betriebszeit der WAK werden den ersten Teil der Strecke auf den Stadtbahnschienen der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) zurücklegen. Der Atomzug nutzt demnach auf der Strecke von Eggenstein über Neureut in die Nordweststadt die Schienen, auf denen normalerweise die Stadtbahnlinien S1 und S11 verkehren. Im radioaktiven Betrieb der Anlage wurden von September 2009 bis November 2010 insgesamt 140 Gussformen und somit 56 Tonnen Abfallglas produziert.

Atomkraftgegener gehen davon aus, dass der Atomzug sich gegen Mitternacht in Bewegung setzt. Die Polizei macht keine Angaben zum genauen Abfahrtszeitpunkt.

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Kommentare (104)
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (4000 Beiträge)

    15.02.2011 21:16 Uhr
    Wenn ich sachlich darüber nachdenke
    stelle ich fest, dass wir kein Energieproblem haben.
    Unser Problem ist, dass wir glauben, wir müssten ein Endlager suchen!
    Ein sicheres Endlager wird es aber nicht geben weil wir schlicht und einfach nicht wissen, wie sich die Welt in den nächsten paar Jahrhunderten entwickelt. Was wir heute vielleicht als sicheres Endlager ausgucken, wird künftige Generationen zum Haareraufen bringen!
    Und auch die "Verpackung" des Mülls wird nicht ewig halten. Das heißt, es wird alle paar Jahrzehnte "umgepackt" werden müssen.
    Lange Rede kurzer Sinn: der strahlende Müll bleibt uns erhalten und zwar nicht nur 50 oder 100 Jahre!

    Und jetzt hätt ich noch gerne gewusst, was der olle Einstein mit dem Thema zu tun hat. Ein Zusammenhang zwischen seiner Formel und der Energieversorgung bzw der Atommüllentsorgung ist mir bislang verborgen geblieben.
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  •   Kieswerk
    (6 Beiträge)

    16.02.2011 16:03 Uhr
    Einstein
    Also...
    Einstein hat uns gezeigt, wieviel Energie in der Masse steckt ...nahezu unendlich ... und wie man sie gewinnt (Fusion/Spaltung)

    Entsorgung: In ein paar Jahren senden wir das Ganze in den Weltraum .....es wird nie mehr zurückkommen...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (112 Beiträge)

    15.02.2011 21:10 Uhr
    Sachlich?
    das meinen Sie aber nicht ernst
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  •   Kieswerk
    (6 Beiträge)

    16.02.2011 16:00 Uhr
    t.hatcher
    Doch, das meine ich ernst...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1 Beiträge)

    15.02.2011 20:05 Uhr
    Atomkraft unnötig
    Wie viele hier wohl nicht wissen deckt die Atomkraft nichtmal 2 % des deutschen Energiebedarfs...

    Und nebenbei, wenn man mal die Subventionen für Atomkraft und die Steuern, die nicht gezahlt werden, auf den Strompreis aufrechnet, dann zahlt der Durchschnittsbürger für jede einzelne kWh so ungefähr etwas über 2 €.
    Total billig dieser Atomstrom...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (112 Beiträge)

    15.02.2011 19:19 Uhr
    lustig
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,745586,00.html
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (34 Beiträge)

    15.02.2011 18:27 Uhr
    Das gehört zur Demokratie dazu,
    dass man auf diese Art und Weise seine Meinung offeriert. Es wäre besser gewesen, beim Bau von den Kernkraftwerken genau zu überlegen, wohin mit dem Atommüll. Wenn das geklärt gewesen wäre, hätte die Bevölkerung so einen Protest nie und nimmer durchgeführt.
    Schaut doch hin, wie die Fässer mit dem Strahlungsmaterial gelagert wurden. Dort gehören die Politiker zum Aufräumen, die alles für gutgeheissen haben. Ein Wort zu den Grünen: Seit doch froh, dass dort einige sind, die es bei der Wurzel angepackt haben.
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  •   Kieswerk
    (6 Beiträge)

    15.02.2011 17:41 Uhr
    Ideologie
    Da das ganze eine ideologische Debatte ist, sollte man sich wieder auf die Fakten stützen.
    Wir benötigen in den nächsten jahren 5-6 neue KKW, um den Grundbedarf an Energie zu sichern und uns vom Öl etwas zu lösen. Problemlos könnten wir unsere Heizungen CO2-frei umstellen. Da bleibt immer noch genug Platz für den "Schwachkopfstrom" der Linken. Solange die Speicherung von Energie noch nicht gelöst ist, haben wir keine andere Wahl. Aber das verstehen die "Schwachköpfe" ja nicht.
    Grundsätzlich brauchen wir auch einen Rechtsstaat, der das Gewaltmonopol hat. Nicht Greenpeace bestimmt unser Leben, sondern die Politik. Und die Gewaltenteilung sichert unsere Demokratie. Hier müssen wir besonders aufpassen... Aktivisten sind nicht mehr Wert als eine Zeitungsmeldung... Morgen ist es wieder vergessen..
    Deshalb gehen wir wählen und schätzen die Inhalte der Parteien ab mit dem, was wir in der Schule gelernt und über die Lebenserfahrung weiter entwickelt haben.
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  •   Herbert-119
    (1164 Beiträge)

    15.02.2011 18:54 Uhr
    Oh Die Klima Lüge .
    Schon mal was von Climategate gehört..

    Siehe http://tinyurl.com/yj8c2tf

    Und http://tinyurl.com/y8nkxty
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  •   exsued
    (430 Beiträge)

    15.02.2011 16:12 Uhr
    Was für Widersprüche
    Zitat von joergrupp Insgesamt könnten, laut Ahmels norwegische Wasserkraftwerke den Strom von 60 europäischen Atomkraftwerken ersetzen.

    SObald die Leitung liegt, ist das alles kein Problem mehr. Und die Leitung könnte schon lange liegen.


    3,5 Stunden vorher:

    Zitat von joergrupp zwischenzeitlich
    gibt es eine Leitung von Norwegen nach Europa - das haben die Konzerne lange versucht, zu verhindern. Somit könnte man regenerativ problemlos versorgt werden- ohne AKWs.


    Herr Rupp, was stimmt denn nun? Argumentieren Sie je nach Erfordernis mal so mal so? Und übrigens Wasserkraft, wer ist denn ein großer Gegener von Wasserkraftprojekten im Schwarzwald?
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