Karlsruhe Bundesanwalt über Gewalttat in Hanau: Das ist jetzt über den Anschlag bekannt

In der hessischen Stadt Hanau war es am Mittwochabend zu einem Gewaltverbrechen gekommen, bei dem insgesamt elf Menschen starben und weitere schwer verletzt wurden. Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe hat nun die Ermittlungen des Falls aufgenommen und wird in einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag um 15 Uhr den aktuellen Stand der Ermittlungen bekanntgeben. ka-news.de wird vor Ort sein und live berichten.

In der hessischen Stadt Hanau waren am Mittwochabend neun Menschen an zwei verschiedenen Orten erschossen worden. Stunden nach dem Verbrechen hatte die Polizei die Leiche des mutmaßlichen Todesschützen in seiner Wohnung entdeckt. Dort fanden Spezialkräfte auch noch eine weitere tote Person. 

Nach weiteren ersten Informationen soll nach der Tat auch ein Bekennerschreiben und ein Video gefunden worden sein, beides werde noch ausgewertet. Auch die Hintergründe der Tat sind bislang noch unklar. Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe, der in einer Pressekonferenz am heutigen Nachmittag um 15 Uhr von den aktuellen Ermittlungen berichten wird, spricht in einer Pressemeldung von einem Anschlagsgeschehen. ka-news.de wird vor Ort sein und live tickern.

Die Generalbundesanwaltschaft beim Bundesgerichtshof
Die Generalbundesanwaltschaft beim Bundesgerichtshof | Bild: ka-news.de
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Der aktuelle Ermittlungsstand der Bundesanwaltschaft nach der PK

Nach der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag hat die Generalbundesanwaltschaft in einer ausführlichen Pressemitteilung ihre bisherigen Ermittlungsergebnisse verkündet. Demnach hat der 43-jährige deutsche Staatsangehörige Tobias R. am 19. Februar gegen 22 Uhr in den Bereichen Heumarkt, Kesselstadt sowie Kurt-Schumacher-Platz im hessischen Hanau neun Menschen erschossen und mehrere Personen verletzt, darunter sei auch ein lebensgefährlich Verletzter.

Das Alter der Todesopfer liegt zwischen 21 und 44 Jahren. Unter ihnen seien sowohl ausländische als auch deutsche Staatsangehörige. Nachdem sich im Rahmen der Ermittlungen Hinweise auf den Täter ergeben hatten, wurde dessen Wohnung in Hanau von einem Sondereinsatzkommando der Polizei durchsucht. "Die eingesetzten Beamten haben Tobias R. sowie dessen 72-jährige Mutter tot aufgefunden. Beide wiesen Schussverletzungen auf. Neben dem mutmaßlichen Täter lag eine Schusswaffe", heißt es in der Meldung weiter.

Sein Vater wurde von den Polizeibeamten äußerlich unverletzt angetroffen. "Es liegen gravierende Indizien für einen rassistischen Hintergrund der Tat vor. Diese ergeben sich aus den augenscheinlich von Tobias R. herrühenden Videos und Dokumenten", erklärt die Generalbundesanwaltschaft.

Erkenntnisse zu etwaigen Vorstrafen oder Ermittlungsverfahren mit politischem Bezug liegen derzeit keine gegen ihn vor. Weitere Ermittlungen sollen nun vor allem klären, ob es noch bislang unbekannte Mitwisser oder Unterstützer gibt. Auch wird das Umfeld des mutmaßlichen Täters durchleuchtet und untersucht werden, ob und welche nationalen und internationalen Kontakte bestanden haben.

Mit den weiteren Ermittlungen wurde inzwischen das Bundeskriminalamt beauftragt. Dieses wird in Kooperation mit dem Landeskriminalamt Hessen tätig. "Unter anderem werten die Ermittler Videos und Dokumente aus, die augenscheinlich von Tobias R. stammen. Zudem laufen kriminaltechnische Untersuchungen zu der oder den bei der Tat verwendeten Schusswaffen", so die Bundesanwaltschaft abschließend.

 

Live-Ticker vom 20. Februar

15:00Liveticker gestartet

Der Generalbundesanwalt ist eingetroffen, jetzt geht es los.

Generalbundesanwalt Peter Frank. | Bild: ka-news.de

 

15:05"Verwirrt und tief rassistisch"

Es geht nun um die gefundenen Videobotschaften und das sogenannte "Manifest" des Täters, das er auf seiner Homepage eingestellt haben soll. Generalbundesanwalt Peter Frank bezeichnet beides als "verwirrt, mit abstrusen Verschwörungstheorien und tief rassistisch". "Ziel der Ermittlung ist es, ob es Mitwisser oder Unterstützer gibt", erklärt er das jetzige Bestreben der Generalbundesanwaltschaft.

15:10Sechs Personen wurden verletzt

Wie Peter Frank weiter ausführt, seien bei der Tat insgesamt elf Menschen gestorben und sechs verletzt worden, dabei eine Person schwer. Kurz darauf sei der mutmaßliche Täter zusammen mit seiner Mutter in seiner Wohnung tot aufgefunden worden. "Ebenfalls augenscheinlich erschossen", so Frank. Neben dem Toten habe man eine Schusswaffe gefunden. 

Im Zuge der weiteren Ermittlungen werde man nun das Umfeld und die Kontakte des mutmaßlichen Täters abklären, "sowohl hier im Inland, aber auch mögliche Kontakte ins Ausland". Das Bundeskriminalamt und das hessische Landeskriminalamt leiten nun die polizeilichen Ermittlungen, so Frank.

Bild: ka-news.de

"Mein Mitgefühl ist bei den Angehörigen der Opfer und den Verletzten. Es ist eine Nacht, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird und die unsere weitere Ermittlungsarbeit stark prägen wird", so der Generalbundesanwalt abschließend.

15:20Liveticker beendet

Bereits nach wenigen Minuten und seinem kurzen Statement hat Generalbundesanwalt Peter Frank den Raum wieder verlassen, die Pressekonferenz ist beendet. Wir beenden an dieser Stelle den Live-Ticker.

 

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