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Karlsruhe Bürgermeister Obert zu Citypark-Randale: "Bisschen Verstand" würde reichen

Nur wenige Tage konnten sich die Karlsruher am eröffneten Citypark, inklusive See, erfreuen. Nur vier Tage später war der See Vandalen zum Opfer gefallen. Dass einige nicht akzeptieren wollen, dass es sich hier um einen Zier- statt um einen Badesee handelt, gibt Karlsruhes Bürgermeister Michael Obert zu Denken. In sein Dezernat fällt das Gartenbauamt und damit die Zuständigkeit für den Citypark. Ein Gastkommentar von Michael Obert.

Sehr geehrte Frau Bohner,

Ihr Kommentar stimmt mich traurig, zeigt er mir doch, wie sehr ein bestimmtes Fehlverhalten der Menschen bereits akzeptiert und zum Regelfall wird. In Karlsruhe, wie in anderen Städten auch, ist das "Baden" in Wasseranlagen ausnahmslos verboten, auch wenn nicht ausdrücklich ein Schild davor steht.

Es gibt eine Parkordnung, nun gut, das interessiert eh niemanden. Aber ein bisschen Verstand würde einem eigentlich sagen, dass ein Ziersee, der eine sensible Uferbepflanzung sowie zwei Fontänen mit Umwälzpumpe aufweist, kein Badesee ist. Der Vandalismus wird im Übrigen von uns nicht darin gesehen, dass ein paar Kinder planschten oder die Füße ins Wasser gehalten wurden. Hier wurde massiv und mutwillig beschädigt, auch Steine in den See verbracht und so fort.

Auch andere - zum Beispiel das Land am Schlossplatz - haben erhebliche Probleme. Dort werden die Wasseranlagen zerstört, indem Steinchen von den Wegen eingebracht werden, welche die Düsen beschädigen, teure Instandsetzungen sind die Folge.

Warum akzeptieren Teile der Bevölkerung eigentlich nicht, dass solche Anlagen weder für Hunde noch für Menschen als Planschbecken gedacht sind und dies auch nicht aushalten? Von der fehlenden Wasserqualität mal abgesehen. Also ich würde mein Kind da nicht rein schicken. Diese Anlagen sind dazu da, sie anzusehen beziehungsweise am Rande zu sitzen, das Plätschern und die Anmutung zu genießen, außerdem haben sie eine kühlende Wirkung, aber nicht, indem man darin badet, sondern weil Wasser immer einen kühlenden Einfluss auf die Umgebung hat.

Und nochmal: gebadet werden darf ausschließlich in Schwimmbädern und in dazu ausdrücklich zugelassenen Bagger- beziehungsweise Badeseen oder Kinderplanschbecken. Das ist keine Karlsruher Erfindung, das ist überall in Deutschland so.

Mehr zum Thema:

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  •   Takeiteasy
    (2 Beiträge)

    06.06.2017 11:22 Uhr
    City Park bekommt Görlitzer Park Verhältnisse
    Seit Eröffnung des "Bade"sees hat die Sicherheit im City Park stark nachgelassen. In Gruppen werden Shishas und Ähnliches geraucht, alkoholische Getränke werden bei lauter Musik konsumiert, der Park wird vermüllt. Im gebrochenem Deutsch bekommt man Drogen angeboten. Nach Einbruch der Dunkelheit traut man sich nicht mehr in den Park.

    Was tut die Stadt, damit wir nicht Verhältnisse wie im Görlizter Park bekommen?
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  •   yaccob
    (5 Beiträge)

    05.06.2017 00:34 Uhr
    Fehlverhalten als Regelfall
    Wenn "ein bestimmtes Fehlverhalten der Menschen bereits akzeptiert und zum Regelfall wird", wäre es dann nicht klug, die Regel, die dieses Regelverhalten als Fehlverhalten ausweist zu überdenken?

    Des Weiteren heißt es: "ein bisschen Verstand würde einem eigentlich sagen, dass ein Ziersee, der eine sensible Uferbepflanzung sowie zwei Fontänen mit Umwälzpumpe aufweist, kein Badesee ist".
    Wie viel Verstand wäre nötig, die Uferbepflanzung eines öffentlich zugänglichen Gewässers weniger sensibel zu gestalten? Und wenn ein Bürgermeister meint, ein beträchtlicher Teil seiner WählerInnen hätte kein Bisschen Verstand, in welchen Zusammenhang darf ich diesen Mangel an Verstand mit deren Bürgermeisterwahl stellen?

    Und würde ein Bisschen Verstand bürgermeisterseits nicht nahelegen, bei dermaßen akzeptiertem, regelhaftem Fehlverhalten, über die Hintergründe nachzudenken? Vielleicht gilt es beispielsweise, Bedürfnisse zu berücksichtigen. Ist das nicht EINEN Gedanken wert?
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  •   yaccob
    (5 Beiträge)

    04.06.2017 22:27 Uhr
    Fehlverhalten als Regelfall akzeptiert
    Wenn "ein bestimmtes Fehlverhalten der Menschen bereits akzeptiert und zum Regelfall wird", wie Herr Ober meint, wäre es dann nicht klug, die Regel, die dieses Regelverhalten als Fehlverhalten ausweist zu überdenken?

    Des Weiteren heißt es: "ein bisschen Verstand würde einem eigentlich sagen, dass ein Ziersee, der eine sensible Uferbepflanzung sowie zwei Fontänen mit Umwälzpumpe aufweist, kein Badesee ist".
    Wie viel Verstand wäre nötig, die Uferbepflanzung eines öffentlich zugänglichen, als Ziersee gedachten Gewässers weniger sensibel zu gestalten? Und warum meint ein Bürgermeister, ein beträchtlicher Teil seiner WählerInnen hätte weniger als ein Bisschen Verstand. Könnte dann nicht jeglicher Zugewinn an Verstand leicht seine Wiederwahl vereiteln?

    Und würde ein Bisschen Verstand nicht nahelegen, bei so akzeptiertem, regelhaftem Fehlverhalten, über die Hintergründe nachzudenken? Vielleicht gilt es beispielsweise, Bedürfnisse zu berücksichtigen. Ist das nicht EINEN Gedanken wert?
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  •   AW-Bahner
    (2 Beiträge)

    03.06.2017 18:27 Uhr
    Genau! - "Ein bisschen (mehr) Verstand würde reichen"
    seitens der Stadt. Schon alleine die Bebauung rund um den Citypark ist klotzig hässlich - gleichförmig in Beton mit Styroporverschalung. Stadtvilla nennt man das heute, habe ich gelernt. Da passt ein Zierteich natürlich ins Gesamtbild.

    Familiengerechtes bauen heißt auch, das man des Bürgers Steuergeld so verwendet, das Kinder einen Spielplatz vorfinden. Vieleicht mit einem Plantschbecken, für die heissen Tage im Jahr. Dann kommt keiner auf die Idee, im Zierteich zu baden.

    Die "Verbotskultur" dient primär der Stadtkasse. Nur leider werden immer mehr komunale Bäder geschlossen, das was noch davon da ist, muß man bei Benutzung teuer bezahlen. Diejehnigen Eltern wo sich das nicht leisten können, deren Jugendliche hängen dann später randalierend und saufend auf der Straße herum. Wilkommen in der Zwei - Klassen Gesellschaft.... Kinder sind ja schon bei der Wohnungssuche ein Hindernis.

    Wir waren als Jugendliche am Bagersee baden, kostenlos - Auch das war einmal !
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  •   AW-Bahner
    (2 Beiträge)

    03.06.2017 14:58 Uhr
    Ein bischen Verstand würde reichen....
    bei der Stadtplanung in Karlsruhe. Familienfreundliches bauen zum Beispiel...

    Ein neues Stadviertel in klotziger Betonoptik mit okologisch nachhaltiger Plastikverhüllung, vermarktet als "Stadtvilla", da bedarf es natürlich einem Zierteich im angrenzenden Park. Das ganze ist an Hässlichkeit nicht mehr zu überbieten.

    Wie wär es den mit Freizeitflächen, die einen (Abendteuer-) Spielplatz mit Plantschbecken für Kinder aufweisen. Dann kommt auch kein Kind mehr auf die Idee, den Zierteich als Badesee zu missbrauchen. Nur immer auf kostenplichtige Badeanstalten zu verweisen reicht nicht. Denn auch diese schliessen aufgrund leerer komunaler Kassen in diesem Land zunehmend.

    Die Verbotskultur ist eine Marketingstrategie, die lediglich der Stadtkasse dient - bzw. diese füllen soll. Leider werden öffenliche Mittel nicht im Sinne des steuerzahlenden Bürgers verwendet. Beispiele dafür gibt es genügend. Die in dieser Verbotskultur aufwachsende Jugend veroht zunehmend = Saufgelage statt Badespaß
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  •   Kanzler
    (180 Beiträge)

    01.06.2017 20:42 Uhr
    Thema verfehlt Hr. Obert
    Statt sich ueber die Entwicklung am See aufzuregen bitte ich zu bedenken das kleine Kinder oder Jugendliche bei den heissen Temperaturen und der sich bietenden Gelegenheit diese auch nutzen.Plantschen oder sich kurz reinlegen ist nichts schlimmes!Sorgen Sie lieber dafür das die Kinderspielplatz von Heroinspritzen und Hundekot gesäubert werden statt sich um solche Kleinigkeiten aufzuspielen.Oder treten Sie zurueck und genießen die Idylle barfuss an ihrem See
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  •   peddersenn
    (986 Beiträge)

    01.06.2017 18:45 Uhr
    Irgendwie war in Baden einmal...
    ..das mit den Fünfen gerade und den Kirchturm im Dorf sein lassen AUCH ne Option. Charmanterweise.

    Wenn man immer alles aufs Grundsätzliche und das Prinzipielle herunterbricht, dann wird irgendwann aus dem Taubenklecks auf der Windschutzscheibe ne verkehrliche Beeinträchtigung mit potentieller Kindestodesfolge - und ein im trockenen Brunnen herumhüpfendes Kind zur Gefährdung der Wasserversorgung einer ganzen Stadt.

    Und eine etwas missglückte Gestaltung eines Teiches incl. zugehörigem Kommunikationsproblem ein Hunneneinfall.

    Vandalen sind Samstags usw im und vorm Stadion. Bürger, die sich einfach suboptimal verhalten, sind was anderes. So gut ich den Frust des Herrn verstehen kann - aber mit Beschimpfung der Bürger kommt da ne unnötige Schärfe ins Spiel, die immer beklagt wird. Ein wenig Gelassenheit täte da gut.

    2 Technikerstunden, 4 Landschaftsgärtner, eine Begrenzung und 2 Schilder - das Ding geht wieder. Nächstes Mal besser aufpassen/kommunizieren. Und kontrollieren.
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  •   Pilsi57
    (296 Beiträge)

    01.06.2017 15:24 Uhr
    Herr Obert,
    dafür hat sich die Menschheit schon zu sehr zurückentwickelt. Man hat es versäumt diese Entwicklung am Anfang zu unterbinden. Dies wurde aus falsch verstandene Toleranz verschlafen.
    An den gesunden Menschenverstand zu appelieren ist eigentlich ein Witz, den gibt es bei vielen schlicht und ergreifend nicht mehr.
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  •   peddersenn
    (986 Beiträge)

    01.06.2017 18:55 Uhr
    Kirche im Dorf lassen....
    ...den gesunden Menschenverstand gibts schon noch. In den Mehrheit der Hirnen. Der überwiegenden Mehrheit. Halt nicht in allen (und nicht immer grinsen )

    Ein statistisch geringer Wert reicht aber, daß aus Unvernunft und Unkenntnis eben Park- und Verkehrsprobleme, Verschmutzung und Fehlverhalten incl. Pannen werden. Dafür gibts dann Regeln, Schilder, Barrieren, lenkende Gestaltung * und Kontrollen und Strafen.

    Das ist so, war so und wird immer so sein. Nicht umsonst kommen Wörter wie Politiker (und Polizei) von Polis = Stadt.

    Wenn man eben keinerlei Kontrollen mehr veranstaltet wegen Geiz, dann läuft das aus den Fugen. Früher (TM) hätte ab der Eröffnung ein Schutzmann dagestanden, der ne Teichordnung durchgesetzt hätte.

    Aber viel passiert außer nem zu korrigierenden Fehlstart ist ja nix. Da hat ganz KA ganz andere Probleme - und Ausgaben. Und da gibts Schuldige, die definitiv nicht unter "saudummer Vandalenbürger" abzuheften sind.
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  •   RechterRand
    (971 Beiträge)

    01.06.2017 13:39 Uhr
    Ein bisschen Verstand
    Gerade neulich Abend auf dem Gutenbergplatz konnte man beobachten, wie vier oder fünf kleine Kinder auf den schönen Marktbrunnen geklettert sind.

    Und die Mutter stand unten und den Kids noch dabei geholfen. Einer hat dann geschafft, im Inneren des Brunnen hin und her zu flitzen.

    Man bereits jetzt schon Beschädigungen an dem Brunnen feststellen.

    Wie hohl und egoistisch kann man nur sein, seine Kinder darin zu unterstützen, diesen schönen Brunnen als Klettergerüst zu missbrauchen und eventuell sogar zu beschädigen.

    Da fällt einem nichts mehr ein. Obwohl, ich hätte vielleicht beim Ordnungshüter anrufen können. Aber ob die sich bemüht hätten?
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