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Karlsruhe Bürgerforum zur Zukunft der Karlsruher Innenstadt: Marktplatz soll neues "Wohnzimmer" der City werden

Die nahende Fertigstellung der Kombilösung beeinflusst alle Maßnahmen, die 2019 für die Innenstadt geplant sind. Das wurde auf dem "Forum Zukunft Innenstadt", der Nachfolgeveranstaltung des "Forum Einzelhandel" deutlich. "Die Bauarbeiten müssen im Sommer 2020 fertig sein, damit im Dezember der Betrieb beginnen kann", stellte Oberbürgermeister Frank Mentrup in Aussicht.

Das Wesentliche spielt sich laut Uwe Konrath, Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig), derzeit noch unterirdisch ab, etwa am Marktplatz, der ab Sommer 2020, nach zehnjähriger Planungsphase, in neuem Glanz erstrahlen soll und wo bereits die Abgänge zur künftigen U-Bahn bis hin zu den Rolltreppen fertig sind. Derzeit werden die noch fehlenden Versorgungsleitungen gelegt, damit im "neuen Wohnzimmer der Stadt", wie Frank Mentrup den Marktplatz nennt, künftig wieder große Veranstaltungen wie das Stadtfest stattfinden können.

Forum Zukunft Innenstadt
OB Mentrup beim Forum Zukunft Innenstadt. | Bild: Sascha Kemper

Laut Martin Kissel, dem Leiter des Tiefbauamts, laufen seit 19. November die europaweiten Ausschreibungen der Bauarbeiten. Bis 8. Januar ist Angebotsabgabe, danach finden die Bietergespräche für das grob auf sieben Millionen Euro geschätzte Projekt statt. Im April 2019, so Kissel, sei Baubeginn, im Sommer 2020, wenn dort die ersten Bahnen unterirdisch rollen, soll der 7.000 Quadratmeter große Platz gepflastert werden.

Visualisierung Marktplatz
Bild: Stadtplanungsamt

Wasserspiele und Kübelpflanzen für das Klima

Geplant sind - auch im Hinblick auf die starke Erwärmung der Innenstadt im Sommer - helle Materialien und Natursteinbeläge aus Granit, Wasserspiele und zahlreiche Bodenhülsen für Sonnenschirme am Rand des Platzes im Bereich der Gastronomiezeile. "Bäume können wir nicht pflanzen, da wir teilweise nur 50 Zentimeter über der Haltestelle sind", erklärte Kissel. Stattdessen werde es mobile Kübelpflanzen geben. Barrierefreiheit und ein Blindenleitsystem sind geplant, eine platzsparende Hängebeleuchtung soll den Platz erleuchten. 

Visualisierung Marktplatz
Bild: Stadtplanungsamt

Gebaut wird in vier Bauabschnitten, beginnend an der Pyramide, gefolgt vom Bereich vor der Gastronomiezeile beim Café Böckeler, der Seite von Modehaus Schöpf und dem hinteren Teil Richtung Rondellplatz. Im Zuge dessen, so Kissel, würden auch die Rathaustreppe und der Ludwigsbrunnen wieder aufgebaut.

Erst Kriegsstraße, dann Kaiserstraße

"Wir wollen die Baufelder nicht zu große machen, damit der Marktplatz für die Bürgerschaft noch nutzbar ist", so Kissel. Mit dem Modehaus Schöpf haben man besprochen, dass die Bauzäune die Sicht auf Fassaden und Schaufenster nicht verstellen sollten. "Die Kaiserstraße ist dann erst ab Mitte 2022 ausbaubar, realistisch ab 2023, vorher müssen die Kriegsstraße, der Europaplatz und der Berliner Platz fertig sein." Erst dann können die Gleise abgebaut werden.

Forum Zukunft Innenstadt
Bild: Sascha Kemper

Die Bauarbeiten an der Kriegsstraße sind voll im Zeitplan. "Derzeit werden die Oberflächen geräumt, an der Haltestelle Durlacher Tor wird bereits die Wandverkleidung aus Betonstein angebracht und Fahrtreppen eingebaut", so der Kasig-Geschäftsführer weiter. Auch der Kronenplatz werde für den Ausbau vorbereitet. 2019 würden die Bauarbeiten an der Karlstraße und am Karlsplatz fortgeführt. Im Herbst seien bereits die Bauarbeiten an der Oberfläche des Tunnels am Mendelssohnplatz fertig. Statt eines riesigen Abluftkamins am Karlstor werde es eine andere technische Lösung geben.

Innenstadt soll attraktiver werden

Wenn ab Ende 2020 ein Großteil des Verkehrs unterirdisch stattfindet, werden Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt um so wichtiger. Martin Wacker, Geschäftsführer des Citymarketing, gab sich optimistisch. Beim Karlsruher Stadtfest sei deutlich geworden, was möglich sei, wenn die Kaiserstraße straßenbahnfrei sei.

Forum Zukunft Innenstadt
"Die Innenstadt soll attraktiver werden", meint Martin Wacker. | Bild: Sascha Kemper

Das Citymarketing plant 2019 wieder ein "Fest der Sinne" im Mai, im Juli die Aktion "Spiel mich" und von August bis Ende September die bewährten Schlosslichtspiele. Die Gastronomie, so Wacker, habe stark von den Schlosslichtspielen profitiert. Jetzt wolle man den Handel noch mehr mitnehmen. Das wünscht sich auch Mentrup, der das Kommunikationskonzept für die Innenstadt vorstellte, eine Kooperation von Verwaltung und städtischen Gesellschaften .

Aufschwung für den Einzelhandel

Das Neuste Projekt heißt "Highlight Innenstadt": Vier überdimensionale gelbe Lampen "beleuchten" jeweils für zwei bis drei Monate besondere Sehenswürdigkeiten der Stadt. In klein sei die Lampe auch als Marketingmaßnahme fürs Ladenschaufenster zu erwerben. Mentrup hofft, dass nach Fertigstellung der Kombilösung die Fassaden an der Kaiserstraße in Angriff genommen werden.

Forum Zukunft Innenstadt
Bild: Sascha Kemper

Die Stadt greift bei all ihren Maßnahmen auf Empfehlungen der Münchner Beratungsgesellschaft Cima zurück, die ein Gutachten zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher Innenstadt erstellt hat. Christian Hörmann von Cima berichtete, dass derzeit Einzelmaßnahmen ausformuliert würden. Dabei gehe es ganz stark um die Themen Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit - Forderungen, die sich mit dem Ergebnis einer Umfrage unter 3.000 Studenten decken, das ebenfalls vorgestellt wurde. 

Visualisierung Marktplatz
Bild: Stadtplanungsamt

Erste Maßnahmen seien mehr Licht an Europaplatz und Kronenplatz. Die östliche Kaiserstraße und der Europaplatz müssten aufgewertet werden. "Die Kaiserstraße muss zur Bühne ausgebaut werden." Dabei wolle man dem Einzelhandel nichts vorschreiben, sondern ihn bei der Inszenierung unterstützen. Mentrup schloss die Veranstaltung mit einem optimistischen Schlussappell: "Wir packen alle gemeinsam an, um nach der Fertigstellung der Kombilösung die Innenstadt ein gutes Stück voranzubringen."

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Kommentare (16)
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  •   IchKA
    (651 Beiträge)

    30.11.2018 17:13 Uhr
    Wasserspiele und Kübelpflanzen für das Klima
    der Witz war gut. Ansonsten sieht das alles schlimm aus. Der Bodenbelag wird binnen kürzester Zeit aussehen wie in Mühlburg, nämlich versaut. Die Abgänge zur kleinsten U-Bahn der Welt sind viel zu wuchtig für den kleinen Marktplatz. Keiner scheint auf die Idee zu kommen filigrane Kunstschmiedearbeiten für die Umrandung statt der üblen Betonmauern zu machen. Die Beleuchtung für den historischen Marktplatz ist hässlich und viel zu flächig von der Lichtgebung und hat keine Atmosphäre. Ohne Schinkelleuchten ist das die selbe Verschlechterung wie die pseudopostmoderne Umgestaltung des Schlossvorplatzes vor einigen Jahren. Das ging leider völlig schief. Wenn dann Stadplaner vor bereits 10 Jahren Entwürfe für den Marktplatz machen, die man wohl durchziehen will, kann man sich nur wundern über die Gestaltungsqualitäten dieser Fachleute. Darüberhinaus scheint in Karlsruhe die Sonne von Norden zu scheinen, siehe den Schattenwurf der Zeichnung vom Stadtplanungsamt.
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  •   de.schwule.sascha
    (185 Beiträge)

    29.11.2018 18:28 Uhr
    Der
    Marktplatz war schon IMMER
    langweilg, er war nie das pulsierende Herz der Kleinstadt Karlsruhe.
    Normalerweise müsste im Zentrum einer Stadt "voll" was los sein, vor allem auch Nachts lendendig sein.
    Gähn.
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  •   Ich-habe-es-doch-gesagt
    (12 Beiträge)

    29.11.2018 11:34 Uhr
    Denken ist....
    Da Mektman gleich wieder das keiner an Rollstuhl Fahrer denkt.. Wie sollen die bitte zur u bahn kommen?
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  •   ALFPFIN
    (6372 Beiträge)

    29.11.2018 10:27 Uhr
    Kübelpflanzen zur Verbesserung
    des "Marktplatzklimas". Kübelpflanzen standen früher auch schon auf dem Marktplatz. Bei hohen Temperaturen war es auf dem Marktplatz heiß, auch wenn das Wasser am Brünnele angestellt war. Also da müssen auf dem zukünftigen Marktplatz Wohnzimmer schon sehr viele Kübelpflanzen mit entsprechender Pflanzhöhe stehen, damit man einen kühlen Luftzug spürt. grinsen
    Dürfen dann wieder die Blumenhändler auf den Marktplatz, man denke an den edlen Bodenbelag. Natürlich würde sich Weinbrenner freuen, vielleicht würde er aber heute den Marktplatz anderst gestalten. So aufgeräumt, animiert er allerdings nicht zum längeren Aufenthalt, ist doch eher eine "Steinwüste".
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  •   andip
    (9296 Beiträge)

    29.11.2018 12:03 Uhr
    Dann ändert sich doch nichts
    bis darauf, das es da keine Schienen mehr gibt.
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  •   kscgrufti
    (3602 Beiträge)

    29.11.2018 15:40 Uhr
    Dieses
    nix ändern kostet aber ganz schön viel Geld.
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  •   likeka
    (412 Beiträge)

    29.11.2018 18:35 Uhr
    Naja
    ein neuer Natursteinbelag, komplett neue Leitungsinfrastruktur (mit unterirdischen, ausfahrbaren Strom- und Wasseranschlüssen für den Weihnachtsmarkt) und Wasserspiele ...
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  •   Mathias
    (77 Beiträge)

    29.11.2018 09:29 Uhr
    Bodenbelag
    Hoffentlich schauen sich die Verantwortlichen mal den neuen Bodenbelag der Planken in Mannheim an! Der sieht nach kurzer Zeit schon furchbar aus und muss nun wesentlich (kosten-) intensiver und öfter gereinigt werden als geplant/versprochen.
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  •   likeka
    (412 Beiträge)

    29.11.2018 19:18 Uhr
    Immerhin
    Immerhin werden seit mehreren Jahren Beläge getestet.
    Eine Versuchsfläche ist beim Amt für Abfallwirtschaft/Tiefbauamt in der Ottostraße und wird daher auch von schweren Fahrzeugen befahren, bzw. maschinell gereinigt
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  •   melotronix
    (2658 Beiträge)

    29.11.2018 08:08 Uhr
    wo ist denn in Karlsruhe der..
    ..Karlsplatz ?
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