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Karlsruhe Bürger tüfteln gemeinsam mit Architekten: Was könnte auf dem Landratsamt-Areal entstehen?

Direkt am Ettlinger Tor streckt sich ein Hochhaus gen Himmel: Das Landratsamt. Auf dem Areal mitten in der Stadt soll in Zukunft etwas Neues entstehen. Was genau, das steht noch nicht fest - deshalb sind die Bürger Karlsruhes gefragt, gemeinsam mit vier Planungsbüros Ideen zu erarbeiten. ka-news.de war bei der Auftaktveranstaltung des "Werkstattverfahrens" dabei.

Das Hochhaus des Landratsamtes ist schon von Weitem zu sehen: Mit seinen rund 70 Metern Höhe und 21 Stockwerken sticht es in der Silhouette der Stadt hervor. Direkt am Ettlinger Tor gelegen kennzeichnet es mit seiner Glasfassade den südlichen Eingang zur Innenstadt. 

Landratsamt Karlsruhe an der Kriegsstraße.
Landratsamt Karlsruhe an der Kriegsstraße. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Das Karlsruher Hochhaus ist in die Jahre gekommen: In den 60er-Jahren erbaut, steht es seit dem Jahr 2012 unter Denkmalschutz. Nun soll auf dem Gelände mitten in der Stadt etwas Neues entstehen. Das Problem: Der Denkmalschutz kommt den Plänen in die Quere. Das Urteil, ob das Landratsamt abgerissen werden darf, steht noch aus. 

Im Video: Hintergründe zum Denkmalschutz des Landratsamtes

Ob Abriss oder Erhalt: Egal, welcher der beiden Fälle letztendlich eintritt - dem Hochhaus mitsamt seinem Areal steht eine Wandlung bevor, selbst, wenn es bleibt. Denn es ist mit Schadstoffen belastet, sowohl mit Blei als auch Asbest und Formaldehyd. Die Folge: Es müsste bei einer Sanierung "bis auf das Baugerippe abgetragen werden", so Landrat Christoph Schnaudigel.

Auch wenn die grundlegende Entscheidung, ob das Gebäude angerissen werden darf, noch nicht gefallen ist, werden bereits neue Pläne geschmiedet: Was könnte auf der Fläche mitten in Karlsruhe in Zukunft entstehen? Die Stadt hat vier Planungsbüros beauftragt, je zwei Ideen zu erarbeiten - eine mit dem Hochhaus und eine ohne. So ist man seitens der Planung auf alle Eventualitäten in Sachen Denkmalschutz vorbereitet.

Dabei verschanzen sich die Architekten und Planer allerdings nicht hinter verschlossenen Türen, um am Ende ein fertiges Konzept vorzustellen. Bei den Planungen sollen die Bürger mitwirken können - und so wurde eine sogenannte "Werkstatt" mit vier Terminen ins Leben gerufen.  

Im Video: Wie die Bürger über die Zukunft des Areals mitentscheiden können

Die Ideen der Anwohner und interessierter Bürger sollen dabei nicht erst an zweiter Stelle stehen, sondern von vorne hinein den Architekten Anreize schaffen. Die Auftaktveranstaltung dazu war am Mittwoch, 15. Januar: Zur ersten "Werkstatt" kamen Bürger, Planer und Verantwortliche der Stadt im Südwerk Bildungszentrum zusammen. 

Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Landratsamtes. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Wohin die Reise mit dem Areal am Ettlinger Tor geht, steht noch komplett offen. Und das schafft Freiraum für die Ideen der Bürger. "Es ist eine ganz neue Form, die besten Wege zu finden", sagt Oberbürgermeister Frank Mentrup am Mittwochabend. "Wir haben keine Entwicklungsperspektive, keinen Bebauungsplan - und das inmitten der Stadt!"

OB Frank Mentrup hält seine Rede.
OB Frank Mentrup bei der ersten der vier "Werkstätten" am Mittwochabend. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Ob ein neues Hochhaus, ein Flachbau oder das Landratsamt-Hochhaus in neuem Gewand: "Wir ermutigen Sie, auch verrückte Ideen vorzuschlagen", so Baubürgermeister Daniel Fluhrer zu den Anwesenden. Eine erster, vermeintlich "verrückter" Vorschlag seinerseits: In einem der Stockwerke eines Hochhauses könnte - gemäß einer gemischten Nutzung - ein Basketballfeld entstehen.

Der Gestaltung sind wenig Grenzen gesetzt

Mit den Vorstellungen der Anwohner gemeinsam mit der Fachexpertise der Planer soll "ein starker Baukörper entstehen, der dem Platz eine Identität gibt", sagt Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamtes.

Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner (Leiterin Stadtplanungsamt Karlsruhe) hält ihre Rede.
Anke Karmann-Woessner, Leiterin Stadtplanungsamt Karlsruhe. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Der Gestaltung seien insofern wenig Grenzen gesetzt, da historisch rund um das Ettlinger Tor eine sehr heterogene Architektur gewachsen sei: Heute finden sich dort, wo einst der historische Ettlinger-Tor-Bogen stand, das große ECE-Einkaufscenter und das Badische Staatstheater.

Die große Frage ist: Was für ein neuer Bau könnte den Platz ergänzen? Rund ein halbes Jahr wird ab nun gemeinsam geplant und getüftelt. In den nächsten beiden "Werkstätten" setzten sich die Planer mit dem Begleitgremium zusammen, in dem einige Bürger - über ein Losverfahren - vertreten sein werden. Anfang Juli werden dann die finalen Konzepte, was auf dem Areal des Landratsamtes entstehen könnte, der Öffentlichkeit präsentiert.

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