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Karlsruhe Bücher auf Wanderschaft: Karlsruher hinterlegen Lesestoff in Bussen und Bahnen

Es gibt sie in New York, London, Paris oder Berlin – Menschen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln Bücher hinterlassen und diese somit auf eine Reise zu neuen Lesern schicken. Mit "Books on the Run" hat nun auch die Region Heidelberg-Karlsruhe ein solches Projekt.

"Take it, Read it, Return it for others to enjoy" ist das weltweite Motto dieser Idee – also: "Nimm es, lies es und leg es zurück, damit auch andere sich daran erfreuen können!" Wer mithelfen möchte, die Reise der Bücher zu dokumentieren postet seinen Fund unter dem Hashtag #booksontherun auf Facebook, Instagram oder Twitter, ein Muss ist das aber nicht.

Bücher, die Teil des Projekts sind, lassen sich an einem Aufkleber erkennen und werden immer wieder in Bussen und Bahnen in der Region hinterlegt. Finder, die Interesse an dem Buch haben, dürfen es mitnehmen und sollen es nach dem Lesen wieder in einem öffentlichen Verkehrsmittel auslegen. Wer selbst ein Buch in Umlauf bringen möchte, kann einfach mitmachen, indem er sich Sticker bei "Books on the Run" bestellt.

Weltweite Bewegung nun auch Karlsruhe

"`Books on the Run` ist noch ein ganz junges Projekt und wurde erst im März geboren. Darum freut es mich umso mehr, dass es bereits zahlreiche Menschen gibt, die begeistert sind und das Projekt unterstützen. Die ursprüngliche Story begann im Februar, als ich Hollie und Rosy von `Books on the Subway` aus New York kontaktierte. Ich fand die Idee, Bücher in öffentlichen Verkehrsmitteln zu verteilen, super und wollte unbedingt Teil ihres Projekts sein. Nachdem sie mich herzlich aufgenommen haben, darf ich nun Deutschland vertreten und Bücher `freilassen`", sagt Samantha, die Initiatorin des Projekts.

Glücklich machen und Lust aufs Lesen wecken

Die Philosophie ist simpel: Menschen die Fahrt im ÖPNV entspannter und unterhaltsamer zu machen. Menschen zum Lesen zu animieren und/oder ihnen das Lesen wieder schmackhaft zu machen, aber auch Autoren die Chance zu geben, ihre Bücher durch das Verteilen im ÖPNV einem breiten Publikum zu präsentieren.

"Denn viele Menschen greifen vielleicht doch eher nach einem Buch, das öffentlich zugänglich und kostenfrei ist. Und wer weiß? Vielleicht findet manch einer sogar sein Lieblingsbuch! Vor allem, wenn man zur Abwechslung auch mal das Auto stehen lässt, mit Bus und Bahn in die Arbeit fährt und zugleich etwas für die Umwelt macht", so Samantha weiter

Feedback fehlt bisher

Obwohl das Projekt noch so jung ist, gibt es auch in Karlsruhe schon drei "Book-Fairies" (Bücher-Feen), die Lesestoff im ÖPNV deponieren. Ein Finder habe sich bisher aber noch nicht gemeldet, aber das sei nicht ungewöhnlich, berichtet Samantha. "Oft reagieren die Menschen etwas zögerlich oder verunsichert, wenn sie ein Buch in den Öffis entdecken. Wird aber erstmal der Sticker genauer betrachtet und die Neugierde geweckt, kommt es durchaus vor, dass wir eine freudige Rückmeldung erhalten. Über die Hashtags #booksontherun und #wirlassenbücherwandern können wir die hochgeladenen Bilder in Facebook, Instagram und Twitter finden und wissen, dass das Buch einen Leser gefunden hat", erklärt sie.

Verkehrsbetriebe nicht begeistert

Dass in Karlsruhe noch kein Bücherfund dokumentiert wurde, könnte aber auch mit der Reaktion der Verkehrsbetriebe liegen. "Nein, Projekte wie das genannte `Books on the Run` werden von den VBK nicht unterstützt. Dies hängt mit den Themen Brandschutz in den Bahnen und dem Thema Sauberkeit zusammen", erklärt VBK-Pressesprecher Michael Krauth auf Nachfrage von ka-news.

"Das Vorgehen hängt vom Einzelfall ab: In der Bahn zurückgelassene Bücher werden nach Betriebsschluss entweder als Fundsache behandelt und entsprechend weitergeleitet oder entsorgt", so Krauth weiter. Auch jetzt, da man bei den Verkehrsbetrieben auf die Aktion aufmerksam geworden ist, will man diese nicht unterstützen: "Die Verkehrsbetriebe waren bisher noch an keiner derartigen Aktion beteiligt und eine Beteiligung der VBK an einer solchen Aktion ist auch nicht vorgesehen", so Krauth abschließend.

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Kommentare (17)
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  •   felino
    (304 Beiträge)

    08.05.2017 11:19 Uhr
    echt jetzt
    wir leben in einer Zeit, in der wir Bücher als Müll bezeichnen... Großartig!!
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  •   peddersenn
    (962 Beiträge)

    08.05.2017 11:16 Uhr
    Das klappt eben nicht - DAS ist das "Problem".
    ...die Idee ist ja auch ein wenig daneben.

    Wer meint, daß ein in der Bahn abgelegtes Buch irgendjemanden erreicht, der a ) nicht mit was anderem beschäftigt ist b ) das entdeckt c ) Zeit hat, das anzulesen und d) am behandelndeten Thema des Buches überhaupt Interesse hat, der ist ein Illusionist.

    Die Wahrscheinlichkeit der Begegnung "Interessent - Buch" geht da gegen Null. Selbst im öffentlichen Bücherschrank stehen hunderte Bücher - und oft geh ich wieder, weil mich gerade keines interessiert.

    Die "Zeit totschlagen" in der Bahn tut man heutzutage im Zeitalter des Smartfones sowieso anders - da würde sich eher eine abgelegte Zeitschrtift eignen.
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  •   felino
    (304 Beiträge)

    07.05.2017 19:51 Uhr
    Oh mein Gott
    Da weiß man echt, warum Karlsruhe immer und ewig eine Kleinstadt bleiben wird und seinen Ruf für sein Spießbürgertum weg hat. Ignorieren und gut ist, wems net passt... aber man kann so eine gute Sache, die niemandem weh tut, auch totkommentieren. So schlimm kanns mit Müll, Brand und Seuchenverbreitung nicht sein, wenn es seit Jahren in den Großstädten dieser Welt klappt und gerne genutzt wird.
    Was seid Ihr doch für.... ach. Sucht euch selber aus. TRAURIG TRAURIG
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  •   Malerdoerfler
    (3661 Beiträge)

    07.05.2017 23:16 Uhr
    Wenn das Großstadt ist
    dann kann Karlsruhe gerne Provinz bleiben.
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  •   ka-lex
    (1520 Beiträge)

    07.05.2017 20:17 Uhr
    Es klappt nirgendwo.
    Die Grundidee ist zwar gut, aber bei der Ausführung haperts doch gewaltig!

    Das ist jedenfalls meine Feststellung nachdem ich mich in das Thema eingelesen habe.
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  •   Malerdoerfler
    (3661 Beiträge)

    07.05.2017 19:36 Uhr
    Bücher in der Bahn?
    Soein Quatsch.

    Das ist eher eine Müllentsorgung.

    Man muss nicht jeden Sch...... mitmachen
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    07.05.2017 17:21 Uhr
    Brandschutz,
    jetzt lach ich mich gleich tot.

    Brandschutz ist ja inzwischen der Totschläger für alles. Und eine richtige Gelddruckmaschine.
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  •   RechterRand
    (965 Beiträge)

    07.05.2017 21:54 Uhr
    Also bitte Herr Vader,
    Brandschutz ist ein machtvolles Instrument.
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    08.05.2017 02:16 Uhr
    von dem
    sie koi Ahnung hen...
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  •   ingrid333
    (114 Beiträge)

    07.05.2017 16:21 Uhr
    Bücher
    bei uns in Daxlanden stehen 2 Bücherschränke, die voll sind und die Bücher sehen ordentlich aus. In Grünwinkel steht auch ein Bücherschrank, ausrangierte Telefonzelle. Das reicht doch, wenn jemand unbedingt lesen möchte.
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