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Karlsruhe Boxen für Hundekot-Tüten: "Wiesen und Wege sind keine Hundetoiletten"

Karlsruher Hundebesitzer sollen Wege und Wiesen sauber verlassen: In eigener Regie möchten Karlsruher Bürger deshalb weitere Hundetütenboxen für Hundekot aufstellen und diese selbstständig betreuen.

"Es geht uns darum, die Wiesen und Wege in Karlsruhe sauber zu halten", erklärt Initiator Andreas Gold, als er die Aktion am Donnerstagnachmittag im City Park vorstellt. Die Idee ist es, Boxen für Hundetüten in Parks und an Wegen anzubringen, sodass Hundehalter an Ort und Stelle den Hundekot einsammeln und entsorgen können.

Mit der privat gestarteten Aktion sollen die von der Stadt kostenlos zu Verfügung gestellten Tüten vom Gartenbauamt direkt zu den Boxen in Parks und in die Innenstadt gebracht werden. Diese Aufgabe würde von freiwilligen Paten übernommen, so Gold. Bisher habe man bereits fünf Boxen installieren können, die von Privatleuten gespendet worden sind und teilweise auch betreut werden. Standorte der Boxen seien künftig an der Hundeauslauffläche im Stadtpark Südost, beim Garten der Religionen, am Temeswarplatz und in der Oststadt am Alten Friedhof.

Die Idee wurde zusammen mit Nora Hartmann von Nievenheim, städtische Hundebeauftragte, Manuela Speil, dem Bürgerbüro Ost und weiteren Engagierten umgesetzt. Gold habe seit langem versucht Hundebesitzer darauf aufmerksam zu machen, den Kot ihres Vierbeiners zu beseitigen. Auf eigene Faust habe er Tüten an einigen Stellen in der Stadt verteilt und angebracht, damit sie in Reichweite der Hundebesitzer seien. Das wurde allerdings von der Stadt untersagt, weil es das Stadtbild zerstöre, so Stähler von der Stadtverwaltung Karlsruhe.

Eigenverantwortung der Hundebesitzer gefragt

"Mit den Boxen bekommt ein solcher Standort nun eine reguläre Form, wird ansehnlich und trägt zu einer sauberen Umwelt bei. Für mich ist es außerdem wichtig zu erwähnen, dass Plätze, an denen keine Boxen sind, nun nicht zu Orten werden sollen, wo Kot liegen bleiben darf. Es geht immer noch um eigenverantwortliches Handeln der Hundebesitzer", betont Stähler.

"Vielversprechend", sei die Aktion, so Helmut Kern, Gartenbauamtsleiter in Karlsruhe. Auch er ruft Hundebesitzer zu verantwortlichem Verhalten auf. "Damit ein gedeihliches Zusammenleben bestehen kann, müssen Hundehalter Wiesen und Wege sauber halten. Der City Park zum Beispiel ist keine Hundetoilette. Und mit dem Projekt werden den Besitzern die Tüten ja geradezu hinterher getragen. Da sollte man ein pflichtbewusstes Verhalten der Hundebesitzer erwarten können. "

Hoffnung auf weitere Sponsoren und Paten

Um die 100 Euro koste eine Box, die die Sponsoren aus eigener Tasche bezahlen. Was die kostenlosen Tüten der Stadt betrifft, so gebe es kein unendliches Budget seitens der Stadt. Stähler rechne mit einem Rückgang der Tüten an den Ausgabestellen, sobald es mehr Boxen in den Parks gebe. Dadurch würde ein Ausgleich geschaffen, womit die kostenlosen Tüten ausreichen würden.

Gold hoffe, dass sich bald weitere Sponsoren und Paten für die Aktion finden ließen. Damit das Angebot verlässlich bleibe, bedürfe es diese auch, so Kern. Schließlich sei derzeit geplant, noch weitere Boxen in der Stadt zu installieren.

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  •   Aussie
    (545 Beiträge)

    10.02.2017 19:44 Uhr
    Wohl dem,
    der sonst keine Probleme hat! grinsen
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    10.02.2017 22:05 Uhr
    Ich sehe
    das durchaus als Problem, denn wie bei so vielem ist auch das mit der Hundekacke ein Spiegel der Gesellschaft. Wir leben nicht mehr in einer Zeit in der der Bodschamber aus dem Fenster gekippt und der Küchenabfall grad hinterhergeschmissen wird. Wir kacken auch nicht ins Zimmereck und bis auf ein paar gottverlassene Gegenden ist man normalerweise an ein Kanalisationsystem mit nachfolgender Wasseraufbereitung angeschlossen und nicht an einen Donnerbalken.
    Wir haben gelernt unsere Hinterlassenschaften intelligent zu entsorgen, daher stinkts bei uns in den Strassen nicht und es verbreiten sich auch keine Krankheiten.
    Das ist eine zivilisatorische Errungenschaft die man pflegen muss, beziehungsweise wieder herstellen muss, denn wenn man durch die Stadt geht oder sich den Strassenrand anguckt scheint da einiges im Argen zu liegen.
    Ein über Jahrzehnte gut kultiviertes Verantwortungsbewusstsein wird momentan grad mit Gewalt in die Tonne gehauen.
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    10.02.2017 22:24 Uhr
    Diese Wurschtigkeit
    bezüglich der Hinterlassenschaften des Hundes ist nur eine Ausprägung von vielen. Das ist out. Wie Zigarettenkippen auf den Boden schmeissen oder auf die Strasse zu rotzen.
    Und was mich persönlich besonders erschreckt ist die Tatsache, dass man das nichtmal an Bildung, Alter oder sozialem Status festmachen kann. Geht quer durch die Gesellschaft.

    Und wenn man das jetzt noch auf andere Bereiche zwischenmenschlicher Beziehungen hochrechnet sind wir schon ein bisschen draussen aus diesem klassischen 'wenn man sonst keine Probleme hat'.
    Es gibt keine Autarkie, alles ist mit allem auf unterschiedlichste und teilweise komplizierteste Weise verknüpft. Daher ist es schon wichtig über gewisse Grenzen hinauszudenken, auch wenn einzelne Dinge wie Hundehaufen absolut banal erscheinen.
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  •   Daxlander
    (742 Beiträge)

    10.02.2017 16:53 Uhr
    Hundesackerlautomat
    gesehen in Wien :

    nimm ein Sackerl für mein Gackerl

    https://www.wien.gv.at/rk/msg/2007/0920/016.html
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  •   Crackerjack
    (1418 Beiträge)

    10.02.2017 15:52 Uhr
    Kommt ein Bekanter von mir
    In das Gasthaus zum Ritter in Muehlburg und haelt etwas in der offenen Hand.
    Er ruft laut:" Schaut mal Leute in was ich hier beinahe reingetreten bin".
    Kommt der Erste und schaut es sich an und sagt:"Das sieht aud wie Hundescheisse".
    Kommt der Naechste, schnueffelt und sagt:"Das riecht wie Hundescheisse".
    Kommt noch einer, steckt den Zeigefinger rein und leckt es ab:"Das schmeckt wie Hundescheisse".
    Gemeinsamer Chor:"DAS IST HUNDESCHEISSE".

    Also aufpassen und nicht Alles aufheben was da auf der Strasse rumliegt.
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  •   Aussie
    (545 Beiträge)

    10.02.2017 15:45 Uhr
    Und was mach ich
    wenn der Hund Dünnpfiff hat? grinsen
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  •   Saladin
    (103 Beiträge)

    10.02.2017 17:36 Uhr
    Strohhalm
    mitnehmen ...
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  •   Lars01
    (120 Beiträge)

    10.02.2017 16:32 Uhr
    die meisten Tretminen....
    Die meisten Tretminen, die da rumliegen, sind in keiner Weise Dünnpfiff, sondern ganz normale Hinterlassenschaften. Das man den Durchfall des Hundes nicht mit dem Sauger aufnimmt, erwartet ja auch kaum einer.
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  •   andip
    (9900 Beiträge)

    10.02.2017 15:27 Uhr
    Naja
    Die Hundehalter, die ich so kenne oder sehe, haben immer ihre eigenen Tüten dabei und verlangen auch von keinem, dass die kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
    Diese Boxen sind im Prinzip eine gute Idee, besser wären aber noch zusätzliche Mülleimer, in denen man nicht nur den Hundekot sondern auch noch anderen Müll gleich entsorgen kann.
    Im Übrigen, nicht jedes Häuflein, was irgendwo rumliegt, stammt von einem Hund.
    Es gibt auch andere Lebewesen, die sich in der freien Natur lösen.
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  •   ALFPFIN
    (6871 Beiträge)

    10.02.2017 14:59 Uhr
    Es geht aus dem Artikel nicht hervor,
    ob unter den freiwilligen Boxen- und Tütenspendern auch Hundebesitzer sind.
    Oder ist es, wie so häufig, da engagieren sich Bürger für andere, die das "dankbar" hinnehmen, nach dem Motto "sollen die nur machen".

    Natürlich gibt es Hundehalter, die da verantwortlich handeln, aber es gibt auch viele andere.
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