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Karlsruhe Botanischer Garten am Adenauerring: Stadt stellt sich hinter das KIT

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) soll wachsen und das möglichst innerhalb der Stadtgrenzen. Die Pläne der Universität sehen eine Erweiterung am Adenauerring vor – ein Vorhaben, das auf heftige Gegenwehr aus der Bevölkerung gestoßen ist. Von der Stadt bekommt das Projekt Rückendeckung.

Die Anwohner sind ganz klar gegen das Bauvorhaben in der Karlsruher Oststadt: Rund 6.500 Unterschriften wurden allein in einer Petition für den Erhalt des dort ansässigen Botanischen Gartens des KIT zusammengetragen. Auch im Karlsruher Gemeinderat herrscht alles andere als Einigkeit über die monumentale Baumaßnahme im Herzen der Stadt.

Handlungsmöglichkeiten der Stadt sind begrenzt

Im Rahmen eines Pressegesprächs vor der Gemeinderatssitzung am Dienstag demonstrierten die Stadt und das KIT Einigkeit. Oberbürgermeister Frank Mentrup stellte sich deutlich hinter das Bauvorhaben, betonte aber gleichzeitig auch, dass die Mitsprachemöglichkeiten der Stadt ohnehin begrenzt seien. Weder in Sachen Denkmalschutz noch hinsichtlich des Bebauungsplans sieht Mentrup Handlungsspielraum.

Die alten Gewächshäuser des KIT stünden nicht unter Denkmalschutz, erklärt der Oberbürgermeister, man habe das überprüft. Und aus städtebaulicher Sicht, so Mentrup weiter, ergebe es durchaus Sinn, bereits jetzt das komplette Gebiet bis zum Fasanengarten zu überplanen, auch wenn das jetzige Vorhaben erst einmal nur die Brachflächen am Adenauerring umfasse. Dort, wo sich jetzt noch Parkplätze und Grünflächen befinden, soll nach Wunsch des KIT gemeinsam mit der Klaus-Tschira-Stiftung gebaut werden.

Die alten Pflanzenhäuser müssen weichen

Von diesem Vorhaben sind aber erst einmal nur einige Freiflächen des Botanischen Instituts betroffen – diese sollen aber schon im Frühjahr an den neuen Standort in der Kornblumenstraße verlagert werden. Dorthin soll langfristig das komplette Institut umziehen, erst dann sollen die alten Gewächshäuser, die die Bürgerinitiative als schützenswert ansieht, abgerissen werden. Sie stehen nicht unter Denkmalschutz und eine Sanierung sei aus energetischer Sicht nicht sinnvoll, erklärte Ulrich Breuer, Vizepräsident für Wirtschaft und Finanzen am KIT. 

Er sagte allerdings auch zu, dass im neuen Institut wieder Schaugärten und öffentlich zugängliche Gewächshäuser entstehen werden. Man sei gerade dabei, mit dem Institut den Bedarf an Räumlichkeiten und Einrichtungen für einen Neubau in der Kornblumenstraße zu klären, so Breuer. Naturgemäß werde dieser kleiner ausfallen, da man an den heutigen Bedarf angepasst baue. Aber das Institut mit seinen öffentlichen Einrichtungen bleibe der Fächerstadt in jedem Fall erhalten, betont der KIT-Vertreter. 

Weiter öffentliche zugängliche Schaugärten und Gewächshäuser

Zudem versprach er im Zuge des Neubaus am Adenauerring einen großzügigen Grünstreifen zu schaffen, in den ein Teil der alten Schaugärten verlagert werden könne. Die Karlsruher sollen bei der Gestaltung dieses Grünzugs zudem ein beträchtliches Mitspracherecht erhalten – so würden noch dieses Jahr Planungsworkshops mit der interessierten Bevölkerung durchgeführt werden.

Ein Konsensverfahren unter der Obhut der Stadt, wie unter anderem von den Grünen im Gemeinderat gefordert, lehnte Oberbürgermeister Frank Mentrup ab. Dafür gebe es weder eine rechtliche Grundlage noch einen Grund: "Wir haben es hier mit einem Bauherren zu tun, der geradezu vorbildlich den Kompromiss mit den Bürgern sucht. Und der Vorschriften in Sachen Abstand und Höhengestaltung sogar übererfüllt", so der Oberbürgermeister. 

Auch die Notwendigkeit des Neubaus stehe außer Frage. Das KIT wachse stetig, der Neubau biete die Möglichkeit, derzeit vom KIT in Karlsruhe angemietete Flächen, anders zu nutzen, damit sei auch dem angespannten Immobilienmarkt der Fächerstadt gedient.

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Kommentare (4)
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  •   andip
    (9598 Beiträge)

    15.03.2017 15:23 Uhr
    So viel ich weiss
    gehören der botanische Garten bzw. die Gewächshäuser dem KIT, sind also deren Privateigentum.
    Daher können die damit eigentlich machen was sie wollen.
    Es besteht noch nicht einmal die Verpflichtung dazu, dass die Bevölkerung den betreten darf, das ist ein freiwilliger Akt vom KIT.
    Von daher kann die Stadt wirklich nicht viel mitreden.
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  •   IchKA
    (718 Beiträge)

    15.03.2017 15:22 Uhr
    Wer stellt sich hinter das KIT ?
    Die Stadt und ihre Bürger, oder nur die Stadtverwaltung, wieder einmal mehr nach Gutsherrenart über die Köpfe der Menschen hinweg.
    Aber immerhin: "Die Karlsruher sollen bei der Gestaltung dieses Grünzugs zudem ein beträchtliches Mitspracherecht erhalten ...". Ja der Wahnsinn, sogar gleich beträchtlich und dann noch mit Workshops (was ist das denn ?). Das ist eben modernes Polit und Verwaltungsmanagent. So funktioniert das heute.
    Gott sei Dank gibt es nicht auch noch lästigen Denkmalschutz. Aber macht das einen Unterschied, wie man am Franz Rohdehaus sieht ? Ist sowieso leicht zu kippen. Dass viele Menschen dieser Stadt wieder einmal mehr ein Stück Heimat und Lebenswelten verlieren, wenn juckts.
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  •   R1200R
    (17 Beiträge)

    15.03.2017 12:38 Uhr
    Die alten Pfanzenhäuser ?...............
    Ich spende ein l
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  •   redaktion
    (1097 Beiträge)

    15.03.2017 12:46 Uhr
    @R1200R
    Danke für die Spende. Jetzt sollte es passen!
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