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Karlsruhe Bolzverbot auf Karlsruher Spielplätzen: "Unding in einer kinderfreundlichen Stadt!"

Spielplätze sind ein Refugium für Kinder jeden Alters: Hier darf nach Herzenlust getobt und gespielt werden, oder? Stimmt so nicht ganz: In der Karlsruher Waldstadt haben kickende Kinder zu einem Streit unter Nachbarn geführt.

In einer Nachricht an die Redaktion berichtet eine ka-Reporterin von einem Streit, den fußballspielende Kinder ausgelöst haben. Die ka-Reporterin lebt mit ihren Söhnen in der Karlsruher Waldstadt in der Welhauer Straße. "Vor meinem Haus ein riesiger Spielplatz mit vorangelagerter Wiese", berichtet sie, "auf dieser Wiese spielen meine Jungs hin und wieder Ball, kicken hin- und her."

Warum Kinder auf Spielplätzen nicht kicken dürfen

An sich kein ungewöhnliches Bild - aber offenbar zu viel für einen anderen Anwohner, der sich gestört fühlte. Es folgten nach Aussage der ka-Reporterin Besuche der Polizei vor Ort, wobei die Beamten die Kinder weggeschickt hätten - offenbar aufgrund von Anwohner-Beschwerden, mutmaßt die ka-Reporterin.Von den Behörden habe sie auf Nachfrage keinerlei Unterstützung erfahren. "Stattdessen wurde am Mittwoch ein Schild am Spielplatz angebracht", so die Anwohnerin. Darauf zu lesen: "Fußballspielen und andere Mannschafts-Ballspiele verboten."

Tatsächlich: Ein Blick in die Polizeiverordnung der Stadt Karlsruhe zeigt: Fußball und andere Mannschaftsspiele sind auf Karlsruher Spielplätzen untersagt. "Das Verbot gilt auf allen öffentlichen Spielplatzen in Karlsruhe", heißt es vonseiten der Stadt gegenüber ka-news. So heißt es in der Verordnung konkret: "Es ist untersagt, Fußball und andere Mannschafts-Ballspiele auf anderen als hierfür besonders gekennzeichneten Flächen zu spielen."

Da sich auch die von der ka-Reporterin angesprochene Fläche in städtischem Besitz befindet, greift dieses Verbot. Auf Nachfrage von ka-news begründet die Stadt das generelle Bolzverbot auf öffentlichen Spielplätzen mit Konflikten, die entstehen könnten. So sei es beispielsweise möglich, dass Unbeteiligte von den Bällen getroffen würden.

"Aus diesem Grund werden von der Stadt explizite Bolz- und Ballspielflächen angeboten, die ausreichend Abstand zu anderen Spielanlagen haben", erklärt die Stadt. Der ka-Reporterin fehlt allerdings das Verständnis für die Haltung der Stadt: Ein solches Vorgehen sei ein "Unding in einer angeblich kinderfreundlichen Stadt wie Karlsruhe. Das ist sehr traurig!".

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  •   M.S.
    (330 Beiträge)

    02.06.2016 21:59 Uhr
    ach...
    den Quark hatten wir vor 35-40 Jahren schon im Weiherfeld.
    Den Spielplatz toll machen und anstatt dann nen hohen Gitterzaun als Trenner hat man lieber ein Schild aufgestellt dass Fussball spielen verboten ist.
    Adäquater Ersatz ? Aber nicht mal in 2km Umkreis.
    Und wenn man dann doch mal gekickt hat, kam der alte Krautsch.... und hat Kinder zur Polizei geschleppt.
    Naja was solls, da soll doch die Stadt für viel Geld tolle Radwege und -Spuren bauen die keiner nutzt oder nutzen kann (weil zugeparkt wird und die Stadt sich weigert was dagegen zu unternehmen), aber aus Spargründen die Jugend von den wenigen Spielmöglichkeiten abhalten.
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  •   maria.kopprasch
    (1 Beiträge)

    20.06.2016 23:17 Uhr
    Krautsch....
    Diesen Ollen musste ich jahrelang erdulden. Mein Sohn ist der Enkel dieses Ekels. Er lief auch im Haus mit erhobenem Zeigefinger rum und verbot seinem Enkel sogar im Garten zu spielen. Wir haben aber rechtzeitig eingesehen, dass dies kein Platz für uns ist. Spielplatz vor der Tür und nicht spielen dürfen. Als er dann tot war, ließ die Oma noch im gleichen Monat die Verbotsschilder entfernen.
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  •   BuddyAckermann
    (138 Beiträge)

    03.06.2016 15:18 Uhr
    Polizisten als Spielverderber?
    ja, vermutlich wenn sie keine schwarzen Mitbürger am Bahnhof drangsalieren dürfen, lassen Sie ihren Frust eben an Kindern aus. Tolle Zeitgenossen.
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  •   malerdoerfler
    (5895 Beiträge)

    02.06.2016 21:14 Uhr
    Das passt.
    Diese unkontrollierte Bolzerei hat auf einem Spielplatz auch nichts verloren. Und obwohl Mutti vorgibt immer alles im Auge zu haben, ist ihr sicher der eine oder andere unkontrollierte Gewaltschuss in die falsche Richtung entgangen.
    Ab einem gewissen Alter (8-10) können Jungs mit ihren Freunden auf einen richtigen Bolzplatz gehen.
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  •   Abadu
    (466 Beiträge)

    02.06.2016 19:50 Uhr
    Auf den Bolzplätzen sehe ich meistens keine Kinder
    sondern mehr oder minder junge Männer, die das Terrain in Beschlag nehmen. Das ganze erinnert dann eher an spontane Straßenkicker-Turniere - nix dagegen, aber halt nicht dort, wo eigentlich Kinder spielen sollten. Die Kinder bleiben häufig aussen vor, da sie sich auf einen Bolzplatz, der von "Erwachsenen" genutzt wird, einfach nicht mehr trauen.
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  •   Vector
    (808 Beiträge)

    02.06.2016 22:53 Uhr
    Also
    in der Ludwig-Marum rennen die Achtjährigen mit den 14jährigen rum. Also zumindest immer wenn ich vorbeigefahren bin.
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  •   Knaddle
    (77 Beiträge)

    02.06.2016 16:32 Uhr
    Bolzverbot
    Ich weiß nicht, wie alt die ka-news-Reporterin ist bzw. wie intensiv sie sich mit dem Thema beschäftigt hat: auch in den umliegenden Gemeinden ist Kicken auf dem Spielplatz aus gutem Grund verboten. Ich möchte mal das Geschrei hören, wenn z. B. ein 14-jähriger mit einem strammen Schuss ein kleines Kind von der Schaukel fegt. Und wenn 'ne "Fußballmannschaft" auflaufen würde, hätten die Kleineren schlechte Karten. Für's Kicken gibt es Bolzplätze mit Toren. Das macht doch Sinn. Naja, Hauptsache man kann sich (über so einen Käse) aufregen - wir haben ja sonst keine Probleme 🙈.
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  •   Mami3
    (3 Beiträge)

    02.06.2016 20:55 Uhr
    Die Kinder sind 5 und 7 Jahre alt!
    Ich bin die Mama der beiden Jungs. Es ist ein Kindergartenjunge und ein Erstklässler. Ich denke es geht keine Gefahr von ihnen aus. Zumal der Spielplatz eine reisen Grünfläche angeschlossen hat und die Spielgeräte nur im hinteren Bereich stehen. Es geht hier mehr darum, dass hier eine Lücke ausgenutzt wird um Kindern (kleinen Kindern!) das Spielen zu verbieten weil es zu laut ist für eine Anwohnerin. Auch ein Zweijähriger dürfte hier nicht mit dem Ball spielen, wenn er das mit dem Fuß tun würde, denn dann wäre es Fußball, so gab man mir die Auskunft. Das ist lächerlich. Wo sollen die Kleinen denn dann spielen? Bolzplatz sind sie zu klein, da Spielen die Großen. Traurige Welt...
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  •   andip
    (9905 Beiträge)

    02.06.2016 15:29 Uhr
    Typisch deutsch
    Das Problem, dass Kinder kaum irgendwo herumtoben und bolzen können gibt es nicht nur hier in KA sondern auch überall sonst in Deutschland.
    Liegt in erster Linie an nörgeligen Anwohnern,die vergessen haben dass sie selbst mal Kinder waren.
    Die übertriebenen Sicherheitsbedenken kamen dann später noch dazu.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (11518 Beiträge)

    02.06.2016 17:03 Uhr
    wir wurden als kids auch laufend weggejagt von den Anwohnern,
    weil sie Angst um Ihre Fensterscheiben hatten und der Lärm im Allgemeinen ihnen zu groß war.

    Gummiquetsche, Plastikei und sogar die Lumpenkugel gehörten damals zum Standard. "Naßgestricktes Leder" war die Ausnahme, gab es fast nur im Verein.
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