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Karlsruhe Blitzmarathon in Karlsruhe: Es wurde mehr gerast als im Vorjahr

18 Stunden Kontrolle: Am Donnerstag wurde es beim dritten bundesweiten Blitzmarathon für Raser eng. 190 Polizeibeamte waren rund um Karlsruhe im Einsatz, um Bleifüße und andere Verkehrssünder aus dem Verkehr zu ziehen. Am Tag darauf zieht die Polizei in einer Pressemitteilung nun Bilanz. Wie ist die Groß-Kontrolle aus Sicht der Beamten gelaufen?

Zwar ging die Zahl der tödlich Verunglückten im Vergleich zum Vorjahr im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe und  entgegen dem landesweiten Trend leicht zurück, doch wurde bei den durch Verkehrsunfälle schwer verletzten Personen teilweise eine Steigerung von über zehn Prozent festgestellt.

Beamte kontrollieren nicht nur Geschwindigkeit

Aus diesem Grund waren auch beim dritten Blitzmarathon rund 190 Beamte aus 14 Polizeirevieren auf den Straßen in der Region unterwegs. Das Ziel: Autofahrer für die Gefahren des Rasens zu sensibilisieren. "Mit dem Hintergrund, dass überhöhte Geschwindigkeit gerade bei schweren Unfällen zu den Hauptunfallursachen zählt, beteiligte sich auch das Polizeipräsidium Karlsruhe in Zusammenarbeit mit den Ordnungsbehörden beim diesjährigen erstmals auch europaweit durchgeführten Blitzmarathon", heißt es vonseiten der Polizei. 

Mit 475 Vorschlägen für sogenannte Aufregerstellen erreichten das Polizeipräsidium nach eigenen Angaben zwar weniger Kontroll-Vorschläge als im vergangenen Jahr, davon konnten aber immerhin 29 Stellen im Konzept berücksichtigt werden. Im Zeitraum von 6 Uhr und 24 Uhr wurde an über 120 Kontrollstellen die  Geschwindigkeit aber auch die Verkehrstüchtigkeit der Verkehrsteilnehmer überprüft.

Dabei konnten durch 190 eingesetzte Polizeibeamten die Verkehrsteilnehmer im Rahmen von verkehrserzieherischen Gesprächen im Sinne der Unfallprävention für die Einhaltung der  Geschwindigkeitsvorgaben sensibilisiert werden. Das Feedback der kontrollierten Verkehrsteilnehmer fiel fast ausnahmslos positiv aus, heißt es in der Pressemitteilung.

Erwischt: 66 km/h über dem Limit

Insgesamt wurden 57.116 (September 2014: 45.879) Fahrzeuge gemessen und dabei 2.022 (1.210) Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Die  Beanstandungsquote lag hierbei mit 3,5 Prozent um ein Prozent über der des Vorjahres.

Die höchste abzüglich der Toleranz gemessene Geschwindigkeit von 166 Kilometer pro Stunde (km/h) bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h wurde im Enzkreis durch das Verkehrskommissariat Pforzheim festgestellt. Ein Porschefahrer sowie ein weiteres hochmotorisiertes Fahrzeug durchfuhren innerhalb einer halben Stunde die Kontrollstelle an der B10 zwischen Remchingen und Pforzheim mit Geschwindigkeiten von über 140 km/h. Beide Fahrer erwarten neben einem empfindlichen Bußgeld auch ein Fahrverbot und Punkte in Flensburg.

Beamte kontrollieren nicht nur Geschwindigkeit

Gleichzeitig wurden nach Angaben der Polizei bei keiner der Kontrollen Verkehrsteilnehmer unter Alkohol- bzeihungsweise Drogenbeeinflussung festgestellt. Allerdings erwarten aufgrund der  Geschwindigkeitsüberschreitungen insgesamt 19 Fahrzeugführer Fahrverbote.    

Überdies mussten zehn Handyverstöße und 25 Gurt- beziehungsweise Helmpflichtverstöße beanstandet werden. In den Land- und Stadtkreisen wurden die im Anhang beigefügten Messergebnisse festgestellt. Darin  einbezogen sind auch die Messergebnisse der Landratsämter beziehungsweise Kommunen.

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