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Karlsruhe Blaue Tonne für Karlsruhe: FAQ - wer, wie, was, Altpapier?

"Zwangstonne", "Schlaue Tonne": Karlsruhe bekommt eine neue Papiertonne - das hat der fächerstädtische Gemeinderat in Hinblick auf eine bundesweite Änderung im Kreislaufwirtschaftsgesetz im Dezember beschlossen. Diese Entscheidung erntete gerade in den letzten Wochen eine Menge Kritik und Zweifel, aber auch Zustimmung. Aber was kostet die neue Mülltrennung eigentlich? Und was genau kommt dann in die Blaue Tonne? ka-news klärt mit Hilfe von Bürgermeister Stapf und dem Amt für Abfallwirtschaft (AfA) die häufigsten Fragen der Karlsruher rund um die umstrittene Papiertonne, oder: die "Altpapier-FAQ".

Warum wird überhaupt eine Papiertonne eingeführt?

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat Mitte 2012 eine Änderung im Kreislaufwirtschaftsgesetz beschlossen, die ab Anfang 2015 eine getrennte Sammlung von Altpapier und Wertstoff festschreibt. Diese gründet auf eine ebenfalls neu eingeführte EU-Richtlinie. Die Haushalte sind demnach dazu verpflichtet, ihre Abfälle dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (Amt für Abfallwirtschaft) zu überlassen, wenn sie nicht in der Lage sind, diese privat zu verwerten. Eine gemeinnützige Sammlung, beispielsweise von Vereinen oder Ehrenamtlichen sowie die Sammlung einer privaten Firma kann dennoch weiterhin erfolgen, soweit die Stadt als Verantwortliche keine Einwände äußert.

Wie ist die Mülltrennung derzeit in Karlsruhe organisiert?

Derzeit werden annähernd 30.000 Tonnen Altpapier pro Jahr im Hol- und Bringsystem erfasst. Der über die Wertstofftonnen und Wertstoffstationen erfasste Anteil beläuft sich auf etwa 17.500 Tonnen. Das restliche Altpapier wird über Vereinssammlungen bzw. eine kleine Menge über eine Privatfirma gesammelt. Bürger haben in Karlsruhe somit unterschiedliche Möglichkeiten, ihr Altpapier abzugeben.

Was genau kommt dann in die Blaue Tonne?

Die Blaue Tonne ist vorgesehen für Altpapier. Unter diesen Begriff fallen unter anderem Kartonagen, alte Zeitungen, Pizzakartons und Briefumschläge. Plastik-, Holz- sowie Metallabfälle werden weiterhin im Wertstoffcontainer gesammelt.

Was kostet die Papiertonne den Bürger?

Der Bürger zahlt weiterhin die Abfallgebühr - diese wird sich mit der Einführung der Papiertonne allerdings nicht erhöhen, es sei denn, er beantragt ein öfteres Abholen des Mülls. Dann würden Mehrkosten für den jeweiligen Haushalt anfallen.

Wie oft werden Wertstoff und Papier künftig eingesammelt?

Sowohl die Wertstofftonne als auch die Blaue Tonne sollen künftig im Vier-Wochen-Rhythmus geleert werden. Dem Bürger steht es dabei jedoch frei, ein öfteres Abholen gegen eine höhere Gebühr zu beantragen.

Was, wenn bei mir vor dem Haus kein Platz für die Papiertonne vorhanden ist?

Die Stadt plant eine Datenerhebung, mit der sie unter anderem herausfinden will, welche Probleme es in Sachen Standplatz geben könnte. Diese will sie im Anschluss an das im Frühling zu erwartende Ergebnis so individuell wie möglich beheben. "Die Transparenz und Absprache mit den Bürgern ist uns bei diesem Thema sehr wichtig", so Bürgermeister Klaus Stapf.

Kann man das Papier auch weiterhin in die vorhandene Wertstofftonne werfen?

Nein, das wird mit Wirkung des neuen Gesetzes ab 2015 nicht mehr erlaubt sein. Altpapier und Wertstoff müssen dann von jedem Bürger getrennt gesammelt werden. "Es gilt ganz klar, im Vorfeld Aufklärungsarbeit zu leisten", so Stefan Kaufmann, Leiter des Amts für Abfallwirtschaft Karlsruhe, "ich bin mir aber sicher, dass sich die Karlsruher an die neuen Regeln halten werden, denn in der Allgemeinheit legen sie ein überdurchschnittliches ökologisches Bewusstsein an den Tag."

Werden die Vereine in das neue System der Stadt weiterhin miteingebunden - und wenn ja, wie?

Bürger haben weiterhin die Möglichkeit, das Altpapier bei Vereinssammlungen abzugeben. Diese Sammlungen koordiniert das Amt für Abfallwirtschaft. Sie sollen Bestandteil des integrierten Sammel- und Verwertungskonzeptes Papier werden. Bei konsequenter Nutzung dieser Möglichkeit ist dann für diesen Personenkreis das Aufstellen einer Papiertonne nicht zwingend notwendig. Dies gilt ebenso für diejenigen, die ihr Altpapier über Wertstoffstationen entsorgen. "Wir wollen die Vereine weiterhin unterstützen. Derzeit sind wir daran, gemeinsam mit ihnen ein endgültiges Konzept zu erarbeiten - dieses wird wahrscheinlich Ende Februar fertig sein", so Stapf. Fest stehe auch, dass man die Einnahmen der Vereine durch die neue Regelung auf keinen Fall drosseln wolle.

Rentiert sich die neue Mülltrennung überhaupt?

Wie eine vom AfA beauftragte Statistik ergab, handelte es sich in der Vergangenheit bei 50 Prozent des in der Wertstofftonne entsorgten Mülls um Altpapier. Durchschnittlich wurden in den vergangenen Jahren 28.500 Tonnen Wertstoffe jährlich erfasst. Zusätzlich wurden 2.000 Tonnen pro Jahr PPK bei den neun städtischen Wertstoffstationen gebührenfrei abgegeben.

Das neue "duale System" (städtische Wertstofftonne und Papiertonne) soll vor allem die Sortierkosten vermindern. Außerdem verspricht man sich durch eine bessere Qualität des Mülls aufgrund von sortenreiner Trennung eine Steigerung der Verkaufserlöse. "Derzeit beträgt der Wert einer gemischten Tonne umgerechnet etwa 63 Euro - künftig rechnen wir mit einem Wert von rund 80 Euro pro Papiertonne", so Kaufmann. Die Anschaffung der neuen Blauen Tonnen trage zwar zunächst einmalige Kosten von etwa 2,5 Millionen Euro mit sich, jedoch rechnet man auf lange Sicht mit Kostenvorteilen von 2,75 Millionen Euro, durch die Einführung der Papiertonne. Die künftigen Logistikkosten - also der Abtransport - unterscheiden sich nicht von den jetzigen, so heißt es seitens der Stadt weiter.

Wie handhaben andere Landkreise die Mülltrennung?

Von insgesamt 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg haben fünf Stadt- und Landkreise keine separate Altpapiererfassung - darunter fällt sowohl Karlsruhe-Stadt als auch Karlsruhe-Land. Somit ist die Mülltrennung in der Fächerstadt unter anderem mit dem System in Ludwigsburg und im Enzkreis aber bundesweit gesehen auch mit Münster, Wiesbaden und Braunschweig zu vergleichen. Wie diese Städte und Kreise die Gesetzesänderung interpretieren und umsetzen werden, ist derzeit noch unklar.

Info-Hotline

Weitere Fragen zur Papiertonne beantwortet das Amt für Abfallwirtschaft unter der Telefonnummer 0721/133-7002. Zusätzliche Informationen gibt es unter www.karlsruhe.de/abfall.

Mehr zur blauen Tonne bei ka-news:

Gemeinderat: Die blaue Tonne kommt Ende 2014

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Blaue Tonne sorgt für Ärger: Firma Kühl will klagen

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Kommentare (34)
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  • unbekannt
    (195 Beiträge)

    27.01.2014 17:20 Uhr
    Hinterlistige Lügner.......
    wollen uns Bürgern ein neues faules Ei verkaufen. Wir haben eine blaue Tonne der Firma Kühl und die Wertstofftonne reicht gerade so für 14 Tage. Wenn jetzt nur noch alle vier Wochen geleert werden soll ist das ein Witz und eine ganz hinterlistge Art die Müllgebühren zu erhöhen.
    Sehr geehrter Herr Stapf, den Bürger in solch einem Maße zu belügen ist unverschämt und wird hoffentlich bei der nächsten Wahl entsprechend gestraft.
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  •   bjwerb
    (59 Beiträge)

    26.01.2014 18:40 Uhr
    kann sich mal endlich
    irgendjemand Gedanken machen wie in der Karlsruher Blockrandbebauung ohne Hofzufahrten eine voll gefüllte Papiertonne über Treppenstufen der Entsorgung zugeführt werden soll ?
    Es ist doch keinem Müllmann zuzumuten an einem Tag die halbe Kriegsstraße entlang zig Tonnen Altpapier Treppauf-Treppab zu schleppen...
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  • unbekannt
    (24 Beiträge)

    26.01.2014 15:24 Uhr
    Soviel Unsinn in einem Beschluss...
    ...macht schwindlig! Das Gesetz zwingt uns, die Tonne einzuführen? Unsinn! Bisher klappt die Sammlung über Vereine und Wertstofftonne nicht? Unsinn! Die Stadt führt eine neue Tonne ein und deshalb wird alles billiger? Unsinn!![b][/b]Seien Sie mutig, Herr Stapf und sammeln Sie Ihren unsinnigen Beschluss wieder ein!
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  •   LaCage
    (2158 Beiträge)

    26.01.2014 06:04 Uhr
    das öftere Abholen kann öfterer verlangt werden
    zumal des öfteren von öfterereren Abholrhythmen gesprochen wurde und immer öfterer auf der Agenda des nun öfters stattfindenden Ausschuss für belanglose Angelegenheiten stehn wird.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    26.01.2014 03:25 Uhr
    Ich werde
    auch zukünftig meinen Abfall in die Tonne werfen die ich dafür geeignet finde. Dafür zahle ich einen Arsch voll Geld und die gottverdammte 'Umwelt' interessiert mich einen Scheiss!
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    26.01.2014 03:59 Uhr
    Grüne Tonne,
    blaue Tonne, rote Tonne...Alder...

    Ich schmeiss das ganze babbedeggel Zeugs in die grüne Tonne. Der Rest kommt in den Restmüll (heisst ja nicht umsonst so) und dem Glas fahr ich die 50 Meter vor zum Container. Das reicht!
    Was sonst weggeschmissen wird können andere für Geld sortieren.
    Solange die Müllmafia einen Schnitt macht sollte man gar nichts trennen. Da schmeiss ich auch gerne mal ein Sardellenglas in den Restmüll. Hauptsach der Dreck wird abgeholt.
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  •   RoteFahne
    (430 Beiträge)

    26.01.2014 04:06 Uhr
    Achso...
    ...Sie kämpfen gegen die Müllmafia? Dann kann ich Ihre Einstellung natürlich nachvollziehen, aber dann sagen Sie es doch gleich und tun Sie nicht so, als ob Sie gegen die Umwelt seien.

    Der Kampf gegen die Müllmafia ist ein redliches Ziel und sollte von viel mehr Bürgerinnen und Bürgern unterstützt werden!

    Rotfront steht bereit!
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    26.01.2014 04:59 Uhr
    Die Umwelt
    ist mir so scheissegal, das kannst du dir gar nicht vorstellen. zwinkern
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  •   RoteFahne
    (430 Beiträge)

    26.01.2014 05:12 Uhr
    Na gut...
    Solange Sie natürlich für den Kommunismus sind und den Kampf gegen den Klassenfeind unterstüzen, klären wir das Thema "Umwelt" nach der Revolution grinsen
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  •   Elim_Garak
    (314 Beiträge)

    26.01.2014 12:40 Uhr
    Mach dir mal keine Sorgen
    bei seinem Fahrstil hat sich das Problem hetfield für die Umwelt ohnehin bald erledigt.
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