53  

Karlsruhe "Betriebsbedingte Ausfälle": Darum kommt in Karlsruhe nicht jede Bahn

Es ist ein Ärgernis, über das sich die Fahrgäste des Karlsruher Nahverkehrs immer wieder aufregen: Betriebsbedingte Ausfälle. Nahezu täglich verkündet der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) auf seiner Webseite, dass Verbindungen nicht wie geplant fahren. Aber was steckt dahinter? Der Grund dürfte vielen bekannt vorkommen.

Fast täglich warten Fahrgäste vergebens auf ihren Anschluss. Die Aussage auf der Webseite des Verkehrsunternehmens dürfte vielen bereits bekannt vorkommen: Betriebsbedingt Ausfälle. Besonders auf Strecken wie nach Germersheim, die ohnehin schon im Normalbetrieb einen dünnen Takt aufweisen - ein Ärgernis, wie einen ka-Reporter angibt.

Wie er feststellte "leider kein einmaliges Phänomen, sondern fast schon normal." Auf Nachfrage von ka-news bestätigt ein Unternehmenssprecher, dass noch immer ein Fahrermangel bei der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) dem Verkehrsnetz zu schaffen mache.

Der AVG fehlen 39 eigene Fahrer für den planmäßigen Betrieb

Aktuell hänge dieser Mangel mit einem erhöhten Krankenstand zusammen, so der Sprecher. Zudem gebe es im Bereich der Triebfahrzeugführer der AVG noch einen Personal-Unterbestand. Als weitere Gründe werden Fortbildungen und Nachschulungen genannt.

Die AVG verfügt derzeit über einen Bestand von 340 Fahrzeugführern. "Zusätzlich werden regelmäßig rund 20 Mitarbeiter der Mannheimer Eisenbahngesellschaft eingesetzt", so Michael Krauth, Sprecher der AVG und VBK. Um alle Züge planmäßig selbst zu fahren, bräuchte die AVG allerdings 379 Fahrer. Daher bleibt den derzeitigen Angestellten nichts anders übrig, als Überstunden zu fahren.

Um den Personalbestand aufzubessern, führe man bereits seit Herbst 2014 Ausbildungskurse durch. Dadurch habe man 70 neue Mitarbeiter übernehmen können, 40 weitere befinden sich derzeit noch in der Ausbildung und werden in diesem Jahr damit fertig. Weitere Kurse würden in den nächsten Wochen starten.

Bei der VBK herrscht kein Fahrermangel

Auf den Linien der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) gebe es das Problem hingegen nicht. "Einen Mangel an Fahrern, wie er aktuell noch bei der AVG besteht, gibt es bei den VBK nicht", so Krauth weiter. Hier arbeiten aktuell 283 Tram-Bahnfahrer, 63 Kombifahrer, die in Bussen und Bahnen unterwegs sein können und 38 Aushilfskräfte.

Frühzeitig die Fahrgäste über einen Fahrausfall informieren kann der KVV nicht. "Wenn sich Triebfahrzeugführer an einem Tag frühmorgens krankmelden, kann nur am Tag direkt auf diesen Krankheitsfall und die damit verbundenen Fahrtausfälle reagiert werden", erklärt Krauth.

Auch einzelne Büroangestellte der AVG und der VBK verfügen über eine Fahrerlaubnis für Busse und Bahnen. Dieses würden im Einzelfall ebenfalls aktiviert werden. Nur in Einzelfällen könne es vorkommen, dass Fahrten aufgrund eines Schadens an einer Bahn oder infolge eines Unfalls ausfällt.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (53)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Profi
    (442 Beiträge)

    19.07.2016 11:16 Uhr
    so viel Wasserkopf hat jetzt gerade die AVG nicht
    sondern ist im Vergleich mit z.B. der Deutschen Bahn recht schlank aufgestellt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Rundbau-Gespenst
    (11251 Beiträge)

    19.07.2016 13:05 Uhr
    dafür hat die DB aber
    ca. 38 000 km Gleise, und wie viele die KVV ???
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    19.07.2016 15:04 Uhr
    1) DER KVV und nicht die
    2) der KVV hat keinen Meter Gleis
    3) die AVG dürfte ca. 300 km Netz haben - und diverse Haltestellen an DB-Strecken, die VBK dürfte ca 70 km sein
    4) die Infrastruktur ist bei AVG und DB vom Fahrbetrieb organisatorisch und personell getrennt (Vorgabe der Eisenbahnregulierung durch die Bundesnetzagentur) ; bei der Bahn mit der DB Netz AG als eigene Firma
    5) Die Infrastruktur hat - insbesondere bei der AVG - unter Dr. WC bei Häuptlingen und Indianern personell massiv Federn gelassen, die kommen sowohl beim amtlich erforderlichen Papierkrieg als auch bei der baulichen Instandhaltung mit Mühe und Not hinterher...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 (6 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.