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Karlsruhe Bestürzung bei der Suche nach der versunkenen Lok im Rhein: Die Bergungsaktion im Rhein ist gescheitert!

Vor über 165 Jahren soll eine Dampflokmotive beim Schiffstransporter über den Rhein verunglückt sein - und seither am Grund des Flusses liegen. Eine Gruppe von Eisenbahnromantikern hat sich auf die Suche nach der Lok gemacht und sie vermeintlich im Flussbett vor Germersheim entdeckt. Doch nun berichten die Jäger der versunkenen Lok, dass die Bergungsaktion gescheitert ist. An der vermuteten Stelle konnte die Lok nicht gefunden werden.

Es ist eine Lokomotive, die 1852 von der Maschinenfabrik Emil Kessler in Karlsruhe gebaut wurde. Doch die für sie geplante Strecke zwischen Düsseldorf und Elberfeld konnte die Lok niemals zurücklegen. Sie rutschte bei einem Sturm vom Deck des Schiffes, das sie über den Rhein nach Köln überführen sollte. Wo genau das Unglück geschah, ist heute nicht genau klar.

Bild: Hans-Joachim Of

Der pensionierte Lokführer Horst Müller, Geophysiker Bernhard Forkmann sowie Volker Jenderny und Uwe Breitmeier vom Verein Bahnwelt Darmstadt-Kranichstein schienen sich aber sicher zu sein, dass die Lok vor Germersheim am Grund des Rheins liegt, bedeckt von Schlamm und Kies.

Am 21. Oktober sollte die Lok allerdings nun endlich aus ihrem nassen Grab befreit werden - sogar mit einer Live-Übertragung im Fernsehen. Doch daraus wird nun nichts.

Während der Bergungsarbeiten stellen sich die Spuren als falsch heraus

Die Firma ist schon seit Tagen mit den Vorbereitungen für die Bergung beschäftigt gewesen. Dort waren Stützwände in den Rhein gerammt wurden, in deren Inneren schon die ersten Ladungen Schlamm und Kies entfernt wurden. Das Flussbauunternehmen hat in den vergangenen Tagen eine Fläche von über 450 Quadratmetern bis zu einer Tiefe von neun Metern ausgebaggert

"Heute ist unser Lebenstraum geplatzt!"

Doch wie kam es zu dem Fehler? Offenbar habe der wissenschaftliche Leiter der Suche, der Geophysiker Bernhard Forkmann, Anomalien unter dem Flussbett falsch interpretiert. "Ich bin bestürzt und ratlos. Ich kann mir nicht erklären, welche Anomalie wir bei unseren jahrelangen, wiederholten Messarbeiten an der Buhne 527 bei Germersheim ausgemacht haben", sagte Forkmann in einer Meldung der "Jäger der versunkenen Lok".

"Heute ist unser Lebenstraum geplatzt. Wir haben teilweise 30, teilweise 25 Jahre nach der Lok im Rhein gesucht und waren uns so sicher, sie gefunden zu haben. Dieses Gefühl, dass die Schatzsuche gescheitert ist, lässt sich noch nicht in Worte fassen. Wir müssen diese Information erst noch verarbeiten", sagten die Schatzsucher in einer eigenen Meldung auf deren Facebook-Seite.

Für alle Projektbeteiligten geht die Arbeit nun ohne die Lok weiter: Das Bergungsunternehmen OHF wird in den kommenden Tagen mit dem Rückbau der Baustelle beginnen und die abgetragene Buhne fachmännisch wiedererrichten. Forkmann wird vor Ort versuchen herauszufinden, was die Anomalie bei seinen Messungen ausgelöst hatte.

Mehr zum Thema:

Bergung der versunkenen Dampflok im Rhein für Oktober geplant

Die versunkene Lok im Rhein: Wird die Bergung endlich gelingen?

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  •   Svetogor
    (322 Beiträge)

    02.10.2018 11:26 Uhr
    .
    Wieso machst du dir Gedanken über die Kosten?
    Die ganze Aktion hätte nie stattgefunden, wenn die Kostenfrage nicht im Vorfeld geklärt worden wären.

    Auch wenn's ein Misserfolg ist, die Doku über die Lok und die Nachforschungen und Arbeiten im Vorfeld, die vor Kurzem im SWR lief, war allemal sehenswert.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (12278 Beiträge)

    02.10.2018 10:29 Uhr
    @ ka-news.de: "Bestürtzung"
    eben...
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  •   redaktion
    (1344 Beiträge)

    02.10.2018 10:33 Uhr
    Danke für den Hinweis!
    Wir haben den Tippfehler natürlich gleich verbessert.

    Übrigens, als kleiner Tipp: Noch schneller erreichen uns Meldungen über Tippfehler über das "Korrektur melden"-Formular unter jedem Artikel zwinkern
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  •   Beiertheimer
    (1275 Beiträge)

    02.10.2018 10:44 Uhr
    Dann kann es aber
    nicht jeder sehen wie brilliant man in Rechtschreibung ist zwinkern.
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  •   ALFPFIN
    (7630 Beiträge)

    02.10.2018 10:49 Uhr
    Jetzt sollte
    es aber mal gut sein mit der Dampfloksuche. Nun, der Wissenschaftlicher hat ja noch eine Lebensaufgabe um herauszufinden, was die Anomalie bei seinen Messungen ausgelöst hatte. grinsen
    Ist vielleicht hilfreich, wenn irgendwo wieder eine versunkene Dampflok vermutet wird.
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    02.10.2018 11:14 Uhr
    Wahrscheinlich
    wars ein Wackelkontakt im Stecker oder ein Softwarefehler. Oder die Polarität vertauscht. Oder Dreck auf dem Display.

    Irgend was ganz Triviales. Mir tun die Ritter der traurigen Gestalt leid.
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  •   Toffl
    (115 Beiträge)

    03.10.2018 14:31 Uhr
    Ich vermute mal...
    ... dass die Sensoren schon die Lok gefunden haben. Nur eben nicht mehr am Stück sondern als großes Häufchen Rost am Grund. Die Bagger konnten das dann nicht mehr vom Sand unterscheiden.
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  •   BMWFahrer
    (490 Beiträge)

    03.10.2018 20:57 Uhr
    Plausibelste Erklärung von allen!
    Man geht bei im Wasser liegendem Eisen von ca. 0,1mm Schwund Materialstärke pro Jahr aus. Nach 100 Jahren ist dann selbst von Zentimeter dicken Blechen nichts mehr übrig.
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