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Karlsruhe (Besser) Vergütetes Ehrenamt: Stadt Karlsruhe gewährt Freiwilliger Feuerwehr jährlich 231.000 Euro

Der 17. Juli war ein guter Tag für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe, die allen Grund zur Freude hatten: An diesem Dienstag stimmte der Gemeinderat der Erhöhung der Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten einstimmig zu. 231.500 Euro sollen für die Freiwillige Wehren demnach ab Januar 2019 jährlich bereitstehen.

Ab dem kommenden Jahr erhalten die Mitglieder der Wehren eine finanzielle Entschädigung für ihre ehrenamtliche Arbeit. Das war nicht immer der Fall: Bisher kamen nur Abteilungskommandanten, Gerätewarte und Stadtjugendfeuerwehrwarte in diesen Genuss. Nun wurde die Satzung entsprechend erweitert. Dabei werden laut Beschlussvorlage des Karlsruher Gemeinderates drei Bereiche unterschieden: Eine Erweiterung der bereits existierenden Entschädigungen von Funktionsträgern, Entschädigungen für Einsätze und Fortbildungen sowie für den sogenannten Brandsicherheits-Wachdienst.

Mit diesem Beschluss folgt die Stadt Karlsruhe dem Modell der Freiwilligen Feuerwehr Stutensee. Hier gibt es die Aufwandsentschädigung schon seit 2014. Die bisherige Resonanz: Positiv. "Die finanzielle Entschädigung wird von den Mitgliedern der Feuerwehr gut angenommen", sagt Klaus Dieter Süß, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Stutensee, im Gespräch mit ka-news. 

Klaus Dieter Süß
Klaus Dieter Süß, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Stutensee. | Bild: Feuerwehr Stutensee

Entschädigungen für Funktionsträger wurden erweitert

Für Funktionsträger, beispielsweise Abteilungskommandanten oder Jugendfeuerwehrwarte, lohnt sich die neue Regelung besonders. Ab dem kommenden Jahr können sie sowohl auf Abteilungs- als auch auf Stadtkreisebene mit einer monatlichen Aufwandsentschädigung rechnen. Bis zu 192 Euro sind dabei drin. Die Kosten - jährlich etwa 95.000 Euro - übernimmt die Stadt Karlsruhe.

Aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, die regelmäßig an Einsätzen oder Übungen teilnehmen, entstehen oftmals Auslagen für beispielsweise Fahrtkosten oder die Reinigung ihrer Kleidung. Deshalb haben sie zudem Anspruch auf einen pauschalen Auslagenersatz von zehn Euro pro gefahrenen Einsatz. Das bedeutet für die Stadt wiederum Mehrkosten von zirca 130.000 Euro pro Jahr.

Fortbildungen verursachen keine Mehrkosten

Die Teilnahme an Fortbildungen hingegen wird anders geregelt. Hier soll den Freiwilligen kein zusätzlicher Auslagenersatz gewährt werden. Teilnehmer von Tageslehrgängen von mindestens sechs Stunden Dauer sollen dem Beschluss der Gemeinderäte zufolge eine Verpflegungspauschale von jeweils acht Euro pro Tag erhalten.

Kreisausbilder sollen für Lehrgänge auf Stadtkreisebene pro erbrachter Ausbildungsstunde mit zehn Euro bedacht werden. Eine Fahrtkostenpauschale von weiteren zehn Euro kommt noch hinzu. Mehrkosten entstehen der Stadt durch diese Regelungen aber nicht, heißt es in der Satzung.

Brandsicherheits-Wachdienst wird entschädigt

Mit dem Konzept der Entschädigungen für Fortbildungen sind aber noch nicht alle zufrieden: Bei der Feuerwehr Stutensee besteht hier noch Handlungsbedarf. Das erklärt Kommandant Klaus Dieter Süß gegenüber ka-news: "Wir arbeiten noch an der Optimierung des Modells."

Auch Brandsicherheits-Wachdienste, beispielsweise im Staatstheater, werden ab 2019 mit zehn Euro pro Stunde Veranstaltungsdauer entlohnt. Für An- und Abfahrt erhalten Ehrenamtliche zudem eine Pauschale von weiteren 10 Euro pro Veranstaltung. Das wird die Stadt nach eigenen Angaben etwa 6.500 Euro pro Jahr kosten.

Bildergebnis für ulrich volz feuerwehr karlsruhe

Florian Geldner, Bürgermeister Klaus Stapf, Thomas Hauck und Ulrich Volz (v. l.) Foto: Branddirektion (embed)

Jährliche Mehrkosten von 231.500 Euro

Insgesamt rechnet die Stadt Karlsruhe im Zusammenhang mit der Anpassung der Satzung mit jährlichen Ausgaben in Höhe von etwa 231.500 Euro. Dennoch zeigt sich die Stadt zufrieden mit dem Ergebnis: "Ein wichtiges Zeichen und politisches Signal zur Stärkung und Förderung des Ehrenamts", heißt es in der Stadtzeitung vom 27. Juli.

Ulrich Volz
Ulrich Volz, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbands Karlsruhe | Bild: Stadtfeuerwehrverband Karlsruhe

Auch der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbands, Ulrich Volz, begrüßt den Ausgang der Verhandlungen. "Wir sind sehr glücklich, dass die Aufwandsentschädigung nun endlich genehmigt wurde!", erklärt Volz, der an den Planungen zu dem Beschluss direkt beteiligt war. "Karlsruhe hat hier Verantwortung für ihre ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen übernommen!"

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  •   diesel
    (24 Beiträge)

    05.08.2018 20:39 Uhr
    Thomas Hauck
    Der Kreisbrandmeister heißt Thomas Hauck und nicht Martin
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  •   redaktion
    (1163 Beiträge)

    06.08.2018 08:10 Uhr
    Danke für den Hinweis...
    @diesel, wir haben den Fehler korrigiert.
    Grüße aus der Redaktion, das ka-news-Team.
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  •   bingobongo
    (279 Beiträge)

    06.08.2018 08:25 Uhr
    Und...
    ...warum posiert er auf dem Bild rum? Für den Stadtkreis ist er ja nicht zuständig.
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