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Karlsruhe Besonderer Lieferservice: Stadt bringt Reisepass und Ausweis per Rad

Wer in Karlsruhe einen neuen Reisepass oder Personalausweis benötigt, muss nun nicht mehr zwei Mal zum Amt gehen. Die Stadt bietet ab sofort einen Lieferservice für die beantragten Dokumente an.

"Ab sofort bietet das Ordnungsamt Karlsruhe einen zusätzlichen Service für seine Kunden an und diesen ganz passend zum Geburtsort des Laufrad-Erfinders Karl Drais und zu dem in diesem Jahr gefeierten Jubiläum '200 Jahre Fahrrad'", so Oliver Langewitz, Karlsruher Event GmbH, in einer Pressemeldung.

"Wer einen Personalausweis oder Reisepass beantragt hat, kann sich diesen ab sofort per Fahrradkurier direkt nach Hause zustellen lassen", freut sich Björn Weiße, Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes. Bisher waren für die Karlsruher Bürger hierfür stets zwei Ämtergänge notwendig.

Beim ersten Termin mussten die persönlichen Daten erfasst werden und auch künftig muss dieser Schritt erfolgen, um den Antragsteller identifizieren zu können. Das beantragte Dokument musste dann in Folge bei der Bundesdruckerei bestellt werden, dann war ein zweiter Gang für den Kunden notwendig, um das neue Dokument ausgehändigt zu bekommen.

Jeder Vierte nutzt den Service bereits

Das Ordnungsamt suchte hier einen Weg, um eine Alternative anbieten zu können, die den Aufwand für die Bürger reduziert. Eine Zustellung mit der Post war nicht möglich, da die zustellende Person vom Antragsteller hierzu bevollmächtigt werden muss, um eine Aushändigung des Dokuments vonseiten des Ordnungsamts zuzulassen.

Mit einem Fahrradkurier konnte dieses Problem nun gelöst werden. Der Antragsteller unterzeichnet bei der Beantragung des Personalausweises oder Reisepasses eine Vollmacht, die den Fahrradkurier ermächtigt, das Dokument entgegen nehmen und zustellen zu dürfen. Der Kurier dokumentiert hierbei, ob das Dokument persönlich zugestellt werden konnte oder ob dieses in den Briefkasten eingeworfen worden ist. Die Art der Zustellung wird dann an das Ordnungsamt gemeldet.

Hier wurde der Karlsruher Anbieter Radkurier Karlsruhe beauftragt, der hierfür fünf Fahrradkuriere mit einer entsprechenden Vollmacht versehen hat. Diese fünf Fahrer sind in der vorgefertigten Vollmacht aufgeführt. Seit Dezember 2016 läuft der Testbetrieb und schon jetzt gibt es eine Nutzerquote von 26 Prozent, obwohl auf den Service bisher nur vor Ort mit Plakaten hingewiesen wurde.

Lieferung für drei Euro pro Haushalt

"Die Zustellung eines Ausweises per Fahrradkurier stellt für unsere Kunden eine große Erleichterung dar und reduziert so die bürokratischen Hürden für die Beantragung neuer Dokumente", so Ordnungsamtsleiter Weiße. "Der große Zuspruch bereits im Testbetrieb zeigt, dass dieser Service gerne genutzt wird und mit drei Euro pro Haushalt auch sehr kostengünstig ist", betont er.

Beantragen Familien zudem gleichzeitig mehrere Dokumente, zum Beispiel Pässe für die nächste Reise, muss die Gebühr nur einmal entrichtet werden. Nach Ende der Testphase geht das Ordnungsamt davon aus, dass dieser Service noch von deutlich mehr Personen genutzt werden wird.

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Kommentare (11)
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  •   workman
    (29 Beiträge)

    26.01.2017 13:21 Uhr
    Persönliche Dokumente
    Ich persönlich will nicht, daß mein Perso auf diese Weise zugestellt wird. Was passiert, wenn der Kurier überfallen wird? Der Täter hätte reichlich Infos und Dokumente mit denen er alles mögliche anstellen kann!
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  •   Prof.Baerlapp
    (476 Beiträge)

    26.01.2017 17:33 Uhr
    Es bleibt ja jedem weiterhin freigestellt
    den Pass persönlich auf dem Amt abzuholen. Vermutlich werde ich es auch so machen, weil es nun mal sicherer ist.
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  •   andip
    (8304 Beiträge)

    26.01.2017 12:04 Uhr
    Im Prinzip eine gute Idee
    So bekommt man seinen Pass dann, wenn der auf dem Amt eintrifft, ohne dass man wie bei mir passiert, nachfragen muss, ob der endlich mal da ist, weil man vergessen hat mich zu benachrichtigen.
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  •   Tirak
    (507 Beiträge)

    26.01.2017 11:18 Uhr
    bei der Sache bleiben..
    Der Service ist gut und innovativ. Das sollte man hervorheben. Man soll auch mal Lob zollen, bevor man mault.
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  •   ROMY
    (152 Beiträge)

    26.01.2017 07:54 Uhr
    Gute
    Idee.Zumal nicht alle Antragsteller mobil sind.Außerdem reduziert sich der Publikumsverkehr in den Ämtern.Insgesamt ein bürgerfreundliches Angebot.
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  •   mixe
    (1128 Beiträge)

    26.01.2017 06:32 Uhr
    die kuriere dürfen
    zustellen, auch in den briefkasten. die post nicht. warum? wo ist das problem? bürokratie ohne ende.
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  •   haku
    (3813 Beiträge)

    26.01.2017 07:44 Uhr
    Wer lesen kann ist klar im Vorteil...
    Steht doch alles im Artikel.
    Per Post geht nicht, da nur ein ganz konkreter Bevollmächtigter den Pass ausliefern darf. Man unterschreibt beim Amt eine Vollmacht für ganz konkrete fünf Personen, die beim Kurierdienst sind und die dann die Pässe ausliefern können.
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  •   mixe
    (1128 Beiträge)

    26.01.2017 09:55 Uhr
    da der kurier das dokument
    ggf. auch in den briefkasten wirft ist die bevöllmächtigung nur augenwischerei. wer lesen kann......
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  •   Prof.Baerlapp
    (476 Beiträge)

    26.01.2017 17:37 Uhr
    Das Risiko eines Verlustes
    wäre doch bei Postversand viel größer. So wie es jetzt geregelt ist, nimmt einer der Fahrradkuriere die Dokumente gegen Unterschrift auf dem Amt entgegen und kümmert sich dann persönlich um die Zustellung. Wohingegen bei Postversand das Dokument über die normale Briefverteilung in den Briefzentren laufen würde. Da lässt sich ja gar nicht kontrollieren, wie viele Leute das in die Hände bekommen.
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  •   haku
    (3813 Beiträge)

    26.01.2017 11:46 Uhr
    Es geht bei der Bevollmächtigung darum...
    ...wem auf dem Amt der Pass ausgehändigt werden darf, nicht, wie er dann den Pass abzuliefern hat. Das ist vermutlich dann auch in der Vollmacht geregelt, hat aber nichts damit zu tun, dass die Post das nicht auch machen könnte. Nicht der Briefkasteneinwurf verhindert dies, sondern die Autorisierung. Um das ganze Stadtgebiet abzudecken müsste man viel mehr Postboten eine Vollmacht erteilen als wenn es um Radkuriere geht. Das ist aber eine gewissen Anzahl von zu Bevollmächtigten nicht mehr praktikabel.
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