51  

Karlsruhe Belege als Deko: Karlsruher Gaststätte protestiert gegen Bonpflicht

Dekorativer Protest gegen die zum Jahresbeginn geplante Bonpflicht: Das Karlsruher Restaurant "Gasthaus Gutenberg" hat eine Woche Papierbelege gesammelt, an Leinen aufgehängt und damit eine ganze Gaststube geschmückt.

"Nein, es ist nicht Fasching - es ist Bürokratiewahnsinn auf Kosten der Umwelt", erläutert Wirtin Denise Bender ihren Gästen, bei denen die Aktion gut ankommt. "Mir ist einfach der Kragen geplatzt. Ich musste den Wahnsinn mal bildlich darstellen", so die Wirtin. Sie hat übrigens nur die Belege aufgehängt, die Gäste nicht mitnahmen.

Kassensystem speichert jede Bestellung

Bender kann nicht nachvollziehen, dass eine derartige Papierverschwendung im Zeitalter der Klimadiskussion verordnet wird - zumal im Kassensystem der Gastronomen ohnehin jede Bestellung gespeichert sei, so dass das Finanzamt nicht hintergangen werden könne.

Bonpflicht ab 1. Januar

Die Bundesregierung plant zum 1. Januar die Belegpflicht. Auch sollen Kassen durch eine technische Sicherheitseinrichtung fälschungssicher werden. Mit dem 2016 verabschiedeten Kassengesetz soll Steuerbetrug etwa durch manipulierte Ladenkassen bekämpft werden. Händler, Gastronomen, Bäcker und Naturschützer kritisieren die Neuregelung und fürchten immens mehr Papierverbrauch und Müll. Das sei klima- und ressourcentechnisch kein gutes Signal.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (51)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (1558 Beiträge)

    01.01.2020 23:25 Uhr
    Seit wann ist denn eine These,
    die die Afd verbreitet, keine "Afd-These" mehr, äh? Meine Fantasie erlaubt mir nicht, mir vorzustellen, dass jemand ernsthaft glaubt die SPD würde in halb Europa eine Bonpflicht durchsetzen können, zum eigenen wirtschaftlichen Nutzen. Das ist für mich einfach abstruser "Nonsens", sorry.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Der_dunkle_Turm
    (726 Beiträge)

    31.12.2019 17:02 Uhr
    Ich lasse mir immer einen Kassenzettel geben.
    Ich wollte einmal ganz offensichtlich schadhafte Ware in meinem Stammsupermarkt (da bin ich fast zwei mal am Tag) reklamieren. Also die kannten mich als treuen Stammkunden. Antwort: "Ohne Kassenzettel können wir leider keine Reklamation anerkennen."

    "Wir"- Rhetorik. Die liebe ich ganz besonders.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Shmuel_K
    (518 Beiträge)

    31.12.2019 13:45 Uhr
    Ein Aufruf an alle Händler
    Bitte alle nicht mitgenommenen Bons sammeln und in regelmäßigen Abständen direkt ins Ministerium schicken. Die müssen vor Augen haben, was sie da für einen Unsinn erlassen haben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   FinnMcCool
    (527 Beiträge)

    03.01.2020 09:39 Uhr
    ans Ministerium schicken?
    Also wenn ich mir die Aktion hier vom Gutenberg ansehe, so kann ich nur Folgendes sagen: Ich kenne kein Restaurant bei beim nicht ein Bon ausgedruckt wird. Und jetzt, nur weil es "Pflicht" heisst, machen die Gastronomen ein solches Theater. Gehe doch z.B. mal ins Carls, setze dich in die Nähe der Theke. Da kommt jede Bestellung als Bon raus, und dann regen sich die Wirte auf von wegen Papierverschwendung? Dies finde ich ziemlich schizophren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   heaven
    (854 Beiträge)

    31.12.2019 12:45 Uhr
    Hier
    machen scheinbar einige ein Riesengeschrei um die Bonpflicht...
    ...und in einem halben Jahr kräht kein Hahn mehr danach! zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (6558 Beiträge)

    31.12.2019 09:28 Uhr
    Nächste Stufe: Electronic Fiscal device
    Grob zusammengefasst, wird hierbei mittels eines eigens hierfür vorgesehenen Druckers ein Beleg erstellt und der Umsatz an das Finanzamt übermittelt. Welche Länfder das tun sieht man hier, Seite 14.

    Und das funktioniert; auch beim Bäcker. Auch eigene Steuerrechnungen werden erstellt und mittels einer aufgedruckten sehr langen Zahl individualisiert. Nur solche Steuerrechnungen (Tax Invoice) können abgesetzt werden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (12170 Beiträge)

    31.12.2019 13:22 Uhr
    !
    Mir macht ja in dieser Karte auf S. 14 die Prognose zum Oberrheinischen Grabenbruch Sorgen ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Malaika
    (294 Beiträge)

    31.12.2019 08:08 Uhr
    Ich kann den Aufstand
    bei einem Restaurant nicht nachvollziehen. Es war doch schon immer Usus, für seinen Verzehr in einer Gaststätte eine Rechnung zu erhalten. Besser einen elektronischen Bon, als die auf einem Papierfetzen hingekritzelte Quittung einer Bedienung, die sich auch noch 5mal verrechnet.
    Einen Bon für ein Doppelweggle finde ich da schon krasser. Und wenn dann mal ein Weggle ohne Bon und ohne Kasse über die Ladentheke wandert? Ist das dann Schwund? Deutschland, deine Bürokraten...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   silberahorn
    (10823 Beiträge)

    31.12.2019 04:13 Uhr
    Zetteleswirtschaft
    Zetteleswirtschaft Karlsruhe, am besten noch am Gutenbergplatz, weil Gutenberg (Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg) als Erfinder des Buchdrucks gilt.

    Vetterleswirtschaft, was zwar ähnlich klingt, gibt es in Deutschland lange nicht mehr. Kritik an der SPD kann nur Humbug sein. (siehe weiter unten)
    Wer weiß schon, was Nepotismus ist? Ich musste es am 30.12. 2019 mit Hilfe von wikipedia erfahren. Und das, obwohl ich bei Studienbeginn im Jahr 1979 als Frau angeben musste, wessen Sohn ich bin. Was seit 1949 im Grundgesetz stand, hat man im BGB lange Zeit nicht angepasst. Angewendet wurde aber das BGB.

    Wenn die Diskussion zu Bons einen Sinn hat, dann diese, dass man sich endlich über das Material der Bons Gedanken macht.
    Wer wusste schon, wie man Kassenbons richtig entsorgt? Thermopapiere müssen in den Restmüll, man sollte sich danach die Hände waschen und darauf achten, dass Kinder nicht damit spielen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Weichei
    (883 Beiträge)

    30.12.2019 20:29 Uhr
    Je oh Je
    Deutschlnad und seine Probleme. Bin ich froh von solchen staatlichen Gewaltmasnamen verschont zu bleiben.
    Bleibt tapfer. Ich schlage vor zu demonstrieren. Spaetestens am 10 Januar 2020 alle Bons demonstrativ in einen Papierkorb werfen. Als ehemaliger Muehlburger schlage ich vor dies am Entenfang durchzufuehren. Ka-News bitte einen Redakteur mit Kamera dort hin zu schicken.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 4 5 6 (6 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.