24  

Karlsruhe-Südstadt Bauvorhaben "Tivoliplatz 1": Kita, Studi-Wohnungen und Supermarkt in einem

Tivoli: Treffpunkt in der Karlsruher Südstadt - wo heute nur diverse Wohnhäuser und eine Brachfläche liegen, soll schon bald ein soziales Mehrzweckgebäude das Straßen-Dreieck zu den Bahngleisen hin abrunden. Ein Discounter im Erdgeschoss, Studi-Apartements im Obergeschoss und dazwischen eine begrünte Etage für eine neue Kita - das sieht das Stadtplanungsamt in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die künftige Adresse "Tivoliplatz 1" vor.

Im März 2011 wurde bereits ein Planer­work­­shop für das Projekt am Tivoli durch­ge­führt - die Basis für den Bebauungsplan stellt ein Entwurf der Architekten Haug und Schmidtler dar. Dieser sollte der Öffentlichkeit in der Südstadt am Mittwochabend im Rahmen eines Info-Termins präsentiert werden. Nur wenige Bürger waren vor Ort.

1000 Quadratmeter Discounter - Platz für 154 Studenten

"Der Tivoli ist eigentlich kein gefasster Platz - die angrenzenden Wohngebäude finden keinen harmonischen Abschluss und enden just an der Bahntrasse", erklärt Thomas Haug, beauftragter Architekt. Dem schon bestehenden Häuserkomplex einen Rahmen geben, soll ein neues Multi-Funktions-Gebäude parallel zu den Bahnschienen, das sich an die sozialen Bedürfnisse der Bewohner anpasst.

"Im Erdgeschoss werden knapp 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche an einen Discounter-Supermarkt vermietet, der bislang noch wenige Meter entfernt auf deutlich kleinerem Fuß leben muss und schließlich umziehen wird", so Haug weiter. Kundenparkplätze sollen auf der gleichen Ebene Platz finden. Eine Rampe mit Fußgängerampel könnte von hier aus hinauf in die Zwischenebene führen - hier planen die Vorhabensträger im Auftrag eines Investors eine neue Kindertagesstätte mit vier Gruppen à etwa 15 Kindern, auch ein zusätzlicher Hort ist im Gespräch. Die Zwischenebene soll von einer offenen, grünen Spielfläche zwischen Bahndamm und Gebäude geprägt sein - "im Rahmen des Projekts planen wir an dieser Stelle auch eine abgrenzende, etwa zwei Meter hohe Lärmschutzwand", so Tristan Lequime, mitarbeitender Architekt.

Gemeinderat entscheidet im Winter über das Bauvorhaben

Doch der Kita-Notstand soll nicht das einzige Problem der Fächerstadt sein, dem sich das Projekt "Tivoliplatz 1" annehmen will: "Im Obergeschoss werden etwa 154 Studenten ein Dach über dem Kopf finden", so Haug. Jede der Einzimmerwohnungen habe eine Fläche von rund 25 Quadratmetern und verfüge über eine eigene kleine Laube im unüberdachten Eingangsbereich auf dem "Gebäude-Dach" sowie Fenster sowohl zur Bahnseite als auch zum Tivoli hin. Auf Wunsch könne es später eventuell auch möglich sein Wohnungen miteinander zu verbinden. Parken könnten die Bewohner in der Tiefgarage.

Architektonisch soll sich der Stil des Mehrzweckgebäudes mit der Adresse Tivoliplatz 1 seinen Nachbarhäusern angleichen - eine U-Form mit offener Innenfläche soll zudem den ICE-Lärm auffangen "Eine energiesparende Bauweise verstehen wir als Standart - das Gebäude soll mit Fernwärme und Solarzellen versorgt werden", betont Lequime. Eine Leitung müsse jedoch erst noch zum Tivoli hin verlegt werden - derzeit bestehen laut einem Online-Netzplan der Stadtwerke lediglich Pläne, Teile der benachbarten Nebeniusstraße auszustatten. Wie viel das Projekt insgesamt kosten wird, konnte man am Mittwoch noch nicht sagen: "Über diesen vorhabenbezogenen Bebauungsplan stimmt zunächst der Karlsruher Gemeinderat in öffentlicher Sitzung Ende des Jahres ab - im Falle einer positiven Entscheidung wird der Bau dann etwa im Sommer 2014 in die Startlöcher gehen. Zu den Materialkosten können wir bis dato noch keine Angaben machen", so Haug. Die Architekten rechnen mit einer Bauzeit von rund 14 Monaten.

Online können Bürger nun noch zwei Wochen Stellung zum Bauvorhaben beziehen, darauf weist das Stadtplanungsamt am Mittwoch hin - Wünsche und Anregungen würden berücksichtigt.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (24)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   yokohama
    (3262 Beiträge)

    30.06.2013 00:47 Uhr
    Gut so!
    Eine hässliche, öde Leerfläche mitten in der Stadt wird endlich bebaut. Hört sich sinnvoll an. Hoffentlich werden nicht wieder Querulanten auf den Plan gerufen, denen irgendetwas an dem Bauprojekt nicht passt (z. B. blockierte Frischluftschneise, soziale Zusammensetzung der künftigen Mieter, Vernichtung von Käferarten etc.).
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   runsiter
    (11979 Beiträge)

    29.06.2013 15:10 Uhr
    Schön,
    dass sich in dieser Ecke mal was tut. Tivoli war bisher einer der trostlosesten Plätze mit Potzential. Auch scheint mir die Kombination Discounter/Kita/Studibude für die Südstadt ganz gelungen.

    Bin mal gespannt, wie die das mit den Parkplätzen lösen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Propagandahilfskraft
    (1178 Beiträge)

    29.06.2013 14:12 Uhr
    Fassen wir mal zusammen?
    Da soll ein Discounter ins EG. Es gibt aber seit fast 10 Jahren immer mehr leerstehende Gewerbeimmobilien. Dazu kommt der bereits mehr oder weniger gesättigte Markt bzgl. dieser Discounter. Also sehr viel Rendite sehe ich da eigentlich nicht ins Aussicht.

    Studentenbuden. die Herbst 2015 fertig werden. Das ist etwa der Zeitpunkt an dem die Studentenschwemme durch die doppelten Abijahrgänge in den südlichen Flächenstaaten und das Aussetzen der Wehrpflicht den Zenit überschritten hat. Spätestens 2019 ist die Studetenschwemme definitiv vorbei und der Markt wieder renditegefährdend entspannt.

    Bleibt nur die Kita. Für die wird so ein großes, leeres Gebäude zum Spielen und Rumtollen sicher ganz viel Spass machen! Ok, das Leer ist jetzt mal übertrieben. Aber die Planung ist voll scheinezyklisch und da werden sich einige Investoren noch die Augen reiben und dabei gar fürchterlich wehklagen. Und das ist dann kein „Augi beißt!“ wegen des miesen Shampoo vom Discounter!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   froschi
    (35 Beiträge)

    28.06.2013 18:34 Uhr
    Das Argument wird wohl nicht zählen, aber
    von den Häusern an der südlichen Rüppurrer Straße hat man heute einen wunderschönen freien Blick auf den Durlacher Turmberg, der über den Bäumen an der Bahn aufragt. Zukünftig blickt man dann nur noch auf einen neuen Haus-Klotz, der die Blickachse genau versperrt. Da die Straße dort Richtung Osten einen Schwenk nach links macht, wirkt das neue Haus aus dieser Richtung nämlich wie ein Quer-Riegel.

    Es zählt sicherlich auch nicht, dass bei dieser Gelegenheit eine schöne Wildwuchs-Naturfläche mit vielen Planzen und Tieren (Vogel-Brutplatz!) plattgemacht wird. Demgegenüber ist der benachbarte eigentliche Tivoliplatz mit seinem kurzgemähten Gras aus Sicht der Natur nicht viel mehr als eine Wüste.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   haku
    (3937 Beiträge)

    29.06.2013 07:25 Uhr
    ...
    Ist natürlich schade um den Blick, aber wenn man in der Stadt wohnt muss man mit sowas rechnen. Und andererseits bekommt man dafür einen Lärmschutzriegel.
    Die Brache wurde die letzten Jahre immer mal wieder abgeräumt, da schon lange klar war, dass da gebaut werden soll.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (161 Beiträge)

    28.06.2013 17:15 Uhr
    Und wieder nur für Studenten
    Man könnte fast meine in Karlsruhe wohnen nur Studenten.Egal wo gebaut wird werden für Studenten Wohnungen sein...siehe Oststadt wo die Volkswohnung baut...so langsam reicht es einem echt...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   haku
    (3937 Beiträge)

    29.06.2013 07:27 Uhr
    Ja und?
    Da ist halt ein sehr großer Nachholbedarf. Und wenn dadurch weniger Konkurrenz um "normalen" Wohnraum besteht, profitieren ja auch die davon, die "normalen" Wohnraum suchen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   sorry55
    (823 Beiträge)

    29.06.2013 10:52 Uhr
    so knapp
    kann der Wohnraum nicht sein wenn - zugegeben vielleicht nur in geringer Anzahl - Studenten in offiziellen Studentenwohnheimen einen Platz bekommen deren Fahrzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln max. 45 Minuten beträgt. Und diese 45 Min. sind zumutbar, einem Arbeitnehmer werden weit längere Fahrzeiten zugemutet.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Propagandahilfskraft
    (1178 Beiträge)

    29.06.2013 14:31 Uhr
    Du kennst den Unterschied ...
    ... zwischen den starren Zeitplan eines normalen Arbeitnehmers und dem extrem fragmentierten und zwangsflexibilisierten Zeitplan eines Studenten offensichtlich nicht. Lange Fahrzeiten sind für Studenten ein extremer Wettbewerbsnachteil, bei normalen Arbeitnehmern aber nur unwesentlich schädlich.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   sorry55
    (823 Beiträge)

    29.06.2013 18:07 Uhr
    gestatten Sie
    sowohl mein Sohn als auch seine beiden Freunde haben in KA studiert, aktuell studiert die Tochter einer guten Freundin in KA. Der von Ihnen genannte "extrem fragmentiert und zwangsflexibilisierte Zeitplan" besteht bei ihr oftmals darin die erste S-Bahn am Morgen nach der Party nach Hause zu bekommen und das nicht nur am Wochenende. Ich weiß, das sind die "wenigen schwarzen Schafe" aber da von Wettbewerbsnachteil zu sprechen ist doch ein wenig überzogen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben