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Karlsruhe Baustelle in Karlsruhe sorgt für Frust: "Der Lärm macht uns wahnsinnig!"

Sommerzeit ist Baustellenzeit. In Karlsruhe ist es für Pendler und Anwohner aktuell besonders schwierig: Zu der ohnehin schon hohen Zahl an Baugruben gesellen sich in den Sommerferien noch umfangreiche Arbeiten der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) und der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK). Eine ka-Reporterin treibt das an den Rande des Wahnsinns.

Bis Ende September wird in der Schillerstraße an der Kreuzung zur Kaiserallee gebaut. Auf dem Plan stehen eine neue Fußgängerfurt, der Rückbau der Haltestelle Schillerstraße sowie der Austausch der Gleise und Leitungen. Doch wo etwas Neues hin soll, muss erst das alte Material abgerissen werden. In diesem Fall direkt vor der Tür von ka-Reporterin Beatrice M.

"Der Lärm macht definitiv krank"

"Die reißen die Straße direkt vor unserem Haus auf", beklagt sie in einer Nachricht an die ka-news-Redaktion. Dass das nicht ohne Lärm vonstatten gehen kann, ist der Anwohnerin klar. "Aber es muss nicht sein, dass die morgens um sechs Uhr beginnen und es bis abends bis 21.30 Uhr geht - über 15 Stunden Presslufthammer", ärgert sich die ka-Reporterin, "dieser Lärm macht uns wahnsinnig!"

Sie und auch ihre Nachbarn leiden unter dem Lärm, erzählt sie. Es sei nicht mehr möglich, ein Fenster zu öffnen. Die ka-Reporterin weiter: "Besonders belastend ist es morgens um sechs und abends ab 17 Uhr. Gerade abends merke ich, wie ich dann sehr nervös und auch innerlich aggressiv werde. Dieser Lärm macht definitiv krank."

Sind 15 Stunden Presslufthammer verkraftbar?

Nicolas Lutterbach, Pressesprecher der VBK, die für einen Teil der Baustellen verantwortlich sind, zeigt Verständnis für die Beschwerde: "Wir sind uns über diese lärmintensiven Arbeiten bewusst." Allerdings gebe es hier keine Alternative: "Wir könnten zwar die Presslufthammer weniger lang am Tag benutzen, dann würde es aber länger gehen. So arbeiten wir an den einzelnen Tagen länger, dafür aber für einen kürzeren Zeitraum."

Baustelle Schillerstraße Karlsruhe

Auch bei der Stadt Karlsruhe sieht man keine Möglichkeit, die Situation für die Anwohner zu verbessern: "Es handelt sich hier um eine anlassbezogene Lärmbelästigung, die im Vorfeld angekündigt wurde", so Helga Riedel vom Presseamt der Stadt Karlsruhe, "der Lärm bei den Bauarbeiten kann nicht verhindert werden."

Einen Lichtblick gibt es immerhin: "Der Aufbruch der Straße und der Gleise ist soweit abgeschlossen," berichtet Lutterbach. Somit seien die Arbeiten mit dem Presslufthammer weitgehend abgeschlossen. "Das heißt allerdings nicht, dass jetzt die große Stille kommt." Bis September müssen sich die Anwohner also mit der Situation abfinden.

Einen Überblick über alle laufenden und geplanten Baumaßnahmen gibt das Mobilitätsportal der TechnologieRegion Karlsruhe.

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  •   jojo
    (662 Beiträge)

    06.08.2016 16:32 Uhr
    2025
    Dieser Termin wird hinter vorgehaltener Hand als Ende aller Bauarbeiten genannt.man stelle sich vor in der KaiserStraße gibt es dann keinen Handel mehr.Menschen ziehen aus Karlsruhe weg.undenkbar? Nein die arbeiten dauern sogar länger als bei s21.das habt ihr gut hingekommen ihr Herren im Rathaus.die Bürger sind euch dabei egal.Karlsruhe viel vor aber nichts im Kopf.
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  •   BuddyAckermann
    (138 Beiträge)

    05.08.2016 18:09 Uhr
    Freut mich für alle Fenrich-Wähler
    hoffentlich wohnt der dem Suff zugeneigte auch in der Nähe einer Baustelle. Und in 5 Jahren fährt noch keine Bahn durch den Tunnel.
    Loser-Stadt!
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  •   mcclaney
    (1463 Beiträge)

    05.08.2016 15:38 Uhr
    ...
    Hahaha...."anlassbezogene Lärmbelästigung".....

    Köstlich.
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  •   kika
    (56 Beiträge)

    05.08.2016 09:18 Uhr
    Lärm macht krank – darf noch ein bisschen mehr sein?
    Die Fahrzeuge aller Art machen Lärm. Eine Linderung könnte man durch einen Lärmminderndenstraßenbelag erreichen. Schwieriger ist es mit dem anderen Lärm, wie nachts dröhnende Musik aus den Autos oder Wohnungen, schreiende Mitmenschen, Lauttelefonierer usw. Die Menschen, die in einer ruhigen Gegend wohnen, wissen sowieso immer besser welche Veranstaltungen noch in der Stadt stattfinden sollten. Die Tunnelbaugeplagten Anwohner werden noch mit lauten Veranstaltungen beglückt und wenn sie sich über den vorsätzlichen Lärm beschweren, werden sie nicht ernst genommen bzw. als Nörgler und Querulanten da hingestellt. Es ist denen auch zuzumuten nächtliche Musik, Geschreie und laute Fernsehprogramme mitzuhören – sie sind es den Lärm gewohnt.
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  •   wolkenschauer
    (1350 Beiträge)

    05.08.2016 19:38 Uhr
    Es geht hier nicht darum, was man totalitär aushalten kann !
    Findet eben wenig wertebezogene Erziehung mehr statt. 'Mein (Vorzeige-)Kind darf alles' ist vielernorts 'Richtschnur'. Es werden selbstbezogene, egoistische, aufmerksamkeitssüchtige Digital-Neurotiker gepampert. Selbst 5-jährige Kinder werden nicht mehr zu mehr Ruhe ermahnt. Das lebt sich dann ins höhere Alter fort. Wenig Erdung, Freundlichkeit, Empathie für Andere, Rücksichtnahe auf Ruhebedürfnisse von insbes. älteren Leuten, (Schicht-)Arbeitern, (Klein-)Kindern. Falsch vermittelte 'Liberalität' die die Heranwachsenden alleine lässt und ihnen auch wenig Selbstverantwortung vermittelt.

    Auf diesem erhöhten Lärmlevel ist der extrem schädliche Baustellenlärm der König des Unerträglichen. Was nutzt Lärmdämmung, wenn keine Regeln mehr befolgt werden. Viele Biker zB auch nachts die Innenstädte mit lautem Ego-Gedöns zur Rennpiste machen. Die Ruhe denen sowas von egal ist. Assig sein ist modern. Auffallen (lautes Telefonieren, infantiles Herumgekreische (Pokemon !) und Wahrgenommenwerden..
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  •   petruscarolus
    (6 Beiträge)

    04.08.2016 23:15 Uhr
    Umkehrschluss
    Sommerzeit ist Baustellenzeit ?! Super. Dann ist ja in Karlsruhe das ganze Jahr Sommer.
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  •   malerdoerfler
    (5843 Beiträge)

    04.08.2016 20:28 Uhr
    Thema Baustelle!
    Alle können mitreden. Kommentar erreichen bleibt offen. Tolles Thema. Immer aktuell.
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  •   obacht
    (90 Beiträge)

    04.08.2016 21:35 Uhr
    Super Kommentar!
    Hilft echt weiter grinsen
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  •   todi01
    (1099 Beiträge)

    04.08.2016 20:20 Uhr
    Das Problem ist nicht nur der Lärm,
    sondern die Selbstverständlichkeit, mit der er erzeugt wird. Arroganter als "Wir haben das ja rechtzeitig angekündigt" kann man ein so nachvollziehbares Anliegen nicht abbügeln.

    Statt Klaviere aufzustellen und Mietverträge und Fahrräder zu verlosen, könnte die Stadt sich ja mal um solche, IHRE Bürger kümmern. Ja, der Lärm muss sein, aber warum kann man den Anwohnern nicht ein kleines Päckchen übergeben:
    "Hallo, ich bin Herr Dingens und verantwortlicher Baustellenmanager der Stadt. Wir können die Lärmbelästigung nicht verhindern, aber wir wissen, dass wir Ihre Nerven strapazieren. Hier ist meine Rufnummer und E-Mail-Adresse, ich werde mich persönlich um Probleme kümmern, die Sie an mich herantragen. Als kleines Trostpflaster finden Sie anbei ein Päckchen Ohrstöpsel für jedes Mitglied Ihres Haushalts, und außerdem Freikarten für den Zoo, ein städtisches Museum und ein Schwimmbad Ihrer Wahl."

    Der Lärm wäre immer noch da, aber man würde sich nicht wie der letzte Depp vorkommen.
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  •   udoh
    (1788 Beiträge)

    04.08.2016 22:26 Uhr
    Schön auf den Punkt gebracht
    Als Kombi-Problem-Baustellen-Anwohner läuft dieses "wer interessiert schon für Anwohner" schon seit Jahren. Man fühlt sich verhöhnt!
    Alles seit gefühlten Jahrzehnten auf der "Zielgeraden", dieser oder jender Stein "bei der endglültigen Fertigstellung".
    Mal eine Info, dass man die nächsen Monate nicht zum Haus fahren kann - die Parkplätze die in der alten Zahl nie wieder kommen sind sowieso längst weg, Lärm. Behinderung, Dreck.

    Dass die ***** die nicht wie der/dei Verantwortliche(n) erst gar nicht in der Stadt wohnen, sondern am den Brennpunkten für ein besch****
    Projekt leben müssen natürlich jede Beeinträchtigung über Jahre erdulden! Mit Aussicht auf eine dauerhauft grundlegende VERSCHLECHTERUNG der Wohnsituation.

    "Danke" dass ihr an eure Visonen, Herrenknecht und die Bequemlichkeit von Germersheimern, Heilbronnern etc. denkt. Da müssen halt "die eigenen Leut" auf der Strecke bleiben. PFUI!
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