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Karlsruhe Ausschreitungen bei Pokal-Derby: Böller und Raketen waren "gezielt vorbereitet und organisiert"

Böller auf Beamte und Leuchtsignalrakete gegen einen Polizei-Hubschrauber - am vergangenen Mittwoch kam es beim Pokal-Derby des Karlsruher SC gegen den SV Waldhof Mannheim vor dem Spiel zu Ausschreitungen rund um das Stadion und in der Innenstadt. Das sei eine neue Form der Fan-Gewalt gegen die Polizei, heißt es im Gespräch mit ka-news.

Knapp 14.000 Fans waren am Mittwoch im Wildparkstadion, rund 1.000 Polizisten deswegen im Einsatz. Schon frühzeitig haben die Beamten verstärkt für Sicherheit gesorgt. Das Derby wurde zum Hochrisikospiel erklärt, da beide Fanlager als verfeindet gelten. Zudem hat sich die Polizei im Vorfeld an die Anhänger gewandt, um Provokationen und Konfrontationen vorzubeugen. Daher wurden auch rund um das Stadion Absperrungen aufgebaut, um Heim- und Auswärtsfans voneinander zu trennen. 

Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen, schon bei der Anreise kam es zu den ersten Zwischenfällen, nicht nur durch Gästefans. Während laut Bundespolizei die Fahrt in den teilweise eingesetzten Sonderzügen ruhig verlief, flogen bei Ankunft am Bahnhof die ersten Böller. 

Leuchtrakete und Böller gezielt auf Beamte geworfen

Gleichzeitig war es auch beim Aufmarsch der Karlsruher Fans vor dem Wildpark unruhig: "Aus dem Fanmarsch wurden gezielt Böller auf die Beamten geworfen", sagt Frank Otruba, Pressesprecher der Polizei Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news. Aus dieser Menge heraus wurde dann auch auf den Polizei-Helikopter, der über dem Wildpark kreiste, geschossen.

Bild: Thomas Riedel

"Eine Leuchtsignalrakete wurde abgefeuert. Sie ist nicht mit einer normalen Silvesterrakete zu vergleichen", so Ortuba. Denn: Je nach Munitionsart steigt eine Signalrakete bis zu 300 Meter hoch, um so auf eventuelle Seenot oder einen militärischen Angriff aufmerksam zu machen. "Die Rakete war auf der Höhe des Hubschraubers. Er wurde glücklicherweise nicht getroffen, aber es ging in die Richtung des Helikopters!" 

Der Einsatz von Böller und Signalrakete waren zeitlich abgestimmt  - "Da sieht man, dass sie teilweise gezielt vorbereitet und organisiert waren." Eine solche Attacke auf die Beamten war auch für Otruba neu.

Gezielter Einsatz von Böller und Rakete

Leuchtsignalraketen, wenn sie abgefeuert wurden, sinken langsam ab, vernebeln die Sicht mit Leuchtfeuer - logisch, denn in ihrem ursprünglichen Zweck sie soll so lange wie möglich sichtbar sein und aufmerksam machen. Signalpistolen zählen waffenrechtlich zu Schusswaffen und unterliegen daher dem Waffengesetz. Daher ist sowohl für den Besitz eine Waffenkarte notwendig, für das Führen einer solchen Pistole ein Waffenschein. Meist werden die Signalpistolen auch für Sport- oder Berufsschiffer genehmigt.

Mit Sprengstoffhunden Stadion abgesucht

Um solche Aktionen wie Böllerwürfe auf Beamte im Stadion zu verhindern, oder das Bengalos gezündet werden, laufen Polizisten vor dem Spiel die Umgebung des Stadions ab - mithilfe tierischer Spürnasen. "Mit Sprengstoffhunden sind wir am Mittwoch gegen 13 Uhr das Stadion abgelaufen und haben im Vorfeld des Spiels eine große Plastiktüte mit Pyrotechnik gefunden - im Bereich des KSC-Fanblocks", so Otruba weiter.

Vor jedem Spiel, und vor allem vor den Risikospielen, wird die nähere Umgebung des Stadions auf Pyrotechnik kontrolliert. Trotzdem ging im Fanblock des KSC ein Böller hoch, ein zweiter folgte kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit bei den Waldhof-Fans.

Drei Karlsruhe-Fans wurden noch vor dem Stadion festgenommen. "Bei ihnen wurde Pyrotechnik gefunden. Ob sie aber etwas damit zu tun haben, wird derzeit noch ermittelt", sagt Frank Otruba gegenüber ka-news. ka-news hat die Supporters des KSC, dem Dachverband der Karlsruhe-Fans, zu den Vorfällen am Mittwochabend angefragt: Bisher steht eine Antwort aus. Generell distanziert sich die Fanvereinigung von Gewalt.

Bild: Tim Carmele

Trotzdem zog die Karlsruher Polizei ein recht positives Fazit des Großeinsatzes beim KSC-Spiel: "Ich bin froh, dass die betroffenen Polizeibeamten nur leicht verletzt wurden und ihren Dienst zunächst fortführen konnten. Auch gelang es unseren Anti-Konflikt-Teams deeskalierend auf die Fangruppen einzuwirken. Unser Ziel der strikten Fantrennung ist erreicht worden", sagt Einsatzleiter Lutz Schönthal im Pressebericht der Polizei kurz nach dem Pokalspiel.

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Kommentare (23)
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  •   santana
    (1111 Beiträge)

    21.04.2018 11:35 Uhr
    Die "Supporters"
    wurden von ka-news um eine Stellungnahme gebeten. Diese erfolgte bis jetzt nicht. Sagt doch einiges aus, oder?
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  •   andi79
    (2755 Beiträge)

    21.04.2018 13:03 Uhr
    z.b.
    dass die Supporters keinen hauptberuflichen Pressesprecher haben der nur auf Anfragen wartet?
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  •   andi79
    (2755 Beiträge)

    21.04.2018 10:11 Uhr
    dieser Artikel
    hat leider Bildzeitungsnivau. Vorbereitet? Also mal ehrlich. 300 Meter? mit so was?
    https://www.svb-media.de/media/snr/2114/images/normal/image_2015-07-16--3.jpg
    wohl eher nicht. 300 meter wären schon die richtig dicken wummen die Schiffe dabei haben die über die Ozeane schippern (und selbst dann hätte es nicht gereicht). Ich weiß nicht was ich hier mehr bedenklich finden soll... ein Pressesprecher der (vermutlich) besseren Wissens solche vergleiche rausgibt oder eine Presse die das ganze ohne zu prüfen übernimmt. Wenn sogar die Polizei von einem friedlichen verlauf spricht und man aber denken könnte es war mal wieder Krieg...
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  •   Darth_Vader
    (779 Beiträge)

    21.04.2018 11:01 Uhr
    Die Tatsache
    daß du genau weißt, was da für ein Gerät eingesetzt wurde, läßt auf Täterwissen schließen. Du solltest wissen, daß hier auch einige Beamte der Polizei mitlesen. grinsen
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  •   andi79
    (2755 Beiträge)

    21.04.2018 11:52 Uhr
    ja... die argumentation
    die Polizei weiß auch wie die Dinger aussehen... die Polizei ist also nach der Logik auch der Täter. Schlüssig. Du weißt wie eine Pistole aussieht, hast du dadurch Täterwissen beim letzten Raubüberfall mit Schusswaffe? Aber das sind wohl typische reflexartige Internetunterstellungen.
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  •   Darth_Vader
    (779 Beiträge)

    21.04.2018 12:02 Uhr
    Mit diesem Kommentar
    hast du jetzt nicht wirklich Intelligenz bewiesen.
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  •   andi79
    (2755 Beiträge)

    21.04.2018 13:01 Uhr
    evt.
    verstehst du ihn einfach nicht? Du unterstellst mir "Täterwissen", und durch den Kommentar hier lese die Polizei mit indirekt sogar die Täterschaft. Mit welcher Begründung? Weil ich weiß wie die Dinger aussehen? Das hättest du in jeder 3. oder 4. Reportage über Fußballspiele sehen können... oder einfach durch das nachforschen wie die Dinge aussehen die die 300m schaffen und der Alternativsuche was es denn noch hätte sein können. Wenn dass für dich ausreicht jemand eine Schuld zuzuschieben, na gut. Vieleicht liest du aber vorher mal meine anderen Beiträge durch und was ich von so Leuchtspurmunition halte.... und trotzdem kann ich sagen dass es schwachsinn ist mit einem gezielten Angriff auf einen Polizeihubschrauber.
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  •   Darth_Vader
    (779 Beiträge)

    21.04.2018 13:06 Uhr
    Hauptsache geschwätzt.
    Informiere dich doch erst eimal, was "Leuchtspurmunition" ist.
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  •   andi79
    (2755 Beiträge)

    21.04.2018 20:08 Uhr
    der duden sagt
    "Munition, die während des Fluges eine leuchtende Spur hinterlässt". Ist der Fall, oder? Aber ok... Signalgeber aus einem Klick System.
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  •   Darth_Vader
    (779 Beiträge)

    21.04.2018 23:34 Uhr
    Nein, der Duden (eh das falsche Medium für Begriffserklärungen) sagt:
    "Munition mit einem Leuchtsatz, der die Flugbahn erkennbar macht."
    Das heißt, ein Projektil hinterläßt eine leuchtende Spur um dessen Flugbahn nachverfolgen zu können.

    Signalrakete: "Signalraketen bestehen aus einem Treibsatz, der das abbrennbare Element in die Luft treiben soll. In der Luft brennt dann ein Element ab, welches durch seine Leuchtkraft Aufmerksamkeit erregen soll."

    Wobei das brennende Element an einem Hubschrauber erheblichen Schaden anrichten und auch zum Absturz führen kann!
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