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Karlsruhe Aus nach 114 Jahren: Karlsruher Majolika stellt Produktion ein

Die Karlsruher Keramikmanufaktur "Majolika" stellt zum Jahresbeginn 2016 ihre Produktion ein. Das bestätigt der Vorstand der Majolika-Stiftung, Klaus Lindemann, gegenüber ka-news. Dadurch verlieren rund 20 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Was ist der Grund für das plötzliche Aus?

"Die Stiftung hat die allgemeine Situation beraten und der Geschäftsführung aufgetragen, die Produktion bis zum Jahresbeginn 2016 einzustellen", erklärt der Vorstand der Majolika-Stiftung, Klaus Lindemann, im Gespräch mit ka-news. Andere Sparten, wie etwa der Vertrieb, seien nicht betroffen.

"Brauchen jetzt eine kreative Denkpause"

Gründe für das Ende der Produktion seien einerseits die maroden Anlagen auf dem Gelände im Karlsruher Ahaweg, so Lindemann. "Einige der Gebäude sind mehr als 100 Jahre alt und müssen dringend saniert werden", erklärt der Vorstand. Erste Berechnungen hätten ergeben, dass diese Sanierung rund 1,5 Millionen Euro kosten würde. Diese Geld stehe jedoch aktuell nicht zur Verfügung.

Daneben sorge die vergleichsweise schlechte Auftragslage für Probleme. "Ins Gewicht fällt, dass für die kommenden drei Jahre keine großen 'Kunst am Bau-Aufträge' absehbar sind", so Lindemann. Mit kleineren Aufträgen alleine sei der Betrieb nicht aufrecht zu erhalten.

Eine Wiederaufnahme der Produktion scheint jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen. "Wir brauchen jetzt eine kreative Denkpause, um über die Zukunft der Majolika-Produktion nachzudenken", sagt Lindemann. Unter anderem muss es nach Einschätzung Lindemanns gelingen, jüngere Menschen für die Werke der traditionsreichen Karlsruher Manufaktur zu gewinnen. Das Unternehmen wurde im Jahr 1901 als Staatliche Majolika Manufaktur gegründet. Als erstes Medium hatten die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) in ihrer Ausgabe am Dienstag über das Aus der Majolika berichtet.

Klicken Sie hier, um direkt zur Website der Karlsruher Majolika zu gelangen.

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Kommentare (25)
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  •   JackMan
    (7 Beiträge)

    24.08.2015 09:57 Uhr
    liegt doch schon Jahre auf der Intensivstation...
    und wird künstlich am Leben erhalten. Wird Zeit dass man den Stecker zieht. Wer Dinge produziert die niemandem gefallen oder niemand braucht zu Preisen die niemand bezahlen kann endet in unserer Marktwirtschaft so.
    Tradition hin oder her!
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  •   Mentorius
    (109 Beiträge)

    19.08.2015 16:12 Uhr
    So ist das eben in der freien Wirtschaft...
    wer nicht rentabel daher kommt, bleibt irgendwann übrig. Andererseits schmeißen wir kommunal und bundesweit soviel Kohle für Unsinniges, Fremde und fremdes raus....
    Was ich nicht begriffen habe: Seit wann ist der Mieter für die Gebäudeerhaltung bzw. Sanierung verantwortlich. Ist das nicht Sache des Eigentümer?
    @ruejo: Kunst ist oft erst nach Ableben des Künstlers wertvoll traurig
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  •   MAJOLIKANER
    (5 Beiträge)

    19.08.2015 15:28 Uhr
    ZIEGE GESCHLACHTET - DER BOCK BLEIBT
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Torflut
    (2209 Beiträge)

    19.08.2015 12:38 Uhr
    Die Waren
    sind zu teuer.
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  •   andip
    (9757 Beiträge)

    19.08.2015 08:43 Uhr
    Die Majolika
    war im Laufe ihrer Geschichte nie besonders erfolgreich und pendelt schon seit 30 Jahren in der Nähe des Abgrundes.
    Wenn man nichts verkauft und keine Aufträge bekommen kann,dann fehlt auch das Geld,die Gebäude zu sanieren.Die sind ja schon z.T. wegen Einsturzgefahr geschlossen.
    Wer hohe Schulden hat und kein Einkommen,der muss Insolvent anmelden,egal was man produziert.
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  •   malerdoerfler
    (5645 Beiträge)

    18.08.2015 23:17 Uhr
    Schade!
    Und wieder ein Stück Kultur das Karlsruhe verlässt.
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  •   Gaensebluemchen
    (526 Beiträge)

    18.08.2015 22:07 Uhr
    Kultur hin, Kultur her...
    ... manche Dinge sind überholt. Schreibmaschinen, Telefonzellen, 100W-Glühbirnen.
    Sicher ist das tragisch, mir tun die Mitarbeiter leid. Aber wenn halt kein Markt mehr für die Produkte existiert, hilft nix. Und eine "iKeramik" für viel Geld müsste erst noch erfunden werden...
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  •   Rockerbraut
    (72 Beiträge)

    18.08.2015 16:52 Uhr
    ich frag mich für was so eine Klitsche
    20 Mitarbeiter benötigt. Schon seit Jahren rote Zahlen schreiben aber Hauptsache grad so weiterwursteln. Ganz toll gemacht ihr Helden.
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  •   weltbuerger
    (413 Beiträge)

    18.08.2015 16:48 Uhr
    Wenn
    nichts produziert wird, wozu braucht es dann noch einen Vertrieb?
    Was wird jetzt aus dem Gelben Mittelstrahl, werden die Fliesen jetzt billig importiert und durch den Majolika-Vertrieb teuer verkauft?
    Diese Industriebrache kostet den Steuerzahler seit Jahrzehnten ca. 1 Million Euro pro Jahr und wäre besser schon vor Jahren geschlossen worden.
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  •   todi01
    (1094 Beiträge)

    19.08.2015 14:34 Uhr
    Wer weiß,
    welche Mengen die noch im Keller liegen haben. Wahrscheinlich haben sie die letzten 10 Jahre auf Halde produziert.
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