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Karlsruhe Aufatmen für Karlsruher Kleingärtner: "Mentrup hat richtig entschieden"

Häuser statt Kleingärten: Die Idee, Kleingärten für Wohnbebauung in Betracht zu ziehen, sorgte in den vergangenen Wochen für Unmut in der Fächerstadt. Die Stadt erklärte am Donnerstag, dass die Pläne vom Tisch sind - sehr zur Freude mehrerer Stadträte.

Die Stadtverwaltung hat am Donnerstag dem Planungsausschuss empfohlen, die drei Kleingartenanlagen "Erweiterung Städtisches Klinikum", "Pulverhausstraße" und "Am Rüppurrer Schloss" aus der Karlsruher "Prüfkulisse Wohnen" für die Fortschreibung des Flächennutzungsplans 2030 (FNP 2030) des Nachbarschaftsverbands Karlsruhe (NVK) wieder herauszunehmen. Das verkündete die Stadt am Donnerstag

Beschlossene Sache war der Umzug der Kleingärten mit Aufnahme in den Flächennutzungsplan nicht. Nach Gesprächen mit Vertretungen der Kleingartenvereine, des Bezirksverbands der Gartenfreude sowie Bürgervereinen sieht die Stadt von dieser Idee ab. 

In einer Pressemitteilung stellt sich die SPD-Gemeinderatsfraktion hinter Oberbürgermeister Frank Mentrup und die Entscheidung der Stadt. Die Kleingartenanlagen hätten einen hohen Stellenwert, so die Fraktion. Sie würden zur Klimaregulierung und der Naherholung beitragen. "Für ihre Besitzer sind sie ein Stück Lebenswert und Lebensinhalt, mit dem viele persönliche Erinnerungen verbunden sind", so die SPD. Die Sozialdemokraten kündigen an, im Gemeinderat dafür zu stimmen, die Flächen aus dem Nutzungplan herauszunehmen. Einfach Lösungen, wie ansonsten das Wohnproblem angegangen werden soll, gebe es nicht. 

Auch die FDP-Fraktion begrüßt die Entscheidung der Stadt. "Wir sind froh darüber, dass die Stadt Karlsruhe ihre Haltung geändert hat", erklärt Stadtrat Thomas H. Hock. "Der Oberbürgermeister Mentrup hat richtig entschieden. Der Verlierer ist die CDU. Hätte die Stadtratsfraktion von Anfang an auf die FDP gehört und nicht auf ihrer Haltung bestanden, wäre den Kleingärtner eine Zeit voller Sorge erspart geblieben", stellt Kreisvorsitzender Hendrik Dörr fest.

Die Kult-Fraktion freut sich ebenfalls über die Empfehlung der Stadtverwaltung. Die ungebrochen hohe Nachfrage nach wohnortnahen Schrebergärten in Karlsruhe zeige, welch wichtigen Platz die grünen Inseln in der Stadtgesellschaft einnehmen. "Sie erfüllen wichtige Funktionen bei Klima, Ökologie, Integration und Erholung in einer lebenswerten Stadt", beschreibt Stadtrat Michael Haug die Kult-Position. Ziel müssten mehr Flächen für Kleingärten sein.

Aktualisierung, 10. April, 7.45 Uhr:

Erfreut sind nach eigenen Angaben auch die Freien Wähler Karlsruhe über die Empfehlung des Planungsausschusses, die drei Kleingartenanlagen aus der Prüffläche zum Flächennutzungsplan herauszunehmen. "Die beharrliche Kritik der Kleingärtner und des Verbandes der Gartenbaufreunde unter Vorsitz von Alfred Lüthin haben für ein Umdenken bei den für Karlsruhe so wichtigen Grünflächen gesorgt", so Stadtrat Jürgen Wenzel in einer Pressemeldung.
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Kommentare (4)
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  •   Nachteule
    (529 Beiträge)

    09.04.2017 18:54 Uhr
    Was heisst da "Mentrup hat richtig enschieden"?
    Er hatte doch im Gemeinderat gar keine Mehrheit mehr für die Idee, die drei Kleingärten in die Baulandprüfung einzubeziehen. Am Ende haben CDU und SPD signalisiert, dass sie dagegen sind - nur die Grünen, deren Job es gewesen wäre, sich für den Erhalt der Kleingärten einzusetzen, haben mit ihrer Enthaltung bei der Abstimmung den Kopf in den Sand gesteckt und ihn auch nicht mehr rausgezogen.
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  •   Waldfreund
    (1 Beiträge)

    09.04.2017 17:42 Uhr
    Gratulation an OB Dr. Mentrup
    Oberbürgermeister Dr. Mentrup hat mit seiner Entscheidung für die Natur als wahrer Demokrat Größe gezeigt, indem er die Meinung der Bevölkerung respektiert hat und der Umwelt gegenüber dem finanziellen Aspekt Vorrang eingeräumt hat. Bei den Karlsruher Bürgern und besonders bei den Gartenfreunden Karlsruhe hat er dadurch Sympathie und Respekt geerntet. Trotz Knappheit an Wohnraum wurden Flächen wieder aus dem Flächennutzungsplan genommen um die Fauna und Flora in Karlsruhe zu erhalten. Dr. Mentrup hat erkannt, dass nicht alles zubetoniert werden muss, sondern grüne Flächen im innerstädtischen Bereich der Erholung dienen und das Leben für die Menschen erst lebenswert macht.
    Die Stutenseer hoffen, dass OB Demal diesem Beispiel folgt und der Lachwald in Stutensee ebenso wie die Kleingärten erhalten bleibt.
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  •   dipfele
    (4909 Beiträge)

    09.04.2017 01:14 Uhr
    12.000 Unterschriften......
    ....und schon rudern Verwaltung und OB zurück. Wenn diese Kleingärtner auch sonst in der Kommunalpolitik so aktiv wären, wäre das ganz gut für die Stadt. So hat es den Anschein, als ob lediglich egoistische Einzelinteressen verfolgt werden.
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  •   Suedweschter
    (333 Beiträge)

    08.04.2017 17:58 Uhr
    Und die Grünen?
    Haben die nix gesagt? Das wundert mich aber sehr. Die haben ja schließlich Mentrup mit in's Rathaus gesetzt.
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