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Karlsruhe Auf den Straßen in der Region: Weniger Unfälle aber mehr Aggression

Die Statistik des Polizeipräsidiums Karlsruhe spricht im Jahr 2016 von 35.830 Unfällen insgesamt, das waren 1.165 (3,1 Prozent) weniger als im Vorjahr. Bei weniger Unfällen verunglückten aber gleichzeitig mehr Menschen: 5.711 im Jahr 2016 im Vergleich zu 5.620 im Jahr davor. 30 Menschen starben 2016 bei einem Verkehrsunfall, fünf weniger als im Vorjahr, auch die Zahl der Schwerverletzten nahm leicht ab, während die Zahl der Leichtverletzten um 2,9 Prozent anstieg.

Die meisten Unfälle mit Personenschaden gingen 2016 auf Vorfahrtsmissachtungen zurück (773), an zweiter Stelle bei den Unfallursachen steht mangelnder Abstand (683), gefolgt von Geschwindigkeitsvergehen (606) und Manövern wie Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren (560).

Weit abgeschlagen sind Unfallursachen wie Alkohol (197) und Überholmanöver (176). Auch im Vorjahr waren die Top-Unfallursachen Vorfahrtsvergehen und mangelnder Abstand. Auf den Autobahnen gehören vor allem mangelnder Abstand und unangepasste Geschwindigkeit zu den Hauptunfallursachen.

Autofahrer sind unaufmerksam

Aber auch das Thema Ablenkung beschäftigt die Polizei immer mehr: "Laut einer wissenschaftlichen Studie ist Ablenkung am Steuer bei jedem zehnten Autounfall in Deutschland die Hauptursache. Die häufigsten Ablenkungen im Auto sind Gerätebedienung, Gespräche und Streit", so das Polizeipräsidium Karlsruhe in seiner Unfallbilanz für das Jahr 2016.

Rund 40 Prozent der Autofahrer telefoniert am Steuer ohne Freisprecheinrichtung, ein Fünftel der Fahrzeugführer schreibt Nachrichten während des Fahrens. Allein bei Kontrollen im Einzugsbereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe wurden 2016 5.474 Fahrzeuglenker beanstandet, die unerlaubterweise ihr Handy benutzt hatten.

Handys lenken im Straßenverkehr ab

Durch die Benutzung von Handys erfolgt eine starke Ablenkung vom Verkehrsgeschehen. Dieser Umstand werde aber in der Bevölkerung nach wie vor stark unterschätzt. "Vor allem im Rahmen der allgemeinen Verkehrsüberwachung werden wir in diesem Bereich weiter konsequent einschreiten", so der Bericht von 2016.

Bild: Paul Needhem

Mehr Verkehr sorgt für mehr Stress

Man könne durchaus festhalten, dass Verkehrsteilnehmer in der jüngeren Vergangenheit vermehrt durch aggressive Fahrweise im Straßenverkehr auffielen. "Als Beispiele hierfür sind Drängeln, zu dichtes Auffahren und Rechtsüberholen auf der Bundesautobahn anzuführen.

Ursächlich hierfür dürften insbesondere die immer höhere Verkehrsdichte, insbesondere im Schwerlastverkehr, unter gleichzeitigem hohen Termindruck der Verkehrsteilnehmer sein", erklärt Kriminaloberkommissar Marco Püschel von der Verkehrspolizei in Karlsruhe.

Auch die zuletzt häufigen Baumaßnahmen im Straßenverkehr und ihre Auswirkungen auf den Verkehrsfluss seien als Einflussfaktor hierfür anzuführen. "Die Polizei hat diese Problemfelder allerdings erkannt. Im Rahmen der Verkehrsüberwachung werden die auffälligen Bereiche ganzjährig und auf hohem Niveau überwacht um hier eine Verhaltensänderung bei den Verkehrsteilnehmern herbeizuführen", versichert Püschel.

Aggression bei Unfällen lässt sich nicht in Zahlen fassen

Aber auch eine positive Beobachtung macht die Karlsruher Verkehrspolizei: Der allgemeine Trend zu mehr Gewalt gegenüber Polizeibeamten könne für den speziellen Bereich des Straßenverkehrs so nicht bestätigt werden. "Nach unseren Feststellungen sind insbesondere gewaltsame Übergriffe gegenüber Polizeibeamten im Straßenverkehr eher die Ausnahme.

Dies gilt insbesondere für den Bereich der Unfallaufnahme. Allerdings gibt es hierzu keine explizite Datenerfassung, um diese Einschätzung valide belegen zu können", erklärt Kriminaloberkommissar Marco Püschel. Und das gelte, so Püschel, auch für den Umgang der Unfallbeteiligten miteinander: "Im Rahmen der polizeilichen Verkehrsunfallaufnahme konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt bei den Unfallbeteiligten keine Verhaltensänderung, insbesondere ein höheres Aggressionspotenzial, festgestellt werden!"

Polizei bei Unfall
Bild: Thomas Riedel

Umgang bei Unfällen im Regelfall respektvoll

"Der Umgang der Unfallbeteiligten untereinander ist im Regelfall unauffällig und von gegenseitigem Respekt geprägt. Dies dürfte insbesondere darauf zurückzuführen sein, dass es den Unfallbeteiligten vorrangig um die Schadensregulierung ihres Unfallschadens geht und diese von den jeweiligen Versicherungen übernommen wird.

Zwischen den Unfallbeteiligten besteht somit wenig bis kein Konfliktpotenzial", so der Beamte im Gespräch mit ka-news. "Nach unserer Einschätzung ist im Straßenverkehr generell kein aggressiverer Umgang zwischen den Verkehrsteilnehmern festzustellen. Die Fallzahlen von Nötigungen im Straßenverkehr sind seit 2015 auf gleichbleibendem Niveau", sagt Püschel.

Die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2017 wird am Freitag, 2. März, von der Polizei vorgestellt. ka-news wird berichten.

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Kommentare (6)
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  •   kevin_leser
    (40 Beiträge)

    01.03.2018 16:27 Uhr
    Welcher Anfänger hat denn des gschriebe?
    2016? dann schon uralt - Warum dann jetzt erst? oder doch 2017, aber die komme ja noch wie Ihr schreibt.
    Aber dann au no unschlüssige ZitAte mehr oder weniger?!

    loid loid loid
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  •   Waterman
    (6072 Beiträge)

    28.02.2018 14:27 Uhr
    Weniger Unfälle aber mehr Aggression
    Der Bericht spricht von aggressiver Fahrweise, die sich erhöht hat.

    Hingegen :"Nach unserer Einschätzung ist im Straßenverkehr generell kein aggressiverer Umgang zwischen den Verkehrsteilnehmern festzustellen..." (so der Beamte im Gespräch mit ka-news).

    Die Überschrift ist mal wieder... ja was ist die wohl?
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  •   mueck
    (9571 Beiträge)

    28.02.2018 12:51 Uhr
    6? 7?
    Sind das nun die Zahlen von 2016 oder 2017? Beide Jahreszahlen tauchen auf ...
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  •   redaktion
    (945 Beiträge)

    28.02.2018 13:39 Uhr
    2016
    Genannt sind die Zahlen aus dem Jahr 2016, die Zahlen aus dem vergangenen Jahr werden erst am Freitag vorgestellt. Danke für Ihren Hinweis.
    Viele Grüße aus der Redaktion
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  •   SagMalWas
    (245 Beiträge)

    28.02.2018 12:19 Uhr
    Heute Morgen in der Innenstadt
    ich mache gerade das Fenster auf zum Lueften, da kracht es unten auf der Strasse.
    Zwei Frauen steigen aus.
    Frau1 hat rechts vor links nicht beachtet: "Oh Entschuldigung! Das tut mir echt leid, habe sie nicht gesehen"/
    Frau2: "Das macht doch nix, kann jedem mal passieren! Geht es ihnen gut?"
    schoen, oder?
    P.S. Soweit ich das von oben beurteilen konnte, waren beide Kleinwagen keine Dieselfahrzeuge grinsen
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  •   Mili
    (786 Beiträge)

    28.02.2018 12:38 Uhr
    Sicher waren es E-Autos
    in der Innenstadt.
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