Karlsruhe Atommüll-Lager in Karlsruhe: WAK will über Ausbau im November öffentlich informieren

Das Lager für Atommüll im ehemaligen Kernforschungszentrum in Eggenstein-Leopoldshafen soll in den kommenden fünf Jahren ausgebaut werden. Die Erweiterung ist notwendig, um den Rückbau der stillgelegten Anlage des ehemaligen Forschungszentrums nicht zu gefährden.

"Ein zügiger und unterbrechungsfreier Rückbau der stillgelegten kerntechnischen Anlagen des ehemaligen Kernforschungszentrums Karlsruhe - heute KIT Campus Nord - erfordert eine Erweiterung der vorhandenen Zwischenlagerkapazität für schwach- und mittelradioaktive Abfälle", erläutern Manfred Urban und Daniel Beutel, die beiden Geschäftsführer der WAK GmbH, am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Neue Gebäude kosten 60 Millionen Euro

Daher plant das Bundesunternehmen zur Überbrückung der Zeit bis zur Abgabe der radioaktiven Abfälle an das Endlager Konrad zwei neue Lagergebäude am Standort. Die Errichtung wird etwa fünf Jahre andauern und aus heutiger Sicht rund 60 Millionen Euro kosten. "Durch den Bau der beiden neuen Gebäude wird die Menge an radioaktiven Stoffen am Standort insgesamt jedoch nicht erhöht", versichert die WAKGeschäftsführung.

Damit reagiert das Unternehmen auf die Kritik einer Bürgerinitiative, welche die Vorprüfung der Umweltverträglichkeitsprüfung durch das Umweltministerium kritisierte. Sie befürchtet eine Erhöhung der Gesamtumgangsmenge an radioaktiven Stoffen durch die neuen Gebäude und fordert eine Öffentlichkeitsbeteiligung mit Erörterungstermin.

Info-Veranstaltung am 19. November

Diese Forderung richtete sich ursprünglich an das Umweltministerium - nun reagierte die WAK: "Der WAK GmbH ist eine Einbindung der Öffentlichkeit bereits in der Planungsphase wichtig", heißt es der Pressemitteilung, "Daher möchte das Unternehmen in einem freiwilligen Verfahren die Anwohner der umliegenden Gemeinden sowie interessierte Bürger umfassend informieren."

Dazu ist eine öffentliche Informationsveranstaltung am Donnerstag, 19. November, um 19 Uhr im Bürgerhaus in Linkenheim-Hochstetten geplant. Bereits im Vorfeld ruft das Unternehmen alle Interessierten dazu auf, Fragen und Anregungen über eine eigens eingerichtete E-Mail-Adresse (dialog@wak-gmbh.de) an die WAK GmbH zu schicken.

ka-news Hintergrund:

Derzeit beträgt die Lagerfläche der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe, Rückbau- und Entsorgungs-GmbH (WAK) 77.500 Kubikmeter für schwach- und 850 Kubikmeter für mittelradioaktive Abfälle. Da das Bundesendlager im Schacht Konrad bei Salzgitter, wohin der Müll letztendlich verbracht werden soll, noch nicht in Betrieb ist und keine Abtransporte möglich sind, muss der Atommüll in Karlsruhe gelagert werden.

Zwei neue Gebäude sollen den Platzmangel der Wiederaufbereitungsanlage auf dem Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie beheben: Das Lagergebäude L566 und die KONRAD Logistik-/Bereitstellungshalle L567. Ersteres soll eine Grundfläche von 1.521 Quadratmetern und eine Höhe von elf Metern haben, inklusive einem 17 Meter hohem Abluftkamin. Die Logistikhalle wird mit 2.691 Quadratmetern und 22 Metern Höhe geplant. Das geht aus der aktuellen Vorprüfung zur Umweltverträglichkeit hervor. Sie ist Teil des Genehmigungsverfahrens, wurde im März beauftragt und im August auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg veröffentlicht.

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