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Karlsruhe Appell an Autofahrer: So schwer ist das mit der Rettungsgasse nicht!

Bremslichter und Warnblinker leuchten auf, der Verkehr stockt, nichts geht mehr: Dieses Bild kennt man als Autofahrer nur zu gut. Ärgerlich ist allerdings, wenn es mit der Rettungsgasse nicht klappt, dabei ist es doch wirklich nicht allzu schwer, sich richtig verhalten. Ein Kommentar von Florian Kaute.

Niemand mag Stau, alle wollen möglichst schnell von A nach B kommen. Aber jeder Motor kann mal ausfallen und jeder Mensch macht Fehler. Und so ist es nicht zu vermeiden, dass es mal kracht, oder mal ein technischer Defekt auftritt. Zugegeben, da kommt auch mir Frust auf und ich frage mich: "Können die nicht richtig Autofahren?"

Wenn bei Stau plötzlich die Hektik ausbricht 

Was mich aber noch mehr ärgert: Wenn ich im Rollen an den Fahrbahnrand fahre, bin ich so ziemlich der einzige, der das macht. Der Hintermann freut sich, weil er an mir vorbei schauen kann, der Vordermann versucht noch die Spur zu wechseln, weil er denkt, dass es auf der anderen Seite schneller gehen könnte und der Nebenmann holt das Handy raus. So in etwa läuft es immer ab. Aber an eine entscheidende Kleinigkeit denkt kaum jemand: die Rettungsgasse.

Kommt dann tatsächlich ein Einsatzfahrzeug oder ein Abschlepper, ist auf einmal die Hektik groß. Platz zum Beiseitefahren ist dann aber nicht mehr, da alle Fahrzeuge Stoßstange an Stoßstange stehen. Und eigentlich sollte zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht mehr gefahren werden. Die Rettungsgasse sollte nicht erst gebildet werden, wenn tatsächlich ein Fahrzeug mit Blaulicht naht. Warum aber wird die Rettungsgasse nicht schon zu Beginn des Staus gebildet?

Es muss in die Köpfe der Autofahrer!

Es ist eine Frage, auf die ich keine Antwort habe. Denn seien wir mal ehrlich, eigentlich ist das gar nicht schwer: Die Fahrzeuge auf der Überholspur fahren links über die Fahrbahnmarkierung, die Fahrzeuge auf den anderen Spuren auf die rechte Seite. So bekommt man es schon in der Fahrschule erklärt. 

Aber wie so vieles aus Fahrschulzeiten scheint das Thema "Rettungsgasse" weit ins Hinterstübchen gerückt zu sein. Bußgelder und Strafen helfen hier nur bedingt: Die Polizei hat bei Unfällen besseres zu tun, als fast jeden Autofahrer zur Kasse zu bitten. Und da helfen wohl auch höhere Strafen und Punkte in Flensburg nicht.

Es muss bei den Autofahrern "Klick" machen. Die Rettungsgasse kann Leben retten und sollte daher selbstverständlich sein. Immer, bei jedem Stau oder stockenden Verkehr. Und auch wenn vermeintlich nur eine Baustelle der Grund für die Behinderung ist: Lieber einmal zu viel die Rettungsgasse gebildet als einmal zu wenig. Es schadet niemandem, wenn man zur Seite fährt. Aber es kann Leben retten!

Eine Rettungsgasse bilden
So funktioniert die Rettungsgasse. Grafik: dpa-infografik | Bild: dpa-infografik

Artikel zum Kommentar: Rettungsgasse bei Stau: Das klappt in Karlsruhe so gut wie nie!

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Kommentare (10)
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  •   Mosherhead
    (187 Beiträge)

    11.07.2017 08:24 Uhr
    Mein Favorit
    http://www.rettungsgasse-rettet-leben.de/produkte/

    Der Aufkleber mit der Grafik soll wohl wieder in 2-3 Wochen erhältlich sein.
    Die Grafik sieht man im Flyer.
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  •   Mosherhead
    (187 Beiträge)

    11.07.2017 08:21 Uhr
    ich suche derzeit
    einen gescheiten Aufkleber für mein Heck, der auch grafisch eindeutig darstellt wie man eine Rettungsgasse bildet. Nur ein Schriftzug ist zu wenig, da manche scheinbar nicht lesen können und zum anderen evtl. auch der deutschen Sprache nicht mächtig sind.
    Ich fahre sehr viel auf der Autobahn und bin einer von wenigen, die auch im Schritttempo eine Gasse für Rettungskräfte lässt. Ob dann ein Motorad diese Gasse nutzt um schneller voran zu kommen ist mir mittlerweile Schnuppe. Hat mich zwar schon mal einen Reifen gekostet (Dreck am Straßenrand) aber das Leben ist wertvoller als so ein Plattfuß.
    Ausserdem fahre ich im Stau vorausschauend, sprich ich fahre nach Möglichkeit im Schritttempo was den Hintermann öftér mal auf die Palme bringt. Aber warum soll ich Vollgas geben um nach 10m wieder abzubremsen? Und wenn sich dann vor mir einer in die Lücke huscht weil er meint es sei hier schneller...ich denk mir meinen Teil und fahr weiter mein Ding..
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  •   ramius
    (183 Beiträge)

    10.07.2017 12:56 Uhr
    Führerschein kassieren
    Die Rettungskräfte sollten sich die entsprechenden Kennzeichen notieren und die Polizei kann dann gleich den Führerschein einziehen. Autofahrer die keine Rettungsgasse bilden haben auf der Straße nichts zu suchen.
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  •   Beiertheimer
    (1018 Beiträge)

    10.07.2017 15:29 Uhr
    Im Prinzip gebe ich Ihnen recht
    Das Kennzeichen nützt leider wenig da man hiermit nur den Halter ermitteln kann. Für das Fehlverhalten ist aber der Fahrer verantwortlich und hier liegt das Problem diesen zu ermitteln.
    Deshalb nützen auch höhere Strafen nichts da die entsprechenden Fahrer nur schwer zu ermitteln sind.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    10.07.2017 17:19 Uhr
    Aus
    ebendiesem Grunde sollte eben der Halter haften müssen, sofern der Fahrer nicht feststellbar ist.

    Allzuviele Möglichkeiten, dass der Fahrer nicht der Halter und unbekannt ist gibt es ja nicht.

    Stadtmobil: Jederzeit ermittelbar wer es grade hat.
    Poolfahrzeug (Firmen oder zB Stadt): Jederzeit ermittelbar wer wann gefahren ist.
    Privatfahrzeug ausgeliehen: Jeder weiss wem er sein Auto ausleiht.

    Der Halter sollte also hier in der Nachweispflicht sein. Und wenn er dieser nicht nachkommt ist er selbst dran.
    Ausnahme wäre natürlich unbefugte Benutzung im Falle eines Diebstahls (sofern Fahrzeug nachweislich nach den allgemeinen Bestimmungen gesichert war).
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  •   schmidmi
    (1863 Beiträge)

    10.07.2017 13:54 Uhr
    Genau
    so ist es!
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  •   VielVorNixDahinter
    (231 Beiträge)

    10.07.2017 07:44 Uhr
    Ist tatsächlich nicht schwer
    Einfach weniger auf dem Smartphone herumpinseln, schon hat man auch Zeit, in den Rückspiegel zu schauen, ob nicht jemand durchfahren will - geschweige denn sich etwas Abstand zum nächsten Fahrzeug zu lassen, um noch nach links oder rechts Ausweichreserve zu halten.
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  •   schmidmi
    (1863 Beiträge)

    10.07.2017 13:55 Uhr
    Quatsch!
    Keine Ausweichreserve einplanen, sondern einfach gleich die Rettungsgasse bilden...
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  •   Jossele
    (28 Beiträge)

    10.07.2017 10:08 Uhr
    Da geht es Grade drum...
    Nicht "schauen, ob nicht jemand durchfahren will" oder Abstand lassen, um bei Bedarf eine Rettungsdienst bilden zu können, sondern gleich eine bilden!
    Die Autobahnspuren sind so breit, dass man locker im Stautempo Links bzw. rechts ganz außen fahren kann und dazwischen Platz ist für Rettungsfahrzeuge.
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  •   VielVorNixDahinter
    (231 Beiträge)

    10.07.2017 10:20 Uhr
    Ich bin Realist ...
    ... das macht keiner. Wenn ich sehe, wie viele Autos mir jeden Tag entgegen kommen oder voraus fahren, mit Leuten am Steuer die alles Mögliche tun, nur kein Fahrzeug lenken, komme ich zu keiner anderen Einschätzung.

    Tut mir leid.
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