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Karlsruhe Angriffe auf Polizisten: "Kollegen wird auf die Motorhaube gespuckt"

Schrecksekunde im Dienst: Bei einem Routineeinsatz wurde am Freitag ein 22-jähriger Polizist in Hagsfeld mit einem Messer angegriffen und verletzt. Während der junge Beamte aufgrund seiner Verletzungen ein zweites Mal ins Krankenhaus muss, wird vonseiten der Polizei und der Polizeigewerkschaft Kritik laut. Sie fordern Konsequenzen für die zunehmende Gewalt gegenüber Polizeibeamten.

Normalerweise ist es ein Routineeinsatz: Zwei Polizisten wollen einen Vorführungsbefehl gegen eine 55-Jährigen vollstrecken.  Dieser wurde laut Polizei 2013 wegen einer Bedrohung zu einer Geldstrafe verurteilt. Da er diese jedoch nicht zahlte, wurde gegen ihn ein Vorführungsbefehl mit Androhung einer Freiheitsstrafe durchgeführt.

Als die Polizisten die Wohnung betreten, wird der 55-Jährige aggressiv und  greift einen 22-jähirgen Bereitschaftspolizisten mit einem Messer an, den er am Oberschenkel mit einer blutenden Wunde verletzt. Daraufhin kann der Täter fliehen. Erst mithilfe eines Polizeihubschraubers gelingt die Festnahme des 55-Jährigen, der sich zuvor noch selbst eine schwere Verletzung zufügt.

"Polizisten wird bei Streifen auf die Motorhaube gespuckt"

Aggression erleben Polizeibeamte in ihrem Alltag immer wieder. "Die Respektlosigkeit und Gewalt gegenüber Polizisten hat zugenommen", erklärt Martin Plate, Leiter der Pressestelle der Karlsruher Polizei im Gespräch mit ka-news. "Heute wird Kollegen bei der Streife auf die Motorhaube gespuckt".

Auch die Kriminalstatistik 2015 bestätigt:  Aggressions- und Rohheitsdelikte sind auf einem Fünf- beziehungsweise Zehnjahreshoch.  Mit Sorge blickt auch der Polizeipräsident auf eine festzustellende Zunahme der sogenannten Rohheits- und Aggressionsdelikte, die unter anderem die wachsende Respektlosigkeit und Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft eindrücklich widerspiegle.

Die jüngste Attacke aus Karlsruhe bereitet der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) ebenfalls Sorgen. "Zum Glück wurde unser Kollege nicht lebensgefährlich verletzt, aber das hätte leicht anders ausgehen können," kommentierte der stellvertretende Landesvorsitzende Jürgen Engel den Fall in einer aktuellen Pressemitteilung.

Mittlerweile ist der Zustand des mutmaßlichen Täters stabil. Der verletzte Polizist wurde am Wochenende zwar entlassen, muss heute aber ein zweites Mal operiert werden, wie Polizei-Pressesprecher Martin Plate ka-news gegenüber bestätigt.

Polizisten fordern schnellere Gerichtsverfahren

Über die Gründe für die zunehmende Aggression gegen Polizisten kann Plate nur mutmaßen. Sicherlich wären es viele Faktoren wie Drogen, Alkohol, mangelndes Wertverständnis, aber auch die überlastete Justiz trage ihren Teil bei. "Es ist wichtig, dass Sanktion und Fehlverhalten verknüpft sind, deswegen brauchen wir schnellere Gerichtsprozesse."

Mit dieser Forderung steht er nicht allein: Auch DPolG kritisiert in einer Pressemitteilung, dass die Justiz "personell am Stock gehe". Oft würden Straftaten viel zu spät verhandelt. "Es kann doch nicht sein, dass zwischen Tat und Verhandlung so viel Zeit vergeht, dass sich der Täter im Gerichtssaal bald nicht mehr an seine Verfehlung erinnern kann", heißt es vonseiten der Gewerkschaft. Hier müsste die Politik eingreifen und Staatsanwaltschaften und Gerichte personell aufstocken.

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Kommentare (43)
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  •   patrickkk
    (1520 Beiträge)

    02.05.2016 01:42 Uhr
    Ach ja
    Das alte Lied der armen Polizei.

    Können einem Leid tuen, diese Polizisten.

    Oder auch nicht.
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  •   Ranger
    (90 Beiträge)

    01.06.2016 11:04 Uhr
    Zynismus ist hier fehl am Platz,
    dafür ist dieses Thema viel zu ernst.

    Niemand muss es hinnehmen in Ausübung seiner Tätigkeit beleidigt, angegangen oder gar verletzt zu werden.

    Aus solchen Kommentare, wie deinem, sagen viel über das eigene Verhalten und die Einstellung gegenüber der Polizei,aus!
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  •   Diplomviehwirt
    (280 Beiträge)

    02.05.2016 02:03 Uhr
    Dann hoffe
    ich mal die lassen sich SEHR viel Zeit wenn du sie mal brauchst. zwinkern
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  •   patrickkk
    (1520 Beiträge)

    02.05.2016 02:58 Uhr
    Danke
    Dafür, dass ich in ihren Hoffnungen eine Rolle spielen darf. Ehrt mich.

    Scherz beiseite, hier wird mal wieder eine Tat eines offensichtlich psychisch Kranken propagandistisch instrumentalisiert um die eigene Wahrnehmung aufzupolieren.

    Die Respektlosigkeit gegenüber der Polizei bezeugt eben fehlenden Respekt... Respekt wird verdient und vergeben, und nicht eingefordert. Daran ändern auch 1000 Beamte hier im Forum nichts;).
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  •   Diplomviehwirt
    (280 Beiträge)

    02.05.2016 03:49 Uhr
    Psychisch Kranke,
    die Stadt ist voll mit den Irren. Ist ja kein Grund, dass die Polizei da nicht hinlangen darf, oder?

    Immer dieses Rumgeheule. Die gehören halt mal ne Weile weggesperrt und gut is.

    Wegen jedem Depp wird erstmal auf den Bullen rumgehackt, das ist doch zum Kotzen.
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  •   patrickkk
    (1520 Beiträge)

    02.05.2016 04:12 Uhr
    Eine Sache der Warnehmung
    Sie sagen, die Stadt sei voll mit den Irren... Meine Beobachtung ist eine andere. Es gibt 300 000 Karlsruher/innen. Wie viele davon regelmäßig in Konflikt mit dem Gesetz kommen weis ich nicht, aber es würde mich doch sehr wundern wenn es 1% wäre.

    Ich habe aber z.B noch nie in meinem Leben gesehen wie einer einem Polizeiauto auf die Haube gespuckt hat (Ganz ehrlich, Sie?). Es gab bestimmt mal irgendwo einen Deppen der sowas gemacht hat... aber Herr. Plate stellt es dar als wäre es alltäglich. Bringt es dann mit dieser Tat in Verbindung, und malt ein meiner Meinung nach realitätsfremdes Bild.
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  •   Rio2004
    (440 Beiträge)

    23.05.2016 10:35 Uhr
    Hast du schon mal...
    ...gesehen wie jemand ermordet wurde oder wie jemand vergewaltigt wurde? Soll ich daraus schließen dass so etwas nicht vorkommt nur weil der Herr es selbst noch nicht gesehen hat! Und zum Thema Respekt: Es darf wohl jeder "einfordern", um in deinen Worten zu sprechen, mit dem gebührenden Respekt behandelt zu werden, das ist in unserer Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit!! Oder wie soll man sich sonst deiner Meinung nach den Respekt "verdienen" und wie begegnest du den Leuten vorher??
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  •   HeldHeiko
    (68 Beiträge)

    17.05.2016 14:18 Uhr
    einfach mal ein paar videos bei utub anschaun.
    dann wird sich ihre wahrnehmung deutlich erweitern und vll ihre meinung etwas weltlicher werden. begriffe wie "polizei gewalt deutschalnd". gruselig, wennich ehrlich bin. ich wäre in denen ihrer situation nicht so ruhig, ich hätte vielen schon eine gewatscht.
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  •   klampfer62
    (210 Beiträge)

    30.04.2016 14:54 Uhr
    Für so was bräuchte man Schnellrichter 24x7
    Aufs Auto spucken -> den Typ gleich hopps nehmen, vor den Richter und ab, 20 Std. Krankenwagen putzen. Bei den Amis kommt der Schnellrichter sogar live im TV :-D
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  •   Quinni
    (99 Beiträge)

    20.04.2016 13:08 Uhr
    Man sollte die Sittenhaft wieder einführen
    Auf's auto gespuckt?
    Zack.. Mal für 24 Std weg sperren und Reinigung zahlen lassen. Ganz einfach und unkompliziert.

    Krass? Überspitzt?
    Ja, das wäre es. ABER: Guter Lerneffekt.

    Nennt mich ruhig Radikal
    Ich bin der Meinung die Polizei in Deutschland wird absichtlich verweichlicht von der Politik.
    Sicherlich brauchen wir keine USA-Verhältnisse wie gleich Taser, Schusswaffe, Knüppel. Aber ein effektiveres "Bestrafungsmanagement" welches bereits bei Kleindelikten minimalbürokratisch durchgesetzt werden kann.

    Und mal ehrlich.. Die richtigen Probleme die die Polizei hat sind:

    1. Linksradikale (i.m.o die Schlimmsten)
    2. "eingereiste" Kriminelle / Parallelgesellschaftskultur die auf Grund ihrer "Herkunft" mit Samthandschuhen behandelt werden (sonst ist man ja gleich n Nazi) und die unsere Polizei auslachen
    3. Rechtsradikale: Schlichtweg "Brot & 10m Feldweg"
    4. Psychopaten (wie unlängst der Messerstecher)

    Der Rest ist ja noch relativ friedfertig und auch erziehbar
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