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Karlsruhe Am Samstag startet die Badesaison: Karlsruhes größtes Freibad putzt sich (raus) - und ka-news war dabei

Es wird geschrubbt und geputzt im Rheinstrandbad Rappenwört: Am Samstag, 4. Mai, startet das Karlsruher Freibad zusammen mit dem Turmbergbad und Freibad Rüppurr in die Sommersaison. Dass die Badegäste ab 9 Uhr ins kühle Nass springen können, wenn sie denn wollen, dafür sorgt Volker Guthier. Der Betriebsleiter des Rheinstrandbades hat sich von ka-news-Mitarbeiterin Sophia Wagner beim Frühjahrsputz über die Schulter schauen lassen.

Das Rheinstrandbad Rappenwört ist das größte der Karlsruher Bäder. Mit 177.550 Besuchern war das Rheinstrandbad Rappenwört im Jahr 2018 der Spitzenreiter unter den Freibädern in Karlsruhe.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Der Lageplan des Rheinstrandbad Rappenwört. | Bild: Hammer Photographie

Fünf Becken, drei Rutschen, drei Sprungtürme und eine Liegefläche von 14 Hektar - zum Vergleich: Das sind ungefähr 20 Fußballfelder. Hier gibt es nach der langen Winterpause mehr als genug zu tun. Die Größe des Bades merkt auch der Betriebsleiter jeden Tag: "Laut Schrittzähler habe ich gestern auf der Arbeit insgesamt 30 Kilometer zurückgelegt", erzählt Volker Guthier.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Die Liegewiese im Rheinstrandbad. | Bild: Hammer Photographie

Seit 41 Jahren ist Guthier in der Branche tätig und seit 2012 im "Rappele", so wird das Bad im Karlsruher Volksmunde genannt. Mit insgesamt 22 Angestellten packt er dieses Jahr den Großputz für die bevorstehende Badesaison an. Ihm gefällt es, während der Arbeit an der frischen Luft unterwegs zu sein. "Außerdem hat man das Bad morgens vor Eröffnung ganz für sich alleine", sagt er und lacht.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Alles im Blick: Beriebsleiter Volker Guthier. | Bild: Hammer Photographie

"Die letzten Wochen war das Wetter gut, wir konnten schon einiges von unserer Liste abarbeiten", so Guthier. Bis auf das Wellenbecken und das Kinderplanschbecken sind alle Becken beim ka-news-Besuch am Freitag gefüllt, die Rutschen und Sanitäranlagen sind sauber und die Technik ist auch gewartet.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Das Erlebnisbecken. | Bild: Hammer Photographie

Doch die Witterung kann den Arbeiten auch gerne einmal einen Strich durch die Rechnung machen: "Der Sturm vor einigen Tagen hat dafür gesorgt, dass wir die Wiese eigentlich direkt wieder entlauben können, außerdem machen die vielen umherfliegenden Pollen von den Pappeln auf der großen Wiese immer wieder alles dreckig", sagt Volker Guthier im Gespräch.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Umkleidehäuschen auf der Liegewiese. | Bild: Hammer Photographie

Durch die Temperaturschwankungen der vergangenen Wochen hat sich zudem innerhalb kurzer Zeit massenhaft Unkraut zwischen den roten Steinen neben den Becken breitgemacht, was ebenfalls gejätet werden muss.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Unkraut zwischen den Steinen. | Bild: Hammer Photographie

Und was ist sonst noch zu tun? "Das Wichtigste ist jetzt erst mal, das Wellenbecken zu füllen. 1,8 Millionen Liter Wasser werden hier eingelassen", sagt Guthier. Das sind ungefähr 12.000 volle Badewannen! Entsprechend lange dauert es auch: "Das braucht ungefähr drei Tage, bis das komplett gefüllt ist", so Guthier im Gespräch.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Mit diesen Schläuchen werden die Becken befüllt. | Bild: Hammer Photographie

Da die Becken seit Saisonende im September außer Betrieb waren und unter anderem mit Eisdruckpolstern winterfest gemacht wurden, müssen diese erst einmal wieder "entwintert" werden, sagt Guthier.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Das Wellenbecken muss geputzt werden, bevor es gefüllt wird. | Bild: Hammer Photographie

Für das Personal heißt das: Viel schrubben. Je nach Beckenart auch: Sehr viel schrubben. "Unsere Edelstahlbecken sind empfindlicher und viel aufwendiger in der Pflege als unsere gefliesten Becken", so der Betriebsleiter.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Bevor das Wellenbecken befüllt wird, muss es geputzt werden. | Bild: Hammer Photographie

Auch die Technik stand seit vergangenem Herbst still und musste gewartet werden. Volker Guthier nimmt ka-news-Mitarbeiterin Sophia Wagner mit in den Technikraum. Dort sind die Umwälzpumpen bereits in Betrieb - es ist unglaublich laut.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Alles vernetzt im Technikraum. | Bild: Hammer Photographie

Die Wasseraufbereitung erfolgt auf dem gleichen hohen Niveau wie die eines Klärwerks. "Wir haben dieselbe Badewasserverordnung wie bei der Trinkwasserverordnung", erzählt Volker Guthier. Daher müssen viele Dinge regelmäßig gecheckt und angepasst werden, wie zum Beispiel der pH-Wert.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Volker Guthier erklärt die Abläufe. | Bild: Hammer Photographie

Durch mehrere runde Fenster hindurch - fast wie in einem großen Aquarium - sieht man, wie das Wasser gefiltert wird. Im Anschluss wird es gechlort und über die Pumpen durch Leitungen in die Becken transportiert. "Das alles hier ist wie ein riesiger Blutkreislauf, alles ist in Verbindung miteinander", sagt Guthier. 

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Volker Guthier erklärt, wie das Wasser aufbereitet wird. | Bild: Hammer Photographie

Als Highlight geht es zum Abschluss des Rundgangs in die Wellenanlage. Wer sich - wie ka-news-Autorin Sophia Wagner - schon immer als Kind fragte, wie die Wellen im Wellenbecken erzeugt werden: Es ist relativ simpel. Die Anlage, die an zwei Riesen-Föhne erinnert, bläst Luft von hinten durch Wellenkammern auf das Becken und erzeugt somit die typischen Wellenbewegungen.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Mit diesen Anlagen wird das Wellenbecken betrieben. | Bild: Hammer Photographie

Auf dem Rückweg zum Ausgang, geht es noch auf die andere, etwas ruhigere Seite des Freibades, wo sich das Schwimmer- und das Kinderplanschbecken befinden. Letzteres ist noch nicht geputzt und aufgefüllt - ist aber auch das kleinste Becken und daher relativ schnell erledigt. Zu Saisonzeiten wird hier das Wasser am häufigsten getauscht: "Wir wechseln im Planschbecken während des Betriebs jeden Tag das Wasser neu."

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Das Kinderplanschbecken. | Bild: Hammer Photographie

Das Schwimmerbecken hingegen ist bereits startklar und lädt bereits zum Reinspringen ein - wenn denn das Wetter stimmen würde...

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
Ein Sauger fährt über den Boden des bereits befüllten Schwimmerbeckens. | Bild: Hammer Photographie

Und wer kümmert sich bei Eröffnung darum, dass alles im "Rappele" rund läuft? Das ist doch sicher viel Arbeit? "Wir sind ein Saisonbetrieb mit nur ungefähr 20 Prozent an Festangestellten", antwortet Volker Guthier. Ob Fliesenleger, Wassertechniker oder Verfuger: "Für ein Freibad von solcher Größe braucht man auch viel Saisonpersonal, doch es wird jedes Jahr schwerer zu finden."

Gesucht sind immer Badeaufsichten, die entsprechend qualifiziert sein müssen: Als Rettungsschwimmer muss man mindestens 18 Jahre alt sein, das silberne Rettungsabzeichen haben, jedes Jahr an einer Fortbildung Rettungsfähigkeit teilnehmen und alle zwei Jahre einen erweiterten Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. "Wir müssen immer fit sein. Außerdem können im Freibad auch viele Andere Dinge abseits vom Wasser passieren, vom Bienen- bis zum Sonnenstich", sagt Guthier.

Vorbereitungen im Rheinstrandbad Rappenwört
ka-news-Mitarbeiterin Sophia Wagner im Gespräch mit Betriebsleiter Volker Guthier. | Bild: Hammer Photographie

Weniger Arbeit wird es für Guthier und seine Mitarbeiter auch in den kommenden Jahren nicht: Das 90-jährige Rappenwört ist in die Jahre gekommen und an vielen Stellen sanierungsbedürftig. "Das merkt man jedes Jahr mehr, die Vorbereitungen werden immer intensiver", äußert sich Guthier.

Wann das Rappenwörtbad saniert werden soll, steht noch nicht fest. Zuletzt wurde das Turmbergbad saniert. Doch die Karlsruher können sich laut Volker Guthier dennoch glücklich schätzen: "So eine florierende Bäderlandschaft gibt es in kaum einer anderen Stadt im Umkreis."

ka-news-Hintergrund

Am Samstag startet die Freibadsaison 2019 der Karlsruher Bäderbetriebe: Um 9 Uhr eröffnen das Rheinstrandbad Rappenwört, das Turmbergbad und das Freibad Rüppurr.

Wer schon vorher unter freiem Himmel schwimmen möchte, kann dies im Sonnenbad oder im "Wölfle". Al s erstes Freibad Deutschlands ist das Sonnenbad seit 22. Februar geöffnet, inklusive beheiztem Becken. Im "Wölfle" in Wolfartsweier kann man schon ab Mittwoch, 1. Mai, 10 Uhr, ins Wasser springen. Lediglich das Kinderplanschbecken wird aufgrund von Modernisierungsarbeiten voraussichtlich erst im Juni benutzbar sein.

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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  •   Holzbierebub
    (166 Beiträge)

    01.05.2019 13:39 Uhr
    Ist eine Umweltpumpe
    so etwas ähnliches wie eine Umwälzpumpe? zwinkern
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  •   Weichei
    (276 Beiträge)

    01.05.2019 11:41 Uhr
    Das waren noch Zeiten
    Ich war damals 1961 Lehrling bei Tonfunk GmbH und baute einen Sender. Wir lagen ander Boeschung zum Rhein und bewunderten all die huebschen Maedchen. Alle um uns herum hatten ihr Kofferradio an und hoerten der Schlagerparade zu.
    Wir trimmten den Oszilator des Senders auf die Frequenz des SW-Rundfunks unterdrueckten dadurch den Sender und gaben folgende Nachricht:"Achtung Achtung wir unterbrechen die Sendung fuer eine wichtige Nachricht, Russische Truppen greifen Westdeutschland an und sind auf schnellem Vormarsch Richtung Rhein. Keine Panik, nach unseren Berechnungen werden diese erst am spaeten Abend in Karlsruhe ankommen".
    Wildes Geschnatter ueberall. So eine Art von was sollen wir tun?
    Wir unterbrachen wieder:"Entschuldigung dies war ein Irrtum es handelt sich dabei lediglich um ein Manoever der Bundeswehr". Erleichterdes Gelaechter.
    "Wir setzen nun die Schlagerparade fort mit dem Lied Fraeulein".
    Fraulein Fraulein
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  •   Weichei
    (276 Beiträge)

    01.05.2019 16:28 Uhr
    Wie die Zeit vergeht!
    Von Badesaison zu Badesaison veraendert sich die Deutsche Sprache. Worte die in dieser Sprache seit hunderten von Jahren bestanden, ploetzlich werden sie politisch ungerecht.
    Z.B. Fraeulein gibt es nicht mehr , sondern es wurden alle Frauen. Boese Zungen sagen vielleicht auch Weiber.

    Ps.: Es ist moeglich, dass ich mit diesem Beitrag gesperrt werde. Ich wuensche jedoch allen Frauen und allen Kerlen, auch Juenglingen eine gute Badezeit.
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  •   smares
    (8 Beiträge)

    01.05.2019 11:34 Uhr
    Die guten Umweltpumpen
    "Dort sind die Umweltpumpen sind bereits in Betrieb" - Was?
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  •   redaktion
    (1123 Beiträge)

    01.05.2019 18:40 Uhr
    Vielen Dank
    für den Hinweis!

    Grüße aus der Redaktion
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  •   smares
    (8 Beiträge)

    01.05.2019 23:37 Uhr
    Hehe, kein Ding, aber...
    Jetzt muss mich jemand aufklären, denn nach der Korrektur heißt es immer noch Umweltpumpen. Gibt es das wirklich und falls ja, was ist das? Ich dachte beim Lesen es ginge um Umwälzpumpen.
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  •   Holzbierebub
    (166 Beiträge)

    01.05.2019 11:31 Uhr
    Als Bub, so etwa mit 5 oder 6,
    bin ich dort einmal verloren gegangen. Die hatten sogar mit Polizeitauchern nach mir gesucht, meine Mutter war kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Dabei hatte ich lediglich auf eigene Faust das Bad verlassen, weil mir langweilig war, und ich zu Fuß den umliegenden Wald erkunden wollte.

    Ich konnte den ganzen Trubel damals gar nicht nachvollziehen.
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  •   Mathias
    (84 Beiträge)

    01.05.2019 08:12 Uhr
    "Rheinbecken"
    Wieso darf man eigentlich nicht in der Rheinabzweigung bzw. im "Rheinbecken" schwimmen?
    Besteht die Angst, dass sich eine Person durch die Strömung am Abfluss verfängt oder ist die Wasserqualität nicht ausreichend?
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  •   redaktion
    (1123 Beiträge)

    08.05.2019 14:50 Uhr
    Hallo Mathias,
    Das Naturbecken direkt am Rhein hatte immer wieder Probleme mit bakterieller Wasserverschmutzung und Überschwemmung durch das Hochwasser vom Rhein. Daher ist dort seit 1966 das Baden untersagt.

    Viele Grüße aus der Redaktion!
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  •   Mathias
    (84 Beiträge)

    08.05.2019 16:01 Uhr
    Danke für das Nachfragen und die Antwort!
    Ich habe nicht mehr damit gerechnet, daher um so erfreulicher!
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