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Karlsruhe Allianz für Sicherheit: Bündnis fordert mehr Videokameras in Karlsruhe

Vor knapp drei Wochen verkündeten die Stadträte Jürgen Wenzel (Freie Wähler) und Stefan Schmitt (parteilos) die Gründung ihrer "Allianz für mehr Sicherheit in Karlsruhe." Doch was wollen sie damit bewirken? Am vergangenen Freitag, 4. September, haben die Verantwortlichen ihre Pläne erstmals im Rahmen einer Informationsveranstaltung interessierten Bürgern vorgestellt.

"Die Gründung dieser Allianz ist keine Bitte, sondern eine Forderung an die Verantwortlichen dieser Stadt", erklärte Stadtrat Jürgen Wenzel bei der ersten offiziellen Informationsveranstaltung am Freitag in der Karlsruher Weststadt. Knapp 30 Personen sind gekommen, um den Ausführungen der beiden Stadträte und ihren Mitstreitern zu lauschen.

"Sehen es als unsere Pflicht, den Bedenken nachzugehen"

Sie alle eint das Gefühl, das Wenzel und Schmitt als Hauptgrund für die Allianzgründung angeben: Das Sicherheitsgefühl in Karlsruhe sei in den letzten Jahren deutlich gesunken. "Wir wurden aus den Reihen der Bevölkerung vielfach auf dieses Thema angesprochen und sehen es als unsere Pflicht, dem nachzugehen", sagte Wenzel. Auch der aktuelle Sicherheitsbericht der Stadt mache ein spürbar geringeres Sicherheitsempfinden der Karlsruher im Vergleich zu 2009 deutlich, so der Stadtrat. Damals war der vorherige Sicherheitsbericht erschienen.

Mit der Allianz wollen die Stadträte nach eigener Aussage eine überparteiliche und politisch unabhängige Plattform für "besorgte Bürger", Institutionen, Vereine und Verbände schaffen. In dem Bündnis sollen die Anregungen dieser Akteure nach Vorstellung von Wenzel und Schmitt gemeinsam mit  Entscheidungsträgern der Politik, dem Kommunalen Ordnungsdienst und der Polizei aufgearbeitet werden.

"Viele Frauen haben nachts auf dem Heimweg Angst"

Bereits zur Gründung hatte die Allianz einen 7-Punkte-Plan erstellt. Dessen Umsetzung soll die Sicherheitslage in der Fächerstadt nach Meinung der Verantwortlichen erhöhen. "Die Anregungen stammen allesamt aus der Bevölkerung", erklärte Stadtrat Schmitt. Bei der Veranstaltung am Freitag stellten die Stadträte diesen Plan vor - einige Punkte wurden von Experten und Betroffenen kommentiert oder mit Beispielen aus dem Alltag untermauert.

So sieht der Plan unter anderem vor, Taxifahrten für Frauen in den Abend- und Nachtstunden vergünstigt anzubieten. Zuspruch erhielt diese Idee am Freitag von Beatrix Früh, Ärztin aus Karlsruhe: "Viele Frauen haben auf dem Heimweg nachts Angst, können sich jedoch derzeit kein Taxi leisten." Der Karlsruher Taxiunternehmer Thomas Laschuk verwies darauf, dass das grundsätzlich auch Männer betreffen könne und forderte, die Idee geschlechterunabhängig zu verfolgen.

"Mehr Polizei nimmt den Bürgern die Angst"

Daneben fordert die Allianz eine Erhöhung der Polizeipräsenz auf Karlsruhes Straßen. Zwar wisse man, dass die Polizei grundsätzlich Sache des Landes sei. Jedoch müsse diese Forderung aus den Reihen der Bürgerschaft lauter werden. Bestätigt sehen sich die beiden Stadträte in ihrer Forderung durch die "Analyse der Polizeidichte in den Polizeipräsidien Baden-Württembergs" von der "Landesvereinigung Baden in Europa", die Anfang September vorgestellt wurde. Demnach lag die Polizeidichte pro 1.000 Einwohner in Karlsruhe im Jahr 2013 lediglich bei 1,99, während sie in Mannheim bei 2,33 und in der Landeshauptstadt Stuttgart gar bei 3,64 Polizisten je 1000 Einwohner lag.

Den Vorstoß der Allianz kann Friedbert Schneider nachvollziehen. Er ist Mitglied des Führungsstabes des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Schneider erklärte bei der Veranstaltung am Freitag: "Mehr Polizei nimmt den Bürgern die Angst und schafft mehr Möglichkeiten, einen Täter dingfest zu machen." Die Polizei in Karlsruhe tue, was sie könne, gehe jedoch auf dem Zahnfleisch, bekräftigte er.

Nächster Infoabend für Anfang Oktober geplant

Zur Vertiefung der beiden Punkte "bessere Straßenbeleuchtung" und "Videokameras an neuralgischen Punkten" wurden am Freitag Arbeitsgruppen gegründet. Stadtrat Stefan Schmitt kündigte zudem an, mit den Verantwortlichen der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) in Verbindung treten zu wollen, um eine Ausweitung der Videoüberwachung an den Haltestellen im Stadtgebiet zu forcieren. Im Gegensatz zur Videoüberwachung an Straßen und Plätzen in der Stadt sei hierfür kein Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats nötig, so Schmitt.

Mittelfristig möchten die beiden Stadträte und ihre Mitstreiter die Sicherheitsallianz zu einer "dauerhaften Einrichtung, deren Anregungen gehört werden" machen, erklärte Schmitt. Wenzel betonte, das Projekt sei kein Sprint, vielmehr stehe man "am Startpunkt eines Marathons". Der nächste Informationsabend ist für Anfang Oktober geplant.

Der 7-Punkte-Plan der Allianz im Einzelnen:

1. Sofortige Aufstockung des Kommunalen Ordnungsdienstes KOD durch die Stadtverwaltung

2. Erhöhung der Polizeipräsenz auf den Straßen durch die Landesregierung

3. Einsatz von Videokameras an neuralgischen Punkten in der Stadt

4. Bessere Beleuchtung dunkler Straßen und Plätze

5. Frauentaxis zu ermäßigten Preisen nach Einsetzen der Dunkelheit

6. Zuschüsse für einbruchverhütende Maßnahmen an Wohnungen und Häusern

7. Informationskampagnen in den städtischen Medien zur Verbrechensprävention

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  •   Hassowa
    (829 Beiträge)

    08.09.2015 20:06 Uhr
    Die CDU-Fraktion besucht ein Tierheim
    Erkenntnis: große Hunde sind schwer vermittelbar.
    Und die anderen kümmern sich um die Sicherheit in der Stadt.
    Vielleicht könnte man ja die schwer zu vermittelnden großen Hunde zu Polizeihunden ausbilden...
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  •   Hassowa
    (829 Beiträge)

    08.09.2015 18:46 Uhr
    An die KA-News Redaktion
    Dieses Thema wäre meiner Meinung nach auch mal eine KA-News-Umfrage wert. Nur mal so als Anregung, wenn euch mal gerade keine andere einfällt.
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  •   HeldHeiko
    (68 Beiträge)

    08.09.2015 13:30 Uhr
    Kameras bringen einen scheiss...
    ...oder hat man den Täter aus der Straba bekommen, der wollte immerhin einen abstechen (wie gehst denn dem Opfer?). Die Illegalen, die her kommen, sind doch nur ein paar Wochen da. Und die kriegen nur Ärger, wenn es eine Freiheitsstrafe von mehr als 3 Jahren gibt. Also bei Mord, Kindesmissbrauch u.Ä. Oder nach der 100ten minderen Straftat wie Omis abziehen, Leute verprügeln. Wieviel Ladendiebstahl, Diebstahl, Vandalismus muss den sein, dass es mehr als 3 Jahre gibt? Leute, die halten sich hier an unsere Gesetze nur wenn es für die was bringt, Widerspruch bei Ablehung des Asylrechts obwohl aus Albanien, Einklagen von Hartz 4 wenn mehr als 3 Monate da, neue Zähne, neue Möbel für die gestellte Ohnung usw. Ich kotz voll ab.
    Olé AFD.
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  •   Hassowa
    (829 Beiträge)

    08.09.2015 18:37 Uhr
    Könnten Sie uns bitte noch verraten
    woher Sie die Weisheit haben, dass Kameras "einen Scheiss bringen". Da bin ich sehr gespannt, woher Sie diese fundamentale Erkenntnis haben.
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  •   dipfele
    (4959 Beiträge)

    08.09.2015 19:07 Uhr
    na ja...
    .. jüngstes Beispiel ist ja der Anschlag in einem Schrein in Bankok gewesen. Da hat die Kamera auch nur einen Mann gesichtet der verdächtig sein könnte, aber der Anschlag mit vielen Toten konnte nicht verhindert werden. Kameras können eventuell zur Aufklärung dienen, verhindern aber keine Untaten. Und wenn irgend so ein Vollidiot im Blutrausch jemanden angreifen oder gar ermorden will, dann macht er das, ohne an die Konsequenzen zu denken.
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  •   Hassowa
    (829 Beiträge)

    08.09.2015 19:20 Uhr
    Das ist mir zu pauschal
    Kameras haben sehr wohl eine abschreckende Wirkung - vorausgesetzt, der potenzielle Täter weiß, dass er bei seiner Tat gefilmt wird. Seit die Kameras in den Strabas eingesetzt werden, ist die Zahl der Übergriffe nachweisbar zurückgegangen. Vandalismus wie früher, gibt es praktisch gar nicht mehr. Weder zerkratzte Scheiben, noch Farbschmierereien sind seit dem Einsatz der Kameras nicht mehr zu sehen. Der Überfall am Marktplatz, bei dem die beiden Täter aufgenommen wurden, zeigt, dass nicht jeder weiß, dass die Bahn überwacht ist. Deshalb würde es Sinn machen, das in mehreren Sprachen in der Bahn kundzutun.
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  •   Steffi46
    (58 Beiträge)

    08.09.2015 13:25 Uhr
    Vorsicht! 150 Flüchtlinge in KA verschwunden.
    150 Flüchtlinge in Karlsruhe verschwunden? Ja wo sind sie denn ???
    Muss doch gleich mal in meinem Keller nachsehen.
    http://www.badische-zeitung.de/freiburg/fluechtlinge-in-freiburg-zeltstadt-hat-erste-bewohner--110880235.html
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  •   Zyniker
    (498 Beiträge)

    08.09.2015 14:12 Uhr
    hallo, ka-a-njuhuus !
    warum hört man da von euch nichts drüber??
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  • unbekannt
    (80 Beiträge)

    08.09.2015 11:13 Uhr
    Das erste Eingeständnis des Staats
    Das man nicht mehr Herr der Lage ist. Somit wäre auch das Thema Einzelfall Endlich vom Tisch. Ich mach jetzt den Pofalla. Einfälle gibt es nicht mehr. Das Thema ist beendet grinsen
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  •   Bubble
    (231 Beiträge)

    08.09.2015 08:07 Uhr
    Die Polizei
    kann einem leid tun, jede Nacht müssen "die" paar Polizisten, die Kaiserstraße hoch und runter jagen!
    Schlägerei vor der Disco in der Waldstraße, dann wieder Handyraub am Kronenplatz, rangelei am Durlacher Tor um im Anschluss wieder zur Disco am Mendelson Platz oder am Europaplatz zu hetzen!
    Um im Anschuss eine Anzeige nach der anderen zu schreiben!
    Mehr Kameras und viel mehr Polizei! Für andere Dinge ist auch genug Geld da, warum dann nicht auch für mehr Sicherheit!
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