Karlsruhe Alles, was Sie wissen müssen: 7 wichtige Fakten zum Corona-Virus

In Italien hat sich das Coronavirus ausgebreitet: Rund 650 Personen haben sich dort bereits infiziert, bei 17 von ihnen endete die Krankheit tödlich. In Deutschland zählt man bislang 47 Fälle einer Infektion. Verglichen mit den Zahlen der Grippewelle scheint die Ausbreitung des Virus gering, dennoch spricht das Robert-Koch-Institut (RKI) von einer sich "dynamisch entwickelnden und ernst zu nehmenden Situation." ka-news.de fasst den Sachstand am Mittwoch, 26. Februar, zusammen. Das sind die sieben wichtigsten Fakten, die Sie jetzt wissen müssen.

1. Ausbreitung in Europa

In 14 europäischen Ländern ist das Coronavirus mittlerweile aufgetreten. Insgesamt zählen die europäischen Länder  - Russland mit einberechnet -  derzeit 841 Infizierte und 19 Todesfälle, die meisten in Italien (Stand 28.2.2020, 18 Uhr).  Diese Zahlen aktualisiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) laufend unter http://who.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/ead3c6475654481ca51c248d52ab9c61.

2. Risikogebiete in Europa

In Norditalien wurden zwei Provinzen als Risikogebiete eingestuft, es sind die ersten in Europa. Es wird aktuell vor Reisen in die Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien gewarnt.

3. Ausbreitung und Zahl der Infizierten in Deutschland

In Deutschland wurden am Dienstag, 25. Februar, zwei weitere Fälle bestätigt. Eine Person aus Baden-Württemberg und eine Person aus Nordrhein-Westfalen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Einen Tag später, am 26. Februar, kamen zwei weitere Infizierte in Baden-Württemberg hinzu. Der erste Fall in Deutschland ist Ende Januar in Bayern aufgetreten, das Bundesland ist Spitzenreiter der Republik: Insgesamt wurden dort 14 der 21 deutschen Infizierten gemeldet. 

Am Freitag, den 28. Februar erhöht sich die Zahl der Infizierten in Deutschland auf 47. Die meisten Personen seien laut dem Ministerium für Gesundheit wieder gesund und aus der Klinik entlassen. 

Viele der infizierten Deutschen sind mittlerweile wieder wohl auf. "Fast alle Patienten aus dem Infektionscluster in Bayern wurden inzwischen genesen aus dem Krankenhaus entlassen", so das RKI in seiner aktuellen Risikobewertung. Da eine Person ein einer Firma weitere Personen in ihrem direkten Umfeld ansteckt, spricht das Robert-Koch-Institut dort von einem lokalen Cluster.

Neben den Fällen aus Bayern sind deutschlandweit weitere vereinzelte Fälle aufgetreten, bei welchen die betroffenen Personen Anfang Februar aus Wuhan ausgeflogen wurden. Wie schätzen die Experten des Robert-Koch-Institutes (RKI) die aktuelle Lage in Deutschland ein?

4. So schätzen Experten die Lage in Deutschland ein

"Mit einem Import von weiteren Fällen nach Deutschland muss gerechnet werden", gibt das RKI am Mittwoch, 26. Februar, bekannt. "Auch weitere Übertragungen, Infektionsketten, lokale Infektionsgeschehen und Ausbrüche sind in Deutschland möglich." Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung werde in Deutschland aktuell als gering bis mäßig eingeschätzt.

Forscher verpacken Nachweisreagenzien für das neue Coronavirus.
Forscher verpacken Nachweisreagenzien für das neue Coronavirus. | Bild: Ma Ping/XinHua/dpa

"Es besteht kein Grund für panikartige Reaktionen wie zum Beispiel Hamsterkäufe", sagt Timo Ulrichs, Professor für globale Gesundheit in Berlin. Grundsätzlich soll, wie bei allen Infektionskrankheiten, auf eine gute Husten- und Niesetiquette geachtet werden.

5. Wie bereitet sich Deutschland vor, um eine Ausbreitung zu verhindern?

Ziel der öffentlichen Behörden ist es derzeit, die einzeln auftretenden Infektionen in Deutschland frühestmöglich zu erkennen und so einer weiteren Ausbreitung entgegenzuwirken. Dadurch soll Zeit geschaffen werden, um Risikogruppen zu erkennen, die Behandlungskapazitäten in Kliniken zu erhöhen und Medikamente und Wirkstoffe zu entwickeln.

6. Was würde bei einer Ausbreitung wie in Italien unternommen werden?

Sobald auch hierzulande mehr Fälle auftreten, die nicht mehr auf einen bereits bekannten Fall zurückgeführt werden können, wird die Bekämpfungsstrategie verändert. Dann würde sich der Schutz verstärkt auf Personen fokussieren, bei denen ein schwerer Krankheitsverlauf wahrscheinlich ist. 

"Laut WHO (-Rankingliste) gehört Deutschland zu den gut vorbereiteten Ländern. Unsere Gesundheitseinrichtungen sind gerüstet, und Pandemieplanungen liegen vor", so Ulrichs. Solche Szenarien seien in länderübergreifenden Katastrophenübungen geübt worden.

Polizeibeamte vor dem Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa: Nach einem bestätigten Coronavirus-Fall ist das Hotel unter Quarantäne gestellt worden.
Polizeibeamte vor dem Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa: Nach einem bestätigten Coronavirus-Fall ist das Hotel unter Quarantäne gestellt worden. | Bild: AP/dpa

Welche Mittel der Abschottung beziehungsweise Quarantäne wären in Deutschland rechtlich zulässig? "Das Infektionsschutzgesetz bildet hier die rechtliche Grundlage. Isolation und Quarantänemaßnahmen wie in Italien wären auch bei uns möglich", so Ulrichs.

Und weiter: "In der Frühphase einer Ausbreitung ist eine strikte Umsetzung von Isolation- und Quarantänemaßnahmen sinnvoll. Damit kann die weitere Verbreitung zumindest verlangsamt werden, was Zeiträume für weitere Gegenmaßnahmen eröffnet. Im besten Fall kann der lokale Ausbruch auf diese Weise eingedämmt und ausgelöscht werden. Bei nur einer oder weniger betroffenen Region ist so etwas möglich, wenn es zeitgleich viele Ausbrüche gibt, leider nicht mehr."

7. Wie Sie sich schützen

Da das Coronavirus eine respiratorische Erkrankung ist, demnach die Atemwege betrifft, ist der Ansteckungsmechanismus dem einer Grippeinfektion zu vergleichen. Folgende Tipps empfiehlt unter anderem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

  1. Eine korrekte Husten- und Nies-Etikette: Wer Husten oder Niesen muss, sollte sich vor anderen Personen abwenden und Abstand halten. Anstelle in die Hände vor das Gesicht zu halten, sollte ein Taschentuch oder die Armbeuge vorgehalten werden.
  2. Eine gute Handhygiene: Beim Händewaschen empfehlen die Experten, sich 20 bis 30 Sekunden für das Einreiben mit Seife Zeit zu lassen.
  3. Im Krankheitsfall Abstand halten: Wer an einer Atemwegsinfektion erkrankt ist, sollte im öffentlichen raum einen Abstand von ein bis zwei Metern zu anderen Personen halten.
  4. Bei erkrankten Personen: Das Tragen eines Mundschutzes: Wer selbst an einer respiratorischen Infektion erkrankt ist, kann durch das Tragen eines Mundschutzes andere Personen vor einer Ansteckung schützen, teilt das Robert-Koch Institut mit.
  5. Bei gesunden Personen: Kein Tragen eines Mundschutzes. Gesunde Personen sollten auf Empfehlung der Experten des Robert-Koch-Institutes (RKI) auf einen Mundschutz verzichten. „Es gibt keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person signifikant verringert." Laut der WHO kann das Tragen eines Mundschutzes sogar ein Risiko sein: Es könne ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, durch das zentrale Hygienemaßnahmen wie eine gute Händehygiene vernachlässigt werden können.

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