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Karlsruhe AfA-Leiter Olaf Backhaus blickt zuversichtlich auf die Winterzeit: "Wir rechnen nicht mehr mit langen Kälteperioden"

Auch wenn das Wetter es zur Zeit noch nicht vermuten lässt, aber: Der Winter naht mit großen Schritten. Damit Karlsruhe auch gut durch Schnee und Eis kommt, ist das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) auch dieses Jahr wieder auf den Straßen unterwegs. Im Rahmen eines Pressegesprächs hat ka-news mit AfA-Leiter Olaf Backhaus über die kalte Jahreszeit gesprochen.

Noch scheinen Eis und Schnee in weiter Ferne, doch das AfA lässt sich von den für November vergleichsweise warmen Temperaturen nicht täuschen und tritt dem Winter gut gerüstet gegenüber. Das versichern Bürgermeister Klaus Stapf, AfA-Leiter Olaf Backhaus sowie Andreas Bender, AfA-Sachgebietsleiter Straßenreinigung und Winterdienst, während des Pressetermins am Freitag.

"Wir werden auch weiterhin Winter haben, die eine gute Vorbereitung erfordern", so Bürgermeister Klaus Stapf. | Bild: Thomas Riedel

Bis zu 500 Mitarbeiter, 6.500 Tonnen Streusalz und rund 200 Fahrzeugen sollen demnach auch in diesem Winter wieder für sichere Straßenverhältnisse in der Fächerstadt sorgen. Warum die Menschen dennoch alle Jahre wieder über die Streudienste schimpfen und welcher Winter für das AfA eigentlich der denkwürdigste war, das erzählt Olaf Backhaus im Gespräch mit ka-news.

Herr Backhaus, wie hat sich der Winterdienst über die Jahre verändert?

Olaf Backhaus im Gespräch mit ka-news. | Bild: Thomas Riedel

Der Winterdienst hat sich hin zu mehr Ökologie und zu verstärktem Einsatz von IT-Technologie verändert. Wir sind jetzt in der Lage, stundenweise zu wissen, wie sich die Wetterlage entwickelt und können uns dementsprechend darauf einstellen. Zudem benutzen wir immer weniger Salz. Wir haben fünf Fahrzeuge im Einsatz, die reine Sole mit höchstens 20 Prozent Salz ausbringen. Das ist ein gutes Zeichen für die Umwelt und unsere Stadt, weil wir dadurch die Flora und Fauna schützen!

Sole ist eine Salzlösung, durch die der Einsatz von reinem Streusalz minimiert werden soll.

Mit wie vielen Einsätzen bei Eis und Schnee rechnen Sie in diesem Winter?

Das kann keiner sagen. Im Schnitt sind das immer zwischen 15 und 20 Einsätze, es können aber auch mal doppelt so viele sein. Der Klimawandel ist bei uns angekommen, deshalb rechnen wir jetzt nicht mehr mit solch langen Kälte-, Schnee- und Glätteperioden, sondern mit einzelnen Witterungsereignissen, die uns nur zwei bis drei Tage ziemlich intensiv beschäftigen, bevor es wieder warm wird.

Olaf Backhaus, Andreas Bender und Klaus Stapf (v.l.) besichtigen die Winterdienstfahrzeuge des AfA. | Bild: Thomas Riedel

Jedes Jahr schimpfen die Bürger auf die Winterdienste, obwohl die Mitarbeiter gerade bei starkem Schneefall oft an ihre Kapazitätsgrenzen gehen. Fühlen Sie sich hier ungerecht behandelt?

Ich habe natürlich Verständnis, dass Verkehrsteilnehmer relativ wenig Zeit haben und einplanen, gerade morgens auf dem Weg zur Arbeit. Nichtsdestotrotz können wir sichere Straßen nur gewährleisten, wenn unsere Fahrzeuge unterwegs sind! Diese brauchen eine gewisse Arbeitsgeschwindigkeit, wodurch sie auch unter Umständen zu einem Verkehrshindernis werden. Ich kann hier nur um Geduld bei den Autofahrern bitten, da es nur dazu dient, ihnen die Sicherheit zu gewährleisten, die sie auf ihrem Arbeits- und Nachhauseweg brauchen.

Welcher Winter war für Sie und das Team des Winterdienstes bisher der denkwürdigste?

Gut gerüstet: Den Verantwortlichen zufolge kann Karlsruhe auf einen sicheren Winter hoffen. | Bild: Thomas Riedel

Das waren die Winter 2009/2010 und 2010/2011. Da hatten wir das Problem, langanhaltende Kälteperioden mit hohem Schneeanfall schultern zu müssen. Es war für uns zusätzlich eine große Herausforderung, da dies ohne Salz gewährleisten mussten. Die Bundesregierung hatte veranlasst, dass die Stadt- und Landkreise nicht beliefert werden, weil die Autobahnen und Bundesstraßen bevorzugt beliefert werden müssen. Eine genaue Regelung gibt vor, wer welche Mengen Salz wann erhält.

Spielen wir einmal den Ernstfall durch: Wenn Schneefall gemeldet wird, was passiert dann beim AfA?

Wenn wir am Vortag eine Meldung bekommen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Wetterlage auf uns zukommt, die Glätte und Schnee bringen kann, dann stellen wir uns bereits im Vorfeld auf und stellen die Ressourcen zu Verfügung, damit wir am nächsten Morgen schon um 3 Uhr anfangen können.

Wenn aber auf eine entspannte Wetterlage plötzlich ein Eilmeldung folgt, dann rufen wir über unsere Software automatisch eine ganze Kaskade von Leuten ab. Die haben dann eine halbe Stunde Zeit, zum AfA in die Ottostraße zu kommen und die Fahrzeuge zu besetzen. Dann rücken wir auch in relativ kurzer Zeit aus. Das ist aber eigentlich selten, unser Winterdienst ist eigentlich eher vorab geplant – und das ist auch besser so! 

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  •   Pilsi57
    (268 Beiträge)

    12.11.2018 12:21 Uhr
    Wenn man sich damit nicht verrechnet.
    Man sollte sich nicht vom warmen Herbst hier täuschen lassen. In Nordamerika gab es extrem frühe Kälteeinbrüche und Schneefälle schon im September und Oktober.
    Und aktuel ist es im Norden Kanadas und Sibirien mit unter -30C für Mitte November schon recht schattig.
    Immer nur darauf vertrauen "bei uns passiert sowas nicht" ist einfach fahrlässig.
    Aber wenn doch eine lange Kälteperiode kommt, der Klimawandel ist schuld. Deshalb hat man dem Kind auch einen neuen Namen gegeben, anstatt globale Erwärmung. Würde dann nicht passen.
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  •   Chris23
    (138 Beiträge)

    12.11.2018 18:48 Uhr
    Beides ist richtig
    Wobei die Erwärmung global gesehen stimmt, durch die veränderten ströme die die Temperaturen ausgleichen (Wind und Wasser) kann es lokal auch ganz schön kalt werden.
    Ich bin aber auch der Meinung das nicht wenige Studien von späteren aber extrem kalten Wintern in Europa der (nahen) Zukunft sprechen, und sich gefühlt jetzt schon extreme Wetter Phänomene sich häufen.
    Die genannten härteren Winter sind ja auch in der jüngeren vergangenheit.
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  •   VielVorNixDahinter
    (171 Beiträge)

    12.11.2018 11:12 Uhr
    Dann können wir also darauf warten
    dass bei einem Wintereinbruch die Verantwortlichen wieder mal "vöölig überrascht" sind.
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  •   Hartz4Bomber
    (304 Beiträge)

    11.11.2018 11:40 Uhr
    Heutzutage ist jeder
    Müllmann ein Klimaexperte.
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  •   karlsruher1955
    (1085 Beiträge)

    11.11.2018 07:22 Uhr
    So, so
    Jetzt gehen die Stadtverantwortlichen auch noch unter die Wahrsager.
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  •   ka-lex
    (1609 Beiträge)

    10.11.2018 17:51 Uhr
    "Wir rechnen nicht mehr mit langen Kälteperioden"
    Wenn er sich da nur mal nicht täuscht!
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  •   kommentar4711
    (1985 Beiträge)

    10.11.2018 19:05 Uhr
    Antwort auf "Wir rechnen nicht mehr mit langen Kälteperioden"
    Das dachte ich mir auch. Das Wetter schlägt in den letzten Jahren so verrückt, wer weiß da schon sicher, was passieren wird? Egal, Hauptsache Herr Stapf hat mal wieder Pressefotos von sich bekommen. Gibt es eigentlich was neues zu den Böller-werfenden Müllwagenfahrern?
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