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Karlsruhe Aerosolschwaden über Karlsruhe machen EnBW ratlos: Harmloses Wetterphänomen oder "deutlich sichtbare Verschmutzung"?

"Das RDK 8 im Karlsruher Rheinhafen ist einer der modernsten Steinkohle-Kraftwerksblöcke mit sehr effizienten Rauchgasreinigungsanlagen. Seit Inbetriebnahme wird die Anlage innerhalb des genehmigten Kohlebandes und der vorgeschriebenen Emissionswerte betrieben", sagt die EnBW. "Ist im Kraftwerk ein Filtersystem defekt?", fragt sich derzeit jedoch ka-Reporter Andreas Kammerer, denn er hat eine für ihn besorgniserregende Beobachtung gemacht.

"Mir fällt seit einigen Wochen auf, dass vom Rheinkraftwerk der EnBW immer wieder eine zeitweise über weite Strecken sichtbare Aerosol-Schleppe ausgeht. Diese Aerosol-Schleppe ist in den letzten Wochen häufiger zu sehen, und wie mir scheint, nicht nur bei einer speziellen Wettersituation, einer Inversionslage", schreibt er an ka-news. Fotos, die seine Wahrnehmungen untermauern, hat er ebenfalls geschickt.

Aerosol-Schleppe über dem Rheinhafen-Kraftwerk
Aerosol-Schleppe über dem Rheinhafen-Kraftwerk | Bild: ka-reporter

Er fürchtet, dass es sich bei dem Phänomen um eine "deutlich sichtbare Luftverschmutzung" handelt und fragt sich, ob im Kraftwerk vielleicht ein Filtersystem defekt sei oder dort am Ende gar ein neuer Brennstoff – etwa Braunkohle – verfeuert werde.

Keine auffälligen Werte gefunden

ka-news hat bei der EnBW nachgefragt und folgende Antwort von Ralph Eckhardt, dem Pressesprecher "Regionale Kommunikation - Kommunikation & Politik" des Unternehmens erhalten: "Das Wichtigste vorweg: Bei der Überprüfung der Betriebsweise inklusive der Emissionswerte der letzten Wochen, konnten keine Abweichungen von den Genehmigungswerten festgestellt werden."

Rheinhafen aus der Vogelperspektive
Bild: Peter Eich

"Die von uns täglich gemessenen Werte haben sich seit dem Auftreten des Phänomens nicht erhöht. Die zulässigen Emissionswerte wurden zu jeder Zeit eingehalten. Sie lagen sogar deutlich unter den Grenzwerten", erklärt Betriebsleiter Jürgen Szabadi auf Nachfrage von ka-news.
Die Ursache für den am Ende der Rauchgasfahne auftretenden und teilweise langanhaltend sichtbaren "Schleier" werde momentan in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe geprüft. "Wir vermuten ein optisches Phänomen, das bei bestimmten meteorologischen Bedingungen auftritt. Wir gehen der Sache nach!", verspricht er.

Abklärung in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium

EnBW Kraftwerk im Rheinhafen
Das Kraftwerk im Rheinhafen. | Bild: EnBW

"Die im RDK 8 installierten Emissionsmesseinrichtungen liefern die Daten ständig online an die zuständige Überwachungsbehörde", sagt die EnBW gegenüber ka-news weiter. Um einen möglichst hohen Wirkungsgrad und dadurch niedrigere spezifische Emissionen zu erzielen, werde im RDK 8 bewusst auf eine Wiederaufheizung der bereits gereinigten Rauchgase verzichtet.

Umweltverschmutzung bei der EnBW?
Auch ka-Reporter Volker Frerking konnte die Schwaden beobachten. Seit über 20 Jahren hat er diese Aussicht aus seiner Wohnung - doch Schwaden kann er erst vor 2 bis 3 Wochen erstmals gesehen. | Bild: ka-Reporter Volker Frerking

Das übliche Erscheinungsbild der Rauchgasfahne sei auf die sehr niedrigen Rauchgastemperaturen von etwa 53°C und den sehr großen Rauchgas-Massenstrom zurückzuführen. Das führe zu deutlich sichtbaren Schwaden, die sich entsprechend der ständig variierenden meteorologischen Bedingungen in unterschiedlichen Höhen und Richtungen ausbreiten können.

Aerosolschleppe RDK 8
Selbst von Weingarten aus sind die Aerosolschwaden am 11. Oktober zu sehen. | Bild: ka-Reporter Hansjöürg Schwaiger
Umweltverschmutzung bei der EnBW?
Auch ka-Reporter Volker Frerking konnte die Schwaden beobachten. Seit über 20 Jahren hat er diese Aussicht aus seiner Wohnung - doch Schwaden kann er erst vor 2 bis 3 Wochen erstmals gesehen. | Bild: ka-Reporter Volker Frerking
Aerosolschwaden RDK 8
Bild: privat
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Kommentare (46)
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  •   Propagandahilfskraft
    (1217 Beiträge)

    13.10.2018 11:53 Uhr
    Die Aerosolfahne kann man schon viel länger beobachten
    Ich habe hier ein älteres Foto vorliegen, das ich erst sehr spät nach dem ersten Bemerken dieser Aerosolfahne und einer Unterhaltung mit dem Umweltaktivisten Harry Block gemacht habe. Dies habe ich lauf Exif-Daten am 16. Sep. 2017 gemacht. Damit ist diese Aerosolfahne also schon seit (weit) über ein Jahr zu beobachten.

    Praxistipps für das Aufnehmen von Abgasfahnen und Wolken: Gegenüber einer normalen Landschaftsaufnahme stark unterbelichten, um bis zu EV 3 Lichtwerte, und man sieht die Kontraste und Strukturen in Abgasfahne/Wolken viel besser. Dann erkennt man in den Bildern auch sehr schön, dass es sich um Feststoffe und nicht um Wasser oder Gase handelt. Sehr gut ist auch von schräg vorne durch die Abgasfahne kommendes Sonnenlicht, die Sonne sollte also idealerweise nicht im Rücken sein. Von der Stadt (Stadtmitte bis runter zum Bahnhof) aus gesehen hat man gegen Nachmittag sehr günstige Lichtverhältnisse.
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  •   chris
    (509 Beiträge)

    12.10.2018 11:33 Uhr
    Trotzdem
    Selbst wenn die Anlage reibungslos funktioniert. Ich kann es nicht nachvollziehen warum gerade in Karlsruhe noch so ein Kraftwerk entstand (wo doch gerade EnBW umstellt auf erneuerbare Engerien) und warum noch in bester Westwindlage zur Stadt (klar der Rhein, auf dem die Kohle transportiert wird). Der Standort hätte aber mE weiter nördlich, weg von der Stadt liegen müssen. Das hat nichts mit GRÜNEM Parteibuch zu tun. Ich verabscheue diese Partei, allein schon aufgrund der Nähe zur ANTIFA. Aber selbst ein heimatverbundener Mensch muss hier den Kopf schütteln. Das Kohlekraftwerk mit Standgebläse über die gesamte Stadt ist und bleibt eine SCHANDE! Daß wir Kohlekraftwerke bis zum völligen Umstieg brauchen, ist keine Frage. Als Karlsruher und Badener blutet mir hier das Herz.
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (983 Beiträge)

    11.10.2018 23:30 Uhr
    Das ist mal wieder ein klassisches Beispiel,
    wie mit gefährlichem Halbwissen Gerüchte zu Fakenews umgewandelt werden. Und wie gut die mediale Gesinnungserziehung funktioniert.
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  •   Kojak
    (71 Beiträge)

    11.10.2018 13:01 Uhr
    Habe recherchiert:
    Da gibt es doch tatsächlich große Schornsteine und da kommt was raus. Und das kann man sogar sehen. Unglaublich! Wie kann so was nur passieren...

    Botschaft des Artikels: Kraftwerk böse, Grüne wählen. Plumper gehts nicht.
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  •   Malerdoerfler
    (4563 Beiträge)

    11.10.2018 22:25 Uhr
    Aber diese Botschaft
    kommt wohl bei der Bevölkerung an - oder wie erklären Sie sich das Grünen-Hoch bei den Umfragen?
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  •   dipfele
    (4873 Beiträge)

    13.10.2018 18:21 Uhr
    Haben sich die Karlsruher Grünen.....
    …..wirklich heftig gegen RDK 8 gewehrt?
    Und wie stehen SPDCDUFDP in Karlsruhe zur Energiewende?
    Heutzutage geht nichts mehr ohne Strom. Künftig wird es noch den elektrischen Klopapierabroller geben.
    Wenn Stromleitungen neu gebaut werden sollen, dann formieren sich örtliche Umweltschützer dagegen.
    Aber sind das alles wirklich "Grüne"?
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  •   mkalle
    (52 Beiträge)

    11.10.2018 10:38 Uhr
    Diskussion besser auf
    reddit.com/r/karlsruhe
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  •   müllermeier
    (44 Beiträge)

    11.10.2018 10:25 Uhr
    ka-Reporter Andreas Kammerer - bitte nicht noch mehr
    solcher Meldungen. Ist das ein Sommerloch-Beitrag? Also ernst nehmen kann ich die Meldung von Herrn Kammerer und dann den ganzen Beitrag von ka-news nicht. Oder soll ich das nächste Thema dazu eröffnen , weil jeden Abend beim Blick auf das RDK Abendrot ist????
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  •   Kojak
    (71 Beiträge)

    11.10.2018 12:55 Uhr
    Ein bisschen Werbung
    für die Grünen kann doch nicht schaden... grinsen
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  •   glaubnetalles
    (149 Beiträge)

    11.10.2018 13:43 Uhr
    Doch
    da ist jedes Bisschen zu viel!
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