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Karlsruhe Achtung Männer, jetzt kommen wir: Heute ist Weltfrauentag!

Wir schreiben den 8. März im Jahr 2018 – das neue Jahrhundert, nein sogar das Jahrtausend, wird volljährig, längst dürfen in Deutschland homosexuelle Paare heiraten und Kinder adoptieren, Autos fahren selbstständig und Smartphones sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Doch die Sache mit der Frau, das ist noch so eine Sache. Ein Kommentar von Anya Barros.

Wir sind längst noch nicht in allen Punkten dieser Gesellschaft gleichgestellt. Und das sage ich nicht, weil ich eine Feministin par exzellence bin. Nein, es gibt einfach Sachen, die mich stören an dieser männerdominierten Welt.

Und da tut der Weltfrauentag mehr als gut! Ladys, dieser Tag sollte nur für uns sein! Schließlich steht hinter dem Internationalen Frauentag die Idee, der Kampf um Gleichberechtigung, Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation der Arbeiterinnen. Und gerade was das Thema Gleichberechtigung angeht, da schauen wir Frauen ganz schön in die Röhre wie ich finde.

Die Rechte der Frau

Gehe ich zum Friseur, zahle ich mehr als Männer – bekomme aber, für die gleiche Arbeit, weniger Gehalt als mein männlicher Kollege. Bis zum sogenannten "Equal Pay Day" arbeite ich in diesem Jahr bis 18. März, sprich 77 Tage, umsonst. Das sind satte 21 Prozent Gehaltsunterschied. Hallo? Geht's noch? Wie soll ich mir da also den teureren Friseurbesuch eigentlich leisten können? Aber da ich ja schon eine recht selbstständige Frau bin, ist das alles kein Problem und aufregen ist eh schlecht fürs Herz.

Deswegen kommt der Weltfrauentag mehr als recht. Schon seit 1911 gibt es ihn schon, und in diesem Jahr werden nicht nur wir Frauen gefeiert: Seit 100 Jahren gibt es in Deutschland das Wahlrecht auch für Frauen! Und das übe ich für meinen Teil sehr gerne aus. Steht eine Wahl an, wie zuletzt die Bundestagswahl im September 2017 mache ich von meinem Wahlrecht Gebrauch. Und weil das nicht immer so war, bin ich darauf stolz, dass ich als Frau meine Stimme abgeben darf. Aber einerseits ist es auch ziemlich traurig, dass ich mich zum 100-jährigen Jubiläum so sehr darüber freue. Denn eigentlich sollte es heute selbstverständlich sein, dass Frau und Mann in der Gesellschaft gleichgestellt sind.

Frauentag
Internationaler Frauentag (Symbolbild) | Bild: pixabay.de/PublicDomainPictures

Mensch ist Mensch, egal mit welcher Anrede

Ich brauche keine Extrawurst in der Ansprache Bürgerinnen und Bürger, auch das geschlechtsneutrale Professx, das Männlein und Weiblein gleichermaßen adressieren soll, ist mir ein Graus. Und nicht, weil ich mich für rückschrittlich halte. Ich denke sogar von mir, dass ich sehr fortschrittlich bin und vor allem emanzipiert. Ich stehe meine Frau! Doch ich fühle mich auch angesprochen, wenn es nur Bürger/Kollege/Fahrer heißt. Schließlich spricht das nicht ein Geschlecht an, sondern einen Menschen. Und da ist es doch nun meiner Meinung nach wirklich egal, welches Geschlecht er oder sie hat. Mensch ist Mensch.

Trotzdem lasse ich mich gerne an diesem Tag, der nur für uns Frauen ist, feiern! Und vielleicht machen uns ja die männlichen Kollegen einen Kaffee oder sind einfach noch netter zu uns, als sie es ohnehin schon sind – und sprechen uns Kolleginnen mit "Eure Majestät an"...

Dieser Artikel erschien bereits 2018 zum Weltfrauentag - hat aber ein Jahr später nichts an seiner Aktualität verloren, findet die Autorin. 

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Kommentare (35)
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  •   barrosa
    (60 Beiträge)

    08.03.2018 16:59 Uhr
    Also im Englischen...
    ...und da habe ich mich vertippt, wird der Plural "Ladies" geschrieben - laut Duden allerdings im Deutschen "Ladys". (Ebenso der Plural von Hobby oder Baby.)
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  •   frank.winkler
    (1 Beiträge)

    08.03.2018 15:20 Uhr
    Von wegen
    Ich kann dieses feministische Gejammer nicht mehr hören! Wen interessiert es denn zum Beispiel, dass man als Mann in Sorgerechts-Fragen schon von vornherein verloren hat und Frauen hier vor Gericht einen Freibrief haben? Dort findet die wahre Diskriminierung statt!!!
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    08.03.2018 14:55 Uhr
    Gähn....
    ....
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  •   ka-lex
    (1642 Beiträge)

    08.03.2018 14:49 Uhr
    Liebe Majestät Anya Barros,
    die ka-news-Redaktion besteht zu zwei Dritteln aus Majestätinnen!
    Männer sind Mangelware.
    Wo bleibt der Weltmännertag? grinsen grinsen grinsen
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  •   barrosa
    (60 Beiträge)

    08.03.2018 14:55 Uhr
    Vielen Dank...
    ...lieber ka-lex, endlich die richtige Anrede grinsen
    Na, also bitte, den Internationalen Männertag gibt es doch, und zwar am 19. November.
    Und auch wenn es in der Redaktion 3:2 für die Frauen steht - in der Gesamtbilanz haben dennoch die Männer die Nase vorn.
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