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Karlsruhe Abschluss-Feiern im Schlossgarten: Drei Schüler mussten aufgrund übermäßigem Alkoholkonsums ins Krankenhaus

Eine bestandene Prüfung ist wahrlich ein Grund zum Feiern - und in den kommenden Tagen haben tausende Schüler im im Land die Möglichkeit, ordentlich auf den Putz zu hauen. Denn: Gerade werden die Abschlussprüfungen geschrieben, also gleich ob an der Realschule oder am Gymnasium. Doch was, wenn die Prüflinge zu tief ins Glas schauen und die Party eskaliert?

Der Stress der letzten Wochen ist vorbei, nun können die Schüler in der Region wieder das Leben genießen. Schluss mit der Paukerei, jetzt darf gefeiert werden. So weit, so gut - doch damit die Party nicht aus dem Ruder läuft und die teilweise noch Minderjährigen nicht von den Eltern abgeholt werden müssen und die Fete damit vorzeitig beendet ist, wollen Polizei und die städtische Sozialbehörde präventiv arbeiten. So soll verhindert werden, dass die Feierei wie im letzten Jahr im Karlsruher Schlosspark eskaliert. 

Schloss 3
(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

Wie die Polizei in einer Pressemeldung bekannt gibt, soll versucht werden, "ähnliche, über die Maße gehende Alkoholüberschreitungen zu verhindern", so die Polizei. So sollen schon am Eingang zum Karlsruher Schlosspark die Jugendlichen von den Beamten kontrolliert werden. Auch Jugenschutzteams werden im "Schlo" unterwegs sein und die feierwütigen Prüflinge auf eventuell zu hohen Alkoholkonsum ansprechen. 

Ansprache statt Verbote meist viel hilfreicher

"Ein Team setzt sich aus den Bereichen Polizei, Hilfsdienst und dem sozialen Bereich zusammen", erklärt Alexandra Kowaschik im Gespräch mit ka-news. Sie ist die Leiterin des Präventionsbüros der Stadt Karlsruhe und für die Jugendschutzteams verantwortlich.

"Wir wollen aber aktive Alkoholprävention, keine Repression!" Dennoch sind die Teams angehalten, den Jugendlichen Alkohol abzunehmen, etwa, wenn der 17-Jährige hochprozentigen Schnaps trinkt, statt dem erlaubten Bier. 

Alexandra Kowaschik, Präventionsbeauftragte der Stadt Karlsruhe
Alexandra Kowaschik | Bild: privat

"Wir sprechen die Schüler an, fragen, was sie da trinken und was der Alkohol mit ihrem Körper macht. Wir wollen ihnen bewusst machen, was ein gefährlicher Konsum ist", sagt Kowaschik weiter. Wer von den Jugendschutzteams angesprochen wird, muss nicht gleich fürchten, dass die Eltern auf der Matte stehen.

Das sei das letzte Mittel der Wahl. "Wir schauen erst mit den Sanitätern, ob sie weiterfeiern können oder eine kleine Pause brauchen. Erst wenn der Pegel viel zu hoch ist, dann lassen wir sie abholen!" 

(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

Seitens des Präventionsbüros stehen sechs Sanitäter bereit, auch die Polizei will verstärkt den Karlsruher Schlosspark kontrollieren, Präsenz zeigen. Seitens der Integrierten Leitstelle (ILS) und den Rettungsdiensten wurden keine besonderen Vorkehrungen getroffen.

"Wir haben den Kollegen lediglich eine Vorabinfo zukommen lassen, dass etwas kommen könnte, haben aber personell jetzt nicht mehr aufgestockt", so Markus Pulm, Pressesprecher der Karlsruher Feuerwehr auf Nachfrage von ka-news. 

Wie ist die Lage vor Ort?

Wie ist die Lage vor Ort? ka-news hat sich am Dienstagmittag im Schloßgarten umgesehen. Gegen 12.30 Uhr fällt auf: Die Polizei ist vorbereitet. Mehrere Einsatz- und Kastenwagen stehen vor dem Schloss. Es wird jeder kontrolliert, der in den Schlossgarten möchte. 

Abschlussfeier im Schlossgarten
Bild: Sophia Wagner

Eine erste Einschätzung, wie der Tag verlaufen wird, kann Alexandra Kowaschik zu diesem Zeitpunkt noch nicht geben. Bilanz werden sie erst später am Tag ziehen können. Aber die Teams vom Jugendschutz und der Polizei sowie den Rettungsdiensten sind vorbereitet. 

Abschlussfeier im Schlossgarten
Bild: Sophia Wagner

Gegen 17.30 Uhr sieht die Lage weiterhin entspannt aus. Am späten Nachmittag finden sich noch einige Schüler, die ihre Prüfungen absolviert hatten, im Schlossgarten. Aber es ist erheblich weniger als im Vorjahr, das bestätigt auch Kowaschik. "Es ist nicht so viel los wie in den vergangenen Jahren", sagt Kowaschik gegenüber ka-news. Es mussten auch keine Eltern verständigt werden. "Wir haben alles unter Kontrolle. Es ist eine entspannte Veranstaltung", lautet Kowaschiks positives Zwischenfazit.

Die Polizei gibt in einer Pressemeldung am Mittwoch bekannt, dass insgesamt 54 Liter branntweinhaltige Getränke entsorgt und 29 Platzverweise ausgesprochen wurden. Außerdem wurden über 350 Gespräche mit alkoholisierten Jugendlichen geführt, 25 Betrunkene wurden von den Jugendschutzteams betreut, neun an die Eltern überstellt und drei mussten aufgrund übermäßigem Alkoholkonsums in ein Krankenhaus gebracht werden.

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Kommentare (15)
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  •   Peacemaker
    (423 Beiträge)

    08.05.2019 18:48 Uhr
    Bei uns kam auch die Polizei,
    aber nur zum Abkassieren von 50 DM. Die Musik und das Lagerfeuer mussten wir auch ausmachen. zumindest bis sie weg waren. War auch nicht im Schlosspark. Man muss schon ziemlich weich in der Birne sein, ne Massenparty mitten in Karlsruhe zu organisieren. Ich würde da eher auf Baggerseestrände ausweichen.
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  •   Route66
    (1758 Beiträge)

    08.05.2019 14:18 Uhr
    Von Euch
    war keiner mal jung oder?
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  •   andip
    (9750 Beiträge)

    08.05.2019 16:01 Uhr
    Das waren alle mal
    Aber viele scheinen vergessen zu haben, dass sie als Jugendliche auch keine Engel waren.
    Allerdings hat man früher auch kein so ein riesen Gedöns gemacht, wenn mal als Jugendlicher zu viel Alkohol intus hatte.
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  •   Bundesadler
    (313 Beiträge)

    08.05.2019 15:03 Uhr
    Damals
    war erstens noch einiges mehr erlaubt als heute, und zweitens haben wir damals nicht erlaubte Sachen in der Regel nicht in der Öffentlichkeit gemacht.
    Dass wir (ich auch) damals keine Engel waren ist allen bewusst.
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  •   melotronix
    (2845 Beiträge)

    08.05.2019 14:42 Uhr
    gerade dachte ich das auch....
    man man....mal objektiv nach hinten schauen und nicht gleich draufhauen, wenn die Jungen mal über die Strenge schlagen. Wären damals in dieser Menge Youngsters zum "Rudelsaufen" im Park (so nannten wir den Schloßpark damals) aufgelaufen...da hätte es mit Sicherheit mehr "Promillefälle" als heute gegeben.
    Da gabs auch keine Präventionsgruppen. Und zum Alkohol kam auch noch der eine oder andere Joint dazu.
    Bist du blau nach hause gekommen hast die Wohnung vereihert...dann wurde das Taschengeld erstmal eingestellt bzw. wurdest in Hausarrest genommen. Ohne Pardon.
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  •   Route66
    (1758 Beiträge)

    08.05.2019 14:50 Uhr
    Genau
    so ist das.
    Und letztes Jahr war wegen der Sauerei im Schlossgarten ein Riesenaufstand. Nur dass das irgendwelche Deppen waren, die gar nichts mit der Abifeier zu tun hatten und dass die Schüler am nächsten Tag alles von selbst sauber gemacht hatten, wurde nicht berichtet.
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  •   Bundesadler
    (313 Beiträge)

    08.05.2019 14:04 Uhr
    Und Zigaretten?
    Es waren auch einige offensichtlich NICHT volljährige dabei fleissig in der Öffentlichkeit zu Rauchen. Ist das den Behörden egal?
    Alkohol verursacht"nur" der Person, Tabak auch allen Umstehenden körperliche Schäden.....
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  •   barrosa
    (53 Beiträge)

    08.05.2019 14:07 Uhr
    Die Jugendschutzteams...
    ...haben nur auf Alkohol kontrolliert, das ist laut Alexandra Kowaschik deren Hauptaufgabe.
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  •   Irgendwas_mit_Medien
    (688 Beiträge)

    08.05.2019 14:00 Uhr
    Nettes Bild der Leiterin des Präventionsteams - wäre es nicht auf dem Rollfeld entstanden
    Fliegen ist mindestens genauso böse wie Vollsuff nach dem Abi. Wer fliegt, killt das Klima. Solange man noch zum Spaß (Urlaub etc) fliegen und Kreuzfahrten mit Schwerölkuttern unternehmen darf, ist jedes Fahrverbot hochmoderner Verbrennungsmotoren äusserst unglaubwürdig.
    Ich würde übrigens die (notwendige) Behandlung im KH samt Transport dorthin, bei Alkoholvergiftung dem zu Behandelnden bzw den Erziehungsberechtigten in Rechnung stellen. Ich hab größtes Verständnis für Party nach dem Abi - auch wochenlang von mir aus. Das muss allerdings nicht ins KH führen. Soviel Selbstverantwortung darf man schon erwarten von jungen Menschen, die ja auch nach Meinung vieler schon längst wählen dürfen sollten.
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  •   barrosa
    (53 Beiträge)

    08.05.2019 14:09 Uhr
    Das Bild wurde uns offiziell von ihr...
    ...geschickt. Aber wie das mit dem Thema zusammenhängt - Flugzeug und betrunkene Jugendliche - erschließt sich mir leider nicht.
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